Weihnachten bei… Isa Grütering & Claudia Kahnt
von Hauptstadtmutti

Isa_Claudia_HSM Kopie Seit 2011 fotografieren Isa Grütering und Claudia Kahnt stylishe Mütter und Väter mit Ihren Kindern für den Blog hauptstadtmutti.de und bloggen über alles, was trendbewusste Eltern so interessiert.  Heute verraten Sie uns, wie Sie die Weihnachtszeit mit Ihren Familien verbringen – inklusive einem ganz klassischen Rezept für den Heiligabend.

Wie habt ihr Weihnachten als Kinder verbracht?

Isa: Besonders schön und gemütlich war bei uns schon die Vorweihnachtszeit. Ziemlich klassisch, wir haben an den Adventssonntagen zusammen Kaffee getrunken und Stollen und selbstgebackene Plätzchen gegessen. Bis zum 24. Dezember mussten mein Bruder und ich so viele Weihnachtslieder wie möglich auf dem Klavier üben, die dann Weihnachten vor der ganzen Familie präsentiert wurden. Natürlich haben dann alle lauthals mitgesungen, was ich immer etwas peinlich fand. Heilig Abend selber haben wir immer zu Viert, also mit meinen Eltern und meinem Bruder verbracht oder mit einer Oma und am 1. Feiertag kam der Rest der Familie. Das war, mal abgesehen vom sehr lauten Singen, immer total lustig. Beschenkt wurden wir immer abwechselnd mit dem Kaufmannsladen oder der Puppenstube, jedes Mal neu bestückt. Im Laufe des Jahres „verschwand“ das dann immer unbemerkt.

Bildschirmfoto 2015-12-03 um 17.07.31Claudia: Die Vorweihnachtszeit wurde genutzt um Plätzchen zu backen. Ja, am 1. Advent standen dann mindestens 5 Sorten auf dem Kaffeetisch. Bei uns hing immer rein riesiger Adventskranz im Esszimmer von der Decke, den mein Vater selbst machte. Dieser Kranz und das Anzünden der großen Kerzen nach und nach waren für uns Kinder das Highlight. Als dann alle vier endlich brannten, wußten wir, es ist so weit! Und Heiligabend gingen wir ewig durch den Wald spazieren und „suchten“ Spuren vom Weihnachtsmann. Dann gabs Kaffee mit einem Konzert, das mein Vater auf der Gitarre und mein Bruder auf der Klarinette gaben und wir hörten Weihnachtslieder. Mit dabei waren meistens die Großeltern und noch zwei Tanten. Alle mussten solange singen, bis sich die Türen zum Wohnzimmer öffneten in dem der Weihnachtsbaum stand und unter dem alle Geschenke lagen. Spät am Abend gabs dann eine Mischung aus deutsch-russischem Essen, Wienerwürstchen und Kartoffelsalat, Kaviareier, Hering mit roter Beete und ganz viele russische Salate. Am 1. Feiertag waren alle wieder da und dann gabs Gans. Alles in allem eine Riesen-Völlerei.

Wie feiert ihr jetzt mit Eurer Familie?

Isa: Dieses Jahr feiern wir in Berlin zusammen mit allen Großeltern und Onkel. Der Opa hat letztes Jahr gesagt „Heiligabend findet da statt, wo Kinder sind.“ Und da machen wir das jetzt mal so. Und den Kaufmannsladen gibt es immer noch und der kommt bei unseren Jungs auch immer sehr gut an.

Claudia: Wir feiern in diesem Jahr alle bei meinen Eltern. Da ist am meisten
Bildschirmfoto 2015-12-03 um 17.07.06Platz und wir können uns um den Kamin versammeln. Das Programm bleibt eigentlich bei ihnen immer wie früher, nur das jetzt der Weihnachtsmann auf dem Pferd vorbei kommt und die Geschenke bringt. Großes Kino! Und vielleicht gibt’s ja Schnee…

Was kommt Heiligabend auf den Tisch, wie verbringt ihr den Tag?

Isa: Früher, bei mir zuhause, gab es Heilig Abend immer Karpfen Blau, hier ist das Rezept. Bei meinem Mann gab es als Kind immer etwas anderes, deshalb gibt es jetzt bei uns abwechselnd Karpfen oder ein Gericht, was mein Mann wählt. Dieses Jahr wird es wohl Gans geben.

