Bastelideen für Ostern: Frühlingspost und Häschen-Mobile

Ostern rückt immer näher, es ist also Zeit um mit den Kindern zu basteln! Wir zeigen euch zwei wunderschöne Bastelideen für das Osterfest. Die bestickten Postkarten und das Hasen-Mobile könnt ihr ganz einfach nachmachen!

„Ostern Kreativ- frische DIY Ideen: Flowerwall, Osterlicht & mehr“ von Julia Romeiss, erschienen im EMF Verlag © EMF/Julia Romeiß

Julia Romeiss zeigt in ihrem Buch „Ostern Kreativ“ Bastelideen und unter anderem, wie man Karten bastelt, die für reichlich Frühlingsgefühle sorgen. Und auch für die hauseigene Deko zeigen wir euch eine Anleitung für ein österliches Mobile, passend zum Fest!

Bastelanleitung für Osterpost:  Sticken auf Papier

Persönliche Briefe sind heutzutage leider zu einer Rarität geworden. Wir finden, immerhin Feiertage wie Ostern, Geburtstag oder Weihnachten geben Anlass, mal wieder eine Karte zu verschicken.

Insbesondere selbstgebastelte Karten sind etwas ganz besonderes und für Kinder eine schöne Idee, jemanden eine eigene und ganz persönliche Nachricht zu überbringen.

Was ihr braucht:

– Din A6-Klappkarte (blanko aus Kraftpapier)
– Washi Tape
– Schere
– Perforiernadel (1-fach)
– dicke Pappe als Unterlage
– Stickgarne in verschiedenen Farben
– spitze Sticknadel (mittlere Stärke)

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Alle Vorlagen, die für die Bastelanleitungen benötigt werden, findet ihr als Download auf: www.emf-verlag.de/ostern-kreativ

(1) Drucke die Vorlagen auf Papier und schneide sie grob aus. Fixiere das Papier mit Washi Tape vorsichtig auf dem Kartenvorderteil. Das Tape lässt sich anschließend wieder rückstandslos ablösen, wenn du es nur leicht andrückst.

(2) Lege das Stückchen dicke Pappe in die Karte ein. Stich nun mit der Perforiernadel kleine Löcher entlang der Vorlagenlinien. Die Löcher sollten in gleichmäßigem Abstand alle 0,5–1 cm gesetzt werden. Nicht enger, da das Papier sonst einreißen kann. Entferne vorsichtig die Vorlage.

(3)

(3) Sticke mit einem einfachen Rückstich die Motive nach. Halte die durchlöcherte Karte immer wieder gegen das Licht. So erkennst du das Stickbild viel besser.

Verknote alle Fäden auf der Rückseite und schneide überstehendes Garn ab.

Und so können die Karten aussehen:

Osterdeko basteln: Filigranes Häschen-Mobile

Das niedliche Häschen-Mobile darf auch gerne noch nach Ostern hängen bleiben. Es lässt sich außerdem ganz einfach abwandeln mit anderen Tieren oder geometrischen Formen.

Was ihr braucht:

– Fotokarton in grau (DIN A4)
– Fotokarton in Orange (DIN A5)
– dicke Musterpapiere (4 Muster, je in DIN A4)
– mitteldicker Filzstift in Schwarz
– Neon-Garn,
– Rundholz (Durchmesser: 1,5 cm, 40 cm lang)
– ca. 10 Holzperlen in Hellblau, Pink, Weiß und Rosa (Durchmesser: rund 1 cm)

Schritt-für-Schritt-Anleitung

(1) Drucke die Vorlagen aus und übertrage sie folgendermaßen:

  • Auf Fotokarton in Grau: 4x Hasenohr, 2x Hasenkopf
  • Fotokarton in Orange: 4x Karotte
  • Verschiedene Musterpapiere: 6-8x Ei, 4x Karottenblätter

Zeichne das Hasengesicht und die Innenteile der Ohren mit schwarzem Filzstift auf beide Teile des Hasenkopfes. Lege dann jeweils ein Teil aller Elemente vor dir umgedreht auf den Tisch und richte sie nach der Abbildung aus. Lege auch die Holzperlen und die Rundholzstange zurecht.

(2) Schneide fünf Stränge Neon-Garn zu und lege sie auf die entsprechenden Mobileteile. Fädle zunächst die Holzperlen auf und knote sie an die entsprechende Stelle.

