Adventskranz

Advent: Woher kommen Bräuche wie Adventskranz und Adventskalender

Familie, Feiern, Freizeit

Der Advent ist für viele Familien die schönste Zeit des Jahres, denn sie ist voller Vorfreude, Rituale und magischer Momente. Aber woher kommen eigentlich Traditionen wie der Adventskranz oder der Adventskalender? Und warum sind sie bis heute wichtig für Kinder? Wir haben mal recherchiert, damit ihr auf die Fragen eurer Kinder die passenden Antworten parat habt.

Adventskalender
Heute gibt es Adventskalender in vielen Formen – doch woher kommt der Brauch eigentlich?

Was bedeutet Advent eigentlich?

Der Begriff „Advent“ wird vom lateinischen Begriff adventus abgeleitet und bedeutet „Ankunft“. Gemeint ist natürlich die Ankunft von Jesus, dessen Geburt in der Nacht des 24. Dezembers von allen Christen weltweit gefeiert wird.

Die Adventszeit beginnt vier Sonntage vor dem besagten Heiligabend. Traditionell ist der Advent auch ein Buß- und Fastenzeit, doch das wird heutzutage kaum noch streng gehandhabt. Es erklärt aber, warum es in vielen Familien noch immer am Heiligabend Fisch oder “nur” Würstchen und Kartoffelsalat gibt. Der Heiligabend markierte nämlich den letzten Fastentag. Geschlemmt werden sollte erst am ersten Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember.

Heute ist für junge Familien der Advent vor allem der Beginn einer Zeit, in der es viele kleine Rituale gibt, die Kindern Struktur, Freude und ein Gefühl von Gemeinsamkeit schenken.

Die Erfindung des Adventskranzes

Es gibt in ihn vielerlei Formen, Ausschmückungen und Arten. Und man findet kaum eine Wohnung, ein Kitazimmer, ein Büro oder Klassenzimmer in der Vorweihnachtszeit ohne Adventskranz als Dekoration. Doch woher kommt er und wer hat ihn erfunden?

Der Ursprung des Adventkranzes

Der erste Adventskranz entstand 1839 in Hamburg: Der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Hinrich Wichern (1808-1881) betreute im sogenannten “Rauhen Haus” in Hamburg verwahrloste und verwaiste Kinder aus den Elendsvierteln.

Um die Ungeduld der Kinder in Zaum zu halten und ihnen gleichzeitig die Vorfreude auf Weihnachten, auf die Geburt Jesu, auch sinnlich erlebbar zu machen, begann Wichern im Jahr 1839 damit, ab dem ersten Adventssonntag bis zum Heiligen Abend täglich eine Kerze anzuzünden. Diese wurden auf einem zwei Meter großen, hölzernen Wagenrad platziert, das Wichern am 1. Advent 1839 als Leuchter an die Decke hing. Es war mit Tannenzapfen, roten Kerzen für jeden Werktag und dicken weißen Kerzen für die Sonntage geschmückt. Die Kerzen sollten Licht in die dunkle Zeit bringen als Symbol für Jesus als “Licht der Welt” stehen. Die runde Form des Wagenrads, der Kreis, symbolisierte die Ewigkeit oder das ewige Leben.

So kam der Adventskranz in unsere Wohnzimmer

Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Adventskranz auch in die Wohnstuben vieler Haushalte. Der Kreis aus immergrünen Tannenzweigen sollte das ewige Leben versinnbildlichen, die vier “Sonntagskerzen” wurde jeweils am Adventssonntag angezündet und verdeutlichten das langsame “Heranleuchten” des großen Festtages, des Weihnachtstags.

Der Adventskalender – vom Kreidestrich zum kreativen Familienhighlight

Kaum ein Brauch begeistert Kinder (und auch manche Erwachsene) so sehr, wie der Adventskalender. 24 kleine Überraschungen, die jeden Dezembermorgen magisch machen.

Seit wann gibt es Adventskalender?

Der Ursprung des Adventskalenders liegt im 19. Jahrhundert. Damals markierten Familien die Tage bis Weihnachten mit einfachen Mitteln. Es wurden zum Beispiel in die Krippe jeden Tag ein frischer Halm aus Stroh gelegt, Bilder an die Wand geklebt, Kreidestriche an eine Tür gezeichnet.

Der erste gedruckte Adventskalender erschien um 1902 in Deutschland und zwar in Form einer Weihnachtsuhr mit den Ziffern 13 bis 24. Erst 1922 bekam die Uhr dann 24 Felder. Er bestand aus kleinen Bildchen, die Kinder ausschneiden und auf eine Vorlage kleben konnten. In den 1920er Jahren kam der erste Adventskalender mit Türchen zum Öffnen auf den Markt. Jeden Tag ein Türchen öffnen und ein neues Bild entdecken? Die Kinder waren begeistert!

Noch größer war die Begeisterung allerdings, als es hinter den Türchen schließlich auch kleine Süßigkeiten zu entdecken gab! Zunächst waren das vor allem Kekse. Gerhard Lang aus München entwickelte in seinem Verlag einen Adventskalender mit Schokolade, das “Christkindleinshaus zum Befüllen mit Schokolade”.

Doch der erste mit Schokolade befüllte, industriell hergestellte Adventskalender, erschien 1958 in Deutschland – und startete zu einem wahren Siegeszug. Jedes Kind wollte so einen Kalender haben und täglich ein Stückchen Schokolade naschen, als kleine Vorfreude auf Weihnachten. Wer “nur” einen Adventskalender mit Bildchen bekommen hatte, war ganz klar im Nachteil – aus Kinderaugen gesehen jedenfalls.

Warum Adventskalender für Kinder wertvoll sind – auch heute noch

Egal ob er gekauft oder selbstgebastelt ist: Ein Adventskalender macht den Kleinen nicht nur Spaß, er vermittelt Kindern auch:

  • Geduld
  • Vorfreude
  • tägliche kleine Achtsamkeitsmomente

Für Eltern ist ein Adventskalender eine wunderbare Möglichkeit, jeden Tag ein bisschen Weihnachtszauber zu schenken. Was alles in den Adventskalender gepackt werden kann, verraten wir euch hier in unserer Ideenliste.

Advent
Gemeinsam etwas backen, die Zeit genießen – Adventsbräuche geben Kindern Geborgenheit.

Darum sind Adventsbräuche auch für moderne Familien wichtig

Klar, viele Familien leben heute digitaler, schneller und flexibler als frühere Generationen. Und gerade in der Vorweihnachtszeit jagt ein Termin den nächsten, angefangen vom Singspiel in der Kita bis zur Weihnachtsfeier im Sportverein. Trotzdem sollten wir uns die Zeit nehmen für ein paar Momente, in denen wir uns voll auf die “stille Zeit” einlassen. Denn manche Adventsrituale bleiben wertvoll im stressigen Familienalltag:

  • Sie schaffen Verlässlichkeit im Alltag
  • Sie geben den Kinder Orientierung und Geborgenheit
  • Sie verbinden Tradition mit moderner Familienkultur
  • Sie bieten bewusst entschleunigte Momente

Adventskranz und Adventskalender sind kleine, schöne Anker in einer sonst leider eher hektischen Jahreszeit – und für Kinder echte Highlights, die Erinnerungen fürs Leben schaffen.

Wir wünschen euch eine schöne Adventszeit.

Bildquelle: Getty, Franziska Scheumann I unsplash, Annie Spratt I unsplash