SAMSUNG CAMERA PICTURESClaudia: Am Vormittag des Heiligabends wird mein Sohn mit seinem Großvater den Tannenbaum schmücken. Ich werde meiner Mutter in der Küche helfen und dann werden wir alle Mittagsschlaf machen um fit für einen langen Abend zu sein. Gekocht wird dieses mal auch deutsch-russisch, wobei ich dann das deutsche Essen übernehme und meine Mutter die russischen Gerichte. Und am Nachmittag geht’s dann spazieren und

PS: Die Anleitung für den Adventskalender von der Startseite findet ihr hier. Auch als Anregung zum Verpacken von kleinen Geschenken ganz wunderbar!

Weihnachten bei… Julia Akar von tinyspoon.de

Julia Akbar lebt mit Ihrem Sohn Flynn in Berlin und hat Architektur studiert. Auf tiny-spoon.com stellt Sie regelmässig neue Rezepte zum Thema Familienessen vor. Uns erzählt Sie, wie bei ihr zu Hause Weihnachten gefeiert wird – und natürlich welche Köstlichkeiten auf den Tisch kommen.

Wie hast Du Weihnachten als Kind verbracht? Gab es spezielle Rituale?

Am Abend vor Weihnachten haben wir immer gemeinsam den Baum geschmückt, aber die Lichterkette durfte erst am Heiligabend angemacht werden! Am 24.12. hat meine Mama gekocht, der Tisch wurde schön gedeckt und wenn das Glöckchen klingelte, war es Zeit für die Bescherung. Danach haben wir noch Stunden mit unseren Geschenken unter dem Baum gesessen und alles ausprobiert.

Wie feiert Ihr jetzt mit Eurer Familie?

Wir feiern dieses Jahr Weihnachten gemütlich zu Hause mit den Großeltern. Für meinen Sohn Flynn ist es das erste Jahr, an dem er den Weihnachtstrubel bewusst miterlebt – Wunschzettel schreiben, alles festlich schmücken, Geschenke, …. Das ist dieses Jahr sehr aufregend und spannend für ihn.

Was kommt bei Euch Heiligabend auf den Tisch?

Der Morgen beginnt mit einem schönen Frühstück. Am liebsten isst Flynn gerade Pancakes. Wahrscheinlich wird es dann diese Power-Protein-Pancakes geben – mit Bananen, Hanfmehl und Kokosflocken im Teig, und fruchtigen Quark-Topping.

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Bisher habe ich normalerweise immer abends das Weihnachtsessen gekocht und die Familie kam dann zum gemeinsamen Essen. Aber in diesem Jahr wollen wir alle zusammen kochen. Es gibt ganz klassisch Gans mit Rotkohl und Klößen.

Weihnachten bei… Herr und Frau Krauss

Ann-Cathrin und Thorsten sind Herr und Frau Krauss, die Namensgeber des Familien- und Lifestyle-Blogs herrundfraukrauss.com. Zusammen mit Ihren Töchtern Marie (7) und Leni (5) leben die beiden im beschaulichen Herzogenaurach und genießen ihr buntes, trubeliges Familienleben, das jede Menge wunderbaren Stoff für den Blog liefert. Hier verraten Sie uns, wie Sie Weihnachten verbringen.

Gerade wenn man Kinder hat, werden die eigenen Kindheitserinnerungen an Weihnachten wach. Wie habt Ihr denn die Feiertage als Kinder verbracht?

Ann-Cathrin: Weihnachten war immer ein ganz besonderer Tag. Ich habe das letzte Adventssäckchen geöffnet, meine Mutter hatte alles dekoriert und geschmückt, wir haben uns schick angezogen und mein Vater hat ein tolles Weihnachts-Menü gekocht. Vor der Bescherung waren wir am späten Nachmittag mit der Familie im Weihnachtsgottesdienst und zum Abschluss hat jeder eine Kerze bekommen, mit der er nach Hause gelaufen ist. Das gab diesem Tag etwas besonders festliches und besinnliches. In den Tagen vor Weihnachten durfte ich als kleines Kind nie das Zimmer betreten in dem der Weihnachtsbaum stand bis dann am Heiligen Abend das Glöckchen geklingelt hat. Als ich älter wurde, habe ich zu Hause das Schmücken des Weihnachtsbaumes am 23. Dezember übernommen. Und das behalten wir auch heute mit unseren Kindern bei. Wir schmücken am 23. Dezember zusammen den Tannenbaum.