Klebe dann jeweils die Vorderseite auf die dazugehörige Rückseite, mit dem Neon-Garn dazwischen. Beschwere die Einzelteile mit Büchern und lass sie ca. 1 Stunde trocknen.

Knote die fünf Stränge an das Rund- holz. Schneide ein ca. 80 cm langes Garnstück zu und befestige es links und rechts als Aufhängung an der Stange.

Und so sieht es fertig aus:

Bild: ©Julia Romeiß, „Kreativ Ostern“, EMF Verlag

Wie ihr seht, ist das Mobile wie ein Puzzle aufgebaut: Die Einzelteile ergeben ein Hasengesicht. Daneben schweben zwei Karotten und ein paar Ostereier. Das lässt sich natürlich auch mit beliebigen anderen Motiven umsetzen…

Alle Bilder: © EMF/Julia Romeiß

Pantone Farben 2021 – Kinderzimmer in Gelb & Grau

Seid ihr auf der Suche nach neuen Ideen für die Einrichtung des Kinderzimmers? Eine Kombination von verschiedenen Farben ist immer eine clevere Lösung und bringt Schwung und Abwechslung in den Raum. Hier findet ihr einige Gestaltungsideen für das Kinderzimmer, in Anlehnung an die Pantone-Farben 2021.

Pantone-Farben in Kinderzimmer

Es war das Jahr 2000, als Pantone zum ersten Mal seine „Farbe des Jahres“ verkündete, d.h. den Farbton, der von den Experten als Trend für das folgende Jahr gewählt wurde. Dies geschieht jedes Mal nach einer eingehenden Analyse der Trends verschiedener Sektoren, die verschiedene Branchen beeinflussen werden, insbesondere die der Mode, der Grafik und der Raumgestaltung.

Nach einem eher wackeligen 2020, hat man sich für das neue Jahr eine doppelte Portion Farbe vorgenommen. Getreu dem Motto „Gemeinsam stark “ hat sich das Institut für zwei Farbtöne entschieden: Grau und Gelb.

Unsere Deko-Lieblinge in Gelb & Grau

„Konkret und unerschütterlich, warm und optimistisch – diese Farbgebung vermittelt uns ein Gefühl von Widerstandsfähigkeit und Hoffnung“, so Leatrice Eiseman, Geschäftsführerin des Instituts. Laut Pantones Presseerklärung soll „Illuminating Yellow“ mit Optimismus und Lebendigkeit assoziiert werden, während „Ultimate Gray“ „Gefühle der Gelassenheit, Beständigkeit und eben der Widerstandsfähigkeit“ fördern soll. Das alles passt wunderbar zu einem kindlichen Kosmos. Hier sind also einige Produkte, um das Kinderzimmer noch einladender zu gestalten, entsprechend den frischen Tönen von Grau und Gelb.

„Ultimate Grey“ und „Illuminating Yellow“ gehen eine perfekte Kombination ein. Das helle, satte Grau ist weder zu hell noch zu dunkel, kommt besonders in nordischem Design oft vor. Das Gelb ist hell, driftet aber nicht in einen Senfton oder ins Orange ab. Ein Farbenpaar also, das sich gegenseitig positiv verstärkt.

Lust auf eine Extraportion Farbe im Kinderzimmer? Hier zeigen wir, wie ihr mit wenigen Tricks ein farbenfrohes und gleichzeitig geschmackvolles Kinderzimmer einrichten könnt.

 

Teaser- und Sliderbild: Nidi Kids

Künstlerisch: Kindermode mit coolen Illustrationen

Mal abstrakt, mal witzig und verspielt – dieser Modefrühling wird besonders künstlerisch. Wir stellen euch die vier schönsten Labels und Kindermode mit coolen Illustrationen vor.

Mal ehrlich, was wäre das für eine traurige Welt ohne Phantasie? Für Kinder ist dann es etwas Grundlegendes. Aus diesem Grund ist jede Kollektion, die eine Extraportion Extravaganz, Kreativität und Spaß mitbringt, mehr als willkommen. Hier eine kleine Auswahl an Marken und limitierten Editionen, die die Augen eurer kreativen Kinder zum Strahlen bringen werden.

