Homestory: Pariser Eleganz trifft afrikanische Exotik

Redaktion

Caroline Gayral lebt mit ihrem Mann Julien und der vierjährigen Tochter Esther in einer großzügigen Wohnung in Paris. Ihre Leidenschaft gilt handgewebten Teppichen aus Marokko.

Text: Anne Catherine Scoffoni / Fotos: Gwenn Dubourthoumieu

Schon seit ihrer Jugend pflegt Caroline Gayral eine intensive Beziehung zu Marokko. Getrieben von ihrer Reisesehnsucht und ihrer Leidenschaft für Begegnungen verliebte sie sich auf Anhieb in das afrikanische Land, seine Lebensart und die Handwerkskünste. „Als ich Studentin war, habe ich marokkanische Teppiche unter meinem Bett aufgerollt, damit ich die neuesten Muster in meinem winzigen Appartement betrachten konnte“, erzählt sie. Heute reist Caroline, wann immer es ihre Arbeit als Rechtsanwältin zulässt, zurück in das Land, um in seine Kultur und seine einheimischen Schätze einzutauchen. In den Dörfern des Atlasgebirges oder der Sahara und in den kaiserlichen Städten Marokkos stöbert Caroline das ganze Jahr hindurch nach wunderschönen und einzigartigen handgewebten Berberteppichen.

Homestory Caroline Gayral
Das Herz der Französin schlägt für handgewebte marokkanische Teppiche. “Jeder von ihnen erzählt seine eigene Geschichte”, sagt sie.

Inzwischen ist ihre Leidenschaft zu einer wahren Expertise geworden, ihre Fundstücke präsentiert sie regelmäßig in ihrem privaten Showroom „Fragments“ in Paris. Ihre Kollektion ist modern und beeindruckend: Jedes Stück wird sorgfältig ausgewählt und gereinigt wie ein Edelstein. Ihre Sammlung ist immer in Bewegung: Sie richtet sich nach den Wünschen der Kunden und entwickelt sich nach Carolines regelmäßigen Besuchen in Marokko weiter. „Die Teppiche werden von Hand nach uralten Techniken gefertigt, sie erzählen vom Leben, von der Arbeit und von den Gefühlen ihrer Weber“, erzählt Caroline.

Im Jahr 2011 beschlossen sie und ihr Mann Julien, ein altes, exklusives Appartement im Herzen von Paris zu kaufen. Die Wohnung war seit den 1950er-Jahren unbewohnt und musste dringend renoviert werden. Aber das Paar scheute diese Herausforderung nicht. „Wir liebten vor allem die Tatsache, dass es ein altes Herrenhaus ist und einen Garten hat, und seine perfekte Lage in einer ruhigen Seitenstraße“, sagt Caroline. Die Renovierungsarbeiten dauerten sechs Monate. Am Ende hat sich die Wohnung in einen hellen Lebensraum verwandelt, bestehend aus einem großen Wohnzimmer, das in das Esszimmer und die offene Küche übergeht. Ein Ort, an dem es leicht ist, sich zu treffen, zusammen zu sein und zu leben. Perfekt für eine dreiköpfige Familie, für Freunde und Bekannte.

Homestory Wohnzimmer
Die schwarzen “Fat Fat”- Coffee Tables stammen von Designerin Patricia Urquiola und sind traditionellen marokkanischen Silberschalen nachempfunden

Der Charakter der Wohnung ist chic, weiche Töne kombiniert Caroline mit einem modernen, individuellen Look. Dabei hat sie sich ihren Pariser Esprit bewahrt. „Meine Mutter, die aus der Innenarchitektur kommt, hat ihre Leidenschaft an mich weitergegeben. Ich würde sagen, dass mein Stil definitiv eklektizistisch ist. Anstatt einen bestimmten Stil zu wählen, schließe ich lieber die aus, die ich nicht mag, zum Beispiel den Jugendstil“, erklärt Caroline. Das Wohnzimmer, das Esszimmer und die Küche sind in sanften Tönen wie Pink, Lachs, Grau und hellem Braun gehalten. Die großen Fenster lassen viel Licht in das Innere der Räume. Verschiedene Gemälde, Kunstwerke und antike Stücke finden sich auch in den anderen Räumen. Sie verleihen der Einrichtung eine kreative Essenz mit einem barocken Touch. Die Teppiche, die in der ganzen Wohnung liegen und durch marokkanische Kostbarkeiten und andere Gegenstände, die das Paar von seinen Reisen mitgebracht hat, ergänzt werden, geben dem Ganzen ein buntes Ethno-Flair.

Küche
Die offene, helle Küche ist ein beliebter Treffpunkt für Familie und Freunde. Die Lampe mit den Kugeln ist ein Designer-Schnäppchen aus Mailand

„Ich finde es bei uns elegant und keinesfalls langweilig. Keine Frage, die Ethno-Elemente sorgen für den Hauch von Exotik in unserer Einrichtung, die sonst eher klassisch wäre“, gesteht Caroline. „Wir fühlen uns sehr an die Objekte gebunden, die eine Bedeutung, eine bestimmte Geschichte für uns haben. Familienerbstücke, die Souvenirs, die wir von unseren Reisen mitgebracht haben und die überall im Appartement stehen. All das gibt uns das Gefühl von Zuhause.“

 

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