Thorsten: Wir haben früher in der Vorweihnachtszeit viele Plätzchen gebacken (und gegessen!). Das waren immer sehr gemütliche Runden in der Küche.
Am 24.12. haben wir dann den Baum aufgestellt und geschmückt. Bis heute fehlt die eine Schraube des alten Baumständers. Gehalten hat er trotzdem.
Bevor wir die Geschenke auspacken durften, haben wir gemeinsam gesungen. Hätte jemand zum Fenster reingeschaut, er oder sie hätte Tränen gelacht. Meine Mutter immer zu hoch, mein Opa zu perfekt (da 70 Jahre im Kirchenchor geschult), mein Bruder gar nicht (ab und an kam da mal ein Brummen von der Seite) und ich ein halbes Wort hinter dem Rest, da nicht textsicher. Alle haben ihr Bestes gegeben. Nach dem Essen sind wir am Abend noch alle geschlossen in die Christmette gegangen. Die hat gefühlt immer 3 Stunden gedauert, war aber der Abschluss eines tollen Tages im Kreis der Familie. Es wurde immer viel geredet und gelacht.

Wie feiert Ihr jetzt mit eurer Familie? Was für Rituale habt Ihr?

DSCF9317 Kopie 2Wir feiern am Heiligen Abend bei uns zu Hause, meistens nur zu viert, da der Rest der Familie sehr weit weg wohnt. Uns ist es wichtig, daß wir den 24. Dezember in aller Ruhe verbringen und möglichst nichts mehr einkaufen und vorbereiten müssen, da wir oft am 25. Dezember schon Besuch bekommen oder zur Familie fahren. Wir starten den Tag mit einem gemütlichen Familienfrühstück und danach lesen wir zusammen Bücher, z.B. „Weihnachten in Bullerbü“ von Astrid Lindgren um uns auf das Fest einzustimmen. Und wir schauen Kinderfilme. Auch hier sind die Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren mit Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und Lotta aus der Krachmacherstraße unsere Favoriten. Vielleicht weil in Schweden immer Schnee zu Weihnachten liegt und das dem Weihnachtsfest besondere Atmosphäre verleiht.

Wir haben einige Rituale mit unseren Kindern in der Vorweihnachtszeit entwickelt, die wir jedes Jahr wiederholen. Zum Beispiel darf sich sich jeder aus der Familie einen Anhänger für den Weihnachtsbaum aussuchen. Das macht viel Spaß und wir können zu jedem Baumschmuck die Geschichten erzählen. Vor zwei Jahren haben sich unsere Mädchen Meerjungfrauen ausgesucht, sehr exotisch für Weihnachten. Dieses Jahr gab es die Anhänger schon im November, kleine, weiße Engel aus Holz mit Federn dran, die wir bei einem Ausflug nach Bamberg entdeckt haben.

Für den Adventskalender der Mädchen verwenden wir noch gut erhaltene Adventssäckchen, die Ann-Cathrin’s Mutter vor 35 Jahren für sie genäht hat. Wir finden es schön auch alte Dinge mit viel Wert, die Tradition haben, weiter zu geben. Gerade in unserer heutigen schnelllebigen und konsumorientierten Welt empfinden wir das als wichtig unseren Kindern solche Werte mitzugeben.

Aus Ann-Cathrins Kindheit haben wir auch noch ganz viele Ostheimer Krippenfiguren aus Holz, mit denen spielen unsere Kinder während der Weihnachtszeit. An Heiligabend wird endlich das Jesuskind in die Krippe gelegt und alle Holzfiguren, Menschen und Tiere, darum aufgebaut. Über die Jahre ist unsere Sammlung an Holzfiguren gewachsen, auch die Kinder haben welche geschenkt bekommen. Es ist eine sehr schöne Sammlung, die noch einige Generationen weiter gegeben werden kann.DSCF9357 Kopie 2
Wenn dann der Nachmittag näher rückt, machen wir uns alle schick. Die Kinder lieben es sich Weihnachtskleider auszusuchen, meist haben die ganz viel Tüll und funkeln oder im letzten Jahr waren sie rot mit einem Rentier darauf und Sternen.

