Kinderzimmer einrichten: Tipps von der Wohnpsychologin

Nicht nur für unsere ästhetischen Vorlieben ist die Wohnumgebung unserer Kindheit wichtig. Sie prägt auch unsere Persönlichkeit. Über die Wirkung des Kinderzimmers und wie Eltern aus wohnpsychologischer Sicht das Kinderzimmer einrichten können.

Kinderzimmer einrichten: Tipps von der Wohnpsychologin

Kein Raum lässt uns kalt. Ganz offensichtlich wird das, wenn wir einen dunklen Keller oder eine Kirche betreten. Doch auch jeder andere Raum löst – wenn auch oft unbewusst – Gefühle in uns aus, wirkt körperlich auf uns und beeinflusst unsere Gesundheit. Mit dieser wechselseitigen Beziehung zwischen Mensch und Raum beschäftigt sich die Wohnpsychologie.

Wohnen ist das erklärte Lieblingsthema der Psychologin Dr. Barbara Perfahl

Eine besondere Bedeutung kommt dem Kinderzimmer zu, wie Diplompsychologin Dr. Barbara Perfahl betont. Gemeinsam mit dem Hersteller MIMM Kindermöbel informiert sie über das Thema Wohnpsychologie im Kinderzimmer. „In den ersten Jahren lernen die Kleinen in und anhand ihrer Umgebung die Raumwahrnehmung. Die Räume der Kindheit sind also unsere persönlichen Raum-Prototypen“, erklärt Barbara Perfahl. Deshalb hat die Wohnumgebung, in der man im Alter zwischen drei und sechs Jahren lebt, großen Einfluss auf unsere späteren ästhetischen Vorlieben. Mehr noch: Die Räume der Kindheit prägen unsere Persönlichkeit, da sie Teil unserer Ich-Identität sind. Wie passiert das?

Das Kinderzimmer und der Rest der Wohnung bilden den Rahmen für die motorische und geistige Entwicklung der Kinder. Die Kleinen entwickeln sich, indem sie ihre Umwelt erforschen, mit allen Sinnen erfahren und begreifen. In der Wohnung lernen sie krabbeln und laufen und eignen sich so diese Räume an. In ihnen erlernen sie die Raumwahrnehmung. Perspektiven und Proportionen können sie erst ab einem Alter von etwa vier Jahren verstehen. Deshalb ist die Umgebung in dieser Zeit so prägend. Um die Bedeutung des Kinderzimmers zu erklären, setzen Psychologen auch bei den Gefühlen an, die jeder Raum in uns auslöst. Diese können stark oder schwach, positiv oder negativ gefärbt sein. Über Reizintensität, Farbgestaltung und Ähnliches nehmen Räume Einfluss auf unsere Stimmung und die körperliche Aktivierung und somit auf die Befindlichkeit. „Auch Kinder spüren schon die Wirkung des Raumes, ja, diese kommt bei ihnen sogar viel direkter an, weil sie noch keine Ratio haben, sprich keinen Verstand, der alles bewertet und einordnet“,  so Barbara Perfahl. Aus diesem Grund gibt die Wohnpsychologin folgende Tipps, die Eltern bei der Einrichtung des Kinderzimmers beachten sollten.

Zonen im Kinderzimmer schaffen

Schlafen, Spielen, Zeichnen, Toben: Das Kind macht ganz unterschiedliche Dinge in seinem Zimmer. Diese Aktivitäten können Eltern durch das Einrichten verschiedener Zonen unterstützen. Das Kinderzimmer sollte mindestens drei davon haben. Eine Schlaf- und Ruhezone, die ruhig und geschützt ist. Dann einen Arbeits- oder Lernbereich mit einem Tisch, der so gestaltet ist, dass man sich gut konzentrieren kann. Zum Schluss einen ausreichend großen Bereich zum Spielen am Boden. Schön ist es, wenn die Funktionsbereiche als solche definiert und erkennbar sind. „Auch wenn es kleine Räume sind, kann man die Zonen gestalterisch voneinander abgrenzen. Durch von der Decke hängende Tücher zieht man eine Grenze und schafft einen Raum im Raum. Das Kind soll das Gefühl haben, dass es die Ruheecke verlässt und in die Spielecke geht“, erläutert Barbara Perfahl.

