Buchtipp für Kinder: Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte

Lesen und lernen – eine wunderbare Kombination, die wir Eltern natürlich immer unterstützen. Das illustrierte Buch „In einem alten Haus in Moskau“ bringt jungen Lesern 100 Jahre russische Geschichte nahe. Und das ohne zu langweilen!

Erzählt wird aus der Sicht der Familie Muromzew, die 1902 in eine neue Wohnung in Moskau zieht und ein sehr bürgerliches Leben führt. Es gibt im Haushalt eine Köchin und eine Zimmerfrau. Außerdem hat die Wohnung einen extra Dienstboteneingang für den Hausmeister, die Milchfrau und andere Bedienstete. Doch schon 1914 ändert sich die Situation der Familie Muromzew komplett und das großbürgerliche Leben erfährt einen harten Einschnitt: Am 2. August des Jahres tritt Russland in den Ersten Weltkrieg ein. Mit dem Ende des Weltkriegs 1918 hat das Land dann zudem zwei Revolutionen erlebt, die Februar- und die Oktoberrevolution. Der Zar hat abgedankt und die Partei der Bolschewiki unter der Führung Lenins übernimmt die Macht.

Alles, was die Welt in diesen 100 Jahren in Russland verändert, spiegelt sich in dem Mikrokosmos der Wohnung der Familie Muromzew wider. Die Illustrationen bilden viele Kleinigkeiten aus dem jeweiligen Alltag ab, so zum Beispiel das Spielzeug der Kinder, das sich innerhalb eines Jahrhunderts komplett wandelt (von Zinnsoldaten zu Playmobilfiguren). Es werden Zeitungsausschnitte, Postkarten, Lebensmittelkarten, Geldstücke gezeigt und viele andere Dinge aus dem täglichen Gebrauch. Man erfährt wie schwer es war im Bürgerkrieg zwischen den Roten und den Weißen überhaupt etwas zu Essen für die Familie zu organisieren.

Die Tauwetter-Phase unter Nikita Chruschtschow, die Kubakrise, die Absetzung Chruschtschows, der Stillstand im Kalten Krieg unter Breschnew, die Phase der Offenheit (Glasnost) unter Gorbatschow – die Autorin Alexandra Litwina schildert sehr genau die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen des Landes. Durch die vielen anschaulichen Beispiele, wie sich das Leben der Familie Muromzew in den Jahren wandelt, werden große Ereignisse auf das Alltägliche heruntergebrochen und fassbar.

Ein Wimmelbuch, das vollgepackt ist mit Wissen und trotzdem nicht ermüdet. Immer wieder findet man ein Alltagsdetail, eine Erfindung, ein kulturelles Ereignis, das die russische Lebensart näher bringt. Das Ganze ist nicht nur für Leser ab 12 Jahren interessant, sondern auch für Erwachsene.

Russisches Haus COVER; Gerstenberg Verlag 2017.inddAlexandra Litwina, Illustrationen von Anna Desnitskaya: „In einem alten Haus in Moskau“, erschienen im Gerstenberg Verlag für 24,95 Euro.

 

 

 

 

 

 

Bild: UliMo

Filmtipp: Der kleine Vampir

Pünktlich zu Halloween kommt „Der kleine Vampir“ als Animationsstreifen in die Kinos. Falls ihr also Lust auf ein unterhaltsames und spannendes 3D-Abenteuer mit dem kleinen Vampir Rüdiger von Schlotterstein, seinem Freund Anton Bohnsack und dem fiesen Vampirjäger Geiermeier habt, solltet ihr diesen Film nicht verpassen!

Freunde: Rüdigers Schwester Anna, Anton Bohnsack und der kleine Vampir (Foto: Copyright Universum Film)
Freunde: Rüdigers Schwester Anna, Anton Bohnsack und der kleine Vampir (Foto: Copyright Universum Film)

Worum geht´s? Rüdiger von Schlotterstein feiert seinen 13. Geburtstag – zum 300. Mal! Denn als Vampir altert er nicht. Dementsprechend wenig Lust hat Rüdiger auf die alljährliche Feier mit der kompletten Verwandschaft. Doch bevor die Party überhaupt steigt, beginnt etwas Unvorhergesehenes: der fiese Vampirjäger Geiermeier und sein Helfer Manni (Synchronstimme: Wigald Boning) sind hinter den Schlottersteins her und sperren die Familie in die heimische Gruft. Zum Glück kann Rüdiger mit seiner kleinen Schwester Anna entkommen. Auf der Flucht in den Schwarzwald lernen sie den Menschenjungen Anton Bohnsack kennen, der mit seinen Eltern gerade auf dem Weg in den Urlaub ist. Gemeinsam beschließen sie, die Familie Schlotterstein vor dem bösen Vampirjäger Geiermeier zu retten.

Worum geht´s wirklich?

Vampirjäger Geiermeier und sein Gehilfe Manni (Foto: Copyright Universum Film)
Vampirjäger Geiermeier und sein Gehilfe Manni (Foto: Copyright Universum Film)

„Der kleine Vampir“ nach den gleichnamigen Büchern von Angela Sommer-Bodenburg ist Kult und hat viele große und kleine Anhänger. Erwachsene erinnern sich vermutlich noch an die Fernsehserie aus dem Jahr 1985, in der Gert Fröbe den Vampirjäger Geiermeier spielte. Die Neuverfilmung von Richard Claus und Karsten Kiilerich fängt den Spirit und die Spannung der besonderen Freundschaft zwischen dem Menschenjungen Anton und dem kleinen Vampir Rüdiger gelungen ein. Die Charaktere sind liebevoll und mit Hang zum Detail (inklusive Dialekt) gestaltet.

 

"Der kleine Vampir", ab 26. Oktober 2017 im Kino (Foto: Copyright Universum Film)
„Der kleine Vampir“, ab 26. Oktober 2017 im Kino (Foto: Copyright Universum Film)

Fazit: Ein schöner Familienfilm für Fans von Rüdiger von Schlotterstein und alle, die es noch werden wollen.

Dänische Kindermode: 6 Marken, die wir besonders toll finden

Bekannt für ihre zurückhaltendes und doch sehr stilsicheres Modegespür – ganz nach dem Motto „Less is More“ – setzt der Skandinavier in Sachen Kindermode oft auf klare Schnitte und gedeckte Farben. Wir haben uns auf die Suche nach skandinavischer Kindermode gemacht, die einen coolen Herbstlook garantiert. Lasst euch inspirieren!


Soft Gallery

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Soft Gallery hat in diesem Jahr allen Grund zu feiern, das dänische Kinderlabel feiert zehnjähriges Jubiläum! Zur Saison Herbst/Winter präsentieren die Dänen die künstlerisch-angehauchte „The Artisan Collection“. Statt auf eine Leinwand werden florale Muster und Pinselstriche auf Stoff verewigt. Die warme Erdpalette macht die Kollektion wunderbar herbsttauglich! Wir gratulieren zum großen Geburtstag und freuen uns auf viele weitere Jahre und Saisons mit Soft Gallery.

softgallery.dk

Mar Mar Copenhagen

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Ein Spiel mit Kontrasten: Tüllrock trifft auf weichen Strick, Metallic und wilde Animal-Prints. Ob das zusammenpasst? Mar Mar Copenhagen wagt das Stilexperiment und kombiniert in seinen Kollektionen Country Chic mit urbaner Coolness. Designerin Marlene Anine Holmboe sieht die Kindermode mit einem zwinkernden Auge und lässt Kinder Kinder sein. Komfort und Tragbarkeit haben allerdings alle unterschiedlichen Teile gemeinsam!

marmar.dk

Popupshop

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Auch Popupshop kann in diesem Jahr auf eine zehnjährige Markengeschichte zurückschauen! Die Dänen sind besonders durch ihre vielseitig kombinierbaren Basics bekannt geworden, die sich durch nachhaltige Stoffe und hohe Qualitäten auszeichnen. Neben den besonders beliebten Allover-Drucken mit Natur- und Tiermotiven stechen in der neuen Kollektion die Mix-and-Match Teile hervor, die wir gerne auch in ein paar Nummern größer tragen würden.

popupshop.com

Bangbang Copenhagen

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Hauptsache spielerisch! Louise Lundholm und Mia Risager erfüllten sich 2008 den Traum vom eigenen Label und riefen die dänische Kindermarke BangBang Copenhagen ins Leben. Nach dem Motto „Mode soll Spaß machen“ wird bei BangBang mit der Kreativität nicht hinterm Zaun gehalten. Originelle Origami-Techniken treffen auf verspielte Applikationen und großflächige Drucke. Hier wird der Spaßfaktor groß geschrieben!

