Spielzeug aus der Natur: Tipps und Ideen

Der beste Spielplatz ist in der Natur. Hier können die Kinder ganz ohne Spielzeug nur mit Naturmaterialien ihre Kreativität und ihren Bewegungsdrang ausleben. Wir haben Tipps von der Expertin Susanne Mierau von „Geborgen Wachsen“.

Text: Ragnhild Deschner

Kastanientiere basteln oder einen bunten Blätterstrauß sammeln: Für Kinder ist es ausgesprochen wertvoll, in der Natur zu spielen und mit der Entdeckung unterschiedlichster Materialien ihrer Fantasie freien Lauf lassen zu können. Steine können bemalt und so zum Dominospiel werden, Stöcke verwandeln sich in Pfeil und Bogen oder Wanderbegleiter. Der Entdeckergeist von Kindern ist unstillbar, sie sind neugierig auf ihre Umgebung und begegnen der Natur ganz ohne Furcht. Egal wie verwachsen die Waldpfade sind oder wie hoch der Baum ist, den es zu beklettern gilt.

Spielen mit Naturmaterialien
Kastanien eignen sich für viele kleine Bastelprojekte. @gettyimages

Wer das Spielen mit Naturspielzeug bei seinen Kindern fördern möchte, sollte einfach erst mal das Haus, die Wohnung oder den Spielplatz verlassen und sich an Orte begeben, wo noch weitgehend unberührte Natur zu finden ist. Das können Felder und Wildwiesen sein, der Stadtwald oder ein größerer Park. Alles, was auf das Verlassen der vertrauten Umgebung folgt, ist bei Kindern ganz intuitiv.

Wer jetzt noch immer ratlos ist, was das eigene Kind in der Natur wohl spielen könnte so ganz ohne Spielzeug, für den hat Susanne Mierau vom Blog „Geborgen Wachsen“ ein paar Tipps. Sie geht schon seit Jahren mit ihren drei Kindern in die Natur, für ausgelassene Spielnachmittage.

Ab welchem Alter können Kinder mit Naturmaterialien spielen?

Susanne Mierau: Wenn die Kinder sich allein in der Natur bewegen und eigenständig spielen sollen, kann man das gut ab vier Jahren ausprobieren. Aber auch mit den Kleinen kann man in der Natur sein und sich auf einen Waldspielplatz setzen oder aufs Feld gehen. Sie können Blumen und Gras pflücken oder Steine sammeln. Unsere Ausflüge entwickeln eine schöne Eigendynamik, da wir immer ein Picknick dabeihaben und viele Stunden draußen verbringen.

Warum ist es für Kinder so wichtig, mit dem zu spielen, was sie in der Natur finden?

Die Natur gibt alles her, was Kinder zum Spielen brauchen. Sie können sich frei bewegen und die Vielfältigkeit der Spielmöglichkeiten selbst entdecken. In der Natur ist nicht alles so vorgefertigt, wie es in Kinderzimmern oft der Fall ist. Außerdem ist es immer gut rauszugehen, wenn einem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Kinder haben draußen einfach mehr Platz als daheim. Das funktioniert immer, um Situationen zu entspannen.

Wie können Eltern kreativ werden, die das aus ihrer eigenen Kindheit vielleicht nicht kennen?

Meistens bringen die Kinder von sich aus Ideen mit und sammeln Steine und Äste und Schneckenhäuser und was man alles am Waldwegesrand findet. Ich hole mir dann Inspiration von Pinterest und gebe zum Beispiel „Steine“ und „Basteln“ ein. Man kann Steine zum Beispiel bemalen, ein Puzzle oder ein Tic-Tac-Toe-Spiel daraus machen … Stöcke können zum Stockmann gestaltet werden, weil das gerade das Lieblingsbuch der Kinder ist. Das Internet quillt über von Ideen.

Nehmt ihr auch Bastelmaterialien mit dazu, um die Naturfunde zu verarbeiten?

Wir haben inzwischen ein ganzes Regal, in dem verschiedene Schachteln mit Kleber, Holzscheiben, Knöpfen, Glasperlen, Blättern stehen. Also lauter kleine Sachen, die kreativ zu den Naturmaterialien genutzt werden können. Die Größeren haben bei uns oft eigene Ideen, was sie damit machen wollen, und bei dem Kleinen überlegen wir gemeinsam, was man aus einem Blatt oder dem Stein basteln könnte.

Spielen mit Naturmaterialien
Mit Steinen lassen sich viele neue Spiele kreieren, wie hier eines über menschliche Organe. @Susanne Mierau

Was sind deine Lieblingsmaterialien aus der Natur? Und was kann man alles mit ihnen machen?