Schreibtisch, Bett und Spielzelt
Schreibtisch „Popsicle“, von Flexa, Bett „Nido“ von Krethaus, Spielzelt „Forest Ranger“ von Lifetime

 

Das richtige Maß zwischen anregend und ruhig

Bei der Einrichtung sollten Eltern auf eine ausgewogene Reizintensität achten. Das Kinderzimmer sollte weder reizarm noch überladen sein. Das bezieht sich auf die Anzahl an Möbeln, Deko und Spielzeugen im Zimmer, aber auch auf eingesetzte Farben und Muster. Barbara Perfahl empfiehlt eine neutrale und optisch ruhige Grundgestaltung, die von einigen optisch anregenden Bereichen ergänzt wird: „Ein neutraler Hintergrund, sprich die Wände in weiß, beige oder grau, ist wichtig. Die Möbelstücke sollten auch überwiegend neutral sein, und bestimmte Zonen dürfen dann echt knallen. Die starken Reize in Form von großen bunten Bildern oder gemusterten Vorhängen gehören aber natürlich nicht in den Ruhebereich.“

Zwischen Flexibilität und Stabilität

Kinder wachsen und entwickeln sich schnell. Deshalb sollte die Einrichtung und Gestaltung des Zimmers flexibel sein und das Kind in den verschiedenen Entwicklungsphasen unterstützen. Mitwachsende Schreibtische und Betten bieten sich dafür an. Dennoch sollten Eltern im Auge behalten, dass das Kinderzimmer einen verlässlichen Rahmen für die rasante Reise des Kindes durch seine Entwicklung bieten muss. Wer auf hochwertige Möbel setzt, die das Kind lange begleiten, kann so äußere Stabilität schaffen, die selbst dann bestehen bleibt, wenn die Familie umzieht. Auch manche Grundelemente wie die Wandfarbe oder die Position der Möbel sollte man nicht zu oft ändern, während einzelne Details ruhig von Zeit zu Zeit angepasst werden dürfen. „Das kann ein Regal sein, das man von Zeit zu Zeit neu dekoriert. Dann habe ich einen Fokuspunkt im Zimmer, der variabel ist, aber die Grundstruktur bleibt gleich,“ erklärt die Wohnpsychologin.

Für alle Sinne

Licht ist ein wichtiges Element der Einrichtung. Mit ihm lassen sich Zonen schaffen und Aktivitäten steuern. Eltern sollten auf eine gute Lichtfarbe und eine ausreichende Grundbeleuchtung achten. Hinzu kommen mindestens drei zusätzliche Lichtquellen. Im Schlafbereich ist anfangs ein dezentes Licht, später auch eine Leselampe gefragt. Der Arbeitsplatz braucht eine gute Schreibtischlampe, und im Spielbereich muss ausreichend Grundhelligkeit herrschen.
Neben optischen Reizen durch verschiedene Farben und Formen muss es im Kinderzimmer auch Anregungen für die anderen Sinne geben. Textilien machen den Raum nicht nur gemütlich, sondern ermöglichen den Kleinen, wenn sie die verschiedenen Stoffe anfassen, auch viele haptische Erfahrungen.

Das Kind bestimmt mit

Bereits sehr früh haben Kinder Vorlieben für bestimmte Farben und wissen, was ihnen gefällt. Deshalb sollten sie ein Mitspracherecht haben, wenn es um die Farben der Kissen oder die Anordnung der Deko geht. Je älter sie werden, desto mehr dürfen sie auch bei größeren Entscheidungen bezüglich der Einrichtung ihres Zimmers mitreden.

Titelbild: MIMM Kindermöbel

Buchtipp für Kinder: Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte

Lesen und lernen – eine wunderbare Kombination, die wir Eltern natürlich immer unterstützen. Das illustrierte Buch „In einem alten Haus in Moskau“ bringt jungen Lesern 100 Jahre russische Geschichte nahe. Und das ohne zu langweilen!

Erzählt wird aus der Sicht der Familie Muromzew, die 1902 in eine neue Wohnung in Moskau zieht und ein sehr bürgerliches Leben führt. Es gibt im Haushalt eine Köchin und eine Zimmerfrau. Außerdem hat die Wohnung einen extra Dienstboteneingang für den Hausmeister, die Milchfrau und andere Bedienstete. Doch schon 1914 ändert sich die Situation der Familie Muromzew komplett und das großbürgerliche Leben erfährt einen harten Einschnitt: Am 2. August des Jahres tritt Russland in den Ersten Weltkrieg ein. Mit dem Ende des Weltkriegs 1918 hat das Land dann zudem zwei Revolutionen erlebt, die Februar- und die Oktoberrevolution. Der Zar hat abgedankt und die Partei der Bolschewiki unter der Führung Lenins übernimmt die Macht.

