Meisenknödel sind ganz einfach herzustellen und eine schöne Bastelei für das ganze Jahr, aber natürlich besonders jetzt im Winter. Die Vorfreude darauf, die kleinen Piepmätze vorm Fenster beim Futtern zu beobachten, steigert den Bastelspass ungemein.

Tatsächlich sollte man die Vögel in den Wintermonaten füttern, wie gewohnt. Doch das Insektensterben macht eine zusätzliche Fütterung auch im übrigen Jahr notwendig. Der Vogelkundler Peter Berthold erklärt im Interview mit der Zeit, dass es gerade in den arbeitsreichen Zeiten im Frühling und Sommer nötig sein kann, die heimischen Vögel mit Futterstellen zu unterstützen.

Sie finden immer weniger Nahrung, da der Bestand an Insekten so stark zurückgegangen ist. Er empfiehlt vor allem Meisenknödel, da sie besonders fettreich sind, aber auch Streufutter mit Getreideflocken. So hat man zwei unterschiedliche Arten von Futterstellen und deckt damit die Bedürfnisse vieler verschiedener Vogelarten.

Doch gerade jetzt wo es kälter wird, brauchen die Vögel unsere Hilfe. Aus Samen, Nüssen und Kokosfett kann man Meisenknödel ganz leicht selber machen.  Als Formen eignen sich Becher, Tassen oder auch große Ausstechformen.

Die folgende Anleitung stammt aus dem Buch „Lass uns was pflanzen“, erschienen im Kleine Gestalten Verlag. Das Buch bietet Anregungen zum Selbermachen für’s ganze Jahr – alles rund um den Garten und die Natur.

Welches Futter eignet sich als Vogelfutter?

Bei den Vögeln unterscheidet man zwischen zwei Gruppen: Weichfutterfresser und Körnerfresser. Die Weichfutterfresser suchen sich ihr Futter in erster Linie am Boden. Sie fressen tierische Nahrung oder sehr feine Samen. Bietet ihnen am besten Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen oder Obst an. Im Zoofachhandel sind auch fertige Mischungen erhältlich. Körnerfresser dagegen nehmen auch härtere Körner oder Sonnenblumenkerne in der Schale an. Sie lassen sich mit losen Mischungen gut zufüttern.
Um mehreren Vogelarten zu helfen, ist es also ratsam verschiedenes Futter im Garten oder auf dem Balkon anzubieten.

Welche Vögel sind Weichfutterfresser?

Unter unseren heimischen Vögeln, die als Weichfutterfresser bezeichnet werden, sind Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star.
Meisen, Spechte und Kleiber sind auch Weichfresser, aber viel flexibler. Sie stellen im Winter auf Körner um und nehmen dann z.B. auch Sonnenblumenkerne, Hanf oder Mohn an. Für Weichfresser und Allesfresser sind Meisenknödel ideal. Das darin erhaltene Fett ersetzt die tierischen Bestandteile ihrer Nahrung.

Welche Vögel sind Körnerfresser?

Finken, Sperlinge und Ammern haben einen kräftigen Schnabel und fressen auch Sonnenblumenkerne, Hanf oder andere Kerne aus den im Handel erhältlichen Körnermischungen. Diese lassen sich einfach in einem Vogelhäuschen oder einer ähnlichen geeigneten Futterstelle anbieten.

Achtung: Alle gewürzten oder gesalzenen Speisen sind als Vogelfutter ungeeignet. Auch trockenes Brot sollte man den Vögeln nicht anbieten, denn es quillt im Magen der Tiere auf.

 

Meisenknoedel selber machen

Meisenknödel selber machen – so geht’s

Du brauchst:
500 Gramm Kokosfett
Kochtopf
Formen (Plastikbecher, Kaffeetassen, Muffinformen, Keksformen etc.)
650 Gramm unterschiedliche Samen und Nüsse ohne harte Schale
Messer
Schere
Schnur
Stifte

Meisenknödel selber machen – die Anleitung

So geht es:

1. Das Kokosfett im Topf auf kleiner Flamme schmelzen. Achtung, es genügt ganz wenig Hitze. Bei zuviel Hitze kann das Fett spritzen!

2. Gieß das flüssige Fett in die Tassen, aber lass genug Platz für die Nüsse.

3. Hacke die größeren Nüsse mit einem großen Messer klein.

4. Vermische die Nüsse mit den kleinen Samen und gib sie in das Kokosfett

5. Nimm Schere und Schnur und schneide für jede Form ein ca. 30 cm langes Stück Schnur ab.

6. Knote die Schnüre jeweils um einen Stift. Hänge dann die Stifte über die Formen. Achte darauf, dass die Schnur richtig im Kokosfett hängt und dass sie ungefähr in der Mitte ist. Je nach Form kannst Du auch nach dem Aushärten ein Loch in das Fett bohren und die Schnur durchziehen.

7. Stell die Formen mit dem Vogelfutter nun in den Kühlschrank und lasse sie dort mindestens eine Stunde auskühlen.

8. Nimm dann die Fettklumpen aus den Formen und hänge sie an einen Baum oder Strauch.

DIY Meisenknoedel
So in etwa sehen die selbstgemachten Meisenknödel dann am Ende aus!

Apfelkranz als Vogelfutter

Als schnelle Alternative zu den Meisenknödeln könnt ihr auch einen Apfelkranz basteln. Einige ganze Äpfel auf einen Draht gespießt und zu einem Kranz gelegt, sind ein ganz einfach und schnell gemachtes Futter für Vögel.

Auch Nusskränze sind bei einigen Vögeln sehr beliebt und sehen zudem schön aus im Garten oder auf dem Balkon.

Mehr tolle Anleitungen für DIYs findet ihr in dem Buch „Lass uns was pflanzen“ von Clara Lidström und Annakarin Nyberg, mit Illustrationen von Katy Kimbell und Li Söderberg, erschienen im Kleinen Gestalten Verlag.

 

 

 

 

Bilder: Gettyimages, PR