Ich finde Steine super. Die kann man vielfältig einsetzen. Wir haben mal ganz kleine Steine gesammelt, diese mit Goldfarbe angemalt und als Goldstücke für die Kasse im Kaufladen verwendet. Das fanden die Kinder toll. Wir haben sie auch auf einem Kindergeburtstag in Sand eingegraben, damit die Kinder einen „echten“ Schatz suchen konnten. Auch das kam sehr gut an. Stöcke sind sehr vielfältig. Die Großen schnitzen ganz viel und bauen daraus Bogen oder Zauberstäbe. Im Frühling und Sommer sind Blüten schön. Die pressen wir und machen damit Briefpapier. Kinder haben ein ganz eigenes Auge für Ästhetik, was oft ins Basteln mit einfließt.

Unser Tipps für Spiele mit Naturmaterialien:

  • Kastanien eignen sich ganz wunderbar um Männchen daraus zu machen. Aber auch bemalt mit einem weißen Folienstift sehen sie schön aus. Man kann Gesichter darauf malen, ein lustiges Memoryspiel kreieren oder Zahlen auf die Kastanien schreiben und sie zu einer ungewöhnlichen Währung im Kaufladen werden lassen.
  • Stöcke sind vielfach verwendbar. Im Wald lassen sich daraus Hütten bauen, an einem kleinen Bach braucht man sie um Staudämme aufzuschichten. Natürlich lassen sich auch Pfeil und Bogen daraus schnitzen (für größere Kinder).
  • Aus biegsamen Zweigen der Trauerweide lassen sich wunderschöne Untersetzer flechten oder eben kleine Körbe.
  • Tannenzapfen sind nicht nur für die Weichnachtsdekoration schön. Aus ihnen lassen sich Girlanden auffädeln, angemalt oder gesprüht mit Farbe sehen sie sogar richtig schick aus.
  • Eicheln können entweder zu kleinen Eichelmännchen verbastelt werden. Angemalt mit Pastelltönen und in eine schöne Schale gelegt geben sie eine schöne Kinderzimmerdeko ab.

Wer noch mehr Inspirationen und Ideen für das Bearbeiten seiner Fundstücke aus Wald und Wiese sucht, dem sei das Buch „Basteln mit Natur“ von Pia Deges ans Herz gelegt (frechverlag 2016, 16,99 Euro).

Am wahrscheinlichsten ist aber, dass die Kinder ganz von selbst auf die tollsten Ideen kommen, was sie alles mit Naturmaterialien anstellen können. Frohes Basteln!

Andrea Hejlskov lebt mit ihrer Familie ganz minimalistisch im Wald. Ein interessantes Aussteigerkonzept.

Bilder: Gettyimages, Susanne Mierau privat

Interview mit Designer-Duo: Kindermöbel von Cucú Berlin

Die Hauptstadt hat designmäßig einiges zu bieten. Neu auf dem Markt, das Gründer-Duo Cucú. Ein Studio für Workshops und gleichzeitiges Label für Kinder. Kindermöbel, mit denen wir einzigartige Erinnerungen im Leben unserer Kids schaffen. Inspirierend und offen haben die beiden Gründer uns Rede und Antwort gestanden!

Das Design-Duo hinter dem Konzept. Ixmucané und Jacob sind Eltern einer Tochter.

Hochwertige Kindermöbel, klares Design und natürlich reichlich Spielspaß

In ihrem Studio designen Ixmucané und ihr Mann Jacob maßgefertigte Möbel. Ihr Fokus liegt hierbei auf Nachhaltigkeit und hochwertig verarbeiteten Materialien. Mehr über ihr Konzept und ihre ersten Serienmöbel erfahrt ihr in unserem Gründerinterview.

Welche Idee steckt hinter eurem Start-up?

Die Idee hinter CUCÚ ist es, aus ausgewählten natürlichen Materialien Möbel und andere Produkte für Kinder zu kreieren, welche den Lebensraum ergänzen, nicht dominieren. Wir wollen Objekte im Raum schaffen, durch die der Geist wandern kann.

Wir glauben nicht an das perfekte Kinderzimmer, welches aus dem Katalog bestellt werden kann. Jedes Heim hat seine eigene Konstellation, die vom Kind entdeckt wird und sich mit der Zeit verändern kann. Abgesehen von der menschlichen Begleitung der Eltern, fängt die frühkindliche Entdeckungsreise alltäglich beim Erwachen in einem Bettchen an: Es beginnt mit dem Sehen von Formen, Farben, Mustern und Kontrasten, welche dann durch das Ertasten von Texturen und Materialen verinnerlicht werden. Es folgt der Blick in das Zimmer und der natürliche Drang dieses zu erforschen. Wenn man sich das Erwachen eines Kindes als den Beginn einer Entdeckungsreise vorstellt, scheint es fast absurd, dass klassischerweise an dieser Stelle Gitter im Wege stehen.