Die Kinder singen im Kinderchor und begleiten musikalisch den Weihnachtsgottesdienst in der Kirche. Wenn wir aus dem Weihnachtsgottesdienst kommen, dann ist das Wohnzimmer zu und die Kinder gehen nach oben in ihr Kinderzimmer. Dort stehen sie am Fenster und versuchen einen Blick auf das Christkind zu erhaschen, das die Geschenke vorbei bringt. Leider ist es immer so schnell, läutet seine Glöckchen und fliegt davon bevor sie es sehen können. Und wenn unsere Mädchen die Glöckchen hören, dann flitzen sie die Treppen runter ins Wohnzimmer und die Bescherung beginnt.

Und was kommt bei Euch auf den Tisch?

Auch in unserer Familie gibt es ein Gericht, das Thorsten immer am 24. Dezember kocht: Rinderfilet mit selbstgemachten Spätzle und Gemüse. Spätzle sind nicht schwer und lassen sich sehr gut vorbereiten, hier unser Rezept (echt schwäbisch, von Thorsten’s Oma):
2 große Tassen Mehl
3-4 Eier
etwas Wasser
1TL Salz
Spätzlepresse

Mehl, Eier, Salz und eventuell etwas Wasser werden so lange geschlagen, bis ein glatter Teig entsteht und sich Blasen bilden, der Teig tropft zäh vom Löffel. Dann den Teig mit der Spätzlepresse in kochendes Salzwasser durchdrücken. Spätzle mit dem Seiher aus dem Wasser heben, mit kaltem Wasser kurz abspülen. Vor dem servieren die Spätzle in einer Pfanne mit Butter schwenken.

Ach ja, und was für uns Erwachsene an Weihnachten auf keinen Fall fehlen darf: wir schauen „Weihnachten bei den Hoppenstedts“ von und mit dem großartigen Loriot. Denn „früher war mehr Lametta“ und „dann wird’s gemütlich“!

Gruselige Premiere von „Hotel Transsilvanien 2“

Der Animationsfilm „Hotel Transsilvanien 2“ feierte in Berlin seine gruselig-lustige Deutschlandpremiere. Mit dabei: die deutschen Synchronsprecher und viele Prominente mit ihren Kindern.

Thomas Heinze mit seinen Kindern Sam, Lennon und Lucille (v.l.)
Thomas Heinze mit seinen Kindern Sam, Lennon und Lucille (v.l.) Foto: Sony Pictures Releasing GmbH

Graf Dracula, Frankenstein und die korpulente Mumie – sie alle tummelten sich am Sonntagnachmittag auf dem roten Teppich vor dem Zoo-Palast. Zum Glück waren die Monster ausnahmslos freundlich und sorgten bei den kleinen und großen Gästen, die zur Premiere von „Hotel Transsilvanien 2“ gekommen waren, für Begeisterung.

Prominente Gäste wie Schauspielerin Xenia Seeberg mit Sohn Philip-Elias, ihre Kollegin Anne-Sophie Briest mit Tochter Faye und Thomas Heinze mit seinen Kindern Sam, Lucille und Lennon wollten sich die Fortsetzung des liebevoll gemachten 3-D-Spektakels nicht entgehen lassen.

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Nora von Waldstätten, Andreas Bourani, Palina Rojinski, Dieter Hallervorden und Rick Kavanian (v.l.) auf dem roten Teppich Foto: Sony Pictures Releasing GmbH

Auch die deutschen Synchronstimmen der Charaktere gaben sich die Ehre: Nora von Waldstätten, Palina Rojinski, Andreas Bourani, Rick Kavanian und Dieter Hallervorden gaben ihren Fans Autogramme und posierten mit ihren Figuren für die Fotografen.

Bevor es für die Kinder und ihre Eltern in den Kinosaal ging, konnten sich die kleinen Besucher monstermäßig schminken lasse und sich mit Pizza und Popcorn stärken. Wir haben den Film gemeinsam mit Anthony (4) und seinem Papa angeschaut und die beiden hinterher nach ihrem Urteil gefragt: „Super, sehr lustig und wunderbare Figuren. Ein toller Film für die ganze Familie!“

Worum es geht: Im zweiten Teil des Animationsstreifens gibt es ein Wiedersehen mit Graf Drakula und Co. Im Hotel Transsilvanien dürfen neben Monstern inzwischen auch Menschen ein- und ausgehen. Trotzdem hofft Drak immer noch, dass sein Enkel Dennis sich endlich als waschechter Vampir herausstellt. Doch der Kleine scheint ein „Spätzahner“ zu sein. Und wäre das nicht schon Sorge genug, liebäugelt Draks Tochter Mavis auch noch mit einem Umzug nach Kalifornien.

