Es wird bunt – Farbenfrohe Basics

Farben machen glücklich – es klingt wie ein Klischee, aber zahlreiche Studien bestätigen diese Aussage. Farben beeinflussen in der Tat den Körper, reduzieren Stress und stimulieren die Kreativität. Wir zeigen euch die beste Kindermode mit einfachen Schnitten und leuchtenden Farben, die sofort gute Laune in den Alltag bringt!

Basics für Spiel und Spaß

Eine der Lieblingsbeschäftigungen von Kindern ist es, sich zu bewegen. Und so sollte es auch sein – denn Bewegung fördert insgesamt die kindliche Entwicklung. Deshalb ist es so wichtig, für sie geeignete Beschäftigungen zu finden, die sie nicht nur körperlich, sondern auch geistig fordern. Für jede Aktivität, vom Zeichnen bis zum Versteckspiel, ist Komfort unerlässlich. Aus diesem Grund konzentrieren sich viele Kindermodemarken seit einigen Saisons auf einfachere und lässigere Modelle – inspiriert von Sportswear, aber mit coolen Details und leuchtenden Farben.

Kindermode in schönen bunten Farben

Basics für Kinder sind in jeder Mini-Garderobe unerlässlich. Sie bilden nicht nur die Basis für die perfekten Outfits, sondern ergeben in Kombination eine Farbpalette, die selbst schlecht gelaunten Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Hier kommen unsere Favoriten.

Sweatshirts und Hoodies

Ideal für die kältesten Tage, das Sweatshirt ist ein praktisches und bequemes Teil. Oft mit einer Innenschicht aus Plüschstoff gefüttert, verleiht es die Wärme einer weichen Umarmung. Mit diesen Farben erhält es einen Street-Style Charme und wird sofort zu einem Blickfang.

Jogginghose und Leggings

Wenn eure Kinder auf Bewegung und Gemütlichkeit stehen, dann dürfen Jogginghosen oder Leggings in ihrem Kleiderschrank auf keinen Fall fehlen. Gerade in dieser Zeit, in der viele Kinder Homeschooling machen und so viel Zeit zu Hause verbringen, ist es wichtiger denn je, Kleidung zu haben, die nicht kneift oder zwickt.

Bunte T-Shirts

Das T-Shirt ist vielleicht eines der vielseitigsten Kleidungsstücke, die es gibt. Im Winter als Basis für den Lagenlook zu verwenden, wird es dann im Sommer zum absoluten Star. Mit diesen leuchtenden Farben hellt es auch dunkle Tage auf und lässt uns von sonnigen Tagen träumen.

Teaserbild: Arket

Erfahrungsberichte: So läuft es bei uns im Homeschooling

Wie geht es euch im zweiten Lockdown mit dem Homeschooling? Wir haben nachgefragt, ob es dieses Mal besser läuft mit dem deutschlandweiten, digitalen Unterricht. Hier sind einige Erfahrungsberichte von Eltern…

Homeoffice und Homeschooling gleichzeitig geht nicht

Sarah Seeliger ist Gründerin von Librileo. Sie lebt mit ihrem Partner in Berlin und hat drei Kinder im Alter von vier, sieben und neun Jahren.

„Mein Freund und ich organisieren uns so, dass wir uns genau absprechen, uns abwechseln in der Betreuung der Kinder und eine klare Struktur für die Tage im Homeschooling geschaffen haben. Was ich gar nicht kann, ist gleichzeitig Homeoffice machen und die Kinder beim Homeschooling anleiten. Das funktioniert nicht.

Meist sehen unsere Tage so aus, dass wir morgens zusammen frühstücken und dann nicht sofort loslegen mit unserem Programm. Oft haben die Kinder noch einen Moment für sich, wo sie spielen können. Heute haben wir den Schulweg nachempfunden und sind nach dem Frühstück erst einmal um den Block gegangen um ein wenig frische Luft zu schnappen und ein wenig Bewegung zu bekommen.

Danach wird mit dem Homeschooling begonnen. Das haben wir mit den Kindern im Familienrat festgelegt, darüber gibt es auch keine Diskussionen mehr.

Gemeinsam am Tisch arbeitet es sich leichter | Foto: Getty

Das sieht dann so aus, dass wir im Wohnzimmer um einen Tisch sitzen und die Kinder ihre Aufgaben erledigen. Tatsächlich motiviert es die Kinder, dass wir zusammensitzen und zwischendrin auch mal etwas bereden oder ein bisschen Quatsch machen können. Mein Sohn und meine Tochter bekommen jeweils über ein Tool ihre Aufgaben hochgeladen, die sie dann lösen müssen. Das sind meist Arbeitsblätter. Bei meinem Sohn lade ich die erledigten Aufgaben dann wiederum für die Lehrerin hoch. Meine Tochter geht in eine Montessori-Schule und kann selbst wählen, welche der anstehenden Aufgaben sie wann lösen möchte. Zur Orientierung gibt es einen Wochenplan. Ich sende der Lehrerin immer wieder mal Fotos der gelösten Aufgaben und zwischendurch gibt sie Rückmeldung, dass zum Beispiel nicht nur in einem Fach gearbeitet wird, sondern abwechselnd in allen Fächern.

Wir machen dazwischen natürlich auch Pausen. Dann können sich die Kinder ein kurzes Video ansehen oder wir spielen gemeinsam ihr Lieblingsspiel. Ich versorge sie mit Obst und Wasser und nach etwa 15 Minuten kann es weiter gehen. Ich selbst kann in der Zeit nicht arbeiten. Unser Büro von Librileo ist über die Straße gegenüber unserer Wohnung gelegen, was sehr praktisch ist. Wenn mein Freund schließlich die Kinder übernimmt, kann ich dort in Ruhe arbeiten.

Es ist besser als im ersten Lockdown, es läuft auch etwas weniger holprig, aber eine richtige Beschulung via Internet findet für die Kinder nicht statt. Die Konzepte für das Distanzlernen sind nicht ideal… Was sage ich: sie sind eigentlich gar nicht vorhanden! Zwar sind die Lehrer meiner Kinder individuell engagiert, aber trotz allem ist dieser Zustand keine Lösung auf längere Sicht. Wir Eltern sind keine Lehrer und ich weiß oft gar nicht, wie ich etwas pädagogisch vermitteln soll, so dass die Kinder es verstehen. Das ist auch nicht unsere Aufgabe. Dazu kommt, dass weder die Kinder noch die Lehrer geschult sind im digitalen Bereich.