Unsere Vision ist es, eine sichere und geborgene aber auch inspirierende Welt zu schaffen in der sich Kinder frei bewegen und ihre Sinne und Phantasien kennenlernen können. Viele Designs für Kinder präsentieren eine fertige Darstellung, z.B. ein Bett in Form eines Piratenschiffes etc.. Wir glauben, dass diese Art von Design die fantastische Fähigkeit von Kindern unterschätzt, mit ihrer Phantasie jeden Gegenstand in das zu verwandeln, was sie sich wünschen – und dadurch das Streben zur Unabhängigkeit behindert wird.

Ihr seid Eltern einer Tochter, inwiefern spielt sie eine Rolle bei eurer Gründungsidee und dem Design ?

CUCÚ ist geboren aus Beobachtungen. Beobachtungen, nicht nur von unserer eigenen Tochter und von Kindern in unserem Umfeld Berlin, einer sehr kinderreichen Stadt. Sondern auch aus der Beobachtung, dass es immer mehr Eltern gibt, die, genau wie wir, alte Normen der Erziehung hinterfragen und neue suchen.

Das erste Bettchen haben wir für unsere Tochter gestaltet und gebaut. Es begann mit einem Ideenaustausch kurz vor der Geburt. Wir sahen das Bett als einen Ort, an dem man sich ausruhen und dennoch spielen kann. Ein geräumiges und offenes Bett, welches zur Bewegung einlädt. Damals waren wir noch weit entfernt von dem Gedanken ein Label daraus zu machen, aber uns gefiel die Idee und dieses erste Bettchen.

Unsere Tochter hat sechs Jahre darin geschlafen. Dadurch, dass es von der Grundgestalt und Funktion dem Bettchen von CUCÚ sehr ähnelt, ist das Produkt quasi eine sechs Jahre lange Testphase durchlaufen. Dabei haben sich viele unserer Ideen bestätigt und wir konnten einiges an dem Design verbessern.

Cucú „The Bed“, ca. 1.160€

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich euer Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?

Das Konzept „phantasieanregendes Design und Unabhängigkeit für Kinder“ war von Anfang an dabei. Die Gestaltung selber ging natürlich durch verschiedene Phasen, um aus einer Idee und einem Prototypen ein fertiges Produkt zu machen.

Irgendwann kam dann der Gedanke, dass man ein Label gründen könnte, über welches wir mehr anbieten können, als allein das Bett. Das Kissen kam dazu und die Astros – organische Bausteine aus Holz. Und weiter Produkte werden folgen.

Der Kindermöbelsektor wächst stetig. Wie grenzt ihr euch vom restlichen Markt ab?

Wir leben in einer Gesellschaft des schnellen Konsums – der billigen Massenproduktion. Trotzdem gibt es einen Markt für „langsameren“ Konsum. Das heißt, für regionale Kleinserien von langlebigen Produkten, mit einem großen Anteil an Handarbeit und ökologisch vertretbaren Materialien. Wir möchten Menschen erreichen, die darin einen Wert sehen und denen Nachhaltigkeit und faire Produktion wichtiger sind als den günstigsten Preis zu ergattern.

Unser zentrales Produkt, ein gitterloses Baby-/Kinderbett, ist bis dato nicht auf dem Markt zu finden. Damit haben wir uns schon von der allgemeinen Tendenz, mal teurere und mal günstigere, sich aber immer gleichende Gitterbetten auf den Markt zu bringen, distanziert. Aber auch mit weiteren Produkten möchten wir einen Kontrast setzen zu rosa Blümchen und blauen Rennautos. Wir gestalten unisex, mit einem Schwerpunkt auf frisches und durchdachtes Design mit hochwertigen, als auch natürlichen Materialien.

Kissen „Meadow“ von Cucú Berlin, ca. 145€

Welche Märkte wollt ihr mittel- und langfristig erobern?

Im oben beschriebenen Sinne der Nachhaltigkeit sprechen wir mittelfristig Familien an, die kurz vor der Geburt stehen, die sich Gedanken über ein erstes Bettchen und ein passendes, multifunktionales Stillkissen machen.

Langfristig wollen wir auch Familien mit schon größeren Kindern ansprechen. Kids, deren Kinderzimmer kein Babyzimmer mehr ist und deren „Entdeckungsreise“ schon auf andere Weise stattfindet. Dabei sind wir auch daran interessiert, das innere Kind im Erwachsenen zu wecken. Durch Objekte Situationen schaffen, in denen die Erwachsenen in die Kinderwelt integriert werden und nicht umgekehrt.

Wo seht ihr Cucú in fünf Jahren?

