Märchen sind unglaublich wichtig. Sie bringen Kindern und Eltern etwas bei, sorgen für Unterhaltung, Bonding, fördern kreatives Denken und vieles mehr. Aber in diesem Fall leisten die Märchen noch einen weiteren Beitrag: Sie werden zur Inspiration für äußerst schmackhafte, kinderfreundliche Gerichte. Hier findet ihr 4 Rezepte, die euch die klassischen Märchen aus einem anderen Blickwinkel erleben lassen.

Die Relevanz von Märchen für Kleine und Große

Wenn ihr euch als Eltern gerade fragt, welche Rolle Märchen heutzutage spielen und ob sie immer noch ein wichtiges Element für das Großwerden von Kindern sind, dann können wir euch versichern, dass Märchen nach wie eine wichtige Rolle einnehmen. Märchen handeln von großen Themen, vom Erwachsenwerden, vom erfolgreichen Überwinden von Ängsten, vom Sterben, von schwierigen menschlichen Beziehungen, Mutproben, von Verrat, wahrer Freundschaft und starker Liebe – und es gibt immer ein klares Gut oder Böse. All diese Themen sind oft schwer zu bewältigen, vor allem bei Kindern, deren Sensibilität viel stärker ausgeprägt ist als bei Erwachsenen. Aus diesem Grund spielen Märchen eine grundlegende Rolle, weil sie alles auf eine spielerische und kreative Ebene stellen und die viele Themen ganz nebenbei angesprochen werden.

Das Kochbuch der Märchen

Märchen sind spannend, werden nie wirklich altmodisch und können noch dazu sehr gut schmecken – dies ist die Philosophie, die hinter den unzähligen Seiten dieses neu erschienenen Buches steht. „Das Kochbuch der Märchen“ ist viel mehr als ein Kochbuch – es soll anregen zum gemeinsamen Vorbereiten, zum Kreativwerden, zum Lesen und zum Vorlesen. Jedes Kapitel birgt die Aufforderung in sich, Zeit miteinander zu verbringen. Ein kleines, feines familiäres Happening sozusagen, das noch dazu ganz viel Spaß macht, in andere Welten abtauchen lässt und wunderbar duftet.

Beim Schreiben des Buches hat sich die Autorin Kathleen Beringer folgenden Ablauf vorgestellt: Ein Märchen wird mit den Kindern gelesen und anschließend das entsprechende Menü gemeinsam gekocht. Das ist auf vielerlei Weise spannend. Es handelt sich um eine gemeinsame Aktivität, aber darüber hinaus könnt ihr auch Fragen mit euren Kindern besprechen: Was hat man wohl vor 200 Jahren gegessen? Welche Zutaten gab es, woher kamen sie? Wie hat man wohl damals gekocht? Da dürfen sich alle Gedanken machen, zum Beispiel, was es heißt, keinen elektrischen Herd zu haben und keinen Supermarkt. War denn das tägliche Brot überhaupt selbstverständlich? Auf diese Weise wird das Rezeptbuch zu einem umfassenden Lehrmittel, das nicht nur die Sinne anregt, sondern auch den Wissensdurst.

Fabelhaft! 4 Rezepte inspiriert von 4 beliebten Kindermärchen

Im Folgenden findet ihr köstliche und farbenfrohe Rezepte, die von klassischen Märchen inspiriert sind. Viel Spaß beim Kochen!

„Der Wolf und die sieben jungen Geisslein“ mit
Wurzelsuppe

„Oh wie wunderbar“, meckerte die alte Geiß hocherfreut.
„Eine heiße Suppe ist jetzt genau das Richtige für mich.“

Zutaten:

  • 100 g Kartoffeln, 100 g Karotten, 100 g Petersilien- wurzeln
  • 100 g Knollensellerie
  • 100 g Zwiebeln
  • 40 g Butter
  • 1 l Hühner- oder Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer

Vorbereitung:

Die Gemüse putzen, waschen und in gleichmäßige Stücke schneiden. In Butter anschwitzen, mit der Brühe aufgießen und in etwa 15 Minuten weich kochen. Alle Zutaten fein pürieren, mit Salz und Pfeffer würzen.

„Die Bremer Stadt-Musikanten!“ mit
Burger mit Banditenkartoffeln

„Sie konnten es kaum erwarten, sich je nach Geschmack ihren speziellen Burger zusammen- zustellen. Jeder half beim Vorbereiten mit. Bald kitzelten die Düfte ihre Geschmacksnerven.“

Zutaten:

  • 300 g Mehl
  • 40 g Zucker
  • Salz
  • 1/4 Würfel frische Hefe
  • 15 g Butter
  • 180 g Milch
  • 2 Eigelbe
  • 1 Ei
  • 500 g festkochende
  • Kartoffeln
  • (z. B. Annabelle) 6 El Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Paprikapulver
  • 6 EL Ketchup
  • 6 EL Mayonnaise
  • 1 große Zwiebel
  • 600 g Rinderhack Pfeffer
  • Zwiebeln, Avocado, Essiggurken, Käse, Tomaten, Bacon

Zubereitung:

Ofen auf 35 °C vorheizen.

Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen, in die Mitte eine Vertiefung drücken. Hefe hineinbröckeln, mit geschmolzener Butter, lauwarmer Milch und zwei Eigelben verrühren, im Herd 90 Minuten gehen lassen. Dann den Teig mit etwas Mehl bestäuben, noch mal vorsichtig kneten, vier Brötchen formen, auf ein Backblech mit Backtrennpapier legen und mit dem verquirlten Ei bepinseln. Bei 185 °C 15–20 Minuten backen.

Anschließend Kartoffeln schälen, vierteln und mit einer Mischung aus Olivenöl, Salz und Paprikapulver überziehen. Nebeneinander auf ein Blech legen und 30 Minuten bei 200 °C backen, bis sie gebräunt sind, salzen. Aus Ketchup und Mayonnaise eine Sauce mischen.

Rinderhack zu flachen Pattys formen und in heißem Öl pro Seite 3 – 4 Minuten braten.

Zwiebeln und Avocado schälen und ebenso wie Gurken, Käse und Tomaten in Scheiben schneiden, den Bacon knusprig braten und alles in verschiedene Schälchen geben. Brötchen mit den Patties und weiteren Zutaten nach Belieben belegen.

„Hänsel und Gretel“ mit
Lebkuchen-Creme

„Bei einer feinen Nachspeise erzählten Hänsel und Gretel vom Knusperhäuschen, die böse Stiefmutter vermisste niemand.“

Zutaten:

  • 4 sehr frische Eier
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1/2 TL Lebkuchen-Gewürz
  • 1/2 TL Zimt
  • 3 EL Honig
  • 250 g Mascarpone

Zubereitung:

Für die Creme die Eier trennen, Eiweiße steif schlagen. Eigelbe, Vanillezucker, Lebkuchen-Gewürz, Zimt und Honig cremig schlagen, Mascarpone untermischen. Eischnee vorsichtig unterziehen und die Nachspeise mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank stellen.

„Der Froschkönig“ und
Veganer Schokoladenkuchen

„Bei dieser veganen Variante eines Schokoladenkuchens hatte die Königstochter das Gefühl, so richtig angekommen zu sein, und freute sich auf das gemeinsame Leben mit ihrem Froschkönig.“

Zutaten:

  • 125 g vegane Butter
  • 100 g brauner Zucker
  • 30 g Kakao
  • 250 g Dinkelmehl
  • 1+1/2 TL Backpulver
  • Salz
  • 3 reife Avocados
  • 95 g brauner Zucker
  • 1 Zitrone
  • 3 gestr. TL Johannisbrotkernmehl
  • 6 EL Rapsöl
  • 200 g dunkle Kuvertüre
  • 100 g Vanille-Soja-Milch
  • 1 gestr. TL Johannisbrotkernmehl

Backen:

50 Minuten bei 160 °C Umluft Springform Ø 18 cm

Zubereitung:

Ofen vorheizen.

Zimmerwarme Butter schaumig aufschlagen, dabei Zucker einrieseln lassen.

In einer separaten Schüssel Kakao mit Dinkelmehl, Backpulver und einer Prise Salz vermengen. Die Mischung vorsichtig unter die Butter-Zucker-Masse heben und gut mischen, sodass sich eine homogene Masse ergibt. Springform ausfetten und mit Dinkelmehl bestäuben. Den Teig in die Form geben und circa 50 Minuten backen, mit einem Stäbchen überprüfen, ob er gar ist. Währenddessen Avocados schälen, mit dem braunen Zucker und dem ausgepressten Zitronensaft (gegen das Oxidieren) pürieren. Dann das Johannisbrotkernmehl hinzugeben, um die Masse etwas einzudicken. Mit Öl und einer Prise Salz noch einmal sehr gut verrühren und kühl stellen.

Den Kuchen horizontal halbieren und die untere Hälfte mit der Avocadocreme bestreichen, mit der anderen Hälfte bedecken. Kuvertüre grob hacken und in der Sojamilch auf dem Herd langsam erhitzen. Wenn die Masse warm und homogen ist, das Johannisbrotkernmehl zum Eindicken hinzugeben. Die Schoko- ladencreme etwas abkühlen lassen und anschließend gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen.

 

© Das Kochbuch der Märchen von Kathleen Beringer erscheint im November 2021 bei Elsa Publishing, 39,- EUR, elsapublishing.com, Illustration © Rinah Lang.

 

 

 

Credits:

Fotos © Katrin Winner
Illustrationen © Rinah Lang
Rezepte © Kathleen Beringer
Kuchenrezepte © Uwe Lindner / The Victorian House, 2021