Ich würde mir sehr wünschen, dass die Kinder bald wieder zur Schule gehen können, selbst wenn es nur für wenige Stunden pro Tag ist. Damit wäre mir, wäre uns als Familie, sehr geholfen. Meine kleine Tochter geht weiterhin zur Kita, in die sogenannte Notbetreuung. Ich weiß, es gibt Diskussionen ob man sie bringen soll oder nicht, aber ich sehe nicht, wie Homeschooling für die Großen und die liebevolle Betreuung meiner kleinen Tochter zusammen funktionieren sollen. Für mich schließt sich das aus. Darum haben wir uns entschieden, sie in die Kita zu geben. Wir brauchen diese Hilfe.

Die erste Homeschooling-Phase, im letzten Frühjahr, hat mir bewusst gemacht, wie wichtig es ist, mich selbst zu strukturieren. Dazu gehört z.B. mich schön anzuziehen, mich über Kleinigkeiten zu freuen und der Situation gegenüber gelassen und resilient zu bleiben.

Ich bin Gründerin und habe drei Kinder, da musste ich eine positive Einstellung für mich finden, wie ich Familienleben und Arbeit unter einen Hut bringe, ohne dass es zu Überforderung führt. Doch obwohl ich vielleicht im Moment gelassen klinge, kann ich es nur wiederholen: Ich wünsche mir wirklich sehr, dass die Kinder bald wieder zur Schule gehen können.“

Digital findet immer nur noch ein Bruchteil des Unterrichts statt | Foto: Getty

 

Ich habe mich entschleunigt!

Kerstin Lüking lebt mit ihrer Familie in Berlin und hat 7 Kinder im Alter von 7,9,12,14,16,17 und 26 Jahren

„Ich habe meinen innerlichen Frieden mit der Corona-Pandemie gefunden, denn eins steht fest: Wir können die Situation nicht ändern! Sämtliche Wut- und Enttäuschungsanfälle sind daher Energieverschwendung und komplett für die Miezekatze. Was nun tun? Seinen inneren Frieden damit finden und die Situation retten, indem man eine gewisse Gelassenheit an den Tag legt und das Beste rausholt, was rauszuholen ist. Mal ehrlich, es gibt auch positive Dinge am Homeschooling. Der morgendliche Stress um 6.20 Uhr in der Küche stehen und für alle Pausenbrote schmieren zu müssen, entfällt schon mal. Der Stau im Badezimmer mit keifenden Teenies, die sich um Haargummis und Zahnpasta kloppen, entfällt ebenfalls. Dafür gibt es um 7 Uhr einen Kaffee für mich im Bett und eine halbe Stunde Extra-Zeit, in der ich noch ein paar Seiten in meinem Buch lesen kann.

Danach genüssliches Aufklappen meines Laptops im Schlafanzug, um die ersten Mails zu beantworten. Gegen 8.30 Uhr werden die ersten Kinder wach, die nach und nach ihr Müsli in sich reinschaufeln und sich wortkarg an ihre Schulsachen setzen. Hier und da mal ein kleines Aufmucken, weil mal wieder das W-Lan oder ein Drucker spinnt. Aber grundsätzlich haben wir das hier im Griff, aus dem ersten Lockdown haben wir unsere Konsequenzen gezogen und innerhalb der Familie Optimierungsprozesse eingeführt. Wir genießen das regelmäßige Mittagessen, das wir alle gemeinsam einnehmen. Das hatten wir vorher nie, da gab es immer Etappen-Essen und ein Gewusel, wie in der S-Bahn, da alle pünktlich ihren Hobbies nachgehen mussten. Jetzt gibt es Spaziergänge an der frischen Luft oder sportliche Aktivitäten im Dachgeschoss, wenn eine dieser tollen Sport-Animateurinnen auf dem Bildschirm meinen Kindern etwas vorhüpft und ihr alle nacheifern. 

Ich habe mich tatsächlich seit Mitte Dezember erholt und entschleunigt. Ich habe den Schlaf der letzten Jahre nachgeholt, viel gelesen und Filme geschaut, die ich schon immer mal sehen wollte. Meine Kinder haben dieses letzte Jahr toll gemeistert, keins ist auf der Strecke geblieben. Ich weiß, das ist nicht selbstverständlich und überhaupt nicht die Regel. Ich habe meine Perfektionistin in mir 2020 auf den Mond geschossen und habe entschieden: Es passt alles so! Es ist ausreichend, so wie es ist. Ich habe mich entschleunigt, auch wenn mir das in der Zeitschleife leben manchmal auf den Wecker geht und ich gerne wieder am kulturellen Leben teilnehmen würde. Es wird kommen, ich bin mir sicher. Es wird nicht so wie vorher, es wird anders. Aber das ist vielleicht auch gut so, denn Krisen bringen neue Chancen.“

Pausen einlegen ist sehr wichtig | Foto: Getty

Homeschooling verlangt uns Eltern einiges ab!

Claire Marcussen lebt in Köln. Ihre Kinder sind im Alter von 12, 9, 6, 4, 3, das Baby ist sechs Monate alt.

„Manchmal weiß ich nicht, wo vorne und hinten ist. Im letzen Lockdown kam ich mit meinem 12-Jährigen, der ins Gymnasium geht, und den außerdem anwesenden Kleinkindern oft an die Grenzen: Projektarbeiten, Klassenchats, Videokonferenzen, Arbeitsblätter. Hierfür wurde von Schülern und Schule die Lernplattform „Moodle“ genutzt. Das digitale Lernen setzt Eigenverantwortung voraus, was – vor dem Hintergrund des Leistungsdrucks – mich zur fordernden „Lehrerin“ gemacht hat. Das führte dazu, dass mein Sohn sich später, aus Angst vor einer weiteren Homeschooling-Phase, für das Maske-tragen auf freiwilliger Basis während des Unterrichts entschieden hat.

Da alles noch erprobt und nicht von allen Lehrern gleichermaßen umgesetzt wurde, standen das letzte Mal insbesondere die Hauptfächer im Vordergrund. Diesmal wurde hingegen ein ganzer Wochenplan erstellt, der sich an Schulstunden orientierend ein Aufgabenpensum, sowie festgesetzte Videokonferenzen vorsieht. Dass ich nun zusätzlich meine mit noch fünf Jahren eingeschulte Tochter im Homeschooling betreuen muss, fordert mich weit mehr. Nun soll ich pädagogisch agieren, teilweise neuen Lehrstoff erklären und sitze einem Schulanfänger gegenüber, der völlig überfordert ist. Das frustriert beiderseits.