Mit dem ständigen Bestreben, unsere Designprozesse zu verbessern und einen respektvollen Umgang mit unserer Umwelt zu wahren, möchten wir uns als kleines Label erhalten. Teil des Charms, den wir vermitteln und den unsere Produkte verkörpern, liegt in dem familiären, als auch ethischen, ökologischen und regionalen Charakter unserer Marke. Und das möchten wir beibehalten.

In  diesem Sinne, wollen wir in den kommenden Jahren einzelne Produkte der Kollektion beifügen. Beispielsweise sind wir grad an einer Kleinserie von Kinderteppichen aus Wolle beschäftigt. Aber auch andere Produkte sollen folgen.

Uns interessiert euer Familienalltag. Wie sieht ein typischer Tag mit Kind und Arbeit bei euch aus?

Wir genießen die einfache, aber kreative Lebenskunst, mit der man in Berlin leben kann. Man findet eine unkomplizierte Gegenseitigkeit im Kiez, die inspiriert und die Stadt, trotz ihrer Größe, sehr kinderfreundlich macht.

In unserem Designstudio mit Textil- und Holzwerkstatt arbeiten wir mit kreativen Prozessen und verschiedenen Materialien. Es ist uns wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, die Fokus hat, aber auch offen ist für Spontaneität, Musik und Begegnungen mit Freunden. Wir freuen uns wenn wir Kinder zu Besuch haben, die den wilden Garten entdecken oder mit Holzresten, Farben oder Garnen experimentieren.

In unserem Leben freuen wir über Begegnung mit verschiedenen Menschen. Gleichzeitig bleiben wir in enger Beziehung zu unseren kulturellen Hintergründen (Lateinamerika und Afrika). So ist unser Leben eine Inspirationsquelle und des Öfteren Teil der Gestaltungsprozesse.

Umgekehrt als Höhle oder normal aufgestellt als entspannter Pausen-Ort. Ein Bett, das definitiv viel kann!

Was sind die Herausforderungen für eure Familie aufgrund der Selbstständigkeit und was funktioniert so besonders gut?

Die Selbstständigkeit bringt gewisse Bewegungsfreiheiten mit sich, selbstverständlich aber auch Verantwortungen, die man als Angestellter vielleicht nicht hätte. Als Familie können wir uns sehr gut daran anpassen, mal nimmt man sich einen Tag frei – und des öfteren arbeiten wir am Wochenende oder in den späten Abend hinein. Als große Herausforderung sehen wir das nicht, eher als Chance das Leben spontan und flexibel zu gestalten.

Vielen Dank für das inspirierende Gespräch Cucú Berlin und viel Erfolg für eure Zukunft!

Alle Bilder: Cucú Berlin

Saisonal kochen: 3 wärmende Herbst-Rezepte

„Der Frühling ist zwar schön, doch wenn der Herbst nicht wär, wär zwar das Auge satt, der Magen aber leer“ – so sagte einmal der deutsche Dichter Friedrich von Logau und damit sind wir voll einverstanden. Die Saison mit gelben Blättern und kurzen Tagen lädt uns ein, zu Hause zu bleiben. Es ist daher der ideale Zeitpunkt, um sich auf wohltuende Dinge wie das Kochen zu konzentrieren! Dann zeigen wir euch 3 tolle Rezepte, die genau richtig für die kalte Jahreszeit sind.

Herbstliche Rezepte: die Freude am gemeinsamen Essen

Regentage und kalte, graue Wochenenden verleiten sicherlich nicht dazu, zu viel Zeit draußen zu verbringen. Aber wer Kinder hat, weiß mit Sicherheit, dass Langeweile immer schnell aufkommen kann. Obwohl den ganzen Tag lang spielen für Kinder eigentlich eine traumhafte Vorstellung ist, irgendwann kommt dann doch der Satz „Mir ist sooo langweilig…“. Da ist es gut, eine gemeinsame Aktivität zu finden, die auch pädagogisch wertvoll ist. Kochen gehört definitiv dazu. Man lernt den Umgang mit der Waage, wie man zählt und addiert und welche Nahrungsmittel saisonal sind. Wir präsentieren euch diese Rezepte eines Buches, das speziell für die Herbsttage mit Familie konzipiert wurde.

Das Winterkochbuch für die ganze Familie

„Annabelles Winter Kochbuch – Entspannte Ferien mit Familie und Freunden“ ist für die tollen gemeinsamen Momenten, die man mit Familie und Freunden verbracht. Obwohl es auf Sieben Kapiteln für sieben Ferientage entsteht, kann man auch ruhig die leckeren Rezepte für den Alltag benutzen. Man findet also somit für jeden Tag Vorschläge für Frühstück, Mittagessen, Tee und Abendessen. Und da es ein Familienbuch ist, schlägt die Autorin vor, am Anfang der Woche eine Liste für die Arbeitsteilung zusammenstellen, wobei auch die Youngsters inkludiert werden. Und wenn das alles noch nicht genug ist, gibt es am Ende des Buches auch noch einen Teil, der den Gemeinsamenspielen nach dem Essen gewidmet ist.