Minimalisma

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Vor rund sechs Jahren gründete Maja Akraberg „Minimalisma“ und entwirft seitdem exklusive Kinderbasics aus besonders hochwertigen Garnen. Was durch Farben und Schnitte ein wenig an den französischen Chic erinnert, stammt aus in Sachen Kreation aus Skandinavien. Ohne Trendgebundenheit werden bei Minimalisma zeitlose Klassiker mit hauchzarten Stoffen vereint.

minimalisma.com

Someday Soon

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Someday Soon I will change the world! Das dänische Paar Jacob und Cathrine Høilund entschied sich vor rund zwei Jahren für ein neues Abenteuer. Nach der Geburt ihrer drei Kinder riefen die beiden das Label „Someday Soon“ für Jungs im Alter von 2 bis 14 Jahren ins Leben. „Während wir für unsere Tochter problemlos hübsche Sachen fanden, stieg das Bedürfnis nach coolen,
komfortablen Klamotten für unsere Jungs.“ Das reine Jungenlabel kombiniert nordische Schlichtheit mit lässiger Streetwear-Attitüde.

someday-soon.com

Titelbild: Minimalisma

5 spannende Brettspiele für Regentage

Besonders an verregneten Herbsttagen sind Brettspiele ein beliebter Zeitvertreib für Jung und Alt. Nicht umsonst sind Spiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“ oder „Scrabble“ schon seit Generationen geschätzt – Brettspiele fördern Eigenschaften wie Logik, strategisches Verständnis und das Gedächtnis. Hier präsentieren wir euch fünf Brettspiele für die ganze Familie!

Ice Cool

icecoolEiskalt schwänzen die Pinguinschüler den Unterricht und treiben sich auf der Suche nach einem Snack in der „Ice-School“ herum. Diese besteht aus fünf Boxen, die nebeneinander gesteckt ein großes, quadratisches Spielfeld ergeben. Jeder Spieler versucht, seine farbige Figur geschickt mit den Fingern durch die Schultüren zu schnippen, über denen Fische der eigenen Farbe hängen. Gelingt dies, erhält er den Fisch und eine Karte mit Siegpunkten. Doch Vorsicht: Als Hausmeister versucht ein Spieler mit seinem Pinguin die anderen Figuren zu erwischen. So kassiert er deren Schülerausweise und erhält ebenfalls Siegpunkte. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt dieses fetzige Geschicklichkeitsspiel, bei dem man die Pinguine mit ein bisschen Übung sogar über die Schulwände hinwegschnippen kann. Ab 6 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Wettlauf nach El Dorado

Beim „Wettlauf nach El Dorado“ möchte jeder Spieler als Erster Wettlauf nach El Doradobeim sagenhaften Goldschatz sein. Doch der Weg dorthin ist lang. Die Abenteurer schlagen sich mit Macheten durch den Urwald und überqueren so manches Gewässer. Gut, dass sie dabei nicht allein sind. Im Kartendeck sind Helfer wie zum Beispiel der Forscher oder die Reisende. Mit diesen Karten – pro Zug werden vier auf die Hand gezogen – können sich die Spieler auf dem Plan bewegen oder neue Unterstützer anheuern, um das Deck zu verbessern. Denn mit den anfangs zur Verfügung stehenden Karten lassen sich längst nicht alle Engstellen passieren. Wer starke Karten ins Deck mischt oder Plättchen in Höhlen entdeckt, schafft es auch eher, an Mitstreitern vorbeizuziehen. Der modulare Spielplan lädt immer wieder zu neuen Expeditionen ein. Ab 10 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Spinderella

spinderellaFlinke Ameisen flitzen über den Waldboden. Doch über ihnen lauern drei fette Spinnen in ihrem Netz. Dieses ist auf einem zweiten Spielplan abgebildet, der über dem Waldboden „schwebt“. Magnetkraft sorgt dafür, dass sich durch die Bewegung zweier Spinnen die dritte am langen Baumwollfaden auf den Waldboden abseilen kann und dabei eine Ameise einfängt. Würfelglück und clevere Überlegungen bestimmen, ob man entweder eine seiner Ameisen zieht oder die beiden Spinnen im Netz bewegt – oder ob man einen hohlen Baumstumpf über eine Ameise stülpt. Diese ist dann zwar vor Spinderella geschützt, aber auch am Weiterlaufen gehindert. Ein außergewöhnliches dreidimensionales Spiel, das mit einer gelungenen Mischung aus Fortuna und Taktik auch bei älteren Mitspielern für viel Spannung sorgt.
Ab 6 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Glupschgeister

Große runde Kulleraugen, blassgrüne Hautfarbe und nicht ganz Glupsch Geistereinfach voneinander zu unterscheiden – klare Sache: Das sind Glupschgeister. Und die tummeln sich in der Tiefsee, nur zu sehen durch gewölbte Fensterchen, die ihren Anblick verzerren. Durch einen Drehmechanismus ist die Sicht in diesem pfiffig dreidimensionalen Spiel von Runde zu Runde unterschiedlich. Jeweils muss ein anderer Glupschgeist gesucht werden. Neun von ihnen muss man sammeln, um das Spiel zu gewinnen. Wer einen entdeckt hat, markiert und blockiert das entsprechende Sichtfenster mit einem kleinen Seestern. Um den kleinen Racker dann auch noch erfolgreich in sein Versteck zu bringen, also sein Plättchen vom Spielfeld zu nehmen, ist in diesem stimmungsvollen wie turbulenten Unterwasserabenteuer auch noch Geschick gefragt. Ab 5 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Der mysteriöse Wald

Jonas gelangt durch ein magisches Gemälde in einen mysteriösen Der mysterioese WaldWald voller Gefahren. Packt der Junge die richtige Ausrüstung in seinen Rucksack, kann er diesen Wald erfolgreich durchqueren und am Ende die böse Insektenkönigin Draconia besiegen. Dazu müssen sich die Spieler gemeinsam verschiedene Gegenstände merken, die auf Wegekarten abgebildet sind. Diese werden anfangs der Reihe nach kurz auf- und wieder zugedeckt. Danach gilt es, die Objekte zu würfeln, um die entsprechenden Plättchen einpacken zu können. Jetzt erst beginnt die abenteuerliche Reise: Das Team deckt nach und die Pfadkarten auf. Können sie die abgebildete Ausrüstung auf den Karten ablegen, gewinnen sie dieses spannende, kooperative Merkspiel, bei dem neben einem guten Gedächtnis Teamwork und Würfelglück gefragt sind. Ab 6 Jahren, Spieleranzahl: 2-4

Die schönsten Bilderbücher für Herbst & Winter

Jetzt ist wieder Vorlesezeit. Wir haben Geschichten über Tiere im Winter, einen eitlen König, einen sehnsüchtigen Elch, über viele Fragen und über das Leben selbst…

Bilderbücher für Herbst und Winter, Schwimmt Brot in Milch, Aladin Verlag 2017Schwimmt Brot in Milch?