Abstrakte Mosaike

Pünktlich zum Frühlingsanfang präsentiert COS eine ziemlich abstrakte Kinderkollektion. Inspiriert von von Rohstoffen wie Marmor und von den Farben berühmter abstrakter Gemälde werden Kleider, Hosen, Tops und Accessoires mit verspielten Motiven versehen, die aus nachhaltig gewonnener Bio-Baumwolle hergestellt wurden. Das besonders Schöne daran: Die Illustrationen wirken verspielt – wie aus Kinderhand. Eine gute Mischung aus plakativen Prints und filigrane Zeichnungen bringt Abwechslung in der gesamten Kollektion. Minimalistisch aber nicht langweilig!

www.cosstores.com

Berliner Kreativität

Mit ihrem Hintergrund in Film und Theater hat die Gründerin und Designerin von Noé & Zoë, Nici Zinell, profunde Erfahrung und Expertise für die kreative Arbeit und überträgt diese auf das neue Modeprojekt. So wurde 2009 das neue berliner Label gegründet und brachte 2011 seine erste Kollektion auf den Markt. Jede Kollektion ist eine wahre Explosion der Farben! Lustige, kinderfreundliche Prints tauchen überall auf der Kleidung auf und sorgen selbst an den langweiligsten und anstrengendsten Tagen für gute Laune.

noe-zoe.com

Das geheime Leben der Tiere

Die ARKET Artist Edition lädt ausgewählte Künstler und Kunstschaffende ein, unmittelbar sich an der Kreation der Kinderkollektionen von ARKET zu beteiligen. Das Projekt bietet einen neuen Raum für Illustratoren, um ihre eigene Kunstmotive und Themen zu erforschen, und wurde initiiert, um eine Vielfalt von ästhetischen Ausdrücke in Kinderbekleidung zu bringen. Für die neue Kollektion der Artist Edition erforscht die Künstlerin und Illustratorin Eva Stalinski die imaginäre Welt von Tieren und Alltagsgegenständen. In dieser Sammlung beschäftigen sich Stalinskis wunderliche Tiere mit allen möglichen kreativen Aktivitäten – von Malen, durch Töpfern bis hin zum Kochen.

www.arket.com

Kunst auf Portugal

Zwar keine Newcomer mehr in der Kindermode, dennoch genauso inspirierend und einfallsreich wie eh und je. Hinter Wolf & Rita steht ein europäisches Label, das ausschließlich in Portugal in einer eigenen Manufaktur fertigt. Mit großem Interesse an künstlerischem Anspruch, guten Materialien und außergewöhnlichen Schnitten präsentieren die Portugiesen auch in dieser Saison coole abstrakte Prints für die Kleinen. Kreativität, die sich besonders in ihrem Umgang mit Farbigkeit und Muster zeigt!

www.wolfandrita.com

 

Teaserbild: Arket

Der erste Hund in der Familie? Das solltet ihr vorher beachten

Die Hauptvoraussetzung für die Aufnahme eines Hundes ist die Liebe zum Tier…. Schön und gut – aber es gibt darüber hinaus noch einige Dinge, die man beachten sollte – besonders wenn man sich zum ersten Mal einen Hund anschafft. Aus diesem Grund haben wir uns an einen Experten gewandt, der uns einige Tipps zu diesem Thema gegeben hat.

Willkommen zu Hause! – Der erste Hund in der Familie

Der Wunsch, die eigene Familie um ein neues vierbeiniges Mitglied zu erweitern, ist in der letzten Zeit zweifellos gewachsen. Deswegen wurden viele Bücher veröffentlicht, in denen sich Experten mit dem Thema der Aufzucht eines Welpen und der optimalen Eingewöhnung in das neue Zuhause beschäftigt haben. Eine der jüngsten Veröffentlichungen, die uns am meisten beeindruckt hat, ist „Die Kunst einen Welpen zu bändigen“. Das Buch entstand aus der perfekten Zusammenarbeit zwischen der Romanautorin Julie Leuze und dem Hundetrainer & Verhaltensberater André Henkelmann, die mit Einfachheit und Professionalität einige der wichtigsten Fragen rund um die Anschaffung eines neuen Welpen lösen. Da uns dieses Thema so begeistert, haben wir uns entschlossen, Herrn Henkelmann zu interviewen und weitere nützliche Tipps einzuholen.

Was sind die Grundvoraussetzungen, um einen Hund in die Familie zu holen?

