Volvo Fahrteste

Fahrspaß für die ganze Familie – so fahren Kinder sicher mit

Eltern, Familie, Reisen, Unterwegs

Ein Familienauto, das alle Sicherheitsstandards mehr als erfüllt? Wir haben den neuen EX90 von Volvo getestet und uns von der Expertin wichtige Tipps geben lassen, wie man Kinder im Auto sicher transportiert.

Groß, edel und rein elektrisch – das ist der neue SUV EX90 von Volvo. Mit beeindruckenden 5,04 Metern Länge ist er ein echtes “Schiff”. Allerdings merken wir schon bei der ersten Testfahrt, dass die Länge und auch das beachtliche Gewicht von 2,7 Tonnen gar nicht so schwer zu “handeln” sind. Denn der Wagen ist mit allem an Fahrunterstützung ausgestattet, was moderne Technik so zu bieten hat und lässt sich superleicht steuern, ohne dass es jemals anstrengend wird. Im Vergleich dazu wirkt der XC60 von Volvo, der ja auch schon nicht klein ist, allerdings fast schon kompakt.

Volvo
Bilder: Steffen Jänicke

Ausreichend Platz für die große Familie

Laut Volvo hat man sich beim Design von einem schwedischen Wohnzimmer inspirieren lassen. Ein wenig fühlt es sich auch so an. Der Innenraum des Volvo ist riesig, die Sitze sind super bequem und auch wenn man mit drei Kindern und Gepäck in den Urlaub starten will, ist das im EX90 kein Problem. Selbst bei voller Bestuhlung, also mit einer dritten Sitzreihe, stehen uns noch mehr als 300 Liter Stauraum zur Verfügung. Das ist mehr, als so mancher Kleinbus zu bieten hat. Ist man zu zweit “allein” unterwegs, hat man in dem Elektro-SUV annähernd zwei Kubikmeter Ladefläche zur Verfügung. Damit könnte man schon einen kleinen Umzug bewerkstelligen. Aber wer im Alltag mit einer Familie unterwegs ist, der weiß, wie schnell sich Leerraum füllen lässt.

Volvo Testfahrt
Der großzügige Innenraum des Volvo – inspiriert von einem schwedischen Wohnzimmer.

Tolles Fahrgefühl bei jedem Wetter

Regen satt gab es bei unserer Testfahrt, was für den Allrad aber eher lächerlich an Schwierigkeitsgrad war. Er liegt in jeder Situation schön sicher in der Kurve, kein Wunder bei dem Gewicht. Aber auch im Straßenverkehr zur Rush-Hour kommt man mit dem doch eher voluminösen SUV gut zurecht. Einzig wenn es durch enge Dorfstraßen geht, ist Vorsicht angesagt. Die Ausmaße erfordern doch etwas Weitsicht, immerhin ist die Breite des EX90 über zwei Meter. Die Fahrt in die städtische Parkgarage haben wir diesmal allerdings nicht gewagt.

Volvo Testfahrt
Der EX90 st allen Straßenverhältnissen gewachsen.

Viel Technik, die bedient werden will

Den Außenspiegel einstellen, die Klimaanlage steuern – all das regelt man über das Infotainment-System, das über einen übersichtlich großen Bildschirm läuft. Es erfordert einiges Suchen, bis man die richtige Funktion gefunden und so konfiguriert hat, wie man es gerne hätte. Hier sollte man anfangs etwas Geduld mitbringen. Die Schildererkennung hat uns nicht wirklich überzeugt. Hier kann man sich als Fahrer (noch) nicht auf die Assistenzsysteme verlassen, sondern sollte selber aufmerksam bleiben.

Volvo Testfahrt
Sehen Sie mich noch? Sieht nicht nur groß aus, ist es auch.

Sicherheit wird bei Volvo immer groß geschrieben. So erfasst ein spezielles Radarsystem kleinste Bewegungen im Innenraum des SUV. Das Auto lässt sich dann nicht verriegeln. So wird garantiert, dass man weder ein schlafendes Kind noch ein Haustier im Wagen vergisst. Auf dem Touchscreen erscheint zudem eine Warnung, dass sich noch “jemand” im Auto befindet. Großer Vorteil: Die Klimasteuerung kann eingeschaltet bleiben um die Temperatur zu halten, zum Beispiel wenn man nach dem Tanken kurz zum Bezahlen gehen will.

Volvo Testfahrt

Das rät die Spezialistin: So fahren Kinder sicher im Auto mit

Für Familien ist besonders die Sicherheit der Kinder im Auto wichtig. Darum wollten wir von Dr. Lotta Jakobsson, Senior Technical Specialist for Injury Prevention bei Volvo, wissen, worauf Eltern hier vor allem achten sollen.

Frau Dr. Jakobsson, was sind die grundlegenden Innovationen in den letzten zehn Jahren was die Sicherheit im Auto für Kinder angeht?

