Und wie feiert ihr Weihnachten? Traditionell oder locker? Wir gestehen: Wir sind sehr neugierig, wie andere das Fest der Feste begehen. Darum haben wir eine kleine Umfrage gestartet. Heute erzählt uns Malin von The Bread Exchange, wie sie mit ihrer Familie die Feiertage verbringt.

Liebe Malin, wie feiert ihr dieses Jahr den Heiligen Abend und die beiden Weihnachtsfeiertage?

Unsere Familien sitzen nicht gerade um’s Eck, was die Weihnachtsplanung nicht einfach macht. Ich komme aus Schweden und mein Mann stammt aus Süddeutschland. In beiden Familien wird Weihnachten groß geschrieben. Also fühlen wir uns oft zerrissen, wenn es darum geht, sich zu entscheiden, wo gefeiert wird. Mit unserem Sohn Lode (1,5) ist eine Trennung aber auch gar nicht mehr möglich. Die letzten drei Jahre haben wir bei uns zuhause gefeiert – in aller Ruhe. Dieses Jahr sind wir in Finnland! Wir hoffen natürlich auf viel Schnee, um mit meinen Eltern in der Natur Langlauf zu fahren. Heiligabend fängt dann traditionell mit dem Sauna-Gang am Morgen an. In Helsinki gibt es in diesem Jahr eine wunderschöne japanisch-finnische Sauna – Männer und Frauen allerdings getrennt.  Dann wird der traditionelle Weihnachtssenf an Freunde geliefert. Ein alter Brauch der Familie meiner Mutter! Dieser Senf wird schließlich am Abend mit Schinken serviert.

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Was gibt es sonst bei euch zu Weihnachten auf den Tisch? Schwedisch oder doch traditionell deutsch?

In Schweden isst man das sogenannte »Julbord« (Weihnachtstisch). Eine uralte Tradition, für die man das Beste des ganzen Jahres zum »Smörgåsbord« (Buffet) zusammenstellt. Ziemlich aufwändig – man bereitet dafür wochenlang vor! Zum Essen gibt es dann gebeitzten, geräucherten Fisch, Rentier, mindestens zehn verschiedene eingelegte Heringsorten, Elch-Bällchen, Würste, und verschiedene Kaviarsorten. Eine wirklich wahnsinnige Mischung, die sich nur aus der Tradition heraus erklären lässt. Dazu wird eher Bier und Schnaps, denn Wein, serviert. Man verschenkt außerdem viele Gerichte an Freunde. So hat man weniger Arbeit und selbst mehr spannende Dinge am Tisch. Wir essen mittlerweile weniger Fleisch und viel mehr Fisch und Gemüsegerichte. Dieses Jahr gehen wir allerdings mit Alex‘ Tradition am Heiligen Abend und essen schwedisch erst am 1. Weihnachtsfeiertag. Dann wird es Käsefondue geben und ich backe mein schwarzes Sauerteigbrot.

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Wie aufwändig wird bei euch dekoriert? Welche Farben und Deko-Elemente habt ihr in diesem Jahr? Achtet ihr auf aktuelle Trends?

Ich muss gestehen: Ich mag es nicht wirklich, zu dekorieren. Und ich stehe definitiv nicht auf Dekotrends. Aber ich liebe Dinge, die mir etwas erzählen, wie die alte Weihnachtsdekoration von meinen Großeltern. Unsere Altbauwohnung besteht aus viel Holz und antiken Möbeln. Da braucht es letztendlich gar nicht mehr viel … nur noch putzen und hier und da Kerzen. Wir haben aber auch einen Weihnachtsbaum mit alten Glaskugeln – Dekoration aus dem Haus meiner Großmutter. Statt zu dekorieren macht es mir total Spaß, Geschenke einzupacken! Seit ich 16 Jahre alt bin nehme ich dafür altes Wachspapier und Lack. Das ist mittlerweile schon Tradition!

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Gibt es Rituale, die ihr jedes Jahr in der Weihnachtszeit durchführt?

Ich habe Weihnachten schon immer geliebt. Ich bin am Polarkreis in Schweden geboren. Da lag natürlich immer Schnee. Wir sind mit Rentieren Schlitten gefahren, waren viel draußen und haben Ausflüge gemacht. Seit ich selbst Mama geworden bin, ist es mir total wichtig, dass ich etwas Zeit für mich habe. Letztes Jahr bin ich zum Beispiel am 23. Dezember alleine essen gegangen. Das war wirklich super. Ich habe Briefpapier mitgenommen und Briefe an Freunde geschrieben. So schön, dass ich es in diesem Jahr wieder machen werde.

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Welche Plätzchen backt ihr am liebsten selbst?

Plätzchen sind nicht so meins – aber »Lucia Katzen«! Ähnlich wie Zimtschnecken aber mit Saffran gebacken und ohne Zimt. Ich kann nicht ohne!

 

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Dein ultimativer Tipp gegen Weihnachtsstress?

Was ich selbst jedes Jahr auf’s Neue versuche, aber selbst nie hinbekomme: eine Geschenkeliste im Handy! Klappt irgendwie nie. Meine Mama hat mir aber schon als Kind »Mindmapping« beigebracht. Ein tolles Weihnachtswerkzeug, um alles im Griff zu haben und nicht alleine für alles verantwortlich zu sein. Und, wie schon gesagt, Zeit für sich selbst einplanen … um nichts machen zu müssen. Kann ganz gut tun!

Dein Lieblingsweihnachtssong?

Ich liebe tatsächlich Psalmen und alte, schwedische Volksweihnachtslieder. Aber wenn ich mir einen moderneren aussuchen müsste, dann wäre es wohl»Fairytale of New York« von The Pogues.

Vielen Dank für das nette Gespräch. Wir wünschen Dir und Deiner Familie ein tolles Weihnachtsfest und alles Liebe für’s neue Jahr!

Alle Bilder: privat

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