Herr Henkelmann: Wichtig finde ich, sich im Vorfeld bewusst zu sein, worauf man sich einlässt. Es passiert leider nicht selten das sich Familien spontan für einen Hund entscheiden ohne sich vorab zu informieren. Erst wenn der Hund dann schon da ist und erste Schwierigkeiten auftauchen, wird begonnen sich mit der Materie auseinanderzusetzen und viele erkennen dann, dass sich das Zusammenleben mit einem Hund ganz anders, meist einfacher, vorgestellt haben. Gerade die Anfangszeit mit einem Welpen ist anspruchsvoll und herausfordernd.

Neben den sorgfältigen Überlegungen im Vorfeld sollte man zudem Zeit für den Hund haben, das passende räumliche Umfeld und die finanziellen Mittel. Die Unterhaltung eines Hundes inkl. Arztbesuche müssen im Vorfeld mit einkalkuliert werden und zum persönlichen Budget passen. Ein größerer Hund Beispielsweise ist in der Unterhaltung Kostenaufwendiger als ein kleinerer. Hinzu kommen noch weitere Kriterien wie das alle Mitglieder der Familie Lust auf einen Hund haben, keiner Angst oder Allergien hat sowie die sorgfältige Auswahl der passenden Rasse und ein Basiswissen über den richtigen Umgang mit einem Hund.

Welche zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen sollte man treffen, wenn man Welpe und Baby zusammenbringt?

Das wichtigste in dem Zusammenhang ist Welpe und Baby bzw. generell Hund und Kind nie alleine/unbeaufsichtigt zu lassen. Ein Hund kann mitunter Situationen unbeaufsichtigt anders beurteilen und reagieren als unter Aufsicht. Also selbst, wenn ich großes Vertrauen in meinen Hund habe, sollte ich diese Regel nie vergessen. Speziell Welpen sind häufig wild und ungestüm. Sie benutzen spielerisch ihr Maul und beißen quasi in alles was ihnen vor die Nase kommt. Mal sachte und mal heftiger. Aus diesem Grund sollte man einen Welpen und ein Baby, wenn überhaupt, nur mit größter Vorsicht zusammen lassen. Im Zweifel wartet man lieber bis der Welpe aus der ungestümen Anfangszeit heraus ist. Meist ist das um die 20. – 24. Lebenswoche der Fall. Bis dahin hat man den Hund schon ein bisschen kennengelernt, weiß um seine ruhigen Phasen und kann diese dann für erste sanfte Kontakt nutzen.

Als ersten Hund lieber einen Mischling oder einen reinrassigen Hund?

Das ist egal. Diese Auswahl hat keine Relevanz in Bezug auf den Umstand, das es der erste Hund ist. Man kann nicht sagen das einer von beiden einfacher bzw. schwieriger wäre.
Besser ist es auf die individuellen Rasse-Merkmale zu schauen und darauf zu achten, dass diese zu mir und meiner Familie passen. Dies ist bei einem reinrassigen Hund ebenso wichtig wie bei einem Mischling. Ganz allgemein sagt man Mischlingen nach das sie gesundheitlich ein bisschen robuster sind und älter werden als reinrassige Hunde.

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Woher weißt man, welche Rasse die richtige für die eigene Familie ist?

Hier ist es wichtig, sich Vorfeld gut über die Eigenschaften der einzelnen Rassen zu informieren. Es gibt sportliche Rassen mit großem Bewegungsdrang wie z.B. Hütehunde und es gibt „gemütliche“ Rassen wie z.B. Bulldoggen, die weniger Aktivität einfordern. Dann gibt es Hunde, die für Anfänger geeignet sind wie z.B Golden Retriever und solche, die in erfahrende Hände gehören wie z.B. Schäferhunde. Die Größe und das Gewicht spielen auch eine wichtige Rolle. Diese sollten zur Familie und zur Wohnsituation passen.

Wenn man sich im Vorfeld sorgsam über die einzelnen Rassen informiert, findet man in der Regel leicht einen Hund, der mit seinen Eigenschaften gut zur Familie passt.

Kann Ihrer Meinung nach auch eine Adoption eine gute Lösung zum Thema „erster Hund in der Familie“ sein?