Heute Morgen haben wir einen Umschlag mit Arbeitsblättern in der Schule abgeholt, die es anhand des Wochenplans zu bearbeiten gilt. Dies erfolgt mithilfe der digitalen Pinnwand „Padlet“, die mit Lerninhalten versehen ist. Insofern bedarf es nicht nur starker Nerven und Geduld, sondern wir brauchen auch mehrere Endgeräte. Ich sitze parallel an meinem Laptop und versuche mich an meinen Texten, was in Abhängigkeit zu Baby und Schulkindern nur stückweise möglich ist und was ich mir anfangs noch einfacher vorgestellt habe. Dankbar bin ich über die wunderbare Kita, die die kleinen Geschwister diesmal zumindest reduziert besuchen dürfen.“

Ohne die ständige Betreuung durch Eltern funktioniert der digitale Unterricht nicht | Foto: Getty

Bei uns klappt es nur mit Hilfe der Omas

Anna Claus lebt mit ihrer Familie in Bad Hersfeld. Ihre Kinder sind 7 und 4 Jahre alt.

„Unser Problem ist, dass mein Mann und ich trotz Lockdown und Schulschließungen arbeiten müssen. Unsere Jobs sind systemrelevant, also arbeitet er ganz normal Vollzeit, ich in Teilzeit. Unsere Tochter geht abwechselnd zu ihrer Uroma und ihrer Oma und macht dort ihre Aufgaben für die Schule. Wir haben Glück, denn sie macht das sehr diszipliniert.

Der Vorteil ist, dass sie erst in der zweiten Klasse ist und wir bei allem noch gut helfen und unterstützen können. Und durch die Hilfe der Omas klappt es auch ganz gut mit dem Homeschooling. Die Aufgaben kommen per Email und wir drucken dann alles aus. Freitags geben wir die Hefte und die ausgefüllten Arbeitsblätter in der Schule ab, wo sie von der Lehrerin korrigiert werden. Am Montag morgen können wir dann alles wieder abholen.

Heute hatten die Kinder das erste Mal eine Videokonferenz, doch leider war die Internetverbindung schlecht und die Übertragung ist immer wieder zusammen gebrochen. Wir Eltern haben der Schule einige Apps vorgeschlagen, mit denen man gut arbeiten könnte, auch solche, die von anderen Schulen schon erfolgreich genutzt werden. Aber da haben wir kein Gehör gefunden. So drucken wir eben jede Woche an die 20 Arbeitsblätter aus.

Wir haben wirklich Glück, dass wir die Omas haben und unsere Tochter noch motiviert ist. Sie sagt selbst, dass es ganz gut läuft. Natürlich ist sie traurig, dass sie ihre Freunde nicht sehen kann, aber dadurch, dass sie immer wieder Abwechslung bei der Betreuung des Homeschoolings hat, und die Omas nicht ganz so streng sind, funktioniert alles ganz gut. Unser Sohn geht in die Notbetreuung in der Kita, denn eine gleichzeitige Betreuung von ihm und Homeschooling mit der Großen zu machen ist kaum möglich.“

Motivieren und diskutieren – das bringt mich an meine Grenzen

Elena ist alleinerziehende Mutter und arbeitet als Erzieherin. Ihr Sohn ist 14 und besucht ein Gymnasium in Wilhelmshaven.

„Unser Jahr startetet direkt mit Homeschooling. Die Schule ist komplett geschlossen und nur die Hauptfächer werden online unterrichtet. Wir habe das große Glück, eine super Elternsprecherin für die Klasse zu haben, die im direktem Kontakt mit den Lehrer steht, alle neuen Infos direkt in unsere Gruppe postet und mit voller Leidenschaft unseren Kindern hilft diese Zeit zu überstehen.

Ich muss normal weiter arbeiten, mein Sohn ist dann alleine zuhause. Von heute auf morgen wird von den Kinder verlangt, selbständig zu sein. Das funktioniert natürlich nicht. Also kommunizieren wir viel über das Smartphone wenn ich arbeiten bin. Ich muss ihn an vieles erinnern und bin praktisch seine „Schulglocke“. Ich muss also nicht nur meinen Plan im Kopf haben, sondern auch auf Nummer sicher gehen, dass mein Sohn alles rechtzeitig schafft. Vor allem das pünktliche Aufstehen, musste sich nach den Ferien erst wieder einpendeln.

Die Lehrer geben Unterricht über Videokonferenzen – allerdings nur in den Hauptfächern. Die Kinder haben dabei das Mikrofon und das Video ausgeschaltet, da sonst die Verbindung überlastet ist. Das ist natürlich auch für die Lehrer frustrierend, denn Fragen können nur per Email gestellt werden.

Die Situation hat dazu geführt, dass die Bereitschaft zum Lernen und die Motivation bei meinem Sohn so gesunken ist, dass ich ihn immer wieder neu motivieren muss. Der Sinn etwas zu lernen, was dann sowieso nicht abgefragt und benotet wird, ist nicht vermittelbar. Es fehlt auch der Vergleich mit den anderen Schülern. Allerdings macht mein Sohn sich schon darüber Gedanken, ob die Zeit und die Art der Beschulung auch Auswirkungen auf sein späteres Abitur haben werden.

Die psychische Belastung ist bei ihm im zweiten Lockdown ist viel größer, denn er hat Angst davor wieder so lange allein zuhause sein zu müssen und seine Freunde nicht treffen zu können. Ich muss einerseits sehr viel Zuspruch leisten und andereseits viel mit ihm diskutieren, was mich an meine Grenzen kommen lässt. Schließlich habe ich auch noch Haushalt und Arbeit zu bewältigen.“

 

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Diese Lebensmittel unterstützen eure Abwehrkräfte

Keine Lust auf die nächste Erkältung? Auf die schniefenden Rotznasen der Kids? Wir sagen: Kampf den Viren! Was ihr aktiv für euch und eure Kids für bessere Abwehrkräfte unternehmen könnt, verraten wir euch hier.