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Wiedersehen mit Graf Drakula & Co Foto: Sony Pictures Releasing GmbH

Das schaurig-komische 3-D-Abenteuer „Hotel Transsilvanien 2“ (Sony Pictures) startet am 15. Oktober in den deutschen Kinos

Camping de luxe im französischen „Dschungel“

Camping ist nichts für mich – davon war unsere Autorin Simone Nissen überzeugt. Aber da aller guten Dinge drei sind, hat sie noch einen Versuch gewagt. Mit Ehemann Christian, Tochter Anna-Lena (6) und Sohn David (3) fuhr sie ins nordfranzösische Vic-sur-Aisne zum Campen im Safarizelt

Mein Camping-Trauma reicht lange zurück. Als Elfjährige fuhr ich mit der Jugendgruppe meiner Kirchengemeinde zum Zelten ins bayerische Regen. Nomen est omen: Nach zehn Tagen wurde das Lager vorzeitig von der Feuerwehr geräumt, weil sintflutartige Regenfälle den nahe gelegenen Fluss über die Ufer treten ließen. Ich glaube, ich war das glücklichste Kind der gesamten Gruppe. Was insbesondere daran liegen könnte, dass ich wegen eines Magen-Darm-Virus den Großteil des Aufenthalts im Quarantänezelt verbracht hatte – aufgefressen von Langeweile und Heimweh.

Meine Eltern hatten ein Einsehen und ließen mich das Thema Campingurlaub anschließend vergessen. Doch dann kam der Moment, als ich selbst Mutter zweier Kinder war. Mit Blick auf die stark geschrumpfte Familienkasse hielt ich es für eine gute Idee, meinem Mann statt Hotelurlaub einen Campingausflug vorzuschlagen.

Im Internet ersteigerten wir ein Vier-Personen-Zelt und Schlafsäcke und machten uns auf Richtung Niederlande. Mit dem damals zehn Monate alten David und der dreijährigen Anna-Lena auf der Rückbank erschien uns das nur eine Stunde entfernte Nachbarland als perfektes Ziel. Das Projekt lief auch gut an. Holland empfing uns mit strahlender Sonne. Wir fielen am Abend müde und zufrieden auf unsere Isomatten. Außer David: Da er zu klein für einen Eskimoschlafsack war, hatten wir für ihn die Wanne des Kinderwagens zum Übernachten mitgenommen.

Aus genau der meldete er sich nach knapp zwei Stunden. Der nächtliche Weckruf zum Stillen fiel allerdings deutlich kläglicher aus als sonst. Die Temperaturen waren in dieser Nacht in den niedrigen einstelligen Bereich gefallen. Und das im August! Der kleine Mann fror fürchterlich – genau wie ich, als ich ihn in meinen Schlafsack holte, der sich daraufhin nicht mehr schließen ließ. Was soll ich sagen? Am nächsten Morgen beendeten wir vorzeitig Zeltabenteuer Nummer 2.

„Glamping“ verspricht mehr Komfort als herkömmlicher Camping-Urlaub

Dabei wäre es auch geblieben, hätte der aktuelle Trend zum Glamping (= Glamorous Camping) nicht meine Hoffnung geweckt, mit dem Thema Zelten doch noch Freundschaft zu schließen. Die Zelte sind beim Glampen voll ausgestattet mit Bad, Küche, gemütlichen Betten und kleiner Heizung. Hardcore-Camper werden jetzt vielleicht die Nase rümpfen, aber ich finde diese Aussichten durchaus verlockend.

Immer mehr Campingplätze erweitern ihr Angebot um solche Luxuszelte. Wir haben uns für ein Safarizelt auf dem Zeltplatz „La Croix du Vieux Pont“ nahe der nordfranzösische Stadt Soissons entschieden. Anna-Lena und David sind mittlerweile sechs und drei Jahre alt, so dass wir für längere Autofahrten unser Ass im Ärmel zücken können: ein portables DVD-System.

 „Wilde Tiere gibt es hier zwar keine, dafür aber wilde Kinder“

Nach fünf Stunden Fahrt sagen wir Hexe Lilli und Pipi Langstrumpf Lebewohl und schlagen uns in den „Dschungel“. Unser Zelt liegt ein wenig abseits, direkt am dicht bewachsenen Ufer des Flusses Aisne. Als wir uns über einen schmalen Trampelpfad unseren Weg zum Zelt bahnen, haben wir tatsächlich das Gefühl, auf Safari zu gehen.

