Es ist immer wieder ein Kampf um Minuten und Viertelstunden. Und ein nerviges Diskussionsthema in jeder Familie: Wie lange dürfen die Kinder vor dem Fernseher sitzen, wie lange mit dem Smartphone spielen? Wir wollten wissen, was in welchem Alter normal ist und was als zuviel gilt. Dazu haben wir ein paar interessante Fakten zusammen gestellt, unter anderem aus der KIM-Studie von 2015 und der JIM Studie von 2014.

 

Wie lange, wie oft?
Natürlich ist es schwer die Kleinen von ihrer Lieblingssendung weg zu bekommen oder die Großen von einem spannenden Computerspiel. Hier gilt: Je klarer die Absprachen im voraus sind, desto besser ist es. Als grobe Richtlinie werden täglich nicht mehr als etwa 10 Minuten Mediennutzung pro Lebensjahr des Kindes empfohlen.
Für ältere Kinder ist eine wöchentlich festgelegte Zeit sinnvoller, so können sie frei entscheiden, ob sie lieber an einem Tag mehr davon in Anspruch nehmen oder täglich ein bisschen.

Das empfehlen Fachleute:
5 Jahre alte Kinder: etwa eine halbe Stunde pro Tag
6-9 Jahre alte Kinder: bis zu einer Stunde am Tag
ab 10 Jahre: ca. 9 Stunden pro Woche

Ab welchem Alter ist Onlinezeit ein Thema?
Schon vor ihrem 10. Geburtstag sind die Hälfte der Kinder im Netz unterwegs. Spätestens mit 12 Jahren kennen die meisten das World Wide Web genauer. Im Durchschnitt nutzen sie es ungefähr eine halbe Stunde pro Tag. Mit dem Alter nimmt auch die Verweildauer im Netz zu. 12-13-Jährige sind etwa zweieinhalb Stunden „on“, 18-19-Jährige bringen es schon auf mehr als vier Stunden täglich.

Wie wichtig sind Digitalspiele für Kinder?
Computer-, Konsolen- und Onlinespiele werden in Kinderzimmern immer wichtiger. Jeder zweite 6-Jährige spielt damit ab und zu. Von den 10- bis 13-Jährigen ist es dann nur noch jedes zehnte Kind, das nicht spielt. Bei den Jugendlichen beschäftigt sich jeder zweite mehrmals die Woche mit Digitalspielen. Hier gibt es übrigens einen ganz klaren Geschlechtsunterschied: 76 Prozent der Jungen spielen täglich oder mehrmals die Woche, aber nur 17 Prozent der Mädchen tun es ihnen gleich. Digitalspiele kommen trotzdem auf der Beliebtheitsskala hinter Smartphone, Internet und Fernsehen.

Was können Eltern tun?
Bei den Mahlzeiten oder gemeinsamen Aktionen in der Familie sollten Fernseher, Smartphone, Tablet grundsätzlich Pause haben. Gleiches gilt für die Hausaufgabenzeit. Forscher haben herausgefunden, dass die Strahlung der Bildschirme die Bildung des Schlafhormons Melatonin negativ beeinflussen kann. Es macht also Sinn eine Stunde vor dem Schlafengehen grundsätzlich alle Bildschirme abzuschalten.
Wichtig ist natürlich auch, dass Eltern mit gutem Beispiel voran gehen. Wer als Erwachsener bei allen Gelegenheiten „noch schnell“ eine sms schreiben oder die Mails checken muss, der ist als Vorbild angreifbar. Also: Besser das Smartphone öfter mal zur Seite legen und die Zeit mit den Kindern bewusst erleben.

Die Zahlen des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest gelten übrigens für Kinder von 6-13 Jahren (KIM-Studie) und für Jugendliche von 12-19 Jahren (JIM-Studie). Mehr Infos zum Thema Mediennutzung, weitere Studien und Tipps gibt es auf der Seite schau-hin.info.

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