Dieser Tage fühlen wir uns alle wie schniefende Michelin-Männchen: Eingepackt in unendliche Lagen aus Kleidung (wer hätte gedacht, das die bunte, von Omi gestrickte Pudelmütze doch mal zum Einsatz kommt?!), mit Ansätzen und Angst vor einer blöden Erkältung wuchten wir uns mit den Kids durch den Alltag. Dabei ist es super, wenn die Kleinen am Tag wenigstens eine halbe Stunde draußen verbringen. Damit ist nicht nur der Weg in die Kita oder zur Schule gemeint, sondern ein Spaziergang im Park oder eine Runde Spielen im Freien. Auch für Erwachsene ist das übrigens wichtig. Genau wie ausreichend Schlaf. Wer seinen Körper nicht ausruhen lässt, nimmt ihm auch jegliche Grundlage, sich gegen Viren und Erreger wehren zu können. Schlaf und etwas Bewegung im Freien sind also schon mal super für eure Abwehrkräfte. Natürlich kommt es aber auch auf eine ausgewogene und richtige Ernährung an. Die Rechnung ist da denkbar einfach: Wenn wir uns und unsere Kinder mit guter Energie versorgen, kann der Körper daraus auch etwas Gutes entstehen lassen. Hier unser Top 5 Vitamin-Abwehr für ein gutes Immunsystem.

Diese Lebensmittel unterstützen eure Abwehr!

1. Rote Beete

Das Gemüse in Tiefmagenta feiert derzeit allerorts seine wohlverdiente Renaissance. Sieht aber nicht nur top aus, schmeckt auch noch erdig und lecker und lässt sich super verarbeiten. Ok: Das hinterher das Küchenbrett und Hände auch rosa sind, kann ein bisschen nerven. Allerdings ist es hauptsächlich der rote Farbstoff, das Betanin, der dieses Gemüse zu einem echten Viren-Killer macht. Am besten sollte Rote Beete roh gegessen werden.
Etwa in einem Rohkostsalat…

Rote-Beete-Salat

Zwei Beeten schälen und grob raspeln. Etwa zwei rohe Möhren ebenfalls schälen und geraspelt dazugeben. Eine kleine Schalotte fein würfeln und die Kerne eines halben Granatapfels hinzugeben. Umrühren. Mit einem Dressing aus Honig, Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer anmachen. Optional Sesamsamen darauf verteilen.

Allerdings ist uns natürlich bewusst, dass die Kids nicht unbedingt auf Rohkostsalate stehen. Eine wärmende Suppe ist also eine super Alternative. Unsere Lieblings-Rote-Beete-Suppe ist aber nicht nur cremig und warm, sie ist dank Holunderblütensirup auch noch herrlich süß und lecker.

Rote-Beete Suppe

rotebeetesuppe
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ca. 350 gr Rote Beete (im Backofen so lange backen lassen, bis die Beete weich ist)
1 Zwiebel, gewürfelt
optional etwas Ingwer, gehackt
1 Liter Gemüsebrühe
2 kleine, mehlige Kartoffeln, geschält und grob gewürfelt
4 El Holunderblütensirup
1 Becher Sahne (optional Hafersahne)
Salz, Pfeffer, Pflanzenöl, eventuell etwas Zitronensaft
etwas Schmand (oder Soja-Joghurt)

Zwiebeln (und Ingwer, falls gewünscht) kurz in Öl anbraten, die gebackene Rote Beete schälen, grob würfeln und mit den Kartoffeln zu den Zwiebeln geben. Alles kurz zusammen brutzeln lassen, mit der Brühe ablöschen, etwa 15 Minuten kochen. Testen ob alles weich genug ist und anschließend mit einem Pürierstab zu einer cremigen Suppe verarbeiten. Sahne unterrühren und alles mit Holunderblütensirup, Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.
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2. Holunderblüte

Wer sich für unser Süppchen-Rezept entscheidet, schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Holunder ist ein richtig starker Vorbeuger und hilft bei Husten. Holundersaft-Konzentrat oder Sirup bekommt ihr im gut sortierten Supermarkt oder im Reform- oder Biomarkt. Erhitzt und mit heißem Wasser aufgegossen habt ihr auch noch eine klasse Alternative zu Tee.

3. Kohl

Aus verkochtem Grund hat Kohl leider einen etwas muffigen Anstrich und gehört eher nicht zum sexy Gemüse. Während Superfoodies aktuell jedoch gar nicht genug von Kale (Kale, es heißt Kale! Nicht einfach und langweilig Grünkohl…) bekommen können, machen wir da gar keine Unterschiede: Ob Rotkohl, Wirsing oder Rosenkohl – we love them all! Kohl enthält eine ordentliche Portion Eisen, Kalzium, Magnesium und Kalium. Außerdem ist er, Überraschung, ein genialer Vitamin C Lieferant.

Bild: pixabay.com
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Darüber hinaus haben wir seit neustem ein absolutes Lieblingsrezept, das nicht nur lecker, sondern auch noch einfach ist, schnell geht und bei den Kids sogar gut ankommt…vermutlich auch, weil Rosenkohl-Röschen eine wirklich nette Form haben.

Gebackener Rosenkohl

400 gr frischer Rosenkohl
100 gr ganze Mandeln, ungeschält
Pflanzenöl
Salz, Pfeffer, Curry- und Paprikapulver

Den Rosenkohl etwas schälen und halbieren. Mandeln grob hacken. Rosenkohlhälften, Mandeln und einen ordentlichen Schuss Öl mischen. Mit Salz, Pfeffer und Curry- und Paprikapulver würzen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und bei Ober-/Unterhitze bei 170 °C etwa 30 Minuten backen lassen. Am besten etwas beobachten, da die Backzeit variieren kann. Zwischendurch immer mal wenden. Der Rosenkohl ist fertig, wenn er etwas Farbe bekommen hat und ihr ihn mit einer Gabel problemlos aufspießen könnt.

4. Sanddorn

Anders als allerorts angenommen, sind Zitronen nicht die Vitamin C Bomben schlechthin. Sanddorn hat bis zu zehnmal mehr Vitamin C als Zitronen. Die gelborange Beere kommt hauptsächlich im Norden Deutschlands vor und kann auch selbst gesammelt werden. Neben dem ganzen Vitamin C ist es vor allem das Vitamin B 12, dass Sanddorn besonders attraktiv macht (vor allem für VegetarierInnen). Wichtig beim Einkaufen: Sucht nach dem Vollfrucht-Saft, nur so gibt es die vollen Abwehrkräfte. Verdünnt mit Wasser schmeckt Sanddorn-Saft sehr fruchtig und lieblich. Als Marmelade auf dem Frühstückstisch funktioniert die heilende Vitaminzufuhr aber auch.