Im Grunde ja. Wichtig ist hierbei aber, im Vorfeld so viel wie möglich über den Hund zu erfahren, um seine Eignung als Familienhund zu gewährleisten. Mitunter ist die Vorgeschichte eines Hundes, der zur Adoption freigegeben ist, problematisch, was dann wiederum die Eignung für eine Familie – und speziell als erster Hund – ausschließt. Hilfreich ist hierbei, einen Experten (professionellen Hundetrainer) zu Rate zu ziehen, um eine evtl. Eignung zu überprüfen.

Empfehlen Sie das Hundetraining generell oder hängt es von der Art des Hundes/der Situation ab?

Ich empfehle definitiv ein Hundetraining bzw. eine Grunderziehung für jeden Hund. Es wichtig, einen Hund in den Grundsignalen auszubilden, um ihn problemlos im Alltag führen zu können. Ein zuverlässiger Abruf beispielsweise befreit den Hund, dort wo es möglich ist, von der Leine. Ein sicher ausgeführtes „Sitz“ und „Platz“ ist in vielen Situationen unglaublich wertvoll, z.B. um den Hund in stressigen Situationen zu sichern oder einfach um Aufregung zu reduzieren. Über das Hundetraining lernt der Hund Impulskontrolle. Das heißt, er folgt nicht ungehemmt jedem motivierendem Reiz wie beispielsweise einem Jogger, Fahrradfahrer oder Kaninchen.

Wann kann man mit dem Training beginnen?

Die meisten Welpen werden in der 8. Lebenswoche vom Züchter übergeben und man kann im Prinzip sofort mit dem Training starten, da ein Hund immer lernt. Wichtig ist, hierbei die Intensität bzw. das richtige Maß. Bei einem so jungen Hund würde man beispielsweise spielerisch 2-3 Wiederholungen in dem Signal „Sitz“ pro Tag trainieren. So lange der Hund konzentriert mitmacht und Spaß an der Übung hat, ist das kein Problem. Richtig interessant wir der Kommunikationsaufbau aber erst circa ab dem 5. Lebensmonat. Dann sind die meiste Hunde stubenrein, haben sich an ihr neues zu Hause gewöhnt und die Konzentrationsspanne des Hundes ist in der Regel soweit gewachsen, um einen aktiven Trainingsplan zu verfolgen.

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Wenn eines der Kinder Angst vor Hunden hätte, würden Sie empfehlen, einen Hund als Angsttherapie zu holen?

Definitiv nein. Das wäre viel zu risikoreich. Einmal könnten sich die Ängste des Kindes verstärken, gerade weil Welpen wild und ungestüm sind. Außerdem wäre es nicht fair dem Hund gegenüber, da er evtl. nach kurzer Zeit wieder abgegeben werden müsste, wenn es nicht funktioniert. Für die Angst vor Hunden gibt es extra ausbildete Therapeuten mit Therapie-Hunden, an die man sich in so einem Fall wenden kann. Wenn dann die Angst überwunden wurde, kann man ja immer noch über einen Familienhund nachdenken.

Wie kann man, Ihrer Meinung nach, Kindern mehr Verantwortungsbewusstsein in Bezug auf die Hundebetreuung vermitteln?

Meiner Meinung nach ist hierbei unsere Vorbildfunktion am wichtigsten und wertvollsten. Wenn wir den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit einem Hund vorleben, werden sie vieles davon übernehmen. Ebenso hilfreich ist es, mit den Kindern Gespräche zu führen, Lern-Videos (z.B. über YouTube) zu schauen und bei Bedarf zu regulieren, wenn sie unverhältnismäßig mit dem Hund umgehen, beispielsweise wenn Mädchen den Hund schminken wollen oder Jungs zu ungestüm mit dem Hund toben.

Welchen letzten persönlichen Rat würden Sie einer Familie geben, die ein neues vierbeiniges Mitglied sucht?

Das A und O für ein glückliches Leben mit Hund innerhalb einer Familie ist, sich im Vorfeld ausreichend zu informieren. Welcher Hund passt zu uns? Wie finde ich einen geeigneten Züchter oder Adoptiv-Hund? Worauf muss ich bei der Auswahl eines Hundes achten? Viele Informationen findet man heute im Internet. Auf YouTube beispielsweise gibt es mittlerweile sehr gute Rasse-Checks von Profis und vieles mehr zum Thema. Ebenso hilfreich sind natürlich gut recherchierte Blog-Artikel, Fachbücher oder ein Beratungsgespräch mit einem Experten im Vorfeld.