Saisonal kochen: 3 herzerwärmende Herbst-Rezepte

Erbsen-Minze-Suppe mit Schwarzbrot-Croûtons

Zutaten für 6 Personen:

  • 3EL Butter
  • 1 Zwiebel, grob gehackt
  • 700 g Erbsen, gefroren
  • 1 l Gemüsefond
  • 200 ml Milch
  • 2EL frische Minze, grob gehackt
  • 1TL Zucker
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle

Croûtons:

  • 3 Scheiben Schwarzbrot, in Würfeln geschnitten
  • etwas Pflanzenöl zum Andünsten
  • Salz

Butter in einem Topf schmelzen und bei mittlerer Hitze die Zwiebel glasig dünsten. Erbsen, Fond und Milch hinzufügen und etwa 8 Minuten köcheln. Die Suppe mit der Minze in einem Standmixer fest pürieren, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Falls der Standmixer nicht stark genug ist, kann man die Suppe eventuell noch durch ein Sieb passieren.

Für die Croûtons das Öl in einer Pfanne erhitzen, Brotwürfel darin frittieren, bis sie knusprig sind. Aus der Pfanne nehmen, mit Küchenpapier abtupfen, salzen.

Die Suppe mit den Croûtons servieren.

TIPP

Veredelt wird diese rustikale Suppe durch ein Stück geräuchertes Forellenfilet. Kinder dagegen lieben in Scheiben geschnittene Frankfurter als Suppeneinlage – und alle sind glücklich!

Kürbis-Radicchiosalat mit Mozzarella

Zutaten für 6 Personen:

  • 600 g Hokkaido-Kürbis,
    in fingerdicke Streifen geschnitten
  • etwas Olivenöl Chiliflocken
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 100 g Vogerl- oder Feldsalat
  • 1/2 Radicchio,
  • in Streifen geschnitten
  • 2 Päckchen Mozzarella,
    in Stücke zerteilt
  • 1/2 Granatapfel, Kerne
  • 100 g Kürbis- und Sonnenblumenkerne

Dressing:

  • 5 EL Olivenöl
  • 3 EL Balsamico Essig
  • 1 TL Ahornsirup
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle

Backofen auf 200 °C vorheizen.

Öl, Chili, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer vermengen und Kürbisstücke darin wälzen. Im Ofen ca. 20–25 Minuten rösten. Die Kerne ebenfalls ein paar Minuten im Ofen rösten, bis sie knusprig sind, salzen.

Für das Dressing die Zutaten gut vermengen. Auf einem großen Teller die beiden Salate anrichten, Kürbis, Mozzarella und Granatapfelkerne darauf verteilen.

Dressing darüber träufeln und mit den Kernen dekorieren.

TIPP

Natürlich kann eine andere Kürbissorte verwendet werden,
wie beispielsweise Butternusskürbis, wobei man allerdings in diesem Fall die Schale entfernen muss. Auch geröstete Pinienkerne passen sehr gut zu diesem herzhaften Winter-Salat.

Apfel Tarte Tatin mit Gewürzen

Zutaten für 6 Personen:

  • 5 säuerliche Äpfel, geschält, entkernt und in Segmente geschnitten
  • Saft einer halben Zitrone
  • 80 g Butter
  • 80 g brauner Zucker
  • 1 Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • 1 Vanilleschote, aufgeschnitten
  • 1 Packung Blätterteig
  • 250 ml Schlagobers, geschlagen, oder Crème Double

Den Backofen auf 220 °C vorheizen.

Die geschälten Apfelstücke in etwas Zitronensaft schwenken, damit sie nicht braun werden.

In einer ofenfesten Pfanne (ø ca. 28 cm) Butter mit Zucker schmelzen. Sobald die Butter geschmolzen ist und der Zucker sich aufgelöst hat, Zimtstange, Sternanis und Vanilleschote in die Pfanne legen. Nun die Apfelspalten gleichmäßig hineinlegen. Auf mittlerer Hitze den Zucker unter den Äpfeln karamellisieren. Das kann eine Weile dauern, nicht umrühren!

Nun das Ganze mit dem Blätterteig bedecken. Falls er zu groß ist, die Seiten nach innen einschlagen.

Im vorgeheizten Backofen 20 Minuten knusprig goldbraun backen. Sofort auf einen großen Teller stürzen, sodass die Äpfel nach oben schauen. Warm mit Schlagobers servieren.