5. Spinat

Mit Spinat assoziiert man natürlich als erstes Popeye und zweitens, dass Spinat gar nicht unbedingt das Eisen-Wunder ist, für das es lange gehalten wurde. Allerdings enthält Spinat immer noch, nachdem seine Werte korrigiert wurden, mehr Eisen als viele andere Pflanzen, die wir im Gemüsemarkt so finden können – und ist damit wiederum bestens zur Stärkung unserer Abwehrkräfte geeignet. Entscheidend ist, wie ihr den Spinat aufnehmt. Das Eisen gelangt nämlich viel einfacher in euren Körper, wenn ihr Orangen, Tomaten oder Pilze mit dem Spinat mischt. Ein Green Smoothie kann euch und eure Kids also bestens mit einem Eisen- und Vitaminschub versorgen. Wenn die Kids mittrinken solltet ihr den Smoothie vielleicht nicht ganz so „green“ machen und etwa Babyspinat verwenden, der im Geschmack noch recht lieblich ist.

Rezept für grünen Spinat-Smoothie

Hier unser Lieblingsrezept für 2-3 Gläser grünen Smoothie – kidsapproved selbstverständlich.
2 Handvoll Babyspinat, 2 Bananen, 2-3 Orangen und 1 Glas Reis-Kokosdrink im Mixer pürieren, in Gläser umfüllen. Fertig!

Lasst es Euch schmecken und fröhliches Abwehren!!

Titelbild: unsplash.com/Luke Michael

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die kindliche Psyche aus?

Die Corona-Pandemie stellte Familien auch 2021 vor große Herausforderungen. Wie gehen Eltern und Kinder mit der Krise um? Wie wirkt sie sich auf Körper und Psyche aus? Was hilft, um wieder ins seelische Gleichgewicht zu kommen? Wir haben mit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Annalena Thomas gesprochen.

Die meisten Menschen empfanden das Jahr 2020 mit der Corona-Krise vor allem als eines: Anstrengend. Das war schon für uns Erwachsene so. Aber wie sieht es mit den Kindern aus? Wie haben Sie Kinder und Jugendliche in Ihrer Praxis erlebt?

Das vorherrschende Gefühl ist Erschöpfung, und zwar bei Eltern wie bei Kindern. Das ist nicht nur eine körperliche Erschöpfung, sondern auch eine seelische. Die Corona-Pandemie hat uns alle vor große Herausforderungen gestellt. Menschen sind anpassungsfähig und können sich auf Stress und veränderte Situationen einstellen. Aber diese Anpassung ist angelegt für einen Sprint. Corona hat sich als Iron Man herausgestellt. Die Perspektive fehlt, es ist bislang kein Ende in Sicht. Das löst Gefühle wie Ohnmacht, Angst und Hilflosigkeit aus.

Und daher rührt auch die seelische Erschöpfung, neben den erhöhten Anforderungen im Alltag. Man kann sich das vorstellen wie auf Treibsand zu gehen und gleichzeitig viele Bälle in der Luft jonglieren zu müssen, in der Bemühung, dass man weder sinkt noch die Bälle runterfallen. Durchzuhalten, ohne zu wissen, wie lange, ist wahnsinnig anstrengend.

Was beschäftigt die Kinder am meisten? Ist es Angst vor Krankheit? Ansteckung? Angst um die Eltern oder um die Großeltern?

Ich erlebe die Kinder gestresst und überfordert. Viele fühlen sich unter Druck, gerade die Schulkinder. Sie haben Angst, nicht alles zu schaffen, nicht mehr richtig mitzukommen, in den Noten abzurutschen. Die Anforderungen sind enorm, und das Homeschooling hat bei vielen Kindern den Druck und Stress noch erhöht. Bei älteren Kindern sind das die drängendsten Probleme: Wie schaffe ich die Schule? Wie geht es danach weiter? Bei all der Unsicherheit gerade sind Pläne für die eigene Zukunft und auch die Perspektive einfach schlagartig weggefallen. Diese ist aber ein wichtiger Teil, um uns im Hier und Heute motivieren zu können oder Durststrecken durchzuhalten. Manche Kinder haben eher Ängste, sich und andere anzustecken, oder eben auch Angst um Oma und Opa oder die Eltern.

Mit welchen körperlichen Symptomen reagieren Kinder auf die Krise?

Körper und Seele hängen eng zusammen. Je kleiner die Kinder, desto stärker treten häufig psychosomatische Symptome auf. Was ich erlebe ist eine zunehmende Gereiztheit und Genervtheit. Viele fühlen sich dünnhäutig, könnten „aus der Haut fahren“. Hinzu kommen Symptome wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Einschlaf- oder Durchschlafprobleme und motorische Unruhe.

Was ist die größte Herausforderung für Kinder? Ist es das Tragen der Maske, die vielen neuen Regeln, die es einzuhalten gilt? Oder sind es die Kontaktbeschränkungen, die ihnen schwer fallen? 

Das Schwierige ist, dass durch die vielen Regeln und Einschränkungen die Lockerheit und Leichtigkeit fehlt, die Kinder als Ausgleich dringend brauchen. Das Spielen nach der Schule, Freunde treffen in der Freizeit, lachen, sich umarmen, zu mehreren zusammen sein – das ist ja alles durch Corona ganz stark eingeschränkt bzw. unmöglich. Der seelische Ausgleich fehlt.

Menschen sind soziale Wesen. Kinder brauchen ein Miteinander. Gemeinsam kochen, essen, spielen, sich erfahren – das ist existentiell. Kinder bekommen dadurch eine Idee, wer sie sind. Sie brauchen das Miteinander, um ihren Platz in der Welt zu finden. Dass das so ins Hintertreffen gerät, ist eigentlich das Schlimmste. Das Tragen der Maske ist eher eine Gewohnheitssache. Kinder sind in solchen Dingen sehr anpassungsfähig. Mehr als wir Erwachsen. Obwohl ich schon auch erlebe, dass Kinder über die Masken klagen. Besonders, wenn sie in der Schule lange getragen werden müssen. Sie bekommen schlecht Luft, das Sichtfeld ist eingeschränkt. Besonders bei Kindern, die eine Brille tragen, beschlägt die, dann es ist noch unangenehmer mit der Maske.

Kurze Zeit war die „Ein-Freund-Regel“ im Gespräch, bei der Kinder nur noch einen Freund zum Spielen hätten treffen dürfen. Jetzt dürfen Haushalte aktuell nur eine weiter Person empfangen. Was halten Sie aus psychologischer Sicht davon?