Für mehr Infos könnt ihr auch die Online-Hundeschule besuchen: deine-hundeschule.com

 

Vielen Dank für das nette Interview!

 

Julie Leuze, André Henkelmann:
„Die Kunst, Einen Welpen zu bändigen“,
ca. 18 Euro; GU Verlag 2020

 

 

 

 

Credits: Gräfe und Unzer Verlag/ privat

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Familien in der Krise: Schulen und Kitas müssen schnell wieder öffnen

Wann öffnen die Kitas und Schulen endlich wieder? Die Initiative „Familien in der Krise“ fordert von den Politikern klare Richtlinien für baldige Öffnungen und eine begleitende Teststrategie. Wir haben mit einer der Initiatorinnen, Heike Riedmann, über strukturelle Probleme im Schulwesen, überforderte Eltern und fehlende Konzepte für digitales Lernen gesprochen.

Frau Riedmann, was halten Sie von den Beschlüssen, die Schulen bis mindestens Mitte Februar wenn nicht sogar Ende Februar geschlossen zu halten?

Wir haben die Beschlüsse in unseren Social Media Kanälen gepostet und gleichzeitig gefragt, warum Kirchen geöffnet bleiben können und diese nur den Appell bekommen haben, auf Abstandsregeln zu achten. Wir haben daraufhin innerhalb von nur einer halben Stunde 300 Nachrichten von sehr verzweifelten Eltern bekommen. Die können einfach nicht mehr!

Wie haben sich die Eltern Ihnen gegenüber geäußert?

Da kamen vielfältige Berichte über Kinder, die verzweifelt sind, weil sie ihre Freunde nicht mehr treffen können, weil sie Omas und Opas nicht sehen können, da sie keine Ansteckung riskieren wollen, Kinder die zuhause nicht gut lernen können und die sich immer weiter zurückziehen.

Wir von „Familien in der Krise“ müssen ganz klar sagen: Wir sehen wieder keine Priorisierung von Kindern und Familien in diesem zweiten Lockdown. Wir alle haben die letzten zehn Monate wirklich gut und solidarisch durchgehalten und man hatte uns versprochen: Kinder kommen zuletzt dran. Und trotzdem wurden Schulen und Kitas wieder gleichzeitig mit anderen Einrichtungen geschlossen.

Familien Krise
Viele Eltern fühlen sich mit Homeschooling und Homeoffice überfordert.

Wie sehen Ihre Forderungen an die Entscheider aus?

Für uns ist es wichtig, dass man die Bildung der Kinder sichert. Und Bildung bedeutet mehr als nur Lernstoff abarbeiten. Was den Grundschulbereich betrifft setzen wir auf eine flächendeckende Teststrategie mit der man absichern kann, dass sich in Einrichtungen und Schulen keine Cluster bilden können und das Ausbruchsgeschehen von Anfang an niedrig gehalten werden kann.

Außerdem hätte man schon längst Mittel einsetzen können, um zusätzliches Personal, zum Beispiel LehramstudentInnen und ReferendarInnen für Schulen zu akquirieren, die unterstützen, damit Klassen geteilt unterrichtet werden können. Wir haben auch Vorschläge gemacht zu Raumkonzepten, dass beispielsweise Klassenzimmer in jetzt geschlossenen weiterführenden Schulen oder anderen Gebäuden von Grundschulklassen genutzt werden, um Distanz im Unterricht zu ermöglichen.

Gerade bei Grundschulkindern sehen wir einen großen Bildungsverlust, weil in dieser Altersgruppe ganzheitliches Lernen im Distanzunterricht einfach nicht gewährleistet werden kann. Da hätten wir uns einen wirklich gut ausgearbeiteten Maßnahmenkatalog gewünscht von den Entscheidern. Denn für uns ist wichtig, dass zuerst das Leben der Erwachsenen weiter eingeschränkt werden sollte, bevor es die Kinder trifft.

Das Ganze passiert auch aus Angst vor der neuen, mutierten Virusvariante. Bekommen die Maßnahmen dadurch für Sie mehr Sinn?

Wir können natürlich nachvollziehen, dass die Angst groß ist. Auch wir müssen unsere Forderungen ständig an die aktuellen Geschehnisse anpassen. Aber wir fragen uns auch, wie lange der aktuelle Zustand noch andauern wird und unter welchen Voraussetzungen Bildung sichergestellt werden kann. Uns fehlen die Perspektiven.