Alles, was die Welt in diesen 100 Jahren in Russland verändert, spiegelt sich in dem Mikrokosmos der Wohnung der Familie Muromzew wider. Die Illustrationen bilden viele Kleinigkeiten aus dem jeweiligen Alltag ab, so zum Beispiel das Spielzeug der Kinder, das sich innerhalb eines Jahrhunderts komplett wandelt (von Zinnsoldaten zu Playmobilfiguren). Es werden Zeitungsausschnitte, Postkarten, Lebensmittelkarten, Geldstücke gezeigt und viele andere Dinge aus dem täglichen Gebrauch. Man erfährt wie schwer es war im Bürgerkrieg zwischen den Roten und den Weißen überhaupt etwas zu Essen für die Familie zu organisieren.

Die Tauwetter-Phase unter Nikita Chruschtschow, die Kubakrise, die Absetzung Chruschtschows, der Stillstand im Kalten Krieg unter Breschnew, die Phase der Offenheit (Glasnost) unter Gorbatschow – die Autorin Alexandra Litwina schildert sehr genau die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen des Landes. Durch die vielen anschaulichen Beispiele, wie sich das Leben der Familie Muromzew in den Jahren wandelt, werden große Ereignisse auf das Alltägliche heruntergebrochen und fassbar.

Ein Wimmelbuch, das vollgepackt ist mit Wissen und trotzdem nicht ermüdet. Immer wieder findet man ein Alltagsdetail, eine Erfindung, ein kulturelles Ereignis, das die russische Lebensart näher bringt. Das Ganze ist nicht nur für Leser ab 12 Jahren interessant, sondern auch für Erwachsene.

Russisches Haus COVER; Gerstenberg Verlag 2017.inddAlexandra Litwina, Illustrationen von Anna Desnitskaya: „In einem alten Haus in Moskau“, erschienen im Gerstenberg Verlag für 24,95 Euro.

 

 

 

 

 

 

Bild: UliMo

Filmtipp: Der kleine Vampir

Pünktlich zu Halloween kommt „Der kleine Vampir“ als Animationsstreifen in die Kinos. Falls ihr also Lust auf ein unterhaltsames und spannendes 3D-Abenteuer mit dem kleinen Vampir Rüdiger von Schlotterstein, seinem Freund Anton Bohnsack und dem fiesen Vampirjäger Geiermeier habt, solltet ihr diesen Film nicht verpassen!

Freunde: Rüdigers Schwester Anna, Anton Bohnsack und der kleine Vampir (Foto: Copyright Universum Film)
Freunde: Rüdigers Schwester Anna, Anton Bohnsack und der kleine Vampir (Foto: Copyright Universum Film)

Worum geht´s? Rüdiger von Schlotterstein feiert seinen 13. Geburtstag – zum 300. Mal! Denn als Vampir altert er nicht. Dementsprechend wenig Lust hat Rüdiger auf die alljährliche Feier mit der kompletten Verwandschaft. Doch bevor die Party überhaupt steigt, beginnt etwas Unvorhergesehenes: der fiese Vampirjäger Geiermeier und sein Helfer Manni (Synchronstimme: Wigald Boning) sind hinter den Schlottersteins her und sperren die Familie in die heimische Gruft. Zum Glück kann Rüdiger mit seiner kleinen Schwester Anna entkommen. Auf der Flucht in den Schwarzwald lernen sie den Menschenjungen Anton Bohnsack kennen, der mit seinen Eltern gerade auf dem Weg in den Urlaub ist. Gemeinsam beschließen sie, die Familie Schlotterstein vor dem bösen Vampirjäger Geiermeier zu retten.

Worum geht´s wirklich?

Vampirjäger Geiermeier und sein Gehilfe Manni (Foto: Copyright Universum Film)
Vampirjäger Geiermeier und sein Gehilfe Manni (Foto: Copyright Universum Film)

„Der kleine Vampir“ nach den gleichnamigen Büchern von Angela Sommer-Bodenburg ist Kult und hat viele große und kleine Anhänger. Erwachsene erinnern sich vermutlich noch an die Fernsehserie aus dem Jahr 1985, in der Gert Fröbe den Vampirjäger Geiermeier spielte. Die Neuverfilmung von Richard Claus und Karsten Kiilerich fängt den Spirit und die Spannung der besonderen Freundschaft zwischen dem Menschenjungen Anton und dem kleinen Vampir Rüdiger gelungen ein. Die Charaktere sind liebevoll und mit Hang zum Detail (inklusive Dialekt) gestaltet.

