Jella Haase verrät uns die Heldinnen ihrer Kindheit

Silvia Silko

Die Helden und Heldinnen unserer Kindheit bleiben auf ewig etwas ganz Besonderes. Häufig erinnern wir uns ein Leben lang an sie. Für uns hat sich Jella Haase an die Heldinnen ihrer Kindheit erinnert. Es sind Bibi und Tina – obwohl Jella auch noch andere Helden und Heldinnen hatte, haben die beiden Mädchen sie besonders beeindruckt. Warum das so ist, erklärt sie selbst:

“Ich habe es als Kind geliebt, in Geschichten einzutauchen. Beispielsweise bei Harry Potter: Ich habe alle Bände mehrere Male gelesen, habe die Atmosphäre der Geschichten aufgesogen, mir meine eigene Zauberschule vorgestellt, gezeichnet und die verschiedenen Charaktere imitiert. Die drei Fragezeichen waren auch absolut mein Ding. Als ich noch kleiner war, bin ich jedoch Abends zu Hörspielen von „Bibi und Tina“ eingeschlafen.

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Bibi und Tina, wie man sie kennt und liebt – vermutlich gerade auf dem Weg in den Pferdestall

Ich mochte schon immer Heldinnen, die ordentlich was drauf haben. Bibi und Tina passten da absolut zu meinem Geschmack, denn sie sind die absolut coolsten Hechtinnen im Karpfenteich. Die Freundinnen sind jung, frech und leben auf einem Reiterhof, sind den ganzen Tag draußen auf ihren Pferden unterwegs, schlafen auch mal im Heu, erleben Abenteuer und halten immer zusammen. Ich mochte Bibi so gerne, weil sie hexen kann – cooler geht‘s nicht! Außerdem hat mir imponiert, dass sie auf Kartoffelbrei durch die Lüfte düsen kann und immer eine Lösung parat hat. Da sie jedoch keine Leuchte in Mathe ist, hatte sie auch sofort meine Sympathien, wahrscheinlich weil ich mich auch selbst mit ihr identifiziert habe.

Tina hingegen habe ich mir schon größer vorgestellt. Sie war in der Geschichte mit Alex zusammen und das war ziemlich aufregend. Dass sie mit einem Jungen geht und Händchen hält hat mich, glaub ich, ziemlich neugierig gemacht. Sie war auch ein bisschen bockig, während Bibi eher die Umgänglichere war. Ich fand beide auf ihre eigene Art und Weise toll.

Aber das allerbeste war natürlich, dass die zwei durch den Wald um die Wette reiten konnten und dabei so unendlich viel Spaß und Freiheit ausgestrahlt haben. Ich bin noch mit 14 zusammen mit meiner besten Freundin Mimy auf Pferden durch den Wald gepest und wir haben Wettrennen auf den Pferden veranstaltet, ganz à la Bibi und Tina.

Ich glaube, dass mich die positive Sicht der beiden Mädels beeinflusst hat und dass ich diese Eigenschaft schon in den Menschen suche, die ich bewundere: Sie gehen Probleme an, ohne alles zu ernst zu nehmen. Lieben ihre Eigenständigkeit aber auch gleichzeitig ihre Freundschaft. Jede für sich hat ihren eigenständigen Charakter, dennoch passen sie super zusammen. Wenn es ein Muster gäbe, wären das die kleinen Mosaiksteine, die mir gefallen würden, bei einem Menschen.

Ich verstehe jedenfalls, warum Bibi und Tina immer noch so beliebt sind: Die Mischung aus Freundschaft, Freiheit, erste Liebe, und Mädchensein ist einfach nach wie vor inspirierend, interessant und hat eine gewisse Leichtfüßigkeit.”

Jella Haase wurde am 27. Oktober 1992 in Berlin geboren. Ihre wohl bekannteste Rolle ist die der „Chantal“ in „Fack ju Göthe“. Dabei weiß mittlerweile jeder, dass Haase nicht nur die Prollo-Tussi bestens darstellen kann. Schließlich spielte Haase bereits als Kind Theater und Kinofilme wie „4 Könige“ oder „Looping“ zeigen den Facettenreichtum der Schauspielerin. Wie man ihrem Instagram-Account entnehmen kann, dreht sie aktuell den letzten Teil des Kinohits “Fack ju Göhte” – mindestens einmal wird es also doch noch die Chantal. Wir freuen uns!

Porträt von Jella Haase: Steffi Henn Illustration Titelbild und Bild: Kiddinx Studios GmbH Berlin, 2016