Der Sommer ist vorbei, aber die Zeit der Familienausflüge noch lange nicht. Im Gegenteil: Der Herbst kann mit Kindern ziemlich großartig sein. Wälder werden bunt, Kastanien und Eicheln liegen plötzlich überall herum und selbst ein Spaziergang bekommt mit Gummistiefeln und einer großen Pfütze ganz ungeahnte Qualitäten.
Und dann sind da natürlich diese Tage, an denen es schon am Nachmittag dämmert und der Regen gegen die Scheiben prasselt. Einfach nur gemütlich!
Was also unternehmen? Wir haben 25 Ideen für den Herbst mit Kindern gesammelt – für draußen und drinnen, für sonnige Wochenenden und Regentage und vor allem auch für Familien, die nicht für jeden Ausflug viel Geld ausgeben möchten.
1. Eine Wald-Rallye veranstalten
Ein Waldspaziergang klingt für Erwachsene wunderbar. Bei Kindern löst das Wort „Spaziergang“ dagegen nicht sofort große Begeisterungsstürme aus.
Die Lösung: Macht eine kleine Challenge daraus.
Wer findet zuerst eine Eichel? Wer entdeckt drei verschiedene Blätter? Wer kann über einen Baumstamm balancieren? Wer findet etwas Rotes, etwas Rundes und etwas, das besonders gut riecht?
Übrigens: Auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt Wald-Rallyes mit kleinen Bewegungsaufgaben als Spielidee für Kinder.
Kostet: nichts
2. Kastanien sammeln und danach auch etwas damit machen
Keine Kindheit ohne Taschen voller Kastanien. Die braunen, glänzenden Früchte zu sammeln ist allein schon ein Spaß für Kinder. Sogar größere Kids kann man noch dafür begeistern.
Zu Hause lassen sich daraus mit Zahnstochern oder kleinen Holzstäbchen Tiere und Fantasiewesen bauen. Oder ihr malt die Kastanien an, legt Mandalas daraus oder verwendet sie für kleine Rechenspiele.
Kostet: fast nichts
3. Den schönsten Blätterstrauß des Jahres suchen
Jedes Familienmitglied darf unterwegs seine fünf bis zehn schönsten Blätter sammeln. Zu Hause werden sie zu einem großen Herbststrauß gebunden oder zu einer Collage geklebt.
Noch schöner: Die Kinder suchen Blätter in möglichst vielen unterschiedlichen Farben – von Grün über Gelb und Orange bis Dunkelrot.
Kostet: nichts

4. Eine Nachtwanderung mit Taschenlampen machen
Dafür muss es nicht einmal spät werden. Einer der Vorteile des Herbstes: Schon am frühen Abend ist es dunkel.
Also: Taschenlampen einpacken, warm anziehen und eine bekannte Strecke plötzlich im Dunkeln erkunden. Der Spielplatz, der tagsüber vollkommen normal aussieht, fühlt sich mit Taschenlampe erstaunlich abenteuerlich an.
So eine gemeinsame Nachtwanderung ist nicht nur eine gute Möglichkeit, Bewegung ins Familienleben zu bringen. Ein Spaziergang wie dieser ist auch tausend Mal spannender als ein üblicher bei Tag.
Kostet: nichts
5. Drachen steigen lassen
Einer dieser Herbstklassiker, die tatsächlich nie langweilig werden.
Sucht euch eine große freie Wiese und einen windigen Tag. Wer Lust auf ein zusätzliches Projekt hat, kann vorher versuchen, einen einfachen Drachen selbst zu bauen.
Kostet: je nach Drachen wenig bis gar nichts
6. Die größte Pfütze der Stadt finden
Die Gummistiefel an und los geht es.
Die Regeln bestimmt ihr selbst: Wer findet die tiefste Pfütze? Wer schafft den größten Spritzer? Wer springt hinein, ohne dass Wasser oben in den Stiefel läuft?
Vielleicht nicht die Aktivität, bei der Kinder am saubersten nach Hause kommen. Aber ziemlich sicher eine, an die sie sich erinnern.
