Kinder sind – wenn man sie lässt – einfach aus sich selbst heraus kreativ. Aber Anregungen kann man nie genug bekommen. Darum stellen wir hier einige Bücher vor, die kleinen Künstlern Spaß machen werden.

Hundertwasser: Ein Haus für dunkelbunte Träume

Lea, Leo und Maya wohnen in Wien. Eines Tages entsteht auf dem Nachbargrundstück ihres Hauses eine Baustelle. Die Kinder fürchten um den großen, alten Baum, der bestimmt für das neue Gebäude weichen muss. Sie sind ebenso froh wie erstaunt als sie dabei zusehen, wie ein buntes, magisches Zauberhaus entsteht, in dem der Baum in Zukunft zusammen mit anderen Pflanzen weiter wachsen kann…

Die Grundzüge der Architektur von Hundertwasser werden von der Autorin Géraldine Elscher in anschaulichen Texten erklärt, unterstützt durch die phantasievollen Illustrationen von Lucie Vandevelde. Für viele Kinder wird es überraschend sein, dass es dieses phantastische Haus in Wirklichkeit gibt. Zur Veranschaulichung findet man Fotos vom Hundertwasserhaus in Wien, außerdem spannende Informationen über den Künstler und sein Werk.

Ab 4 Jahren. Von Géraldine Elscher, Lucie Vandevelde, Prestel Verlag für 14 Euro.

Wie eine Ausstellung gemacht wird

Was braucht man, damit die Besucher im Museum Kunstwerke zu sehen bekommen? Hängt man einfach Bilder auf oder stellt Skulpturen in einen Raum und fertig? Doro Globus und Rose Blake erlauben einen Blick hinter die Kulissen des Kunstbetriebs. Vom Atelier des Künstlers, über die Konzeption bis hin zum Transport der Kunstwerke zum Museum und deren Aufbau können junge Kunstinteressierte die Organisation einer Ausstellung verfolgen. Wie viele Menschen an dem Gelingen beteiligt sind und welcher Organisationsaufwand dahinter steckt, wird auch so manchen erwachsenen Vorleser ein wenig ehrfürchtig werden lassen. Das Buch ist eines der ersten Kinderbücher, die in dem renommierten Kunstbuchverlag Hantje Cantz erscheint.

Ab 6 Jahren. Von Rose Blake und Doro Globus, Hantje Cantz Verlag für 18 Euro.

Kunst mal anders

Wer Kunst liebt und eigene Kinder hat, denen er diese nahebringen möchte, darf dieses Bilderbuch nicht missen. Es werden darin 30 Kunstwerke aus dem Centre Pompidou in Paris vorgestellt. Dabei lernt man nicht nur die Bilder kennen. Autorin Alice Harman, die unter anderem das bekannte Buch „Why is art full of naked people?“ geschrieben hat, erklärt auch die jeweilige Entstehungsgeschichte der Werke und erzählt viel über die Künstler. So entsteht eine unterhaltsame, interessante, spannende Mischung, die auch erwachsene (Vor-)Leser schnell in ihren Bann zieht…

Oder wusstet ihr, dass Basquiat sogar auf Kühlschranktüren malte und insgesamt in seinem kurzen Leben (er starb mit 27 Jahren) 1000 Gemälde und 3000 Zeichnungen schuf? Oder dass Pierre Bonnard 11 Jahre (!) an seinem Werk „Atelier mit Akazie“ malte, bis er es für abgeschlossen erklärte? Genial dazu sind auch die Illustrationen des Künstlers Serge Bloch, der für seine Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Ab 6 Jahren. Von Alice Harman und Serge Bloch, Midas Verlag für 19,90 Euro.

Ein Museum nur für mich
Ein Museum nur für mich; Prestel Verlag 2017

Wer sagt denn, dass ein Museum immer langweilig sein muss? Es gibt ja so viele verschiedene Arten von Museen. Es gibt welche für Bilder, für Dinge, die tausende von Jahren alt sind und von fernen Orten stammen, oder eines für ausgestopfte Tiere. Es gibt sogar ein Museum für Pflanzen, in dem seltene Arten aus fremden Ländern wachsen. Das Bilderbuch von Emma Lewis führt junge Leser mit viel Phantasie an das Thema Museum heran. Das Neue daran ist ein kleiner Teil im Buch, der sie dazu auffordert über ihr eigenes, ganz privates Museum nachzudenken. Was würdest du sammeln?, wird da gefragt, oder ob man sich ein paar neue Museen ausdenken kann. Ein Buch, das nicht nur Museumsliebhabern Spaß machen wird.

Von Emma Lewis, Prestel Verlag für 14,99 Euro

Frida Kahlo und ihre TiereFrida Kahlo und ihre Tiere, NordSüd Verlag 2017

Wer Kindern Kunst nahe bringen will, der denkt nicht zwangsläufig an Frida Kahlo. Dabei eignet sich das Leben der mexikanischen Künstlerin ganz hervorragend, um Gestaltungswillen und Kreativität zu erklären. Das Bilderbuch der amerikanischen Autorin Monica Brown und des Illustrators John Parra zeigt Stationen ihres Lebens. Ein Fokus dabei sind Fridas Tiere, die sie später auf vielen ihrer Selbstportraits mit verewigt hat.

Kahlo erkrankte in ihrer Kindheit an Polio, was sie für immer zeichnete. Vielleicht war gerade das ein Auslöser, sie zu einer besonders unabhängigen Persönlichkeit zu machen, denn trotz einer leichten Behinderung ließ sie sich nicht davon abhalten Fahrrad zu fahren, zu boxen, zu ringen und (für die Zeit damals sehr ungewöhnlich) Overalls zu tragen. 

Die Autorin zeigt sehr einfühlsam und mit wenigen Sätzen, wie sehr die Künstlerin Frida Kahlo Erfüllung und Zufriedenheit in ihrer Kreativität und ihrer Malerei finden konnte – und wie sehr sie ihre geliebten Tiere als ihre kleine Familie akzeptierte. Ein Buch, das Wissen über eine der größten Künstlerinnen der Geschichte vermittelt und Mut macht, die eigenen Träume auszuleben.

Von Monica Brown und John Parra, NordSüd Verlag für 15 Euro.

Bilder: Gettyimages