TIPP

Dieser französische Klassiker schmeckt warm am besten.
Wenn vor dem Essen wenig Zeit ist, kann man den Kuchen allerdings vorbacken und vor dem Servieren nochmals kurz aufwärmen.

Autorin: Annabelle Knaur
Titel: Annabelles Winter Kochbuch
Untertitel: Entspannte Ferien mit Familie und Freunden
Softcover, 168 Seiten
ISBN: 978-3-033-07829-1
Auslieferung DE: KNV Zeitfracht; AT: Medien Logistik; CH: AVA Barsortiment
Preis: AT/DE: 29,90€; CH: 35,00 Fr
Erscheinungsdatum: 14. September 2020

Bilder:

  • Nuno Filipe Oliveira für den Titel
  • Xabier Mendiola für die Rezept Fotos

Experten-Interview: Kinder brauchen Freiräume

Gerade heute tun sich viele Eltern schwer, ihre Kinder loszulassen. Stichwort: Helikoptereltern. Wir haben mit den Psychologinnen und Autorinnen Stefanie Stahl und Julia Tomuschat darüber gesprochen, wie der Spagat zwischen Liebe und Loslassen gelingen kann.

Der Titel Ihres Buches „Nestwärme, die Flügel verleiht“ klingt auf den ersten Blick paradox. Ein warmes, gemütliches Nest möchte man doch am liebsten gar nicht verlassen. Trotzdem ermutigen Sie Eltern, ihren Kindern mehr Freiräume zu lassen. Wie soll das aussehen?

>„Ein kuscheliges Nest möchte man nicht verlassen“, denken wir, aber eigentlich ist genau das Gegenteil richtig. Schenken unsere Eltern uns ausreichend Liebe und Zuneigung, bauen wir eine gute Bindung auf. Die Bindung ist die Basis dafür, dass wir flügge werden und das elterliche Nest verlassen können. Schließlich haben wir auch ein angeborenes Bedürfnis nach Freiheit und Selbstständigkeit. Viele Kinder sind heutzutage überbehütet, ihre autonome Entwicklung wird hierdurch eingeschränkt. Wenn die Eltern ihren Kindern ein sicheres Bindungsgefühl vermitteln, dann vertrauen sie eben auch darauf, dass ihre Kinder altersangemessene Herausforderungen ohne ihre Hilfe bewältigen, und dieses Zutrauen stärkt das Selbstwertgefühl und die Autonomie der Kinder.

Die richtige Mischung aus Nähe und Distanz ist für jede Beziehung eine Herausforderung. Welche Rolle spielen die Bindungsstile der Eltern?

Die eigenen Bindungsstile spielen eine wichtige Rolle. Wenn ein Elternteil selbst eine unsichere Bindung aus seiner Kindheit erworben hat und dies nicht ausreichend reflektiert, dann kann es passieren, dass er seinem eigenen Kind auch zu wenig Geborgenheit vermittelt. Oder sein eigenes Defizit überkompensiert und sein Kind zu stark an sich bindet und überbehütet. Stichwort „Helikoptereltern“, die nur um ihr Kind kreisen. Von unseren Eltern haben wir gelernt, wie Beziehung geht. Deshalb regen wir in unserem Buch dazu an, immer wieder zu reflektieren: Welche Erfahrungen habe ich als Kind gemacht? Konnten meine Eltern meine Bedürfnisse nach Nähe und Zuneigung erfüllen? Und haben sie mich dabei unterstützt, eigenständig zu sein und auf eigenen Beinen zu stehen?

Sie unterscheiden zwischen autonomen und angepassten Eltern. Können Sie das bitte einmal kurz erklären?

Viele Menschen sind innerlich nicht ganz in der Balance zwischen Bindung und Autonomie. Menschen, deren innere Balance zugunsten der Bindung gestört ist, sind häufig überangepasst, weil sie so danach streben, angenommen zu sein. Auf der Elternebene bezeichnen wir diesen Typ als angepasst.

Angepasste Eltern haben eine tiefe Sehnsucht nach Nähe und Zugehörigkeit. Das hat viele schöne Facetten. Vor allem kleinere Kinder brauchen ja viel Nähe. Aber die Gefahr besteht, dass sie ihr Kind zu eng an sich binden. Angepasste Eltern tun sich tendenziell schwer damit, ihr Kind als eigenständigen, von ihnen getrennten Menschen wahrzunehmen, was dazu führen kann, dass sie das Kind verwöhnen, überbehüten und ihm zu wenig Freiräume zugestehen. Bei angepassten Eltern ist das Nähebedürfnis überbetont.