Ich halte das für sehr schwierig. Zum Glück war das relativ schnell wieder vom Tisch. Denn die Ein-Freund-Regelung hätte Kinder in enorme Konflikte gebracht und noch mehr seelischen Stress erzeugt. Welchen Freund soll ich aussuchen? Was, wenn keiner mich treffen will? Oder einer dann beleidigt ist oder sich zurückgesetzt fühlt? Man muss sich das mal in der Praxis vorstellen. Auch für Erwachsene wäre das absurd. Kinder geraten aber noch leichter in Loyalitätskonflikte und entwickeln ihr Selbstbewusstsein und ihren Selbstwert zu einem großen Teil durch Beziehungen. Es ist ohnehin schon schwierig genug, dass wir unsere sozialen Kontakte so stark einschränken müssen, auch wenn es notwendig ist. Aber diese Regelung wäre wirklich schädlich.

Als besonders belastend beschreiben Eltern vor allem die Phase des Lockdowns, in denen die Schulen geschlossen waren und die Kinder Homeschooling hatten. Wie war das für die Kinder? Wie entstand das Gefühl der Überforderung – auf beiden Seiten?

Für Eltern und Kinder kam das Homeschooling von einem Tag auf den anderen. Darauf konnten sie sich viel zu wenig vorbereiten, es war für alle etwas komplett Neues. Dazu kam bei vielen Erwachsenen noch das Homeoffice. Gerade viele Frauen fühlten sich für alles zuständig: Job, Familie, Homeschooling, Haushalt. Die klare Abgrenzung zwischen Schule, Arbeit und Freizeit fiel weg, weil auf einmal die ganze Familie zuhause saß. Es kam zu einer Rollendiffussion: Eltern sollten Lehrer sein, gleichzeitig ist der Rahmen zuhause ein ganz anderer als in der Schule. Zudem ist die Schulzeit lange her, wie soll man diese Dinge, den Lernstoff da noch auf dem Kasten haben – geschweige denn, ihn an seine Kinder angemessen vermitteln können? Das war für alle eine Überforderung. Wie wahnsinnig anstrengend und herausfordernd diese Phase für Eltern und Kinder war, wurde viel zu wenig öffentlich und nachhaltig thematisiert?

Was können Eltern tun, um ihren Kindern durch die Corona-Krise, die ja leider noch nicht vorüber ist, zu helfen? Was gibt es für konkrete Tipps?

Ich denke, ganz wichtig ist es vor allem, nachsichtig mit sich selber zu sein. Diese Krise ist für uns alle eine große Herausforderung. Da kann nicht alles gut sein – und muss es auch nicht. An konkreten Tipps gibt es einige Dinge, die helfen können, zum Beispiel:

1. Sorgenfreie Plätze schaffen:

Das heißt, es gibt zuhause eine Zeit und einen Platz, in der und an dem es keine Nachrichten gibt, am besten auch kein Handy und keinen Fernseher. Sondern Ruhe, Zeit zum Malen, Basteln, Spielen, Lesen. Kuscheln auf dem Sofa, zum gemeinsam Entspannen. Das ist ganz wichtig. Ebenso wie rausgehen an die frische Luft. Spazierengehen ist lange als altmodisch wahrgenommen worden, aber gerade das Gehen ist gut für unser Gehirn. Links, rechts, die Schritte sprechen beide Gehirnhälften an, man kommt zur Ruhe.

2. Atemübungen, Bewegung oder kleine Yogaeinheiten:

Einfach mal tief durchatmen. Gemeinsam ein paar kleine Yogaübungen machen oder auch einfach hüpfen, sich einmal durchschütteln, die Arme kreisen lassen. Kleine Bewegungseinheiten zwischendurch bringen sehr viel. Man muss ja nicht gleich eine Stunde Joggen oder Yoga machen, das erzeugt nur wieder Druck. Immer mal wieder zehn Minuten zwischendurch sind auch wirksam.

3. Achtsam sein und im Moment bleiben:

Wenn wir uns ständig Sorgen machen, was morgen kommt oder was noch alles auf der To-Do-Liste steht, geraten wir in einen permanenten Stresszustand, das Gehirn schüttet ständig Cortisol aus. Dagegen hilft es, bewusst im Moment zu bleiben. Gerade esse ich in Ruhe, danach kommen erst die Hausaufgaben. Schritt für Schritt. Heute ist heute. Das kann man üben, und es hilft enorm. Auch den Blick auf kleine, schöne Dinge zu richten, ist entspannend. Beim Spazierengehen mal die Blätter an den Bäumen oder auf dem Boden betrachten, den Abendhimmel anschauen, die Wolken. Riechen, wie der Kuchen duftet, wenn er aus dem Backofen kommt. Das sind kleine Dinge, die eine große Wirkung haben.Und Dankbarkeit dafür zu spüren.

4. Verletzlichkeit zulassen:

Es ist völlig okay, in dieser Krise auch öfter zu weinen, sich mal richtig auszuheulen und alles, was einen so drückt rauszulassen. Und zwar ohne sich dafür zu schämen. Das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Verletzlichkeit und Mitgefühl sind ganz wichtig. Jeder Mensch hat Emotionen wie Wut, Trauer, Angst, Freude, Ekel. Wir dürfen unsere Gefühle haben und auch zeigen, bei Menschen, bei denen es sich für uns stimmig anfühlt. Auch Lachen hilft übrigens sehr. Vor allem gemeinsam. Es gibt ja auch nach wie vor lustige Dinge im Leben, nicht alles ist nur schwer.

5. Sich bewusst machen, dass es viel anstrengender ist, als man denkt:

Die große Erschöpfung, die alle verspüren, ist völlig normal. Es ist okay, müde zu sein, sich mehr ausruhen oder schlafen zu wollen. Die Corona-Krise ist ein Iron Man, da darf man auch erschöpft sein. Den Druck dadurch etwas herauszunehmen und nicht permanent zu denken, funktionieren zu müssen, ist ganz wichtig.

Und was hilft Ihnen persönlich, um bei allen schlechten Nachrichten und Horrorszenarien und wieder zu entspannen?

Mir persönlich helfen Yoga und Atemübungen, aber auch regelmäßige Spaziergänge. Ich gehe mehrmals am Tag eine kleine Runde.Und ich versuche immer wieder, tief in dieses menschliche Mitgefühl zu kommen und mir zu sagen: Diese Krise ist für uns alle schwierig.

