Gut sehen zum Schulstart und darüber hinaus: Myopievorsorge bei Kindern beginnt spätestens mit sechs!

Die ersten Monate als Erstklässler liegen hinter ihnen, und die meisten Kinder haben sich an den neuen schulischen Alltag mit Lesen, Schreiben und dem sozialen Miteinander gewöhnt. Sicher hat auch jeder sein Kind nach bestem Gewissen mit Liebe und Fürsorge auf den Start in den neuen Lebensabschnitt vorbereitet. War auch ein Sehtest dabei? Wenn nicht, raten Experten heute dazu, vorsorglich im Alter von sechs Jahren und anschließend jährlich eine Augenuntersuchung durchführen zu lassen. Warum?

Weltweit steigen die Zahlen kurzsichtiger Kinder mit alarmierender Geschwindigkeit

Diese Entwicklung wird unter anderem auf die zunehmende Beschäftigung mit digitalen Medien und das damit verbundene häufige Sehen im Nahbereich zurückgeführt. Der ständige Blick auf Handy, Tablet und PC wie auch ein zu geringer Aufenthalt bei Tageslicht im Freien begünstigen ein übermäßiges Längenwachstum des Auges, eine der Ursachen für die Myopie, wie die Kurzsichtigkeit in der Fachsprache heißt. Aber auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Sind Sie myop, können Sie diese Veranlagung an Ihre Kinder weitergeben. Dies ist vielen bis heute nicht bekannt und sollte Vorsorge auf den Plan rufen. Aber auch ohne genetische Prädisposition raten Fachleute zu einer jährlichen augenärztlichen Untersuchung ab dem 6. Lebensjahr, um so früh wie möglich Maßnahmen ergreifen zu können und damit auch das Risiko späterer Myopie bedingter Komplikationen weitgehend zu reduzieren.

 

Diese Faktoren spielen bei der Entwicklung von Kurzsichtigkeit eine Rolle. | Bild: CooperVision

 

Gutes Sehen ist eine Grundvoraussetzung für Lernerfolg und soziale Integration. Kann ein Kind nicht richtig sehen, leiden Aufnahmefähigkeit und Lebensfreude durch eine beeinträchtigte Teilhabe an gemeinsamen Aktivitäten. Myopie gerade bei Kindern ist also kein ausschließlich physisches Problem, sondern wirkt sich auch auf das seelische Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein aus. Ein Grund mehr, aufmerksam hinzuschauen.

Myopie bei Kindern – Das sind die Symptome

Myopie bei Kindern entsteht üblicherweise im Alter zwischen 6 und 14 Jahren. Nicht selten ist sie ein reiner Zufallsbefund, zum Beispiel wenn im Rahmen des Schulunterrichts oder bei anderen Beschäftigungen Defizite in der optischen Wahrnehmung auffallen, die dann zum Augenarzt führen. Auch häufiges Blinzeln, ein nahes Heranrücken an das Fernsehgerät, ein zu geringer Abstand zum Buch, müde Augen, Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen weiter entfernter Objekte und nachlassende Schulleistungen können auf eine Myopie hinweisen. Manchmal beginnt sie aber auch völlig symptomlos.

Je früher eine Myopie oder auch nur ihr Risiko diagnostiziert werden, umso effektiver kann man dem Entstehen entgegenwirken oder das Fortschreiten wesentlich entschleunigen. Daher ist der Untersuchungstermin im Alter von 6 Jahren von besonderer Bedeutung und sollte in keinem elterlichen Terminkalender fehlen. Aber auch bei späterer Diagnose gilt: Je früher einer Myopie entgegengewirkt wird, umso besser sind die Aussichten, die Progression einzudämmen.

Ist mein Kind kurzsichtig? Auf diese Symptome sollten Sie achten. | Bild: CooperVision

 

Ihr Ansprechpartner für die Augenkontrolle ist der Augenarzt und der Augenoptiker. Hat die Augenuntersuchung die Veranlagung oder bereits das Vorliegen einer Myopie Ihres Kindes bestätigt, ist das heute kein Grund mehr zu verzweifelter Sorge. Mit neuen Technologien stehen wirkungsvolle Optionen für das Myopie Management zur Verfügung, die in ihrer Effektivität weit über die bislang bekannten konventionellen Korrekturmethoden hinausgehen.