Es gibt so viele Fragen im Leben – aber es gibt nicht nur immer eine richtige Antwort darauf. Katrin Stangl liefert mit ihrem Bilderbuch „Schwimmt Brot in Milch?“ Stoff für viele Diskussionen und Anregungen für einfache Experimente. Wer weiß schon, ob man Pfützen leer springen kann, wenn man es nicht ausprobiert. Oder wie oft man purzeln muss, damit sich wirklich alles dreht. Auch sehr spannend ist, wie weit eine Tube Zahnpasta reicht und ob man durchs Zimmer klettern kann, ohne den Boden zu berühren. Aber bei den tollsten Versuchen mischen sich ja meist wieder die Eltern mit langweiligen Verboten ein. Das Bilderbuch mit den fröhlich bunten Illustrationen kann man also auch als kleine Anregung zum philosophischen Diskurs mit Kindern benutzen. Oder einfach nur abends vorlesen und gemeinsam überlegen, was davon alles geht und was nicht.
Schwimmt Brot in Milch von Katrin Stangl, Aladin Verlag für 15 Euro. Ab 3 Jahren.

Bilderbuecher für Herbst und Winter; Leben, NordSüd VerlagLeben

Was ist das Leben? Und wie soll man es Kindern begreiflich machen? Cynthia Rylant hat sich zusammen mit dem Illustrator Brendan Wenzel die Tierwelt ausgesucht, um die vielen Facetten des Lebens kleinen Zuhörern näher zu bringen. Die Tiere werden zum Beispiel gefragt, was sie ganz besonders lieben an ihrem Leben. Aber Rylant spart auch die bedrohlichen Seiten nicht aus und auf einer schwarz illustrierten, düsteren Seite heißt es „Und falls es dir eines Tages so vorkommt, als würdest du nie wieder etwas Schönes erleben,…“. Natürlich wird diese Düsternis schon auf der folgenden Doppelseite wieder aufgelöst. Trotzdem werden auch kleine Kinder verstehen, dass es nicht immer nur „schön“ sein kann im Leben, egal wie behütet wir sie aufwachsen lassen. Ein Bilderbuch voll Poesie und Lebensweisheit für kleine Zuhörer ab 4 Jahren.
Leben von Cynthia Rylant und Brendan Wenzel, erschienen im Nord Süd Verlag für 16 Euro.

Bilderbücher für Herbst und Winter; König der Lüfte, Bohem Verlag 2017König der Lüfte

Selbst ein König hat manchmal Probleme. König Ambrosius möchte so gerne etwas ganz Besonderes sein, doch wenn man wie er, Klunker liebt und weder besonders klug, noch besonders stark oder schnell ist, dann wird es schwer. König Ambrosius aber weiß Abhilfe: Er besorgt sich einfach jemanden der schnell ist, jemanden der klug ist und jemanden, der stark ist. Jetzt muss er nur noch allen erzählen: Seht her, ich bin etwas ganz Besonderes. Doch dieser Plan geht schief und König Ambrosius hat einen neuen Wunsch. Jetzt will er fliegen lernen, wie die Vögel. Christoph Mett erzählt das Märchen von König Ambrosius mit sehr humorvollen Illustrationen. Kinder ab 4 Jahren werden die phantasievolle Geschichte lieben.
König der Lüfte von Christoph Mett, erschienen im Bohem Verlag für 16,95 Euro.

Bilderbücher für Herbst und Winter, Schneehuhn, Reh und Haselmaus, Knesebeck Verlag 2017Schneehuhn, Reh und Haselmaus

Im Winter wird es in der Natur stiller. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle Tiere Winterschlaf halten. Wenn Schnee liegt sieht man an den Spuren ganz genau, wer auch in der kalten Jahreszeit Futter suchen oder sich verstecken muss. Der Hermelin zum Beispiel wechselt vom braunen Sommerfell zum weißen Winterfell, damit er im Schnee besser getarnt ist. Auch der Fuchs muss im Winter jagen gehen und streift durch Feld und Wald auf der Suche nach Beute. Das Bilderbuch von Thomas Müller liefert viel Wissenswertes rund um die heimische Tierwelt. Es eignet sich für Zuhörer ab fünf Jahren zum Vorlesen oder für Leser ab sechs Jahren.
Schneehuhn, Reh und Haselmaus: Tiere im Winter, von Thomas Müller, erschienen im Gerstenberg Verlag für 16,95 Euro.

Bilderbücher für Herbst und Winter, Hoch Hinaus, Kunstanstifter Verlag 2017Hoch hinaus

Elch Erasmus hat Fernweh und macht sich kurzentschlossen auf den Weg, die Welt zu entdecken. Er wandert über Berge, sieht Meere, Wälder und Felder. Überall gibt es etwas Neues zu entdecken. Eines Tages erreicht Erasmus die Stadt und ist erstaunt über die vielen Menschen, Häuser und Autos. Und er gerät in eine Situation, die ausweglos erscheint. Kann der Elch seine eigenen Grenzen überwinden? Ein Bilderbuch das Mut macht und dessen poetische Illustrationen die Phantasie anregen.
Hoch hinaus von Franziska Walther, erschienen im Kunstanstifter Verlag für 22 Euro.

Bild/Illustration: Franziska Walther, Hoch hinaus, Kunstanstifter Verlag 2017

Nach Hygge kommt Lagom: Der schwedische Weg zum glücklichen Leben

„Lagom“ ist das neue Hygge, der Lifestyle-Trend aus Schweden. Kein Wunder blicken wir auf unsere nordischen Nachbarn, gehören ihre Nationen doch zu den glücklichsten der ganzen Welt. So könnt ihr euch fürs eigene Familienglück ein bisschen Lagom abschauen.

Was bedeutet Lagom?

Genau wie mit dem dänischen „Hygge“ ist es nicht einfach, eine konkrete Übersetzung zu finden. „Lagom“ ist eng mit der schwedischen Lebensart verbunden, in der alles was zuviel, zu laut, zu übertrieben, zu angeberisch ist, kategorisch abgelehnt wird. Darum versteht man unter Lagom oft „gerade recht, genug, passend, angemessen, mäßig“. Doch eigentlich bedeutet es viel mehr. Wie die Autorin Lola A. Åkerström in ihrem Buch „In der Mitte liegt das Glück“ erklärt: „Lagom steht für den ultimativen, idealen Punkt oder die goldene Mitte in deinem Leben, und es möchte dich ermuntern, genau die Entscheidungen zu treffen, die dich dort hinführen.“

Jedem sein eigenes Lagom

Die Schweden setzen dabei auf sehr viel Individualität. Wie sollte es auch anders sein in einem Land, in dem Figuren wie Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga zum Kulturgut gehören. Das bedeutet, jeder muss selbst für sich herausfinden, was gerade richtig für ihn ist. Was für mich Lagom ist, muss es für mein Gegenüber noch lange nicht sein, aber man könnte ja an einem gemeinsamen Optimum arbeiten.

Lagom; Knesebeck Verlag; Åkerström

Kinder verstehen Lagom instinktiv

Das Lagom-Prinzip ermöglicht eine entspannte und gleichzeitig konsequente Kindererziehung. Denn schwedische Kinder lernen im alltäglichen Zusammenleben von klein auf, wie wichtig es ist, sich nicht hervorzuspielen und die Gemeinschaft zu achten. Zwar mag es anfangs etwas anstrengend klingen, ständig Rücksicht nehmen zu müssen. Doch die Kinder begreifen instinktiv sehr schnell, wann sie etwas „geben“ müssen und wie viel sie sich an anderer Stelle (heraus-)nehmen dürfen, damit die Gruppe im Gleichgewicht bleibt. Das gilt in Kindergarten und Schule genauso, wie im familiären Umfeld. „Jeder von uns soll individuelle Zufriedenheit erlangen, aber gleichzeitig im Einklang mit der Gesellschaft stehen und sich von Harmonie umfangen fühlen“, schreibt Åkerström in ihrem Buch.