 

Zur Person: Annalena Thomas ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit eigener Praxis, Yogalehrerin und Gründerin der Plattform blossoomm.com. Schwerpunkt ihrer therapeutischen Arbeit ist es, Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken, zu inspirieren und zu ermutigen. Mit ihrer 2019 gegründeten Plattform blossoomm.com wendet sie sich besonders an Mädchen und junge Frauen. Annalena Thomas lebt und arbeitet in Hamburg. Weitere Infos unter: annalenathomas.de

Bilder: Gettyimages, privat

Leben mit vier Töchtern: Autor Tillmann Prüfer im Interview

Tillmann Prüfer ist Journalist, Buchautor und Vater von vier Töchtern: Luna (21), Lotta (15), Greta (12) und Juli (6). Wir haben ihn zur Veröffentlichung seines Buches „Kriegt das Papa oder kann das weg?“ über das Zusammenleben in einem Frauen-dominierten Haushalt, über Super-Dads, häusliche Schnappfallen und das Einhalten von Regeln interviewt. Gerade ist Prüfers neues Buch „Jetzt mach‘ doch endlich mal das Ding aus!“ erschienen.

Herr Prüfer, Sie sind Vater von vier Töchtern und schreiben darüber regelmäßig eine beliebte Kolumne im ZEITmagazin, „Prüfers Töchter“. Wie kam die Idee für das Buch zustande?

Tillmann Prüfer: Interessanter ist eigentlich, wie es überhaupt zu dieser Kolumne kam. Eines Tages kam in der Redaktion die Idee auf, eine Elternkolumne zu machen. Vier Eltern mit Kindern in jeweils einer anderen Elternstufe sollten im Wechsel über ihren Nachwuchs schreiben. Ich meinte, man solle mir einfach sagen, welches Kind übrig geblieben sei, weil ich ja ohnehin vier Töchter in vier Altersstufen habe – und schon kam die Idee auf, ich solle doch einfach alle Texte verfassen. Mir hat es von Anfang an Spaß gemacht, über den Alltag mit unseren vier Töchtern zu schreiben. Natürlich habe ich mir davor das Okay von ihnen und meiner Frau geholt. Und die Kolumne kam auch schnell sehr gut an: bei Eltern, bei Großeltern, aber auch bei Lesern ohne Kinder, die gerne etwas über andere Kinder lesen. So kam schließlich die Idee für das Buch zustande. Und ich freue mich, es jetzt vorstellen zu können.

Autor Tillmann Pruefer
Autor Tillmann Prüfer über häusliche Schnappfallen und Prinzengehabe. (@Max Zerrahn, Rowohlt Verlag)

Bei vier Töchtern – haben Sie sich da zwischendurch mal einen Jungen gewünscht? Oder war das kein Thema für Sie?

Natürlich hätte ich mich auch über einen Jungen gefreut. Beim ersten Kind nimmt man es ja  sowieso, wie es kommt. Aber beim zweiten oder dritten war ich vor dem Feinscreening schon ein wenig aufgeregt und dachte mir: „Mal sehen, was es dieses Mal wird!“ Aber ich war nie enttäuscht, im Gegenteil. Als es beim vierten Mal wieder nach einem Mädchen aussah, war ich ganz froh: Zum Schluss noch ein kleiner Prinz, mit drei großen Schwestern – das wäre noch mal eine ziemliche Umstellung geworden. Ich bin ganz glücklich mit meinen vier Töchtern.

Haben Sie denn selbst Geschwister?

Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Grundsätzlich glaube ich auch, dass es für Jungen ganz gut ist, wenn sie viel mit Mädchen zu tun haben. Allerdings war der Abstand zu meiner Schwester schon etwas groß. Ich durfte da früher manchmal mitspielen mit ihr und ihren Freundinnen. Da durfte ich dann das Pferd sein. Oder ich war einfach nur der kleine Bruder, der genervt hat.

Wie fühlen Sie sich so zu Hause als „Hahn im Korb“?

Also, zunächst ist es ein weit verbreitetes Missverständnis, dass man, nur weil man der einzige Mann im Haus ist, auch von allen beklatscht und bejubelt wird. Das ist definitiv nicht so. Ich würde sagen, ich bekomme von meinen Töchtern stets ehrliches Feedback. Dass ihr Vater keinen Sixpack-Bauch hat oder der Bizeps anderer Väter nun wirklich größer ist – das bekomme ich durchaus zu hören. Auch, dass ich kein Auto fahre, macht mich bei meinen Töchtern nicht unbedingt zum „Super-Dad“. Dafür schätzen sie hoffentlich andere Dinge an mir. Und im Großen und Ganzen finde ich es sehr schön, der Hahn im Korb zu sein.

Gibt es Dinge, die Ihre Frau, also die Mama, besser kann?

Auf jeden Fall. Besonders für unsere jüngste Tochter Juli ist Mama – zumindest im Moment – ausnahmslos die Beste. Wenn ich ihr ein Pausenbrot mache, ist es okay. Wenn ihre Mutter es macht, ist es ein Super-Pausenbrot. Auch Greta will eigentlich nur mit der Mama für die Schule lernen. Bei mir hätte sie Sorge, dass ich ihr Unsinn beibringe. Meine Frau ist besser in Mathe, in Sprachen – und kann außerdem Auto fahren. Dafür kann der Papa, also ich, schlechter mit Geld umgehen. Das nutzen meine Töchter ganz gerne aus, weil es leichter ist, mir Dinge aus der Tasche zu leiern. Ich bin, denke ich, schon ein eher gutmütiger Vater. Obwohl es auch klare Regeln gibt. Zum Beispiel, was die Benutzung des Smartphones, das abendliche Nach-Hause-Kommen oder das Zubettgehen betrifft. Aber diese Regeln treffen meine Frau und ich gemeinsam, und sie gelten auch für alle gleichermaßen. Doch wir verfolgen sicherlich keinen autoritären Erziehungsstil – da glaube ich auch nicht dran. Wir wollen, dass unsere Töchter ein liebevolles und vertrauensvolles Umfeld haben und dass sie sich nicht alleingelassen fühlen mit irgendetwas. Wir wollen vor allem für sie da sein und ihnen zuhören.

Gehen Ihre Töchter trotzdem mit manchen Themen lieber zu ihrer Mutter? Mit Liebeskummer zum Beispiel?

Ich glaube, Liebeskummer ist ein Thema, das viel mit den Freundinnen besprochen wird. Und leider überhaupt nicht mit mir. Die Kinder entscheiden ja selber, was sie mit mir besprechen wollen. Aber es kam wirklich noch nie eine meiner Töchter mit einem Thema zu mir, mit dem ich nichts anfangen konnte. Und ich finde es seltsam, wenn Väter meinen, ein Kind solle irgendetwas besser mal mit der Mutter besprechen. Denn wenn man mit Kindern redet, lernt man ja auch von ihnen.