Autonome Eltern sind zugunsten der Autonomie aus dem inneren Gleichgewicht, sie brauchen viel eigene Freiheit. Sie können es deshalb gut aushalten, wenn ihr Kind eigene Wege geht. Das ist die positive Seite. Allerdings fühlen sich autonome Eltern im durchgetakteten Familienalltag manchmal in die Enge getrieben. Gerade mit kleinen Kindern oder Babys gibt es ja wenig Freiräume. Deshalb ist es für autonome Eltern besonders wichtig, dass sie sich Auszeiten zugestehen.

Oft hat man heutzutage das Gefühl, Eltern möchten eher die besten Freunde ihrer Kinder sein als Erziehungsberechtigte. Teilen Sie diese Beobachtung?

Jein. Im Gegensatz zu früheren Erziehungsstilen, wo es ein klares Oben und Unten gab und die Kinder gehorchen mussten, bemühen sich heute die meisten Eltern darum, eine kooperative Beziehung zu den Kindern herzustellen. Soziologen beobachten einen Wandel von der autoritären Erziehung hin zur Verhandlungsfamilie, wo Kinder bei Entscheidungen gehört und beteiligt werden. Und das ist ja zunächst einmal ein Fortschritt! Manchmal schießen die Eltern bei ihrem Bemühen um Partnerschaftlichkeit allerdings über das Ziel hinaus. Dann verlassen die Eltern die Elternebene und es wird unter Umständen zu freundschaftlich. So etwas passiert vor allem den angepassten Eltern.

Warum ist es für die Eltern-Kind-Beziehung nicht förderlich, sie allzu freundschaftlich zu gestalten? Wo brauchen Kinder klare Grenzen?

Schwierig wird es, wenn Eltern innerlich zu sehr mit ihren Kindern verschmelzen. Dann fällt es den Eltern schwer, sich abzugrenzen und auch einmal Nein zu sagen. Aber Kinder brauchen Grenzen, um sich weiterzuentwickeln.

Wir meinen, dass Grenzen die Autonomie, also die Freiheit, erst ermöglichen. Das klingt zunächst paradox, aber ein Beispiel mag das illustrieren: Ich kann meinen sechsjährigen Sohn nur dann alleine (autonom) zum Bäcker schicken, um für die Familie Brötchen zu holen, wenn ich mich darauf verlassen kann, dass er anschließend nach Hause kommt und nicht etwa auf den Spielplatz geht oder seinen Freund besucht.

Kinder Freiräume

Kinder sollen früh gefördert werden, Eltern sollen sich bemühen: Das klingt nach Druck von allen Seiten. Wie können sich Eltern denn überhaupt noch entspannen?

Sich im Dschungel der Ansprüche und Anforderungen an moderne Elternschaft zu behaupten ist ganz schön schwer. Da ist es hilfreich, wenn wir unseren eigenen roten Faden kennen und uns fragen: Was ist uns eigentlich in der Erziehung unserer Kinder wichtig? Was sind unsere Erziehungsideale?

Wenn ich das weiß, habe ich eine Entscheidungsgrundlage und kann den ein oder anderen übertriebenen Anspruch auch besser abwehren. In unserem Buch geht es ja nicht nur um Bindung und Autonomie, sondern damit einhergehend auch um das Selbstwertgefühl der Eltern. Auch dieses versuchen wir zu stärken: Je selbstsicherer ich mich als Elternteil fühle, desto freier und gelassener kann ich entscheiden, was meine eigenen Werte in der Erziehung sind. Hierdurch lasse ich mich von äußeren Erwartungshaltungen nicht so schnell in die Enge treiben.

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Wie schaffen es Eltern, ihre Ängste nicht auf ihre Kinder zu übertragen, sondern ihnen trotzdem ein Gefühl von Sicherheit zu geben?

Eigentlich haben fast alle Eltern Angst um ihre Kinder. Eine Mutter hat uns gesagt, dass die Angst um ihre Tochter für sie ab dem ersten Tag dazugehört hat, wie eine Begleitmusik zur Elternschaft. Das geht vielen Eltern so. Jetzt entsteht natürlich die Frage: Was machen wir mit dieser Angst? Wenn wir sie ungefiltert an unsere Kinder weitergeben, verängstigen wir sie. Die Angst braucht also ein Gegengewicht und das ist das Vertrauen ins Leben. Die kölsche Weisheit „Et hätt noch immer jot jejange“ drückt das ganz wunderbar aus.

Dieses Vertrauen ins Leben hilft uns, unsere Kinder weniger ängstlich zu betrachten. Zudem kann auch eine rationale Betrachtung der eigenen Angst weiterhelfen. Der Verstand weiß nämlich meistens gut zu unterscheiden, welche Ängste angemessen und welche übertrieben sind. Ansonsten kann hier auch das Gespräch mit Freunden oder Fachleuten helfen, zu einer realistischen Einschätzung zu kommen. Übertriebene Ängste sollten keinesfalls auf das Kind projiziert werden, sondern „therapiert“ werden.