Schweigen ist Gold

Die Schweden gelten als nicht sehr gesprächig. Persönliches wird in einem lockeren Smalltalk kaum Thema und Klatsch ist kein Zeitvertreib. Grundsätzlich gilt in Schweden nämlich die Regel: Bevor etwas Schlechtes gesagt wird, wird lieber geschwiegen. Auch Jammern ist nicht schwedisch. Es ändert nichts an der Situation, ist für die pragmatischen Schweden also nur eins: Zeitverschwendung.
Dafür gehört zu Lagom, dass man seinem Gegenüber im Gespräch aufmerksam zuhört. Das heißt man nimmt sich Zeit, dessen Geschichte bis zum Ende zu hören, man sucht Augenkontakt und man unterbricht nicht. Gesprächsregeln, die zu einem harmonischen Miteinander führen, denn der andere merkt, dass man ihn sowohl als Person, als auch das was er sagt, respektiert. Eine schöne Angewohnheit, die wir nicht nur unseren Kindern beibringen, sondern auch selbst im stressigen Alltag viel öfter beherzigen können. Denn wie oft bekommen unsere Kleinen zu hören „Gleich, Schatz!“, wenn sie uns etwas erzählen wollen. Und wie oft nörgeln wir in Anwesenheit der Kinder vor uns hin weil die Schlange an der Supermarktkasse so langsam vorwärts kommt, der Autofahrer vor uns trödelt oder der Bus sich verspätet hat. Lagom zeigt uns, dass es auch anders geht und dass weniger Maulen gut für die allgemeine Stimmung ist und zufriedener macht.

Lagom; Knesebeck Verlag, @Åkerström

Die Kraft der kleinen Pause: „Fika“

Auf sich selbst achten und eine ausgewogene Work-Life-Balance anzustreben ist für Schweden selbstverständlich. Ein kleines Alltagsritual dafür ist die „Fika“. Es beschreibt eine kleine Pause, in der man mit Kollegen zusammen kommt, eine Tasse Kaffee trinkt und dazu eine Zimtschnecke oder ein Kardamombrötchen isst. „Dabei geht es bei diesen kleinen Kaffeepausen nicht darum, sich mehrmals am Tag mit Zimschnecken vollzustopfen. Sie sind in erster Linie eine kleine Auszeit, um sich selbst wieder zu spüren und seine Mitte zu finden. Im direkten Austausch mit netten Menschen lässt man den Verstand zur Ruhe kommen und bringt seine Gedanken, die Arbeit und Gefühle wieder ins Gleichgewicht“, erklärt Lola A. Åkerström. Fika kann es bis zu drei Mal am Tag geben. Dieses kleine Ritual ist eng verbunden mit dem Lagom-Lifestyle. Denn in Schweden bekommt man wenig Anerkennung dafür, wenn man häufig Überstunden macht oder gehetzt am Schreibtisch mittags ein Brötchen hinunterschlingt. Laut einer Studie aus Schweden sind übrigens die Unternehmen produktiver, die die „Fika-Tradition“ pflegen.

Warum Lagom glücklich macht

„Lagom hat eine Kultur der Fairness und des Vertrauens geschaffen. Es zügelt Konsumismus und Selbstsucht, und es sorgt dafür, dass das ganze Team – ob nun eine Schule, eine Firma oder eben auch ein ganzes Land – gerecht an allem beteiligt wird“, erklärt der Autor, Ökonom und Unternehmensberater Dr. Kjell A. Nordström. Höchste Zeit also, dass wir auch hier ein wenig mehr Lagom leben.

Lagom_Åkerström; Knesebeck 2017
Wer mehr über Lagom wissen will findet alles dazu in dem Buch von Lola A. Åkerström, erschienen im Knesebeck Verlag für 14,95

 

Bilder: Aufmacher: Shutterstock; Lola A. Åkerström

Hier gibt es die größte Indoor-Wasserrutsche der Welt!

Habt ihr schon etwas vor in den Herbstferien? Wenn euch der Sinn nach einem riesengroßen Wasser-Abenteuer mit euren Kids steht, dann seid ihr in den Niederlanden richtig. Hier hat vor kurzem die größte Indoor-Wasserrutsche der Welt eröffnet …

Eins vorneweg: Die Anlagen sind nichts für Feiglinge. Im Resort Hof van Saksen gibt es den neuen Wasserspaß, der für Kids ab Schulalter ein ganz besonderer Nervenkitzel ist.

Größte Wasserrutsche; @Jansen 2017

Drei neue Indoor-Wasserattraktionen wurden hier eröffnet: „Bombo“, die größte Indoor-Wasserrutsche der Welt, kann man in einem Reifen mit zwei bis vier Personen fahren. Die Abfahrt geht in einen gigantischen Trichter, in dem man durch Hin- und Hergleiten noch einmal ganz schön an Geschwindigkeit zulegt.

Größte Wasserrutsche; @Jansen

Die Reifenrutsche „Intenso“ gilt als höchste Reifenrutsche in den Benelux-Ländern. Im Duo gleitet man mit Full-Speed durch vier 360-Grad-Kurven, begleitet von Lichteffekten, die das Ganze noch aufregender machen.

Die dritte Rutsche ist nur für Hartgesottene. „Presto“ durchgleitet man allein und ohne Reifen. Es ist die steilste und höchste Indoor-Rutsche der Niederlande. Bis zu 60 Stundenkilometer können Mutige erreichen.

Größte Wasserrutsche; @Jansen

Natürlich gibt es im Hof van Saksen nicht nur Wasserabenteuer. Die Eltern können im Spa entspannen, während die Kids in der Archäologie-Akademie nach urzeitlichen Schätzen graben oder in der Koch-Akademie lernen, ihre Lieblingsgerichte zu kochen. Im Gebäude De Brink gibt es eine Kletterwand, das Indoor Spielparadies Harrewar, eine Trampolinhalle mit 24 Trampolinfeldern und eine Bowlingbahn.

Bilder: Hof van Saksen, Jansen

Must-Have für die Familienküche: Cynthia Barcomi’s neues Backbuch

Sie ist die unangefochtene „Baking Queen“ und kennt sich mit allem rund ums Backen einfach bestens aus: Cynthia Barcomi. Nun erscheint ihr neues Buch „Barcomi´s Backschule“ (Dorling Kindersley, 24,95 Euro), in dem sie Schritt für Schritt Anleitungen zu verschiedenen Kuchen, Tartes, Brownies, Cookies und Muffins gibt.

Jeder kann Backen – das ist die feste Überzeugung von Cynthia Barcomi. Alles, was es dazu braucht, sind die passenden Zutaten, die richtigen Küchengeräte und natürlich eine präzise Anleitung. Diese gibt die gebürtige Amerikanerin in ihrem neuesten Buch „Barcomi´s Backschule – Schritt für Schritt vom Grundteig zur eigenen Kreation“.

„Zum gelungenen Backen gehören bestimmte Bausteine. Wenn man sich an diese hält und die Mengenangaben befolgt, kann eigentlich nicht viel schief gehen“, erklärt Cynthia Barcomi. In ihrem Buch stellt sie neun Grundteig-Arten vor – von Kuchen über Cupcakes bis Brot – und erklärt die einfachen Basisrezepte.

Backen nach Grundrezepten: Hier ein Frischkäse-Eischwerkuchen (Foto: Dorling Kindersley)
Backen nach Grundrezepten: Hier ein Frischkäse-Eischwerkuchen (Foto: Dorling Kindersley)

Hat man die Grundprinzipien verstanden, folgt die Kür: Das kreative Kombinieren und Variieren der einzelnen Bausteine.

„So kann jeder sein eigenes kleines Backmeisterwerk herstellen. Create your own“, sagt die begeisterte Bäckerin, der man ihre Leidenschaft für Süßes übrigens in keiner Form ansieht. Rank und schlank präsentiert Cynthia Barcomi ihre Rezepte. „Alles in Maßen ist mein Geheimnis!“, sagt sie und lacht. „Nur nicht zu viel naschen, sonst verliert man die Freude am Genuss.“

Das Buch erscheint im DK Verlag und kostet 24,95 Euro
Das Buch erscheint im DK Verlag und kostet 24,95 Euro

Das aktuelle Buch von Cynthia Barcomi ist ein Standardwerk, das in keiner Küche fehlen sollte. Von Blaubeer-Zitronen-Teebrot über Schokomuffins und Cheescake bis zu Bierbrot mit Walnüssen und Zwiebeln reicht die Bandbreite der Rezepte. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, und die Anleitungen sind leicht verständlich und schön bebildert. Backen kann jeder lernen – mit Cynthia Barcomi macht es besonders viel Spaß!