Ich höre meinen Töchtern in jedem Fall gerne zu. Für mich ist es spannend, zu sehen, in welchem Kosmos sie sich gerade bewegen. Das ist in jedem Alter und bei jeder Tochter wirklich eine ganz eigene Welt, in der sich das Seelenleben abspielt. Wahrscheinlich könnten Männer auch viel Hilfreiches zu Liebeskummer sagen, immerhin wissen sie ja aus eigener Erfahrung, wie Jungs die Welt sehen.

Gibt es etwas, dass Sie im Alltag mit Ihren Mädchen manchmal wahnsinnig macht?

Ja, einiges. Aber ich denke, auch das ist nicht unbedingt geschlechtsspezifisch. Meine Töchter haben, wie viele Kinder, die Angewohnheit, Dinge, die sie nicht mehr unmittelbar brauchen, einfach liegenzulassen. Die Aufmerksamkeitsspanne reicht eben nur so lange aus, wie etwas gebraucht wird. Ob das die Zahnpasta, ein Messer oder die Haarbürste ist. Sobald die aktive Beschäftigung damit aufhört, bleibt es einfach liegen. Was zur Folge hat, dass bei uns zu Hause auf dem Boden ständig etwas rumfährt, in das man dann auch gerne reintritt. Bürsten beispielsweise liegen herum wie Schnappfallen! Aber wenn man dann eine sucht, ist keine auffindbar. Klassiker.

Darüber kann ich mich dann aufregen, oder es ignorieren, oder die Sachen einfach selber aufräumen. Schlechte Laune möchte ich davon nicht kriegen, aber klar: Das nervt manchmal schon. Trotzdem denke ich, die Kinder werden so schnell groß. Und dann sind sie aus dem Haus. Dann sieht es vielleicht wieder eher aus wie bei „Schöner Wohnen“ – aber ist es das wert? Klar möchte ich nicht, dass meine Töchter denken, sie wohnen im „Hotel Mama und Papa“. Aber unnötig Aufbauschen möchte ich das Ordnungsthema auch nicht.

Sie sind ja auch modisch ein bewandter Mann, als Stilredakteur. Wer berät wen in Kleiderfragen? Kaufen Sie für Ihre Töchter ein? Mögen Ihre Kinder Ihren Stil?

Ich wäre natürlich gerne der Stilpapst der Familie. Aber meine Frau kauft mehr Klamotten für unsere Töchter ein als ich. Sie hat einfach den besseren Überblick, was sie gerade brauchen. Außerdem entscheiden sie schon sehr selbstständig, was sie anziehen möchten und was nicht. Ich bringe ihnen gerne etwas mit, wenn ich unterwegs bin. Und manchmal lande ich damit auch einen Treffer. Aber generell sind sie alle sehr selbstbestimmt, was Mode und ihren persönlichen Kleidungsstil betrifft. Dass ich Stil-Chef beim ZEITmagazin bin, beeindruckt sie da herzlich wenig. Als ich vor kurzem einen – wie ich fand – sehr schicken Pullover von J.W. Anderson trug, einem angesagten Designer, sagte eine meiner Töchter: „Papa, zieh mal den Opa-Pulli aus, der macht dich 20 Jahre älter.“ Tatsächlich habe ich den Pulli danach nicht mehr angezogen. Umgekehrt interveniere ich nur selten. Außer einmal, als Lotta mit einer knappen Shorts und einem noch knapperen Oberteil bekleidet war, habe ich gesagt: „So gehst du nicht aus dem Haus!“ Sie antwortete: „Oh Mann, Papa, das ist mein Schlafanzug!“

Ihre älteste Tochter Luna ist schon ausgezogen. Wie gut können Sie loslassen? Fällt Ihnen das schwer?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mir leicht fällt. Zum Glück wohnt Luna noch in Berlin, und ich sehe sie zwei- oder dreimal die Woche. Natürlich freue ich mich, dass sie eine selbstständige junge Frau ist, die ihren eigenen Weg geht. Aber ein wenig Wehmut verspüre ich manchmal schon. Gerade waren sie alle noch so klein. Man hat ihnen das Fläschchen gegeben und sie auf dem Arm getragen. Dann kommen Kita und Schule – wie jetzt bei Juli, der Jüngsten. Das sind alles schon entscheidende Schritte, und man muss immer wieder loslassen. Deshalb habe ich inzwischen ja auch schon ein wenig Übung. Aber es fällt mir schwer, doch. Muss ich sagen.

Was haben Ihre Töchter für Berufspläne?

Die Älteste überlegt, Physiotherapeutin zu werden. Lotta ist noch offen für Pläne, vielleicht Lehrerin. Greta möchte Ärztin werden. Das kann ich mir bei ihr auch durchaus vorstellen. Mit ihr kann man stundenlang durch das medizinhistorische Museum in der Charité gehen. Und Juli, die Jüngste, hat alle zehn Minuten neue Pläne. Ich glaube, am liebsten würde sie ein Pferd werden (lacht). Aber im Ernst: Ich gebe da keine Ratschläge oder mache Vorgaben. Ich wünsche mir, dass sie alle etwas finden, das sie erfüllt und glücklich macht und von dem sie gut leben können.

Ältere Kinder zu haben hat ja auch Vorteile. Und wer weiß: Vielleicht gibt es irgendwann mal einen kleinen Enkelsohn. Würden Sie sich darüber freuen?

Ich werde mich bestimmt über alles freuen, was da in Zukunft auf mich zukommt. Ob Enkelsohn oder Enkeltochter. Aber damit dürfen sie sich ruhig noch ein wenig Zeit lassen. So alt bin ich schließlich auch noch nicht. Eine klitzekleine Kinderpause wäre nett!

 

Zur Person

Geboren wurde Tillmann Prüfer 1974 in Mainz. Er ist Stil-Chef und Mitglied der Chefredaktion des ZEITmagazins. Dort erscheint seine beliebte Kolumne „Prüfers Töchter“. Zudem hat er bereits mehrere Bücher geschrieben, u. a. über seinen Urgroßvater, den Missionar Bruno Guttmann. Tillmann Prüfer lebt mit seiner Familie in Berlin. Sein aktuelles Buch „Jetzt mach doch endlich mal das Ding aus!“ ist im Rowohlt Verlag erschienen für 12 Euro.

 

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