Kostet: nichts – außer vielleicht eine Waschmaschinenladung.
7. Einen Herbstschatzkorb anlegen
Zapfen, Eicheln, besonders schöne Äste, Blätter, Kastanien: Beim nächsten Spaziergang bekommt jedes Kind einen kleinen Beutel und darf Naturschätze sammeln.
Zu Hause kommt alles in einen Korb. Daraus kann später gebastelt, gebaut oder dekoriert werden. Wer einen Balkon oder eine Terrasse hat, sollte den Korb draußen im Kühlen aufbewahren. So bleiben die Bastelmaterialien lange frisch.
Bei kleinen Kindern bitte darauf achten, dass unbekannte Beeren, Pilze oder Pflanzenteile nicht gegessen werden.
Kostet: nichts

8. Einen Kürbishof besuchen
Im September und Oktober öffnen vielerorts Kürbishöfe und Kürbisausstellungen. Manche bieten zusätzlich Maislabyrinthe, Spielplätze oder kleine Hofcafés.
Wer sparen möchte, sucht einen Hof ohne Eintritt und nimmt einfach einen Kürbis fürs Abendessen mit nach Hause.
Kostet: Je nachdem, den Eintritt plus den Kürbispreis; oder nur der Kürbis muss bezahlt werden
9. Kürbisse schnitzen – nicht erst an Halloween
Kürbisschnitzen funktioniert auch ohne Halloweenparty.
Kleine Kinder können das Gesicht aufmalen oder lustige Wackelaugen auf den Kürbis kleben, größere dürfen unter Aufsicht beim Aushöhlen und Schnitzen helfen. Aus dem Fruchtfleisch wird anschließend Suppe, Ofenkürbis oder Kürbiskuchen.
So wird aus einer Nachmittagsbeschäftigung gleich noch das Abendessen.
10. Ein Lagerfeuer machen
Wenn ihr eine offizielle Feuerstelle in der Nähe habt, ist jetzt die perfekte Jahreszeit dafür.
Stockbrot, warme Getränke und vielleicht ein paar Marshmallows dazu, viel mehr braucht es nicht.
Wichtig: Feuer natürlich nur dort machen, wo es ausdrücklich erlaubt ist, und die örtlichen Regeln beziehungsweise mögliche Waldbrandwarnungen beachten. Außerdem die Kinder entsprechend beaufsichtigen, damit alle heil bleiben.
11. Äpfel pflücken
Viele Obst- und Bauernhöfe bieten im Herbst Selbstpflücken an. Das ist meist günstiger als ein großer Freizeitparkbesuch und Kinder erleben nebenbei, wo Lebensmittel eigentlich herkommen.
Danach wird aus der Beute Apfelmus, Kuchen oder ein Crumble.

12. Gemeinsam Apfelmus kochen
Und dafür braucht es nicht einmal einen eigenen Apfelbaum.
Äpfel schälen, schneiden, gemeinsam kochen und anschließend noch warm probieren. Wer mag, kann mit etwas Zucker oder Honig süßen. Für kleinere Kinder ist schon das Stampfen oder Pürieren ein Ereignis.
Noch besser schmeckt es natürlich mit selbst gepflückten Äpfeln.
Kostet: nur die Zutaten
13. Ein Familien-Picknick im Herbst machen
Picknick ist nur etwas für den Sommer? Finden wir nicht. Gerade wenn es nicht mehr so heiß ist, macht ein Picknick Spaß.
Thermoskanne mit Kakao oder Tee, ein paar belegte Brote, Äpfel und eine wasserfeste Picknickdecke einpacken. Dann sucht ihr euch im Park oder Wald einen schönen Platz. Auch einen Ausflug zum Drachen steigen lassen, kann man wunderbar mit einem Picknick verbinden.
Das fühlt sich sofort mehr nach Ausflug an als der gleiche Spaziergang ohne Proviant.