 

"Der kleine Vampir", ab 26. Oktober 2017 im Kino (Foto: Copyright Universum Film)
„Der kleine Vampir“, ab 26. Oktober 2017 im Kino (Foto: Copyright Universum Film)

Fazit: Ein schöner Familienfilm für Fans von Rüdiger von Schlotterstein und alle, die es noch werden wollen.

Dänische Kindermode: 6 Marken, die wir besonders toll finden

Bekannt für ihre zurückhaltendes und doch sehr stilsicheres Modegespür – ganz nach dem Motto „Less is More“ – setzt der Skandinavier in Sachen Kindermode oft auf klare Schnitte und gedeckte Farben. Wir haben uns auf die Suche nach skandinavischer Kindermode gemacht, die einen coolen Herbstlook garantiert. Lasst euch inspirieren!


Soft Gallery

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Soft Gallery hat in diesem Jahr allen Grund zu feiern, das dänische Kinderlabel feiert zehnjähriges Jubiläum! Zur Saison Herbst/Winter präsentieren die Dänen die künstlerisch-angehauchte „The Artisan Collection“. Statt auf eine Leinwand werden florale Muster und Pinselstriche auf Stoff verewigt. Die warme Erdpalette macht die Kollektion wunderbar herbsttauglich! Wir gratulieren zum großen Geburtstag und freuen uns auf viele weitere Jahre und Saisons mit Soft Gallery.

softgallery.dk

Mar Mar Copenhagen

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Ein Spiel mit Kontrasten: Tüllrock trifft auf weichen Strick, Metallic und wilde Animal-Prints. Ob das zusammenpasst? Mar Mar Copenhagen wagt das Stilexperiment und kombiniert in seinen Kollektionen Country Chic mit urbaner Coolness. Designerin Marlene Anine Holmboe sieht die Kindermode mit einem zwinkernden Auge und lässt Kinder Kinder sein. Komfort und Tragbarkeit haben allerdings alle unterschiedlichen Teile gemeinsam!

marmar.dk

Popupshop

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Auch Popupshop kann in diesem Jahr auf eine zehnjährige Markengeschichte zurückschauen! Die Dänen sind besonders durch ihre vielseitig kombinierbaren Basics bekannt geworden, die sich durch nachhaltige Stoffe und hohe Qualitäten auszeichnen. Neben den besonders beliebten Allover-Drucken mit Natur- und Tiermotiven stechen in der neuen Kollektion die Mix-and-Match Teile hervor, die wir gerne auch in ein paar Nummern größer tragen würden.

popupshop.com

Bangbang Copenhagen

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Hauptsache spielerisch! Louise Lundholm und Mia Risager erfüllten sich 2008 den Traum vom eigenen Label und riefen die dänische Kindermarke BangBang Copenhagen ins Leben. Nach dem Motto „Mode soll Spaß machen“ wird bei BangBang mit der Kreativität nicht hinterm Zaun gehalten. Originelle Origami-Techniken treffen auf verspielte Applikationen und großflächige Drucke. Hier wird der Spaßfaktor groß geschrieben!

Minimalisma

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Vor rund sechs Jahren gründete Maja Akraberg „Minimalisma“ und entwirft seitdem exklusive Kinderbasics aus besonders hochwertigen Garnen. Was durch Farben und Schnitte ein wenig an den französischen Chic erinnert, stammt aus in Sachen Kreation aus Skandinavien. Ohne Trendgebundenheit werden bei Minimalisma zeitlose Klassiker mit hauchzarten Stoffen vereint.

minimalisma.com

Someday Soon

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Someday Soon I will change the world! Das dänische Paar Jacob und Cathrine Høilund entschied sich vor rund zwei Jahren für ein neues Abenteuer. Nach der Geburt ihrer drei Kinder riefen die beiden das Label „Someday Soon“ für Jungs im Alter von 2 bis 14 Jahren ins Leben. „Während wir für unsere Tochter problemlos hübsche Sachen fanden, stieg das Bedürfnis nach coolen,
komfortablen Klamotten für unsere Jungs.“ Das reine Jungenlabel kombiniert nordische Schlichtheit mit lässiger Streetwear-Attitüde.

someday-soon.com

Titelbild: Minimalisma

5 spannende Brettspiele für Regentage

Besonders an verregneten Herbsttagen sind Brettspiele ein beliebter Zeitvertreib für Jung und Alt. Nicht umsonst sind Spiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“ oder „Scrabble“ schon seit Generationen geschätzt – Brettspiele fördern Eigenschaften wie Logik, strategisches Verständnis und das Gedächtnis. Hier präsentieren wir euch fünf Brettspiele für die ganze Familie!