Wilde Tiere gibt es hier zwar keine, dafür aber wilde Kinder: Mit begeistertem Geheul stürzen sich unsere beiden auf herumliegende Äste und Steinchen und werfen sie in das wunderbar verwildert aussehende Gewässer. Anschließend nehmen sie die riesige Holzterrasse unseres Zeltes in Beschlag und spielen Schiff, während wir das Innere in Augenschein nehmen.

Das Zelt empfängt uns mit einem großen Koch- und Essbereich. Die Küchenzeile ist mir Gasherd und Kühlschrank ausgestatte, der massive Esstisch groß genug für ausgiebige Spieleabende. Dahinter liegt das Elternschlafzimmer mit großem Himmelbett. Eine Bretterwand und ein Vorhang trennen unseren Schlafbereich von dem der Kinder, einem gemütlichen Zimmerchen mit zwei Etagenbetten. Ein Bad mit luxuriöser Dusche macht das Ensemble komplett.

Möbel, Wände, Fußböden … alles ist aus dicken Holzbrettern gefertigt. Für den Fall, dass der Aisne mal über die Ufer tritt, steht das Zelt auf Stelzen. Das hat den lustigen Nebeneffekt, dass sich durch die Fugen zwischen den Holzplanken des Fußbodens Büsche und Bäume erahnen lassen. Wir sind begeistert. Anna-Lena und David lassen ihr Etagenbetten-Reich wahlweise als Ritterburg, Wohnwagen oder Drachenhöhle fungieren und verbringen Stunden mit Rollenspielen, während wir bei einer Tasse Tee genießen, mal nicht gefragt zu sein.

Für den Fall, dass den beiden die Abgeschiedenheit nicht mehr gefällt, ist es ein gutes Gefühl, die Zivilisation des Zeltplatzes in der Nähe zu wissen. Allerdings sind wir überrascht, wie wenig Bespaßung die beiden während unseres fünftägigen Aufenthalts einfordern. Als uns einsetzender Regen auf die Idee bringt, zum platzeigenen Indoorspielplatz zu gehen, wollen Anna-Lena und David schon nach einer Stunde zurück zum Zelt. Sonst verlassen die Racker solche quietschbunten Plastikhöllen gar nicht mehr freiwillig. Aber offenbar übt unser kleines Refugium aus Holz und Zeltplanen eine noch größere Anziehungskraft auf die beiden aus.

Mir geht es ähnlich. Wenn da nur nicht Petrus wäre, der offensichtlich etwas gegen meine Mutation zum Camper hat. Als in der zweiten Nacht Platzregen gegen unsere Zeltplane prasselt, finde ich das noch irgendwie romantisch – genauso wie die quakenden Frösche und Vögel, die unseren Schlaf begleiten. Als dann aber in der letzten Nacht die Temperaturen in Vergleich zu den anderen Nächten um gut zehn Grad fallen und wir fröstelnd unter unseren dicken Bettdecken liegen, kommen doch wieder Zweifel an solchen Abenteuern auf. Mein Fazit: Glamping ist klasse. Aber vielleicht sollten wir uns bei unserem Wetterglück das nächste Mal nach Südeuropa aufmachen.

Infos zum Campingplatz „Camping la Croix du Vieux Pont“:

Shopping

Der Morgen auf „Camping la Croix du Vieux Pont“ beginnt mit einem Spaziergang über die taufrischen Wiesen zum Bäcker des Zeltplatzes. Dort gibt es Baguettes und Croissants in zahlreichen Varianten. Der Supermarkt gleich nebenan bietet ein kleines Sortiment, mit dem sich theoretisch durch den Urlaub kommen lässt. Für eine solide Grundausstattung ist aber eher der Supermarkt des kleinen Örtchens Vic-sur-Aisne zu empfehlen.

Ausstattung

Auf dem Gelände gibt es Waschmaschinen und Trockner. Im familienfreundlichen Restaurant des Zeltplatzes lassen sich Kindermenüs bestellen, und es stehen Hochstühle bereit. Der Campingplatz verfügt über drei Pools: zwei überdachte und beheizte Becken samt Wasserrutschen separatem Kinder- und überdachtem Kleinkinderbecken. Der dritte Pool ist eine Outdoor-Lagune mit feinem künstlichem Sandstrand. Strand und Lagune lassen sich von der Terrasse des Restaurants aus gut überblicken. In der Küche gibt es einen modernen Gasherd und genügend Sitzplätze fürs Essen mit der Familie.