Kostet: fast nichts
14. Einen neuen Spielplatz entdecken
Der Spielplatz um die Ecke ist langweilig? Klar, wenn man jeden Tag dort ist, kennt man ihn natürlich in- und auswendig. Sucht auf der Karte einen, auf dem ihr noch nie wart.
Vielleicht liegt er nur drei oder vier Kilometer entfernt, für Kinder fühlt sich ein neuer Spielplatz trotzdem schnell wie ein kleiner Abenteuerausflug an.
Noch besser: mit Fahrrad oder Roller hinfahren und Proviant mitnehmen.
Kostet: nichts
15. Geocaching ausprobieren
Eine moderne Schatzsuche funktioniert auch hervorragend mit größeren Kindern.
Mit Smartphone und einer Geocaching-App sucht ihr versteckte „Caches“ in eurer Umgebung. Oft entdeckt man dabei Orte, an denen man schon hundertmal vorbeigelaufen ist, ohne sie wirklich wahrzunehmen.
Je nach Plattform gibt es kostenlose und kostenpflichtige Funktionen.

16. Einen Foto-Spaziergang machen
Jedes Kind bekommt – je nach Alter – ein altes Smartphone oder darf abwechselnd mit eurem fotografieren.
Die Aufgabe: Fotografiert fünf Dinge, die für euch nach Herbst aussehen.
Am Ende schaut ihr euch die Bilder gemeinsam an. Vielleicht druckt ihr sie sogar aus und macht daraus sogar eine kleine Fotowand fürs Kinderzimmer oder eine Collage.
Kostet: nichts
17. Einen Familien-Filmabend veranstalten
Nicht einfach nur wie gewohnt den Fernseher einschalten.
Matratzen und Decken ins Wohnzimmer, selber Popcorn machen, Licht aus und los geht es. Vielleicht bekommt jedes Familienmitglied im Laufe des Herbstes einmal das Recht, den Film zu bestimmen.
Aus einem normalen Fernsehabend wird damit ein kleines Ritual.
Kostet: immerhin nichts zusätzlich, wenn ihr einen vorhandenen Streamingdienst nutzt oder einen Film aus der Mediathek der öffentlich rechtlichen Programme nutzt.
18. In die Bücherei gehen
Eine der besten Adressen für günstige Familiennachmittage wird erstaunlich oft vergessen: die öffentlichen Bibliotheken.
Kinder dürfen sich Bücher, Hörspiele oder – je nach Angebot – Spiele und Filme für die kommenden Regentage aussuchen. Viele Bibliotheken veranstalten außerdem Vorlesestunden und Kinderprogramme.
Je nach Kommune ist ein Kinderausweis kostenlos oder sehr günstig.
19. Einen Vorlesenachmittag machen
Alle suchen sich ein Buch aus, dann wird das Sofa zum gemütlichsten Ort der Wohnung.
Kakao, Decken, ein paar Kekse – fertig. Größere Kinder können jüngeren Geschwistern vorlesen. Oder ihr erfindet gemeinsam eine Geschichte, bei der jeder immer nur zwei Sätze weitererzählen darf.
Kostet: nichts
20. Ein Wohnzimmer-Café eröffnen
Kinder lieben Rollenspiele und Erwachsene lieben Kaffee. Eigentlich eine ideale Kombination.
Die Kinder gestalten eine kleine Speisekarte, decken den Tisch und eröffnen ihr eigenes Café. Es gibt Kakao, Obst, vielleicht selbstgemachten Kuchen oder was an Leckereien gerade im Haus ist. Wer es richtig ernst meint, verteilt Spielgeld und übernimmt abwechselnd Service und Gäste.
Kostet: fast nichts
21. Einen Regentag zum Kreativtag erklären
Ein großer Karton mit Papier, Kleber, Stiften, alten Zeitschriften und den gesammelten Herbstschätzen reicht. Das Entscheidende: Es muss nicht unbedingt etwas Pinterest-Taugliches beim Basteln entstehen.
Die Kinder dürfen einfach machen.