Ice Cool

icecoolEiskalt schwänzen die Pinguinschüler den Unterricht und treiben sich auf der Suche nach einem Snack in der „Ice-School“ herum. Diese besteht aus fünf Boxen, die nebeneinander gesteckt ein großes, quadratisches Spielfeld ergeben. Jeder Spieler versucht, seine farbige Figur geschickt mit den Fingern durch die Schultüren zu schnippen, über denen Fische der eigenen Farbe hängen. Gelingt dies, erhält er den Fisch und eine Karte mit Siegpunkten. Doch Vorsicht: Als Hausmeister versucht ein Spieler mit seinem Pinguin die anderen Figuren zu erwischen. So kassiert er deren Schülerausweise und erhält ebenfalls Siegpunkte. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt dieses fetzige Geschicklichkeitsspiel, bei dem man die Pinguine mit ein bisschen Übung sogar über die Schulwände hinwegschnippen kann. Ab 6 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Wettlauf nach El Dorado

Beim „Wettlauf nach El Dorado“ möchte jeder Spieler als Erster Wettlauf nach El Doradobeim sagenhaften Goldschatz sein. Doch der Weg dorthin ist lang. Die Abenteurer schlagen sich mit Macheten durch den Urwald und überqueren so manches Gewässer. Gut, dass sie dabei nicht allein sind. Im Kartendeck sind Helfer wie zum Beispiel der Forscher oder die Reisende. Mit diesen Karten – pro Zug werden vier auf die Hand gezogen – können sich die Spieler auf dem Plan bewegen oder neue Unterstützer anheuern, um das Deck zu verbessern. Denn mit den anfangs zur Verfügung stehenden Karten lassen sich längst nicht alle Engstellen passieren. Wer starke Karten ins Deck mischt oder Plättchen in Höhlen entdeckt, schafft es auch eher, an Mitstreitern vorbeizuziehen. Der modulare Spielplan lädt immer wieder zu neuen Expeditionen ein. Ab 10 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Spinderella

spinderellaFlinke Ameisen flitzen über den Waldboden. Doch über ihnen lauern drei fette Spinnen in ihrem Netz. Dieses ist auf einem zweiten Spielplan abgebildet, der über dem Waldboden „schwebt“. Magnetkraft sorgt dafür, dass sich durch die Bewegung zweier Spinnen die dritte am langen Baumwollfaden auf den Waldboden abseilen kann und dabei eine Ameise einfängt. Würfelglück und clevere Überlegungen bestimmen, ob man entweder eine seiner Ameisen zieht oder die beiden Spinnen im Netz bewegt – oder ob man einen hohlen Baumstumpf über eine Ameise stülpt. Diese ist dann zwar vor Spinderella geschützt, aber auch am Weiterlaufen gehindert. Ein außergewöhnliches dreidimensionales Spiel, das mit einer gelungenen Mischung aus Fortuna und Taktik auch bei älteren Mitspielern für viel Spannung sorgt.
Ab 6 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Glupschgeister

Große runde Kulleraugen, blassgrüne Hautfarbe und nicht ganz Glupsch Geistereinfach voneinander zu unterscheiden – klare Sache: Das sind Glupschgeister. Und die tummeln sich in der Tiefsee, nur zu sehen durch gewölbte Fensterchen, die ihren Anblick verzerren. Durch einen Drehmechanismus ist die Sicht in diesem pfiffig dreidimensionalen Spiel von Runde zu Runde unterschiedlich. Jeweils muss ein anderer Glupschgeist gesucht werden. Neun von ihnen muss man sammeln, um das Spiel zu gewinnen. Wer einen entdeckt hat, markiert und blockiert das entsprechende Sichtfenster mit einem kleinen Seestern. Um den kleinen Racker dann auch noch erfolgreich in sein Versteck zu bringen, also sein Plättchen vom Spielfeld zu nehmen, ist in diesem stimmungsvollen wie turbulenten Unterwasserabenteuer auch noch Geschick gefragt. Ab 5 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Der mysteriöse Wald