Ein paar Wochen ließen sich noch im März 2020 für viele Familien mit Homeschooling überbrücken. Mittlerweile ist die Situation anders. Aber auch das galt damals nicht für alle Familien. Denn es gibt Kinder, die zuhause keine Ressourcen haben, die nicht von Eltern beim Lernen begleitet werden können, Kinder, die Gewalt erfahren. Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass es eine Vielzahl an Maßnahmen gibt auf die man zurückgreifen könnte, bevor man eine Schule dauerhaft schließt.

Könnten Sie da konkrete Vorschläge nennen?

Ja, wir hatten zum Beispiel eine Teststrategie mit Schnelltests ausgearbeitet. Das ist eine Maßnahme, die wir uns als allererstes wünschen würden. Verbunden mit einem flächendeckenden, begleitenden Monitoring in Kitas und Schulen, um eine bessere Datenlage bekommen und Fragen klären zu können wie: Wer trägt die Viren in die Schulen rein? Wie verbreiten die sich? Wir wissen immer noch viel zu wenig darüber.

Stellt sich Ihnen die Frage, warum man Lehrer nicht schneller impft?

Ja, auch das wäre eine Möglichkeit, aber solange wir über Impfstoff diskutieren, der nicht für alle Personengruppen ausreicht, ist es eine hochethische Frage wer ihn bekommt und wer nicht. Denn solange dieser nicht ausreichend vorhanden ist, sprechen wir darüber, wem wir den Impfstoff stattdessen wegnehmen.

Haben Sie Rückmeldung von Eltern darüber, wie bei ihnen das Distanzlernen klappt?

Ja, da haben wir in der breiten Masse alles dabei an Erfahrungen. Wir haben Eltern, die uns berichten, dass sie zu gewissen Uhrzeiten zu einem Parkplatz oder einer Mehrzweckhalle kommen müssen, um Stapel von Arbeitsblättern für die Kinder abzuholen. Dann haben wir andere Eltern, die uns erzählen, dass ihre Kinder bestimmte Klassenkameraden gar nicht mehr gesehen haben, man weiß gar nicht, was mit diesen Kindern gerade los ist, weil es keinerlei Rückmeldung von ihnen gibt. Dann haben wir andere, die Zuhause sitzen mit Kindern, die Förderbedarf haben, den die Eltern aber gar nicht leisten können.

Aus Bayern bekommen wir vermehrt mit, dass die Lernplattform Mebis überhaupt nicht ausgelegt ist für den Zugriff von so vielen Menschen. Und auch, dass die Kinder die Plattform im Grundschulalter einfach nicht selbständig bedienen können, weil die Nutzerfreundlichkeit nicht gegeben ist.

Familien Homeschooling
Digitale Lern- und Lehrkonzepte fehlen in Deutschland.

Eltern haben in den letzten 10 Monaten Unglaubliches geleistet. Jeder, der einen Job parallel zu bewältigen hat, weiß was das bedeutet. Man wird keinem gerecht und auch das ist wieder das Problem der Kinder, die einfach irgendwo in „der Ecke abgestellt werden“. Laut Berichten nehmen Suchtkrankheiten bei Kindern zu, von Magersucht über Internetsucht, einfach weil es für alle eine unglaubliche Drucksituation ist. Es gibt viele Eltern, die bei Hotlines anrufen, weil sie diesem Druck nicht mehr standhalten können. Sie sind verzweifelt, weil einfach die Perspektive fehlt.

Was würden Sie sich wünschen? Dass das Schulsystem zentral geregelt wird, denn auch das stellt sich ja als ein strukturelles Problem heraus: Warum brauchen wir zum Beispiel 16 unterschiedliche Lernplattformen?

Natürlich wissen wir, worin das föderale System begründet ist und auch was die Vorteile sind, aber im Moment fragt man sich schon, ob das noch zeitgemäß ist. Eltern sind teilweise so verzweifelt, dass sie ernsthaft überlegen in ein anderes Bundesland umzuziehen, weil dort die Kita oder die Schule früher wieder öffnet. Man blickt neidvoll auf Frankreich, dort haben die Schulen geöffnet und der Schutz betrifft vermehrt die Risikogruppen, auch in der Schweiz haben die Schulen geöffnet. Hier in NRW wurde die Entscheidung an die Eltern weitergegeben, ob ihr Kind die Tageseinrichtung besuchen soll oder nicht, verbunden mit dem starken Appell, das nicht zu tun, wenn man eine andere Lösung hat.