Dr. Lotta Jakobsson: Das Wissen, wie man Kinder im Auto sicher mitfahren lässt, wurde bereits in den 1960er und 1970er Jahren festgelegt und die Prinzipien sind bis heute gleich geblieben. Was in den letzten Dekaden passierte ist, dass wir die Systeme wie Kindersitze im Auto fixiert werden, verbessert haben. Aber auch das ist schon 20 Jahre her, dass wir den Isofix erfunden haben. Ich würde also sagen, die eigentliche Innovation ist, dass wir es geschafft haben, dass weltweit mehr Kinder entgegen der Fahrtrichtung im Auto gesichert werden, also in einem Reboarder mitfahren. Das ist tatsächlich die größte Innovation in dem Bereich Kindersicherheit. Wenn man zehn Jahre zurück geht, fuhren die meisten Kinder mit nach vorne gerichteten Kindersitzen im Auto mit – und das auch in einem Alter von weniger als einem Jahr. Jetzt folgen immer mehr Länder der Empfehlung, dass die Kinder möglichst lange in einem Reboarder transportiert werden.

Lotta Jakobsson
Dr. Lotta Jakobsson erklärt uns im Interview, wie wichtig Kindersicherheit im Auto ist.

Warum ist die nach hinten ausgerichtete Sitzposition für kleine Kinder so wichtig?

Dr. Lotta Jakobsson: Ein nach hinten gerichteter Kindersitz, ein Reboarder, schützt bei einem Auffahrunfall. Denn die Kinder werden dann in den Sitz gedrückt und nicht nach vorne geschleudert. Die Aufprallkräfte werden so über den gesamten Rücken verteilt, anstatt den Kopf unkontrolliert nach vorne schleudern zu lassen. Dies kann bei der noch nicht voll entwickelten Muskulatur des Kindes schwere Verletzungen oder sogar den Tod verhindern. Ein Reboarder ist also die sicherste Methode, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren.

Glauben Sie, Eltern haben bereits ausreichend Wissen über Kindersicherheit im Auto?

Dr. Lotta Jakobsson: Ich denke einerseits sind die Kindersitze und die Fixierung inzwischen so selbsterklärend, dass die Eltern nicht mehr viel falsch machen können. Auf der anderen Seite ist es besser, wenn Eltern mehr Wissen haben über das, was passieren kann, damit die Kinder auch bei jeder noch so kleinen Fahrt angeschnallt werden. Bei jeder Fahrt ist die Sicherheit superwichtig – und sei sie noch so kurz. Das ist das Entscheidende. Außerdem kommen täglich neue Eltern „zur Welt“, wir müssen das, was wir wissen also ständig wiederholen – und wir werden niemals aufhören damit. Ums kurz zu machen: Nein, Eltern wissen immer noch nicht genug über Kindersicherheit im Auto, weil sie erst anfangen sich damit zu beschäftigen, wenn sie Babys haben.

Ist Deutschland bei der Kindersicherheit im Auto auf einer guten Position? Oder liegen wir vielleicht nur im Mittelfeld? Was meinen Sie?

Dr. Lotta Jakobsson: Deutschland hat eine hohe Akzeptanz von Kindersitzen und kaum ein Kind fährt ohne angeschnallt zu sein im Auto mit. In dem Punkt ist Deutschland in jedem Fall ganz weit vorne. Aber was die nach vorne gerichteten Kindersitze im Auto betrifft, ist Deutschland noch nicht so weit. Die Kinder werden viel zu früh mit nach vorne gerichteten Kindersitzen transportiert. Das wissen wir auch durch Studienvergleiche von Säuglingssterblichkeit bei Autounfällen, die wir zusammen mit der Technischen Universtität in Graz gemacht haben. Da gibt es einen Peak bei den einjährigen Kindern, den wir in Schweden so nicht haben. Alles andere ist relativ ähnlich zu Schweden. Aber aus diesen Zahlen wissen wir, dass in Deutschland die Kinder zu früh in nach vorne gerichteten Kindersitzen mitfahren. Diese Studie ist allerdings schon ein wenig älter, wir konnten sie noch nicht mit neueren Daten abgleichen.

Woran liegt das?

Dr. Lotta Jakobsson: Ich glaube es lag daran, dass man sich in Deutschland gesagt hat: Lieber bringen wir möglichst viele Eltern dazu, dass die Kinder angeschnallt mitfahren, als dass wir ihnen rückwärts gerichtete Sitze anbieten, die sie sowieso nicht kaufen. Der Grundgedanke ist zwar richtig, aber für Kinder unter 18 Monaten ist es aus Sicherheitsgründen einfach alternativlos, in einem rückwärts gerichteten Sitz im Auto mitzufahren.

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Weitere Infos zum Volvo EX 90:

In der Preisliste startet der EX 90 bei circa 83.000 Euro bei dem Modell mit Heckantrieb und fünf Sitzen. Mit Allradantrieb und Performance-Modus werden circa 96.800 Euro fällig. Die Reichweite wird vom Hersteller mit ca. 600 Kilometern angegeben. Die Breite des Fahrzeugs beträgt ca. 2,12 Meter, die Motorleistung ca. 680 PS.

Bildquelle: © Steffen Jänicke