Jonas gelangt durch ein magisches Gemälde in einen mysteriösen Der mysterioese WaldWald voller Gefahren. Packt der Junge die richtige Ausrüstung in seinen Rucksack, kann er diesen Wald erfolgreich durchqueren und am Ende die böse Insektenkönigin Draconia besiegen. Dazu müssen sich die Spieler gemeinsam verschiedene Gegenstände merken, die auf Wegekarten abgebildet sind. Diese werden anfangs der Reihe nach kurz auf- und wieder zugedeckt. Danach gilt es, die Objekte zu würfeln, um die entsprechenden Plättchen einpacken zu können. Jetzt erst beginnt die abenteuerliche Reise: Das Team deckt nach und die Pfadkarten auf. Können sie die abgebildete Ausrüstung auf den Karten ablegen, gewinnen sie dieses spannende, kooperative Merkspiel, bei dem neben einem guten Gedächtnis Teamwork und Würfelglück gefragt sind. Ab 6 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Die schönsten Bilderbücher für Herbst & Winter

Jetzt ist wieder Vorlesezeit. Wir haben Geschichten über Tiere im Winter, einen eitlen König, einen sehnsüchtigen Elch, über viele Fragen und über das Leben selbst…

Bilderbücher für Herbst und Winter, Schwimmt Brot in Milch, Aladin Verlag 2017Schwimmt Brot in Milch?

Es gibt so viele Fragen im Leben – aber es gibt nicht nur immer eine richtige Antwort darauf. Katrin Stangl liefert mit ihrem Bilderbuch „Schwimmt Brot in Milch?“ Stoff für viele Diskussionen und Anregungen für einfache Experimente. Wer weiß schon, ob man Pfützen leer springen kann, wenn man es nicht ausprobiert. Oder wie oft man purzeln muss, damit sich wirklich alles dreht. Auch sehr spannend ist, wie weit eine Tube Zahnpasta reicht und ob man durchs Zimmer klettern kann, ohne den Boden zu berühren. Aber bei den tollsten Versuchen mischen sich ja meist wieder die Eltern mit langweiligen Verboten ein. Das Bilderbuch mit den fröhlich bunten Illustrationen kann man also auch als kleine Anregung zum philosophischen Diskurs mit Kindern benutzen. Oder einfach nur abends vorlesen und gemeinsam überlegen, was davon alles geht und was nicht.
Schwimmt Brot in Milch von Katrin Stangl, Aladin Verlag für 15 Euro. Ab 3 Jahren.

Bilderbuecher für Herbst und Winter; Leben, NordSüd VerlagLeben

Was ist das Leben? Und wie soll man es Kindern begreiflich machen? Cynthia Rylant hat sich zusammen mit dem Illustrator Brendan Wenzel die Tierwelt ausgesucht, um die vielen Facetten des Lebens kleinen Zuhörern näher zu bringen. Die Tiere werden zum Beispiel gefragt, was sie ganz besonders lieben an ihrem Leben. Aber Rylant spart auch die bedrohlichen Seiten nicht aus und auf einer schwarz illustrierten, düsteren Seite heißt es „Und falls es dir eines Tages so vorkommt, als würdest du nie wieder etwas Schönes erleben,…“. Natürlich wird diese Düsternis schon auf der folgenden Doppelseite wieder aufgelöst. Trotzdem werden auch kleine Kinder verstehen, dass es nicht immer nur „schön“ sein kann im Leben, egal wie behütet wir sie aufwachsen lassen. Ein Bilderbuch voll Poesie und Lebensweisheit für kleine Zuhörer ab 4 Jahren.
Leben von Cynthia Rylant und Brendan Wenzel, erschienen im Nord Süd Verlag für 16 Euro.

Bilderbücher für Herbst und Winter; König der Lüfte, Bohem Verlag 2017König der Lüfte

Selbst ein König hat manchmal Probleme. König Ambrosius möchte so gerne etwas ganz Besonderes sein, doch wenn man wie er, Klunker liebt und weder besonders klug, noch besonders stark oder schnell ist, dann wird es schwer. König Ambrosius aber weiß Abhilfe: Er besorgt sich einfach jemanden der schnell ist, jemanden der klug ist und jemanden, der stark ist. Jetzt muss er nur noch allen erzählen: Seht her, ich bin etwas ganz Besonderes. Doch dieser Plan geht schief und König Ambrosius hat einen neuen Wunsch. Jetzt will er fliegen lernen, wie die Vögel. Christoph Mett erzählt das Märchen von König Ambrosius mit sehr humorvollen Illustrationen. Kinder ab 4 Jahren werden die phantasievolle Geschichte lieben.
König der Lüfte von Christoph Mett, erschienen im Bohem Verlag für 16,95 Euro.