Kurzsichtigkeit: Managen statt korrigieren

Und was tun, wenn bereits eine Myopie vorhanden ist? Dann ist es Zeit für ein wirksames Myopie Management. Was ist das? Der Begriff Myopie Management steht heute für eine zeitgemäße optimale Versorgung kindlicher Kurzsichtigkeit nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das Besondere: Das Myopie-Management führt gleich zwei Behandlungsziele in einer Maßnahme zusammen. Zum einen wird die bestehende Fehlsichtigkeit für ein optimales Sehen korrigiert. Gleichzeitig wird aber auch das Fortschreiten der Myopie verlangsamt, indem die optische Beschaffenheit der Sehhilfe Einfluss auf das axiale Augenlängenwachstum nimmt und dieses verlangsamt.

Das Ziel sollte also sein: Myopie Management statt Myopie Korrektur! Leider ist es auch heute noch gängige Praxis, statt des wirksamen Myopie Managements nur eine traditionelle Korrektur der Myopie mit konventionellen Brillen oder Kontaktlinsen vorzunehmen. Diese korrigieren zwar die Fehlsichtigkeit, allerdings reduzieren sie nicht das negative Fortschreiten der Myopie.

Wenn ihr Kind sich selbst die Zähne putzen kann, kann es auch Kontaktlinsen tragen. | Bild: shutterstock

Kontaktlinsen – auch schon für Kinder?

CooperVision, einer der international führenden Kontaktlinsenhersteller, ist seit vielen Jahren im Bereich der Myopieforschung bei Kindern und Jugendlichen tätig. Das Unternehmen legt einen besonderen Fokus darauf, Augenärzte und Augenoptiker in allen Details mit den einzigartigen Vorteilen eines Myopie Managements vertraut zu machen und auch Eltern eingehend über diese neuen, wesentlich effektiveren Möglichkeiten für ihr Kind aufzuklären.

Welche Möglichkeiten sind das konkret? Für ein Myopie Management stehen heute folgende unterschiedliche Verfahren mit unterschiedlicher Effizienz zur Verfügung. Offiziell für das Myopie Management CE-zertifiziert und seitens der FDA1 zugelassen wurden bislang nur die MiSight® 1 day Einmalkontaktlinsen mit Dual Focus Design.

1. Brillen
Brillen mit Bifokalgläsern, Gleitsichtbrillen oder Brillen mit speziellen Gläsern für das Myopie Management können heute das Fortschreiten der Myopie je nach verwendeten Gläsern bis zu 30% verzögern.2
Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass eine Brille bei vielen kindlichen Aktivitäten eher hinderlich ist: Klettern, rennen, balgen – für kleine abenteuerlustige Brillenträger und -trägerinnen wie für die Brille selbst eine Herausforderung. Und auch die modischen Vorstellungen Heranwachsender können durchaus anders ausgerichtet sein. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind seine Brille nicht konstant trägt. Ihre Wirksamkeit, der ohnehin schon engere Grenzen gesetzt sind, leidet.

2. Kontaktlinsen
Eine praktische Alternative zur Brille bietet das Myopie Management mit Kontaktlinsen. Kontaktlinsen garantieren freie Beweglichkeit und freie Sicht über den ganzen Tag hinweg: Kein Verrutschen beim Toben und beim Sport, keine Gefährdung durch Stoßeinwirkungen, keine Fassung, die das Blickfeld einschränkt. Kontaktlinsen sind heute dank ihrer fortschrittlichen Technologien und Designs die praktische Alternative zur Brille und auch für Kinder einfach zu handhaben. Speziell für das Myopie Management gibt es im Bereich der Kontaktlinsen verschiedene Optionen, über die Sie Ihr Augenoptiker im Detail aufklären kann:

a. Weiche multifokale Kontaktlinsen
Einige weiche multifokale Kontaktlinsen, die in vielen Stärken zur Verfügung stehen, haben in klinischen Studien eine Reduzierung des Fortschreitens der Myopie zwischen 25% und 72% erreicht.2