Partytime: Glänzende Outfits für die Familienfeier

Ob Hochzeit, Taufe oder Uromas 90. Geburtstag – festliche Anlässe gibt es in einer Familie oft genug. Mit Hemd und Bundfaltenhose oder Kleid und Haarreif : Wir haben für euch die Highlights in Sachen festlicher Kindermode ausgesucht, mit denen sich die Kleinen zur Familienfeier sehen lassen können!

Von Pailletten über Lurex bis hin zur Spitze – zum vermeintlich größten Tag der Liebe wird es richtig glamourös. Eine monochrome Farbpalette für die Jungs und Metallic- oder Pastelltöne für die Mädels kommen jetzt zum Einsatz. Unser Onlineshop-Highlight, wenn auch etwas opulenter: der Sternenbody mit passendem Haarreif von Atysuyo et Akiko. So bezaubernd wie das Brautpaar selbst!

Und wenn ihr noch die passenden Frisuren für eure Kids sucht – hier findet ihr unsere Vorschläge für zum Nachstylen.

Titelbild: Atsuyo et Akiko

26 Teppiche, die das Kinderzimmer sofort gemütlich machen

Auch wenn die Kinderzimmer mit noch so funktionalen Tischen, Stühlen oder Bänken ausgestattet sind, die Kinder verbringen in jedem Alter viel Zeit auf dem Boden. Dort spielen, malen und toben sie. Deshalb darf eine Sache in keinem Kinderzimmer fehlen: Ein schöner, gemütlicher Teppich!

Kinderteppiche erfüllen gleich mehrere Funktionen: Auf ihnen sitzen die Kids wärmer, die dämpfen den Schall und können mit ihren Mustern ein hübscher Blickfang sein, der das Design des restlichen Zimmers stilvoll ergänzt.

Inspiration für’s Kinderzimmer

Runder Wal-Teppich „Marion der Wal“ von Sebra über Kids Wood Love, ca. 100€

Sebra zeigt, wie der runde Teppich perfekt in das Kinderzimmer integriert wird. Rundum harmonisch, klar im Design und kindgerecht eingerichtet!

Zahlenteppich aus Baumwolle von H&M, ca. 20€

Ein weiteres verspieltes, perfekt harmonisches Spieleparadies. Der Zahlenteppich, der Groß und Klein sofort zum spielen auffordert kennen sicher viele von uns aus ihrer Kindheit.

Unsere Favoriten

Wenn ihr euch für einen Spielteppich entscheidet, kann dieser vom Nachwuchs bespielt werden und ist so Spielzeug und Wohnaccessoire in einem. Wir stellen euch hier 12 Kinderteppiche vor, die bei uns sofort einziehen dürften.

Runde Teppiche für’s Kinderzimmer

Vorteil hier: Runde Teppiche passen auch in kleinere Bereiche. Hier ist sicher für jeden Geschmack eurer Kids etwas dabei. Schaut mal:

Rechteckige Teppiche für’s Kinderzimmer

Wusstet ihr, dass es auch Teppiche gibt, die sich in der Waschmaschine waschen lassen?

Waschbare Teppiche von Lorena Canals und Tapis Petit: Die Marken Lorena Canals und Tapis Petit stellen waschbare Teppiche für jeden Raum im Zuhause her. Je nach Größe eurer Waschmaschine können sie so problemlos gereinigt werden. So spart man sich ganz einfach den Weg und Kosten für die Reinigung.

Aber auch weitere Modelle warten darauf einen Platz im Kinderzimmer zu ergattern!

Weitere ganz besondere Modelle

Ausgefallen und ein wahrer Blickfang sind die folgenden Teppiche. Achtung, es wird mitunter ziemlich tierisch!

Viel Spaß beim Stöbern und Gestalten!

Foto Teaser und Slider: OYOY Living Design

Zu Besuch bei Sarah Lavoine: Leben wie eine Pariserin

Sarah Lavoine ist der Shootingstar der Pariser Mode- und Dekoszene. Die 44-Jährige arbeitet als Innenarchitektin, hat vor kurzem eine eigene Kaschmirpullikollektion entwickelt, entwirft Schuhe für das Label Sézane und ist dreifache Mutter. Mit ihrem Mann, Chansonsänger Marc Lavoine, und den Kindern Yasmine (18), Roman (9) und Milo (6) lebt sie in Paris. Unsere LUNA-Autorin Doris Barbier-Neumeister hat sie besucht und mit ihr über französischen Chic, ihre persönliche Inspirationsquellen und das Leben als Working Mum gesprochen.

Innenarchitektin, Designerin, Autorin, Stilikone und dreifache Mutter: Sarah Lavoine (Foto: Yaël Abrot)
Innenarchitektin, Designerin, Autorin, Stilikone und dreifache Mutter: Sarah Lavoine (Foto: Yaël Abrot)

Wenn man sie so ansieht, muss man sich natürlich sofort die Frage stellen: Wie macht die das bloß? Lässige blonde Haare, perfekt gestylt, dabei überhaupt nicht gestresst, verkündet Sarah Lavoine lautstark mit ihrer unverkennbar rauen Stimme: „Ich hab morgens keine Zeit, mich lange im Badezimmer aufzubrezeln.“ Sie sieht aus wie die große Schwester ihrer volljährigen Tochter Yasmin – eine, die man gern zur besten Freundin haben würde. In Deutschland erscheint am 21. September 2017 im Knesebeck Verlag ihr Buch „Chez moi: Leben wie eine Pariserin“ (24,95 Euro).

Luna: Mode, Beauty und nun auch der Dekobereich. Warum fahren alle auf den Stil der Pariserin ab? Wahrheit oder Mythos?

Es ist wohl dieser sehr gelungene, aber schwer definierbare Mix aus Casual Chic und Eleganz. Wir Pariserinnen haben unsere Vorbilder, unsere Ikonen. Ich ging bei meiner Mutter in die Lehre. Sie hatte ein ganz besonderes, sehr feminines Stilgefühl und verstand es mit Intuition und Perfektion, Stile und Epochen zu mischen. Sie hat mir immer erklärt: Chic darf nicht zu formell, zu durchdacht aussehen, alles muss ganz natürlich wirken, ohne große Vorbereitungsarbeit. Was wir Pariserinnen aber ganz sicher perfekt beherrschen? Alle Regeln und Diktate zu brechen. Hochhackige Schuhe ja, aber dann bitte mit eine Männersakko und Jeans kombiniert. Und das gilt auch für die Einrichtung: Ein kühl-minimalistisches Loft sollte man unbedingt mit einem originellen Vintageteil twisten, oder mit einem bunten Berber-Teppich. Das alles sollte man aber wirklich ganz instinktiv angehen, also nur Mut! Wer wagt, gewinnt. Was zählt, ist der Wohlfühlfaktor.

Klares Design trifft auf starke Farben: Das Wohnzimmer von Sarah Lavoine (Foto: Yaël Abrot)

Klares Design trifft auf starke Farben: Das Wohnzimmer von Sarah Lavoine (Foto: Yaël Abrot)

Ein paar Einrichtungstipps zum Thema Kinderzimmer ?

Aufräumen, aufräumen, aufräumen. Was nicht gebraucht wird, verschwindet in Kästen, Truhen, Kommoden, Körben. Für Kinder erreichbar. Alle 6 Monate sollte man gemeinsam mit den Kids ausmisten…es sammelt sich doch immer soviel an. Ich habe Plastik verbannt. Warum? Weil Plastikobjekte meist hässlich sind und Hässlichkeit oft Chaos mit sich bringt.

Entspannen und arbeiten: Beides geht auch im Schlafzimmer (Foto: Yaël Abrot)
Entspannen und arbeiten: Beides geht auch im Schlafzimmer (Foto: Yaël Abrot)

Sie sind Working Mum und fast rund um die Uhr im Einsatz. Wie schaffen Sie, das alles unter einen Hut zu bringen ?