Im Multisport-Bereich besteht die Möglichkeit, Sportarten wie Fußball, Basketball und Volleyball nachzugehen. Hinzu kommen: Kinderspielplätze, Indoorspielplatz, Go-Kart-Kurs, Kegelbahn, Lasergame, Minigolf, Bogenschießen, Kletterwand und Mini-Club. Die Mitarbeiter des Beauty-Zentrums bieten verschiedene Behandlungen und Massagen sowie Sauna, Solarium und Maniküre an. Auch ein Friseur ist auf der Anlage zu finden.

Umgebung

Vic-sur-Aisne liegt sehr ländlich zwischen Wiesen und Feldern. Die nächste größere Stadt ist Soissons. Sie befindet sich etwa 15 Autominuten entfernt und lohnt sich für einen Bummel durch diverse Geschäfte und einen Besuch ihrer Kathedrale. Für eine kleine Stärkung können wir die Brasserie „Le Clovis“ an der Rue du Commerce 5 empfehlen. Dort gibt es feine Tees, leckeres Eis und riesengroße Cookies.

Rund 20 Minuten entfernt von Vic-sur-Aisne liegt eines der beeindruckendsten Schlösser Frankreichs. Das Château de Pierrefonds wurde im 12. Jahrhundert erbaut und 1860 von Napoléon III restauriert. Von 2008 bis 2012 war das Schloss Drehort für die Jugendserie „Merlin” mit John Hurt.

Frankreichs Hauptstadt ist rund 100 Kilometer entfernt und ein lohnenswertes Ziel für einen Tagesausflug. Vom Campingplatz aus gibt es einen Shuttleservice nach Paris – und auch zum Disneyland vor den Toren der französischen Metropole.

Mehr Informationen: canvasholidays.de

 

 

Die 10 besten Kinderwagen fürs Gelände

Wer mit Kleinkind im Wald, am Strand oder auf Feldwegen unterwegs ist, braucht einen robusten Kinderwagen oder Buggy. Was macht einen guten Outdoor Kinderwagen aus und welche geländegängigen Modelle gibt es?

Auf asphaltierten Straßen bieten die meisten modernen Kinderwagen einen guten Komfort für Eltern und Baby. Wer aber auf dem Land lebt oder Damit ein Kinderwagen nicht nur beim Spaziergang über die asphaltierten Straßen der Stadt, sondern auch auf unebenem Gelände eine gute Figur macht, muss er folgendes mitbringen:

  • große Reifen
  • feststellbare Schwenkräder
  • starke Federung

Pinterest Kinderwagen fürs Gelände

Geeignete Kinderwagen fürs Gelände

Viele Modelle sind heutzutage wahre Multitalente: Sie kombinieren die Vorteile eines Stadtwagens mit denen eines Offroaders, sodass Eltern sich nicht zwischen wendig und geländetauglich entscheiden müssen. Wer also hin und wieder einen Spaziergang im Wald machen möchte, kann sich bereits vor der Geburt für einen Kombikinderwagen entscheiden, der besonders gut gefedert und robust ist sowie geländetaugliche Räder hat.

Welcher Kinderwagen ist der Beste?

Entdeckt hier unsere zehn Favoriten für einen Ausflug mit Kind ins Gelände.

Sportlicher Einsatz: Joggen mit Kind

Aktive Eltern wollen sich oft auch gerne mit Kind sportlich betätigen. Dafür braucht man einen speziell für den sportlichen Einsatz zugelassenen Kinderwagen, einen sogenannten Jogger. Um eine solche Zulassung zu erhalten, muss der Wagen über eine Hand- und Feststellbremse verfügen und stabil gebaut sein. Die Jogger haben einen leichten Rahmen, drei große Reifen und natürlich eine gute Federung.
Eine Alternative zu einem reinen Jogger-Kinderwagen stellen oft Fahrradanhänger da. Diese sind richtig variabel. Sie können entweder von einem Fahrrad gezogen werden. Oder Eltern können sie vor sich her schieben und mit ihnen joggen.

Ihr plant einen Urlaub mit Kleinkind? Dann darf ein guter Reisebuggy nicht fehlen!

Foto Teaser: Bugaboo