In Berlin sind Eltern komplett verzweifelt, weil der Kitabesuch wieder einmal an der Systemrelevanz der Eltern festgemacht wird und niemand versteht, warum Not, die eigentlich von Kindern ausgeht, am Beruf der Eltern festgemacht wird. Nehmen wir doch einmal ein einfaches Beispiel: Wenn eine Mutter einen Säugling zuhause hat und eventuell noch ein dreijähriges Kind, dann kann Not auch einfach bedeuten, dass sie im Wochenbett liegen muss.

Was wir uns wünschen, sind einheitliche Regelungen bundesweit, damit diese Ungerechtigkeiten von Bundesland zu Bundesland nicht mehr aufkommen. Und wir wünschen uns klare Pläne: Was passiert bei welcher Inzidenz? Das gibt Eltern die Möglichkeit, sich langfristig auf die Situation einstellen zu können. Kinder brauchen Verlässlichkeit und Struktur. Das ist im Moment einfach nicht gegeben.

Was sagen Sie dazu, dass Bildung und Bildungspolitik in Deutschland so weit unten stehen im Ranking?

Das ist unglaublich, darum kann ich nur wieder betonen: Das ist kein Problem der aktuellen Krise, sondern ein strukturelles Problem.

Aber wäre es nicht Zeit für einen Umbruch, auch in Sachen digitales Lernen?

Natürlich. Als Medienpädagogin wundere ich mich immer noch darüber, dass viele glauben, Digitalität bedeutet zum Beispiel ein Lernvideo anzusehen. Dabei sollte das Lernziel nicht das Konsumieren sein, sondern, was kann ich mit digitalen Medien machen, also selbst gestalten, kreativ sein, meine Phantasie einsetzen, vielleicht auch einmal Rätsel auf verschiedene Arten lösen. Wir würden uns unbedingt wünschen, dass digitales Lernen besser im Lehrplan eingebunden wird.

Aber auch die Fachkräfte müssen lernen, wie man mit diesen Medien umgeht. Hier haben die Regierung und auch die einzelnen Landesregierungen ganz viel versäumt. Es gibt keine verpflichtende Fortbildung für Lehrkräfte, wie sollen sie auf dieser Basis qualitativ hochwertig von heute auf morgen digital unterrichten?

An vielen Schulen haben die Lehrer nicht einmal ein schuleigenes Laptop geschweige denn eine Emailadresse…

Das ist unfassbar, auch dass so viele Behörden immer noch nicht digital aufgestellt sind. In meiner Firma hat es eine Woche gedauert, bis wir mit voller Ausrüstung ins Homeoffice wechseln konnten. Da fragt man sich: Wie hoch können die bürokratischen Hürden sein, dass man diese in zehn Monaten nicht überwinden kann?

Wie kam die Idee zu der Initiative „Familien in der Krise“ und wird es diese auch nach der Corona-Phase geben?

Wir wollen weiter als gemeinnütziger Verein tätig sein und an unseren Themen arbeiten, dazu fusionieren wir gerade mit „Kinder brauchen Kinder“.

Die Idee zu „Familien in der Krise“ haben wir während des ersten Lockdowns aufgegriffen, als sich viele verzweifelte Eltern in den sozialen Medien geäußert haben. Wir haben uns vernetzt mit Eltern aus NRW und Hessen. Aber es war schnell klar, dass unserem Anliegen ein strukturelles Problem zugrunde liegt und wir langfristige Lösungen für Familien brauchen. Mittlerweile gibt es „Familien in der Krise“ in acht Bundesländern. Eltern können bei uns einfach ehrenamtlich mitmachen, wenn sie ebenfalls hinter dem Ziel stehen, dass wir u.a. eine zeitgemäßere Bildungs- und Familienpolitik brauchen.

Wir sind natürlich nicht gewählte Vertretungen, sprechen darum auch nicht für alle Eltern und Familien – aber wir sprechen Eltern und Familien an, die sich wünschen, dass Kinder wieder mehr im Fokus stehen.

Frau Riedmann, danke für das Gespräch.

 

Bilder: Gettyimages