Ich bin kein Schönheitsjunkie. Ich hab auch nicht tausende Produkte bei mir rumstehen sondern verwende nur Basics. Trotzdem fühle ich mich als echte Pariserin. Zum Glück hab ich ein paar Beautyprofis, die zu mir ins Haus kommen. Was meine Haare betrifft, vertraue ich Delphine Courteille. Shampoo mit Silikon meide ich prinzipiell, weil sie das Haar schwer machen. Meine Haarfarbe hat Delphine Courteille im Griff. Macadamiaöl tut meinen Spitzen gut. Morgens muss es bei mir ohnehin schnell gehen: Mascara, Eyeliner und eine getönte Tagescreme , voilà.

Was darf in ihrem eigenen Zuhause auf keinen Fall fehlen? Und worauf können Sie leicht verzichten?

Das Wichtigste , um sich zu Hause wirklich wohlfühlen zu können: Cosy, chic und warm muss es sein, mit anderen Worten ein Kokon mit Farben ! Ein Heim, ist ein Gesamtkonzept – da muss einfach alles stimmen. Der Blick aus dem Fenster, das Licht, die Stimmung, Stoffe , die sich schon beim Angreifen angenehm anfühlen…. Und natürlich auch Gerüche und Düfte. Deshalb stehen bei mir zu Hause auch überall Duftkerzen herum, vor allem im Badezimmer. Es kommt nicht darauf an, welche Möbel man besitzt, das Gesamtbild, das Feeling zählt ! Eines meiner Grundprinzipien lautet: Weg mit allem Überflüssigen und Aufgesetzten!

Haben Sie ein paar einfache Deko-Tipps und Tricks parat ? Ein paar Basics à la Sarah Lavoine, ohne dass ich jetzt bei mir zu Hause gleich alle Wände niederreissen muss.

Manchmal reicht es aus, nur ein oder zwei Möbelstücke umzustellen und ein Raum sieht komplett anders aus. Ein neuer Parkettboden oder einfach ein schöner Vintage-Schrankkoffer als Kommode kann dem Ganzen einen komplett neuen Touch verpassen.

Sarah Lavoine liebt fremde Länder, zum Beispiel Marokko. Souvenirs wie Vasen oder Kerzenhalter finden sich in ihrer Wohnung (Foto: Yaël Abrot)
Sarah Lavoine liebt fremde Länder, zum Beispiel Marokko. Souvenirs wie Vasen oder Kerzenhalter finden sich in ihrer Wohnung (Foto: Yaël Abrot)

Ihre persönlichen Inspirationsquellen?

Happy Family: Sarah Lavoine mit ihren Kindern im Urlaub (Foto: Yaël Abrot)
Happy Family: Sarah Lavoine mit ihren Kindern im Urlaub (Foto: Yaël Abrot)

Meine Reisen, ich bin immer wieder gern auf Achse. Marokko und Asien haben es mir ganz besonders angetan. Ein paar Ethno-Elemente dürfen bei meinen Einrichtungsprojekten deshalb auch nicht fehlen. Ganz besonders inspiriert mich die farbenprächtige Architektur von Luis Barragan. Aber auch meine Kinder, mein Mann, sprich mein ganzer Clan inspirieren mich.

Last, but not least bitte ein paar Modetipps!

"Chez Moi - Leben wie eine Pariserin", 24,95 Euro, Knesebeck Verlag, erscheint am 21.09.2017
„Chez Moi – Leben wie eine Pariserin“, 24,95 Euro, Knesebeck Verlag, erscheint am 21.09.2017

Das klingt jetzt vielleicht schrecklich, aber zu Hause liebe ich es, im Trainingsanzug herumzulaufen. Es gibt da wirklich ein paar ganz tolle und elegante Modelle aus Flanell oder Baumwolle, etwa die von Journal Standard Luxe, James Perse oder Sundry. Meine Lieblingsjahreszeit ist aber sicher der Sommer, da sieht man einfach gesünder aus und die Kleider sind ultraleicht. Meine Basics: perfekt geschnittene Shorts aus Denim oder Baumwolle, Badeanzüge von Eres, T-Shirts aus Baumwolle mit V-Ausschnitt, schöne Sonnenbrillen, zum Beispiel die von Michel Klein by Gipsy Caravan, flache griechische Sandalen, weiße Tennisschuhe. Das ist meine Uniform.

Film der Woche: „Amelie rennt“ mit Shootingstar Mia Kasalo

Amelie ist dreizehn Jahre alt und leidet unter Asthma. Ihre Eltern schicken sie in eine Klinik nach Südtirol. Doch Amelie will sich von der Krankheit nicht ihr Leben diktieren lassen und wehrt sich gegen die Ärzte. Ein einfühlsamer Film für die ganze Familie mit Shootingstar Mia Kasalo („Das Pubertier“) in der Hauptrolle.

Die besorgten Eltern (Dennis Moschitto, Susanne Bormann) bringen Tochter Amelie (Mia Kasalo) in die Klinik (Foto: Lieblingsfilm / Martin Schlecht)
Die besorgten Eltern (Dennis Moschitto, Susanne Bormann) bringen Tochter Amelie (Mia Kasalo) in die Klinik (Foto: Lieblingsfilm / Martin Schlecht)

Worum geht es? Amelie (Mia Kasalo) lebt mit ihren Eltern (Susanne Bormann, Dennis Moschitto) in Berlin und ist ein echtes Großstadtmädchen. Dementsprechend wenig Motivation hat die 13-Jährige, als sie nach einem schweren Asthmaanfall von ihren Eltern in eine Klinik nach Südtirol geschickt hat. Berge, Einöde und lauter andere Kranke – nein, Danke! Auf die Vorschriften der Ärztin Dr. Murtsakis (Jasmin Tabatabai) reagiert Amelie trotzig – und rennt aus der Klinik davon.

Dr. Murtsakis (Jasmin Tabatabai) erklärt Amelie ihre Asthma-Erkrankung (Foto: Lieblingsfilm / Martin Schlecht)
Dr. Murtsakis (Jasmin Tabatabai) erklärt Amelie ihre Asthma-Erkrankung (Foto: Lieblingsfilm / Martin Schlecht)

Zum Glück trifft sie auf den 15-jährigen Bart (Samuel Girardi), mit dem sie eine abenteuerliche Bergbesteigung unternimmt und dabei feststellt, dass der rothaarige Junge vom Land doch netter und auch viel cooler ist als anfangs gedacht. Doch dann bekommt Amelie erneut einen Asthmaanfall…

Worum geht es wirklich? Um die häufig verbreitete Krankheit Asthma, die lebensgefährlich sein kann, und um ein aufmüpfiges Mädchen, dass sich davon nicht unterkriegen lässt. Gefilmt vor toller Bergkulisse in den Dolomiten. Die Deutsch-Kroatin Mia Kasalo spielt die Rolle der Amelie überzeugend und erfrischend. Die 13-Jährige Berlinerin ist inzwischen ein echter Nachwuchsstar. Aktuell ist sie in der ZDF-Serie „Das Pubertier“ neben Pasquale Aleardi und Chiara Schoras als rebellische Teenagertochter Carla zu sehen.

Unbedingt mitnehmen? Die Teenie-Tochter/den Teenie-Sohn und eine große Tüte Popcorn

"Amelie rennt" startet am 21. September 2017 in den Kinos
„Amelie rennt“ startet am 21. September 2017 in den Kinos

Unser Tipp: Zum Weltkindertag am 20. September gibt es in verschiedenen Städten bereits Previews von „Amelie rennt“, einen Tag bevor der Film regulär in den Kinos startet. In Berlin könnt ihr „Amelie rennt“ am 20.09. in folgenden Kinos sehen:

Union Filmtheater, 15.15 Uhr 

Central Berlin, 16.30 Uhr

Moviemento, 16.30 Uhr 

Tilsiter Lichtspiele, 16 Uhr 

Und hier gibt es den Trailer zum Film:

Brain-Food für Kids: Das gehört in die perfekte Lunchbox

Ob es nur ein kleines Frühstück ist, oder auch ein großes Lunchpaket – jeden Tag etwas gesundes für die Lunchbox vorzubereiten ist manchmal gar nicht so einfach. Und welche Nährstoffe unterstützen unser Kind im anstrengenden Schulalltag? Was gehört also rein, in die perfekte Brotdose? Die Ernährungsberaterin und Buchautorin („Schlaue Kinder essen richtig“) Astrid Laimighofer erklärt uns, worauf es ankommt.

