Das Thema: ein lästiger Dauerbrenner. Das Ergebnis: meist hart erkämpft. Wir haben ein paar Tipps, wie ihr eure Kinder zum Aufräumen bringt. Und die meisten funktionieren wirklich. Versprochen!

Nirgendwo spielt es sich besser als da, wo viele Menschen sind. In der normalen Familienwohnung wären das der Flur (hier muss jeder mal durch) oder das Wohnzimmer (hier trifft sich die Familie) oder die Wohnküche. Das heißt aber auch in der Konsequenz, dass sich das Spielzeugchaos nicht nur auf das Kinderzimmer beschränkt, sondern stetig über die ganze Wohnung ausbreitet.

Wenn es dann ums Thema Aufräumen geht, kommt es schnell zu Grundsatzdiskussionen mit den Kleinen. Warum überhaupt aufräumen, so ist es doch viel gemütlicher. Wir wollen morgen noch fertig spielen und können jetzt nicht alles wegräumen. Wir haben uns beim Bauen solche Mühe gegeben, das kann man doch jetzt nicht kaputt machen.

Ähnliches Szenario im Kinderzimmer. In einer Ecke Lego, in der anderen Malbuch und Stifte, dazwischen Spielewelten von Playmobil, halbfertige Puzzles oder mit viel Geduld aufgebaute Kugelbahnen… Alles durcheinander? Nicht nach Ansicht der Kinder. Warum sollen sie alles zurück in Schubladen packen, wo sie es doch sowieso „gleich“ wieder brauchen. Aufräumen ist blöd!

7 Tipps, mit denen ihr eure Kinder zum Aufräumen bringt:

1. Konkrete Ansagen schaffen Klarheit

Die pauschale Aufforderung „Räum endlich auf!“ können sich Eltern sparen. Viel zu diffus und selbst Schulkinder können hier problemlos weghören! Kinder brauchen ganz klare Anleitungen. „Pack bitte die Legosteine zurück in die Kiste“ ist deutlich und lässt keine Ausflüchte zu. Es bringt übrigens auch nichts, mehrere Sachen auf einmal anzusprechen. Immer schön eins nach dem anderen.

2. Schritt für Schritt aufräumen

Das ganze Zimmer aufräumen? Für einen kleinen Menschen eine schier nicht zu bewältigende Aufgabe. Wo soll man nur anfangen? Besser man teilt es auf in mehrere „Häppchen“. Zum Beispiel: Erst die Puzzles wegpacken, dann die Stofftiere zurück ins Regal. Und – siehe oben – bitte die Aufforderungen clever portionieren.

 

3. Ordnung schaffen kann auch Spaß machen

Kinder nehmen das, was man selber ausstrahlt natürlich an und haben ein sehr gutes Gespür dafür, wo man als Elternteil authentisch ist und wo Gesagtes und Getanes auseinander klaffen. Sätze wie „Mama, du räumst doch selber nicht gern auf!“ können ab einem bestimmten Alter fallen und die Wahrheit im Kern treffen. Je ehrlicher man reagiert, desto besser ist es. „Klar Schatz, ich kann mir etwas Schöneres vorstellen. Aber ich freu mich auch wenn wir damit durch sind und eine ordentliche Wohnung haben.“

4. Zusammen aufräumen geht viel schneller

Was alle Kinder mögen sind Gemeinschaftsprojekte. Zusammen das Kinderzimmer aufräumen ist also (besonders bei kleineren Kindern) eher von Erfolg gekrönt als sie mit der Aufgabe allein zu lassen. „Ich räum die Bauecke auf und du die Malecke.“ Dazu die richtige Playlist einstellen, und die lästige Pflicht wird vielleicht sogar zu einem kleinen, lustigen Event.

5. Wohin gehört was: Mitbestimmen ist wichtig

Kinder übernehmen gern Verantwortung, denn dann fühlen sie sich „groß“. Beim Aufräumen ist es ab einem Alter von ungefähr drei bis vier Jahren sinnvoll, den Kleinen ein Mitspracherecht zu geben. Wo sollen deine Stofftiere wohnen? Was ist der beste Platz für deinen Bauernhof? Kisten anzuschaffen, in die dann Spielzeugautos, Malsachen, Legosteine wandern, ermöglichen es  besser Ordnung zu halten und erleichtern das Aufräumen. Außerdem kann man als Hilfestellung auf jede Kiste ein kleines Bildchen kleben, das zeigt was reinkommt.

6. Wer mitspielen will, kann auch mit aufräumen

Kann schon vorkommen, dass das Kinderzimmer nach einem Play-Date aussieht, als hätte eine kleine Bombe eingeschlagen. Danach geht das Gezeter los: Warum soll ich alles allein aufräumen? Ich war das nicht! Stimmt ja auch und lässt sich mit dem Festlegen von Gästeregeln ganz einfach lösen. Wenn der Besuch kommt wird kurz besprochen, dass nach dem Spielen das Zimmer gemeinsam aufgeräumt wird. Eine Viertelstunde bevor das Besuchskind abgeholt wird, können die Kinder loslegen.

7. Auch kleine Aufräumerfolge loben

Loben ist wichtig! Aber auch das will gelernt sein. Ein „Super gemacht!“ reicht nicht. Viel glaubwürdiger und wirkungsvoller ist ein ganz konkretes Lob wie zum Beispiel: „Wie schön ordentlich dein Kaufladen jetzt aussieht!“, oder: „Wie toll du die Malstifte einsortiert hast!“ Der Trick ist, das leidige Thema „Aufräumen“ immer wieder positiv zu besetzen. Wem das gelingt, der wird in Zukunft vielleicht weniger oft barfuß auf piekende Legoteile treten…

Aufräumen mit Marie Kondo

Auf Netflix gibt es die Serie „Aufräumen mit Marie Kondo„. In verschiedenen Folgen zeigt die japanische Ordnungsexpertin wertvolle Tipps wie man mit Familie und Kindern Ordnung hält. Wir haben einige Tricks ihrer KonMarie Methode für euch zusammengefasst:

Wie funktioniert die KonMari Methode?

Eigentlich ganz simpel: Wir behalten nur das, was uns wirklich glücklich macht und Freude bereitet. Der Rest wird verkauft, weggeworfen oder gespendet. Der gesamte Prozess sollte maximal ein halbes Jahr dauern und nach einer bestimmten Reihenfolge bzw. in bestimmten Kategorien erfolgen:

Kleidung – Bücher – Papierkram – Sonstiges – Erinnerungsstücke

Die sechs Regeln der KonMari Methode

  1. Motiviere dich selbst dazu, aufzuräumen
  2. Stelle dir deinen idealen Lebensstil vor
  3. Sortiere erst einmal alles aus, was du nicht behalten willst
  4. Räume innerhalb verschiedener Kategorien auf, nicht innerhalb der Räume
  5. Folge der richtigen Reihenfolge
  6. Frage dich immer, ob dich das Besitzstück glücklich macht

Bilder: OYOY Living Design