Bilderbücher für Herbst und Winter, Schneehuhn, Reh und Haselmaus, Knesebeck Verlag 2017Schneehuhn, Reh und Haselmaus

Im Winter wird es in der Natur stiller. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle Tiere Winterschlaf halten. Wenn Schnee liegt sieht man an den Spuren ganz genau, wer auch in der kalten Jahreszeit Futter suchen oder sich verstecken muss. Der Hermelin zum Beispiel wechselt vom braunen Sommerfell zum weißen Winterfell, damit er im Schnee besser getarnt ist. Auch der Fuchs muss im Winter jagen gehen und streift durch Feld und Wald auf der Suche nach Beute. Das Bilderbuch von Thomas Müller liefert viel Wissenswertes rund um die heimische Tierwelt. Es eignet sich für Zuhörer ab fünf Jahren zum Vorlesen oder für Leser ab sechs Jahren.
Schneehuhn, Reh und Haselmaus: Tiere im Winter, von Thomas Müller, erschienen im Gerstenberg Verlag für 16,95 Euro.

Bilderbücher für Herbst und Winter, Hoch Hinaus, Kunstanstifter Verlag 2017Hoch hinaus

Elch Erasmus hat Fernweh und macht sich kurzentschlossen auf den Weg, die Welt zu entdecken. Er wandert über Berge, sieht Meere, Wälder und Felder. Überall gibt es etwas Neues zu entdecken. Eines Tages erreicht Erasmus die Stadt und ist erstaunt über die vielen Menschen, Häuser und Autos. Und er gerät in eine Situation, die ausweglos erscheint. Kann der Elch seine eigenen Grenzen überwinden? Ein Bilderbuch das Mut macht und dessen poetische Illustrationen die Phantasie anregen.
Hoch hinaus von Franziska Walther, erschienen im Kunstanstifter Verlag für 22 Euro.

Bild/Illustration: Franziska Walther, Hoch hinaus, Kunstanstifter Verlag 2017

Nach Hygge kommt Lagom: Der schwedische Weg zum glücklichen Leben

„Lagom“ ist das neue Hygge, der Lifestyle-Trend aus Schweden. Kein Wunder blicken wir auf unsere nordischen Nachbarn, gehören ihre Nationen doch zu den glücklichsten der ganzen Welt. So könnt ihr euch fürs eigene Familienglück ein bisschen Lagom abschauen.

Was bedeutet Lagom?

Genau wie mit dem dänischen „Hygge“ ist es nicht einfach, eine konkrete Übersetzung zu finden. „Lagom“ ist eng mit der schwedischen Lebensart verbunden, in der alles was zuviel, zu laut, zu übertrieben, zu angeberisch ist, kategorisch abgelehnt wird. Darum versteht man unter Lagom oft „gerade recht, genug, passend, angemessen, mäßig“. Doch eigentlich bedeutet es viel mehr. Wie die Autorin Lola A. Åkerström in ihrem Buch „In der Mitte liegt das Glück“ erklärt: „Lagom steht für den ultimativen, idealen Punkt oder die goldene Mitte in deinem Leben, und es möchte dich ermuntern, genau die Entscheidungen zu treffen, die dich dort hinführen.“

Jedem sein eigenes Lagom

Die Schweden setzen dabei auf sehr viel Individualität. Wie sollte es auch anders sein in einem Land, in dem Figuren wie Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga zum Kulturgut gehören. Das bedeutet, jeder muss selbst für sich herausfinden, was gerade richtig für ihn ist. Was für mich Lagom ist, muss es für mein Gegenüber noch lange nicht sein, aber man könnte ja an einem gemeinsamen Optimum arbeiten.