Welche Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig für ein Schulkind und warum? In welchen Lebensmitteln sind sie unter anderem enthalten?

Astrid Laimighofer: Wichtige Mikronährstoffe für Schulkinder sind einige B-Vitamine – für die geistige Entwicklung, den Aufbau von Botenstoffen im Gehirn und für die Konzentration. B-Vitamine finden sich unter anderem in Geflügel, Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse oder Sonneblumenkernen. Omega-3-Fettsäuren haben für die Entwicklung der geistigen Fähigkeiten eine herausragende Bedeutung. Sie gibt es in erster Linie in pflanzlichen Ölen wie Rapsöl, Leinöl, Walnussöl und deren Samen, aber auch in Fischen wie Lachs oder Makrele. Daneben spielen noch Eisen für die Sauerstoffversorgung des Gehirns (Fleisch, Haferflocken, Hirse, Amaranth, Hülsenfrüchte), Zink als wichtiger Enzymbestandteil (Weizenkeimen, Fleisch, Fisch, Milch, Käse, Vollkornbrot) sowie Magnesium eine wichtige Rolle. Magnesium wird besonders in Stresssituationen vermehrt verbraucht und findet sich in Nüssen, Getreide, Haferflocken, Bananen oder Spinat.

Mal abgesehen vom klassischen Pausenbrot – welche Snacks bringen schnelle Energie und sind gesund?

Da gibt es beispielsweise Mischungen von Trockenfrüchten und Nüssen – auch bekannt als das Studentenfutter. Die Trockenfrüchte sorgen für relativ schnellen Blutzuckeranstieg und liefern Kalium. Die Nüsse sind mit den hochwertigen Omega-3-Fettsäuren perfektes Brainfood. Packen Sie Ihrem Kind nur öfter Nüsse in die Pausenbox. Eine kleine Handvoll ungeröstet und ungesalzen ist aber genug. Obstsorten wie Bananen oder Äpfel sind schnell eingepackt und ein feiner Snack für zwischendurch. Außerdem empfehle ich gerne selbstgemachte Energieriegel oder Powerkugeln. Gut geeignet ist auch ein kleiner Naturjoghurt mit Früchten oder auch ein kleines Müsli zwischendurch – aber bitte zuckerfrei.

Kinder sind bekanntlich wählerisch – wenn das dunkle Vollkornbrot immer wieder unangetastet zurück kommt, was empfehlen Sie als Ersatz? Worauf kommt es genau an bei der Wahl des „Sattmachers“?

Ein perfekte Pausenmahlzeit besteht aus Getreideprodukten, reichlich Obst und Gemüse, etwas Milchprodukt und ein Getränk. Gerade was das Brot betrifft, gibt es eine reiche Auswahl an Vollkornprodukten – es muss nicht das dunkle Pumpernickelbrot sein. In vielen Vollkornbroten ist das Getreide fein gemahlen. Machen Sie sich hier auf die Suche nach einem Brot, das Ihren Kindern schmeckt. Aber Achtung – viele dunkle Brote sind durch Malz dunkel gefärbt. Dann haben sie mit Vollkorn nicht mehr das Geringste zu tun. Alternativ passen auch Knäckebrot, Vollkorntoast oder ab und zu mal Tortillas aus vollem Mehl.
Oder probieren Sie das Brot abwechselnd mit Käsestückchen und Obst auf Spieße aufzustecken oder Brotwürfel, Brotkreise oder andere lustige Formen mit Frischkäse zu bestreichen. Der Toast wird im Dreieck geschnitten und die Tortillafladen mit viel Gemüse gerollt mitgegeben. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

Darf es auch mal eine kleine Nascherei sein? Zu was würden Sie da greifen?

In der Schule sollte Naschen im herkömmlichen Sinne grundsätzlich nicht erlaubt sein. Aus Erfahrung weiß ich, dass ein grundsätzliches NEIN hier leichter durchzuhalten ist, als „etwas“ Naschen. Süße Alternativen während des Schulvormittags sind Trockenfrüchte, selbstgemachte Früchteriegel, Müslikugeln oder -riegel oder Obstspieße. Ansonsten darf es natürlich schon eine kleine Naschportion pro Tag geben. Was Ihr Kind dann naschen will, bleibt ihm überlassen – Gummibärchen, Schokolade, Kekse – immer etwa nur eine kleine Handvoll.

Durch die Präsenz von Superfood und anderen Foodtrends in den Medien, fragt sich so mancher, was denn überhaupt noch gesund ist. Haben sie einen Tipp, wie der Umgang mit gesunder Ernährung einfach und entspannt sein kann?

Lassen Sie sich durch die vielen Medienberichte nicht verunsichern. Sie müssen auch nicht jedem Trend gleich hinterherlaufen. Viel frische, vor allem pflanzliche Lebensmittel und so oft wie möglich selber kochen sind der beste Start. Dadurch lernt Ihr Kind die Vielfalt unserer Lebensmittel kennen und schmecken. Verwenden Sie möglichst viel Bio-Produkte und auch regionale Produkte – dadurch sind Sie was die Schadstoffe angeht, auf der sicheren Seite. Bleiben Sie auch entspannt, wenn Ihr Kind mal eine Gemüsesorte nicht mag. Sie mögen schließlich auch nicht alles. Was mir außerdem noch wichtig ist: Nehmen Sie sich Zeit für gemeinsame Mahlzeiten.

Ein Lebensmittel, das unter anderem in den Medien immer mal wieder in Frage gestellt wird, ist Kuhmilch. Ist die klassische Schulmilch ein überflüssiges Relikt aus unserer Kindheit? Wieviel Milch oder Milchprodukte sollte ein Schulkind am Tag verzehren?

Kuhmilch wird auf der einen Seite zu sehr als der Kalziumlieferant hervorgehoben, andererseits aber auch sehr verteufelt. Wahr ist, dass Milch relativ einfach Kalzium liefert. Dieses wird gerade im Wachstum für Knochen und Zähne benötigt. Doch es ist dafür gar nicht so viel Milch nötig. Ein kleines Glas Milch, 2 Scheiben Käse und ein kleiner Joghurt sind ausreichend. Wenn Ihr Kind keine Milch mag, lässt sich der notwendige Kalzium- und Eiweißbedarf aber auch durch andere Produkte decken. So enthält beispielsweise grünes Gemüse ebenfalls viel Kalzium. Eiweiß gibt es auch in Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten oder Getreideprodukten.

Foto: Caroline Attwood on Unsplash

Homestory: Die Villa Kunterbunt der Innenarchitektin Julia Ballmaier

Innenarchitektin Julia Ballmaier bewohnt mit ihrem Mann Horst Ballmaier und ihren Söhnen Joshua (13), Oskar (8) und Otto (6) eine großzügige Altbauwohnung in Fulda. Die Einrichtungsexpertin liebt es bunt, kreativ und unkonventionell. LUNA-Autorin Anne-Catherine Scoffoni hat sie in ihrer persönlichen Villa Kunterbunt besucht. 

Fotos: Gwenn Dubourthoumieu

Nicht alle genießen das Vergnügen, jeden Morgen vom Duft frischer Brötchen geweckt zu werden. Julia Ballmaier und ihre Familie haben es. Direkt im Zentrum von Fulda, über einer Bäckerei in einem mittelalterlichen Haus, befindet sich die 124 Quadratmeter große Wohnung der Interior-Stylistin, Bloggerin (myhomeismyhorst.de) und Buchautorin („Wohnen unter 1.000 Euro“, Callwey Verlag). Die Mutter von drei Söhnen scheint über eine endlose Kreativität und Energie zu verfügen. Die Bäckerei unter ihrer Wohnung gehört übrigens ihrem Schwiegervater. „Näher bei unserer Familie zu sein war der Grund, warum mein Mann und ich vor acht Jahren zurück nach Fulda gezogen sind“, erklärt sie. Zuvor hatte die Familie in einem Apartment in München gewohnt.

