Interview: Henning Baum über seine Rolle im Kinderfilm “Burg Schreckenstein”

Stefanie Staiger

In der Internatskomödie “Burg Schreckenstein” schlüpft Henning Baum (“Der letzte Bulle”) in die Rolle des Schulleiters Direktor Rex. Im Interview verrät uns der sympathische Schauspieler und Vater von drei Kindern, welche Streiche er seinen Lehrern früher gespielt hat, ob er gern zur Schule gegangen ist und wie die Dreharbeiten auf der historischen Burg Taufers waren.

In “Burg Schreckenstein” spielen Sie den Schulleiter des Internats. Wie sind Ihre Erinnerungen an Ihre eigene Schulzeit?

Henning Baum
So einen Direktor hätten wir alle gern gehabt: Henning Baum in “Burg Schreckenstein” (© 2016 Concorde Filmverleih)

Ich bin jeden Tag sehr gerne in die Schule gegangen. Ich habe gern zugehört und mich vor allem darauf gefreut, meine Freunde zu sehen. Da war ja auch immer einiges los, auf dem Schulhof, im Klassenzimmer, nach dem Unterricht. Wir haben viel gelacht und natürlich auch Streiche gespielt und Blödsinn gemacht.

Aber ich war auch ein konzentrierter Schüler. Besonders Geschichte hat mich interessiert, und für den Umgang mit Sprache habe ich mich begeistert. Wir haben regelmäßig Gedichte rezitiert, das fand ich toll. So richtig lange Balladen von Schiller…super! Und ich habe gerne Sport gemacht. Mir war der Sportunterricht in der Schule fast zu wenig, ich wollte mich immer austoben.

“Du kommst aufs Internat!” klingt zunächst wie eine Drohung, auch für Stefan (Maurizio Magno) im Film. Haben ihre Eltern Ihnen auch mit Internat gedroht?

Klar (lacht). Meine Mutter hat mehr als einmal zu mir gesagt „Du kommst ins Erziehungsheim“. Das klang natürlich abschreckend und sollte ein Druckmittel sein, das aber nicht viel geholfen hat.

Burg Schreckenstein
Jana Pallaske spielt die besorgte Mutter von Maurizio Magno (© 2016 Concorde Filmverleih)

Zum Glück erweist sich die Burg Schreckenstein als gar nicht so schrecklich, und der Direktor ist ein entspannter Typ. Was gefällt Ihnen an der Figur?

Der Direktor, Rex, wie ihn seine Schüler nennen, ist wirklich ein cooler Typ, das hat mir gut gefallen. Er gibt den Jungs Freiraum, aber er gibt ihnen auch Verantwortung, mit der sie dann umgehen müssen – und auch mal scheitern. Er weiß, dass Dummheiten dazugehören, und natürlich ist er auch mal sauer. Aber er ist ein liberaler Geist, der bei Kindern lieber auf Eigenverantwortung setzt als auf disziplinarische Maßnahmen, weil er weiß, dass man gerade aus Fehlern lernt und seine Grenzen austesten muss.

Haben Sie als Schüler ihren Lehren auch Streiche gespielt?

Wir haben früher jede Menge Streiche gespielt, nicht nur den Lehrern, auch wir Schüler untereinander. Natürlich ging es erstmal darum, sich möglichst nicht erwischen zu lassen! Und wenn man dann doch erwischt wurde – klar, dann gab es auch Sanktionen. Strafarbeiten schreiben, im Schulgarten Unkraut jäten und so weiter. Von älteren Mitschülern gab es auch mal auf die Mütze. Aber das gehörte eben dazu (lacht). Wenn man etwas ausgefressen hatte, musste man es auch auslöffeln.

Rex verkörpert eine liberale Erziehungshaltung, seine Kollegin Frau Dr. Horn (Sophie Rois) setzt auf Disziplin und Autorität. Sie haben drei Kinder. Welchen Erziehungsstil versuchen Sie umzusetzen?

Ich halte es für enorm wichtig, dass Kinder ihre Grenzen ausprobieren, dass sie ihren Kampfgeist erproben und ihren Freiheitswillen ausleben. Gerade Jungs müssen sich auch austoben können! Das wird ihnen inzwischen aber fast schon abtrainiert. Wenn sie raufen, geht gleich einer dazwischen, der Schulpsychologe wird eingeschaltet oder es wird ADHS diagnostiziert. Aber seine Kräfte zu messen, auch mal einzustecken – das gehört dazu, um Kinder stark und mutig zu machen. Kinder wollen die Welt erobern! Wenn man sie ständig überbehütet, führt das nur zu einer Verluschung, die ich nicht für gesund halte.

Kinder wollen sich ausprobieren – das geht nicht nur online oder über das Smartphone. Dazu muss man ihnen Freiheit lassen. Das geht nur mit Vertrauen in ihre eigene Stärke und ihre eigene Verantwortung – nicht mit permanenter Kontrolle.

Burg Schreckenstein Film
Frau Dr. Horn (Sophie Rois) führt in der Mädchenschule ein strenges Regiment. (© 2016 Concorde Filmverleih)

Gedreht wurde „Burg Schreckenstein“ vergangenen Herbst, unter anderem auf der Burg Taufers in Südtirol. Wie hat es Ihnen dort gefallen?

Ich kann mich noch gut an die Dreharbeiten erinnern – das war eine tolle Zeit und ganz wunderbare Locations. Wir haben an verschiedenen Orten gedreht, unter anderem in Südtirol auf der wirklich beeindruckenden Burg Taufers. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, und ich bin nach Drehschluss oft noch mit meinem Rucksack losgewandert, bis zur Schneegrenze oder sogar weiter, und habe die Aussicht genossen und die Sterne angeschaut. Das war wirklich sehr schön. Ich hatte als Kind schon eine Vorliebe für Burgen und Ritter und war ständig auf irgendwelchen Burgen. Das fasziniert mich bis heute.

 

Bilder: © 2016 Concorde Filmverleih