Lagom; Knesebeck Verlag; Åkerström

Kinder verstehen Lagom instinktiv

Das Lagom-Prinzip ermöglicht eine entspannte und gleichzeitig konsequente Kindererziehung. Denn schwedische Kinder lernen im alltäglichen Zusammenleben von klein auf, wie wichtig es ist, sich nicht hervorzuspielen und die Gemeinschaft zu achten. Zwar mag es anfangs etwas anstrengend klingen, ständig Rücksicht nehmen zu müssen. Doch die Kinder begreifen instinktiv sehr schnell, wann sie etwas „geben“ müssen und wie viel sie sich an anderer Stelle (heraus-)nehmen dürfen, damit die Gruppe im Gleichgewicht bleibt. Das gilt in Kindergarten und Schule genauso, wie im familiären Umfeld. „Jeder von uns soll individuelle Zufriedenheit erlangen, aber gleichzeitig im Einklang mit der Gesellschaft stehen und sich von Harmonie umfangen fühlen“, schreibt Åkerström in ihrem Buch.

Schweigen ist Gold

Die Schweden gelten als nicht sehr gesprächig. Persönliches wird in einem lockeren Smalltalk kaum Thema und Klatsch ist kein Zeitvertreib. Grundsätzlich gilt in Schweden nämlich die Regel: Bevor etwas Schlechtes gesagt wird, wird lieber geschwiegen. Auch Jammern ist nicht schwedisch. Es ändert nichts an der Situation, ist für die pragmatischen Schweden also nur eins: Zeitverschwendung.
Dafür gehört zu Lagom, dass man seinem Gegenüber im Gespräch aufmerksam zuhört. Das heißt man nimmt sich Zeit, dessen Geschichte bis zum Ende zu hören, man sucht Augenkontakt und man unterbricht nicht. Gesprächsregeln, die zu einem harmonischen Miteinander führen, denn der andere merkt, dass man ihn sowohl als Person, als auch das was er sagt, respektiert. Eine schöne Angewohnheit, die wir nicht nur unseren Kindern beibringen, sondern auch selbst im stressigen Alltag viel öfter beherzigen können. Denn wie oft bekommen unsere Kleinen zu hören „Gleich, Schatz!“, wenn sie uns etwas erzählen wollen. Und wie oft nörgeln wir in Anwesenheit der Kinder vor uns hin weil die Schlange an der Supermarktkasse so langsam vorwärts kommt, der Autofahrer vor uns trödelt oder der Bus sich verspätet hat. Lagom zeigt uns, dass es auch anders geht und dass weniger Maulen gut für die allgemeine Stimmung ist und zufriedener macht.

Lagom; Knesebeck Verlag, @Åkerström

Die Kraft der kleinen Pause: „Fika“

Auf sich selbst achten und eine ausgewogene Work-Life-Balance anzustreben ist für Schweden selbstverständlich. Ein kleines Alltagsritual dafür ist die „Fika“. Es beschreibt eine kleine Pause, in der man mit Kollegen zusammen kommt, eine Tasse Kaffee trinkt und dazu eine Zimtschnecke oder ein Kardamombrötchen isst. „Dabei geht es bei diesen kleinen Kaffeepausen nicht darum, sich mehrmals am Tag mit Zimschnecken vollzustopfen. Sie sind in erster Linie eine kleine Auszeit, um sich selbst wieder zu spüren und seine Mitte zu finden. Im direkten Austausch mit netten Menschen lässt man den Verstand zur Ruhe kommen und bringt seine Gedanken, die Arbeit und Gefühle wieder ins Gleichgewicht“, erklärt Lola A. Åkerström. Fika kann es bis zu drei Mal am Tag geben. Dieses kleine Ritual ist eng verbunden mit dem Lagom-Lifestyle. Denn in Schweden bekommt man wenig Anerkennung dafür, wenn man häufig Überstunden macht oder gehetzt am Schreibtisch mittags ein Brötchen hinunterschlingt. Laut einer Studie aus Schweden sind übrigens die Unternehmen produktiver, die die „Fika-Tradition“ pflegen.

Warum Lagom glücklich macht

„Lagom hat eine Kultur der Fairness und des Vertrauens geschaffen. Es zügelt Konsumismus und Selbstsucht, und es sorgt dafür, dass das ganze Team – ob nun eine Schule, eine Firma oder eben auch ein ganzes Land – gerecht an allem beteiligt wird“, erklärt der Autor, Ökonom und Unternehmensberater Dr. Kjell A. Nordström. Höchste Zeit also, dass wir auch hier ein wenig mehr Lagom leben.

Lagom_Åkerström; Knesebeck 2017
Wer mehr über Lagom wissen will findet alles dazu in dem Buch von Lola A. Åkerström, erschienen im Knesebeck Verlag für 14,95

 

Bilder: Aufmacher: Shutterstock; Lola A. Åkerström