Designmöbel fürs Kinderzimmer sind gar nicht so einfach zu finden, denn nur wenige Häuser bieten eine Mini-me-Variante an. Fans des italienischen Traditionshauses Kartell können sich freuen: Kürzlich wurde eine neue Linie gelauncht, speziell für Kinder.

Es gab zwar bereits den klassischen Stuhl „4999“ von Marco Zanuso und Richard Snapper, der 1964 aufgelegt wurde, in Kindergröße. Doch jetzt, 50 Jahre später, folgt das Mailänder Haus seiner Attitüde „Spielerisches fürs Wohnen“ zu bieten auch konzeptionell und präsentiert eine ganze Linie für die kleinen Kunden.

Natürlich greift Kartell dabei, ganz wie es seiner Tradition entspricht, auf große Namen zurück. Der japanische Stardesinger Nendo zum Beispiel hat für Kartell ein kleines Schaukelpferd kreiert, das in zarten, pastelligen Tönen aufgelegt wurde. Filigran und durchsichtig, ist es ein echtes Highlight und schon fast ein wenig zu schade, um darauf herum zu toben. Aber es ist robust genug, um selbst einen Erwachsenen zu tragen. Zusätzlich gibt es von Nendo noch Hocker und Bänke, mit einem lustigen Smiley-Lachen darauf in quietschbunten Farben.

Das H-Horse von dem japanischen Designer Nendo: ein Highlight fürs Kinderzimmer
Das H-Horse von dem japanischen Designer Nendo: ein Highlight fürs Kinderzimmer

Aber es geht noch weiter mit großen Namen. Designgröße Philippe Starck hat –nachdem er Jahre zuvor mit seinem Gartenzwerg-Beistelltisch „Atilla“ alle Geschmacksnerven auf eine harte Probe gestellt hat – eine Schaukel beigesteuert. Sie ist ganz durchsichtig und wenn ein Kind damit anfängt los zu schwingen, sieht es fast so aus, als würde es sich von Zauberhand in die Luft erheben. Genau das war Starcks Ziel, denn er möchte dem Schaukelnden „einen unsichtbaren Sitz bieten, um in seiner eigenen Fluglinie den Himmel zu erreichen.“

Fliegst du oder schaukelst du: die transparente Schaukel von Philippe Starck spielt mit der Wahrnehmung
Fliegst du oder schaukelst du: die transparente Schaukel von Philippe Starck spielt mit der Wahrnehmung

Geschwindigkeit spielt auch für Designer Piero Lissoni eine Rolle. Er kreierte für Kartell ein Auto und einen Traktor mit den Namen Discovolante (übersetzt: fliegende Untertasse) und Testacalda (übers.: Hitzkopf). Das durchscheinende Plastik macht beide Fahrzeuge zu schönen Objekten, die – auch wenn sie im elterlichen Wohnzimmer widerrechtlich geparkt werden – gar nicht stören. Im Gegenteil!

Bringen PS auf die Straße: Discovolante und Testacalda von Piero Lissoni
Bringen PS auf die Straße: Discovolante und Testacalda von Piero Lissoni

Feruccio Laviani schließlich zeigt einen Tisch, der gleichzeitig bespielt werden kann. Die Beine sind Bauklötzen nachempfunden und lassen sich in beliebiger Höhe stapeln. Je bunter die Klötze beim Kauf ausgewählt werden, umso mehr Möglichkeiten haben die kleinen Baumeister, durch Farbgebung und Muster ihre eigenen Tischvariante zu kreieren.

ClipClap heißt der "Spieltisch" von Piero Livoni
ClipClap heißt der „Spieltisch“ von Feruccio Laviani

Fotos: Kartell