Die Kleinkinder- und Grundschulzeit läuft in vielen Familien noch relativ harmonisch ab. Oft kommt der Bruch mit der Pubertät. Dann fangen Kinder an, flügge zu werden und das warme Nest zu verlassen. Können Sie Tipps für diese Phase geben? Was hilft Eltern – und Kindern?

Im Grunde genommen geht es auch in der Pubertät wieder um Bindung und Autonomie. Eltern müssen die Bande lockern, aber auch nicht zu früh. Deshalb heißt der erste Tipp: „Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem pubertierenden Sohn/Ihrer pubertierenden Tochter.“ Darüber hinaus heißt es: „Nerven behalten!“ Das gelingt umso leichter, je stabiler der eigene Selbstwert ist. Dann müssen wir die pubertären Auswüchse nicht persönlich nehmen. Vielen Eltern hilft es in dieser Zeit, sich daran zu erinnern, dass man ja eine gute Beziehung hatte.

Mit anderen Worten: Eltern sollten darauf vertrauen, dass die Beziehung, die sie im Vorfeld aufgebaut haben, trägt. Und irgendwann kann man mit den Kindern wieder ganz normal reden. Versprochen!

Also ist Loslassen doch, auch aus Ihrer persönlichen Erfahrung, der einzige Weg? Wie kann man das Loslassen üben?

Eigentlich fängt das Loslassen schon sehr früh an. Spätestens wenn das Kind in die Kita kommt, müssen die Eltern sich verabschieden und ein Stück loslassen. Die Notwendigkeit loszulassen steigert sich dann über die nächsten Jahre mit Einschulung und Pubertät bis zum Tag des Auszugs von zu Hause. Loslassen geht immer mit Trauerarbeit einher. Wir kommen nicht darum herum – und je bewusster wir uns dem Schmerz stellen, umso versöhnter können wir damit sein, dass unser Kind seine eigenen Wege geht.

Die Autorinnen

Bilder: Gettyimages

Diversity: 18 Spielzeuge rund ums Thema Vielfalt

Es liegt an uns Erwachsenen, unsere Kinder schon von Beginn an für die wunderbare Vielfalt in unserer Welt zu begeistern. Oder auch sie begeistert zu lassen. Stichwort: Toleranz. Stichwort: Diversity. Hierbei spielt es keine Rolle, ob wir Eltern, Großeltern, Onkel oder Tanten sind.

Wir zeigen euch die Spielzeuge rund ums Thema Vielfalt.

Dünn, dick, groß oder klein, helle Haut oder dunkle Haut – Menschen sind verschieden. Wie eintönig wäre diese Erde ohne all unsere Unterschiede! Was wir unseren Kindern aber vermitteln wollen, ist das dass niemand mehr oder weniger wert ist oder aufgrund seines Aussehens anders behandelt werden darf. Deshalb ist es wichtig, schon im Kinderzimmer für Vielfalt zu sorgen.

Wir sind uns einig: die Vielfalt, die unsere Welt bietet, ist wunderschön. Sie ist bereichernd, für jeden einzelnen.

Puppen mit unterschiedlicher Hautfarbe

Präsenz ist wichtig! Gerade BoC oder PoC Kinder oder brauchen Spielzeug, in dem sie sich repräsentiert sehen. Und für weiße Kinder muss deutlich sein: es gibt nicht nur eine Hautfarbe.

Schaut euch diese bezaubernden Puppen an. Wir sind uns sicher, eure Kinder werden diese nicht mehr aus den Händen geben wollen.

Diversity: die Hautfarben unserer Welt

Natürlich brauchen auch alle Malbegeisterten die passende Ausstattung um die Realität abbilden zu können. Wachsmaler, Buntstifte, Fasermaler oder Marker  – für jeden Hautton findet ihr hier die passende Stiftfarbe.

Übrigens! Alle Erlöse für die Stifte von Hautfarben-Buntstifte fließen zu 100% in die gemeinnützigen Integrationsprojekte von GoVolunteer.

Vielfältiger Bastelspaß

Zwei einfache, kreative und auch erheiternde Bastelbeschäftigungen zeigen wir euch als letzte Beispiele.

Bei dem ersten Aufkleber-Set können die tollsten Frisuren kreiert werden. Gesichter unterschiedlicher Charaktere können erfunden und zum Leben erweckt werden.

Bei der Stickerauswahl von Poppik können Kleidungsstücke als Outfits kombiniert werden. Gemeinsam ziehen die gebastelten Freundinnen dann durch das imaginäre Paris.

Titel-/Teaserimage:Gettyimages