b. Orthokeratologie-Kontaktlinsen
Orthokeratologie-Kontaktlinsen werden über Nacht getragen. Sie sind so gestaltet, dass sie die Hornhaut des Auges während des Tragens leicht abflachen. Nach Absetzen der Kontaktlinsen kann das Kind tagsüber scharf sehen und ist für diesen Zeitraum nicht auf das Tragen einer Brille oder Kontaktlinsen angewiesen. Es wird angenommen, dass durch die Abflachung der Hornhaut ein sogenannter peripherer myopischer Defokus erzeugt wird und dadurch das axiale Längenwachstum des Auges gehemmt und das Fortschreiten der Myopie um durchschnittlich 43% verlangsamt wird.2

c. MiSight® 1 day Einmalkontaktlinsen mit Dual Focus Design
Die innovativen MiSight® 1 day Kontaktlinsen von CooperVision wurde eigens für das Myopie Management bei Kindern entwickelt. Sie ist die weltweit erste weiche Einmalkontaktlinse, die über eine CE-Zertifizierung und FDA-Zulassung1 für das Myopie Management verfügt und nachweislich das Fortschreiten der Myopie bei Kindern über einen Zeitraum von drei Jahren um durchschnittlich 59%3 reduziert. Im gleichen Zeitraum verringert sich das axiale Längenwachstum des Auges um durchschnittlich 52%.3 Möglich wird dies über ein speziell von CooperVision entwickeltes Linsendesign, der sogenannten ActivControl® Technologie mit zwei Zonen zur Korrektur und zur Behandlung der Myopie. Ein weiteres Plus: MiSight® 1 day sind praktische Einmalkontaktlinsen, d. h. sie werden täglich gewechselt und erfüllen alle Ansprüche an ein hygienisches, gesundes Kontaktlinsentragen ohne zusätzlichen Pflegeaufwand.
Die Studie rund um MiSight® 1 day hat auch gezeigt, dass die Kinder mit ihren Kontaktlinsen weitaus zufriedener waren als mit ihrer Brille.4
Dadurch ließen auch die Bedenken der Eltern in Bezug auf ein Kontaktlinsentragen ihrer Kinder schon nach vier Wochen deutlich nach.3

Unser Fazit: Myopie Management – was anderes kommt nicht in die Tüte

Die heutigen Möglichkeiten eines Myopie Managements lassen der Diagnose kindlicher Myopie mit viel mehr Zuversicht begegnen. Sie ist längst kein Fall mehr für eine lebenslange Brille mit immer dicker werdenden Gläsern, für Beeinträchtigungen bei Sport und Spiel. Eine frühzeitige Kontrolle der jungen Augen eröffnet die Möglichkeit, all dem effektiv entgegenzuwirken. Kleiner Test mit großer Wirkung. Ab damit in den Terminkalender!

Weitere Informationen rund um die kindliche Myopie finden Sie unter auf der Website von CooperVision. Die Webseite informiert anschaulich über die Bedeutung der Myopie für Ihr Kind, über Symptome, auf die Sie achten sollten und über das Management. Sogar ein Myopie-Simulator steht zur Verfügung, mit dem Sie die Sehschwäche simulieren und ganz persönlich nachempfinden können. Und auch bei der Suche nach einem Augenarzt oder Augenoptiker helfen wir Ihnen. Besuchen Sie die Kontaktlinsenspezialisten-Suche und filtern Sie nach Augenoptikern, die mit dem Thema Myopie Management vertraut sind.

Referenzen:
1 – Indications for Use: MiSight® (omafilcon A) daily wear single use Soft Contact Lenses are indicated for the correction of myopic ametropia and for slowing the progression of myopia in children with non-diseased eyes, who at the initiation of treatment are 8-12 years of age and have a refraction of -0.75 to -4.00 diopters (spherical equivalent) with ≤ 0.75 diopters of astigmatism. The lens is to be discarded after each removal.
2 – Sankaridurg P. Contact lenses to slow progression of myopia. Clinical and Experimental Optometry 2017 100(5) 432-437
3 – Chamberlain P et al A 3-year Randomized Clinical Trial of MiSight® Lenses for Myopia Control. Optom Vis Sci 2019;96:556–567
4 – 95% – 100% of children in the in the test and control arm of the study expressed a preference for contact lenses over glasses at each visit over 36 months. Sulley A et al, Wearer experience and subjective responses with dual focus compared to spherical, single vision soft contact lenses in children during a 3-year clinical trial. AAO 2019 Poster Presentation