„Die Wohnung in Fulda stand schon seit geraumer Zeit leer und ich hatte das Gefühl, dass sie nur auf uns gewartet hat und darauf, dass wir sie zu unserem Zuhause machen“, erzählt Julia Ballmaier. „Wir haben uns auf Anhieb in ihre krummen, dunklen Holzbalken verliebt. Jeder Winkel in diesem Haus hat seine eigene Geschichte“, schwärmt sie. Die obere Etage war seit 50 Jahren unbewohnt. „Sie befand sich in einem furchtbaren Zustand und war mit nutzlosem Kram gefüllt, den mein Schwiegervater dort aufbewahrt hatte.“ Es dauerte insgesamt 18 Monate, bis die umfassenden Renovierungsarbeiten abgeschlossen waren. Es wurde in ein neues Dach investiert, außerdem in ein modernes Heizsystem und komplett neue Stromleitungen. Die alten Holzdielen wurden abgeschliffen und neu eingelassen. Sie geben den Räumen eine warme Atmosphäre.

Eigentlich hatte Julia keinen besonderen Stil im Sinn, als es ans Einrichten der Wohnung ging, aber sie wusste von Anfang an, dass sie sich ein buntes, fröhliches Zuhause und kein lebloses Museum wünschte. Also wählte sie einfach viele ihrer Lieblingsdesigns und -farben und mixte alles kreativ zusammen.„Wenn es um Dekoration geht, inspiriert mich alles. Ich neige dazu, die Dinge in meinem Kopf zu speichern, bis das Ganze schließlich in der richtigen Mischung wieder auftaucht“, erklärt Julia. Und so finden sich fröhlich gemusterte Tapeten neben raren Fundstücken vom Flohmarkt, verschiedene Ikea-Möbel neben Vintage-Teilen.

Frischer Spirit für alte Räume

Wenn man seine Lebenswelt in eine 500 Jahre alte Wohnung verlegt, könnte als optisches Ergebnis durchaus ein eher traditioneller Raumcharakter entstehen. Aber genau das Gegenteil ist bei Julia Ballmaier der Fall. Alles in der Wohnung wirkt überaus lebendig und frisch. Julia beherrscht es meisterlich, das Weiß der Wände und Balken mit fröhlichen Tapeten und gemusterten Stoffen zu kombinieren. Das macht das Sofa im Wohnzimmer oder den Lampenschirm im Esszimmer zu Hinguckern, die trotzdem nicht vom Gesamtkonzept ablenken.

Das Resultat ist eine frische, einladende und ansprechende Atmosphäre. Besonders viel liegt Julia Ballmaier am Familienesszimmer. Es ist ein heller, gemütlicher Raum, man erkennt schon beim Betreten, dass er das Herzstück der Wohnung ist. Die Innenarchitektin liebt es, dort mit ihrer Familie zu sitzen. „Hier verbringen wir die meiste Zeit gemeinsam mit Brettspielen, Essen, Fernsehen, Hausaufgaben machen, Musik hören und allem, was Teil des Lebens ist“, erklärt sie.

Leuchtende Farben und wilder Mustermix im Wohnzimmer

 

Wichtig war für Julia auch die Gestaltung der Kinderzimmer. Sie wurden entsprechend der Persönlichkeit und dem Alter ihrer drei Jungs eingerichtet und dekoriert.

In Joshuas Zimmer wurde an der Rückwand des Kleiderschranks eine Tafel montiert: So lässt sich nicht nur der Schrank flexibler platzieren, Joshua hat zudem eine Möglichkeit, sich ganz nebenbei kreativ auszutoben. Das Highlight des Teenager-Zimmers ist die Sofaecke. Hier kann der 13-Jährige ungestört mit seinen Freunden abhängen. Das frische Türkis der Wände hat Julia in einigen Möbelstücken wieder aufgenommen, was angenehm harmonisch wirkt.

In Oskars und Ottos Zimmer geht es noch spielerischer zu. Hier wurde der Platz optimal mit zusätzlichen Schränken und einem Doppelbett genutzt. „Schön zu wohnen hat für mich gar nicht viel mit Geld zu tun, sondern vielmehr mit dem Mut, Dinge anders zu machen und der eigenen Intuition zu folgen. Ich denke nicht stundenlang nach. Ich vertraue einfach mir selbst“, sagt Julia Ballmaier. Mit ihrem sicheren Gespür hat sie es geschafft, ein lebendiges, buntes und familiäres Zuhause zu schaffen.

Film der Woche: Das Löwenmädchen

Der Herbst ist da, und mit ihm eine Menge spannender neuer Filme in den Kinos. Einen davon möchten wir euch diese Woche besonders ans Herz legen: Das Löwenmädchen nach dem gleichnamigen Roman von Erik Fosnes Hansen.

Aufgrund ihres Aussehens ist Eva eine Außenseiterin. Ihr Vater (Rolf Lassgård) schirmt sie von der Gesellschaft ab Foto: Christine Schröder
Aufgrund ihres Aussehens ist Eva eine Außenseiterin. Ihr Vater (Rolf Lassgård) schirmt sie von der Gesellschaft ab
Foto: Christine Schröder

Worum geht es? Im kalten Winter 1912 kommt in der norwegischen Provinz die kleine Eva zur Welt. Von ihren Eltern wurde sie herbeigesehnt, doch dann kommt alles anders: Evas Mutter stirbt bei der Geburt, und ihr Vater (Rolf Lassgård) kann mit dem Mädchen wenig anfangen. Denn Eva ist anders als andere Babys: Sie hat am ganzen Körper blonde Haare aufgrund eines genetischen Defekts. Der Vater schämt sich für das ungewöhnliche Kind und sperrt Eva im Haus ein, um sie von der Gesellschaft fernzuhalten. Doch je älter Eva (Mathilde Thomine Storm) wird, umso mehr zieht es das „Löwenmädchen“ nach draußen. Sie möchte zur Schule gehen, lernen und das Leben genießen – wie ganz normale Mädchen es auch tun. Unterstützung bekommt sie von ihrem Kindermädchen (Connie Nielsen) und einem Kollegen ihres Vaters, der ihr das Morsen beibringt. Evas Vater sucht unterdessen verschiedene Ärzte auf, um die seltene Krankheit seiner Tochter zu erforschen.

Verstehen sich gut: Eva (Mathilde Thomine Storm) und ihr Kindermädchen (Connie Nielsen) Foto: Christine Schröder
Verstehen sich gut: Eva (Mathilde Thomine Storm) und ihr Kindermädchen (Connie Nielsen) Foto: Christine Schröder

Worum geht es wirklich? Um ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Mädchen, dass aufgrund seines Äußeren eine Außenseiterin ist, aber angenommen und geliebt werden möchte wie alle anderen auch. Eine Parabel für mehr Toleranz und respektvollen Umgang miteinander. Die seltene Krankheit, die Eva hat und die sich in übermäßiger Körperbehaarung zeigt, gibt es übrigens wirklich. Hypertrichosis lanuginosa heißt die genetisch bedingte Erkrankung, sie wurde bereits in der Renaissance auf verschiedenen Bildern dokumentiert.

"Das Löwenmädchen", ab 14.09.2017 im Kino
„Das Löwenmädchen“, ab 14.09.2017 im Kino

Unbedingt mitnehmen? Das Löwenmädchen ist kein Streifen für krachende Unterhaltung, sondern vielmehr ein sehr leiser, anrührender und einfühlsamer Film mit schönen Bildern, tollen Schauspielern und einer Botschaft. Deshalb sollte man am besten eine nette Begleitung mitnehmen, die auch Sinn für solche Filme hat.