Aus Blättern werden Tiere, aus alten Kartons Häuser und aus Kastanien Figuren. Und wenn am Ende niemand genau weiß, was das Gebilde darstellen soll, ist das auch völlig in Ordnung.
Kostet: nichts
22. Einen Parcours durch die Wohnung bauen
Wenn draußen wirklich gar nichts geht, kommt die Bewegung eben in die Wohnung.
Kissen werden zu Inseln, unter dem Tisch muss hindurchgekrochen werden, ein Seil auf dem Boden wird zum Balancierseil und am Ende wartet ein Korb, in den drei Bälle geworfen werden müssen.
So bringt ihr die Kinder ohne großen Aufwand in Bewegung, wenn es selbst für den Spielplatz zu schlechtes Wetter ist. Die Laune steigt nach ein wenig Action auf jeden Fall!
Kostet: nichts
23. Ins Museum gehen am kostenlosen Tag
Museum mit Kindern muss nicht teuer sein. Viele Museen bieten Familientage, freien Eintritt für Kinder unter 18 Jahren oder bestimmte kostenlose Besuchstage an.
Naturkunde-, Technik- oder Mitmachmuseen funktionieren häufig besonders gut, wenn Kinder die Exponate nicht nur anschauen, sondern selbst ausprobieren können.
Vorher auf der Website nach Familienangeboten schauen, so lässt sich einiges an Eintrittsgeldern sparen.
24. Einen „Wir sagen heute zu allem Ja“-Nachmittag machen
Vielleicht kennt ihr das aus dem Film “The Yes Day” mit Jennifer Garner. Keine Sorge: Die Eltern dürfen vorher die Spielregeln festlegen. Die Kinder entscheiden für zwei oder drei Stunden, was gemacht wird, jedoch innerhalb eines bestimmten Budgets und Radius.
Spielplatz? Kakao? Eine Runde mit dem Fahrrad? Pfannkuchen zum Abendessen? Noch eine Runde Uno?
Gerade weil Kinder im Alltag häufig wenig über den Tagesablauf bestimmen können, fühlt sich das für sie überraschend besonders an.
Kostet: so viel, wie ihr vorher festlegt, also theoretisch gar nichts.
25. Eine Herbst-Bucket-List erstellen
Vielleicht die schönste Idee: Setzt euch zu Beginn des Herbstes zusammen und jeder darf drei Dinge nennen, die er in den kommenden Wochen unbedingt machen möchte.
Zum Beispiel:
- Drachen steigen lassen
- durch Laubberge toben
- Kürbis schnitzen
- Nachtwanderung machen
- Apfelkuchen backen
- einen neuen Spielplatz entdecken
- Filmabend im Matratzenlager
- Kastanientiere bauen
- im Regen spazieren gehen
- ein Herbst-Picknick machen
Die Liste kommt an den Kühlschrank und nach und nach wird abgehakt.

Die besten Herbstabenteuer kosten oft gar nichts
Natürlich kann ein Besuch im Freizeitpark, Museum oder Erlebnisbad ein großartiger Familientag sein. Aber Kinder brauchen nicht jedes Wochenende ein durchgeplantes, teures Programm. Ein Waldspaziergang mit Taschenlampe, ein Herbstpicknick mit einer Thermoskanne voll Kakao, ein gemütlicher Filmabend mit der ganzen Family können manchmal genauso spannend sein.
Gerade wenn ihr draußen seid, ergeben sich viele Bewegungsmöglichkeiten ganz nebenbei: über Baumstämme balancieren, über Wurzeln springen, Kastanien sammeln, Verstecken spielen oder ein Lager bauen.
Vielleicht ist das deshalb die beste Herbstidee überhaupt: Nicht jeden freien Nachmittag mit einem großen Event füllen. Gummistiefel an. Rausgehen. Und schauen, was passiert.
IMMER AUF
DEM NEUSTEN
STAND SEIN!
Bildquelle: Getty, Sunny Studio, Unsplash, Valeria Ushakova, Aledsandr Kichigin






