Süßigkeiten aus Nigeria

Süßigkeiten aus Nigeria: Diese Snacks überraschen beim ersten Probieren

Familie, Food

Süßigkeiten sind weit mehr als ein kurzer Genuss, denn sie erzählen Geschichten von Herkunft, Kultur und vor allem von der Kindheit. Aber wie wird in anderen Ländern genascht und auf welche Süßigkeiten fahren die Kinder dort ab? Unsere Produzentin Alma Rosaz hat sich auf eine lustige Spurensuche in die eigene Kindheit gemacht und präsentiert diesmal Süßes aus Nigeria auf eine ganz spezielle Weise.

Wie Kinder in Nigeria Süßigkeiten naschen

Natürlich wird auch in Nigeria genascht und Süßigkeiten gehören fest zum Alltag von Kindern – allerdings werden sie anders konsumiert als in Deutschland oder überhaupt in westlichen Ländern. Naschen ist hier nicht so ritualisiert wie in Europa, dass man als Dessert oder an einem bestimmten Tag wie in nordischen Ländern eine “Zuckertüte” bekommt. In Nigeria naschen Kinder zwischendurch – und nicht alles was süß aussieht ist auch wirklich süß. Viele traditionelle Snacks haben für europäische Gaumen ganz ungewohnte Geschmäcker.

Sueßes Alma

Die Kids kaufen meist an Kiosken oder an Straßenständen auf Märkten mit etwas Kleingeld eine Süßigkeit. Dabei ist das Auswählen und gemeinsam Genießen ein wichtiger Teil des Erlebnisses. Insgesamt wird weniger Süßes gegessen als zum Beispiel in Deutschland.

Einige der bekanntesten Süßigkeiten aus Nigeria wollen wir euch hier vorstellen:

TomTom: Eine der bekanntesten nigerianischen Süßigkeiten

Sueßigkeiten

Auf den ersten Blick wirkt TomTom wie ein klassisches Bonbon. Allerdings ist es nicht nur süß. Beim ersten Probieren wird klar: Hier trifft die Süße auf eine gewisse Schärfe, denn die Bonbons sind mit Menthol und Gewürzen verfeinert.

Für unseren Geschmack mag die Mischung ungewöhnlich sein, für Kinder in Nigeria gehört TomTom zu den prägendsten Süßigkeiten – entweder man mag die Bonbons oder man meidet sie. Die gestreiften Bonbons hinterlassen jedenfalls ein gutes Gefühl im Hals – ähnlich wie bei uns klassische Hustenbonbons.

Milo: Mehr als ein Getränk

Sueßigkeiten aus Nigeria

Streng genommen ist Milo keine Süßigkeit sondern ein Kakaopulver. Allerdings wird es in Nigeria ganz anders verwendet als in Europa. Kinder – und auch Erwachsene – löffeln es trocken aus der Dose. Der Geschmack erinnert ein wenig an unsere Ovomaltine, denn außer Kakao ist auch Malz enthalten. Und so ist auch der Geschmack von Milo: nicht zu süß, mit intensiven Kakao- und Malznoten.

Und natürlich kann man Milo auch als klassisches Kakaogetränk nutzen.

Fufu: Tradition trifft auf neue Interpretation

Sueßigkeiten aus Nigeria

Falls ihr die Chance habt, müsst ihr unbedingt Fufu probieren. Diese Süßigkeit aus Nigeria ist einzigartig und schmeckt wirklich köstlich. Tatsächlich wird Fufu ständig gesnackt: unterwegs, in der Schulpause, bei Ausflügen. Es ist beinahe schon ein Grundnahrungsmittel.

Fufu wird aus Maniok oder Yamswurzel hergestellt. Es hat eine weiche, fast elastische Konsistenz. Für den europäischen Gaumen ist dies erst einmal ungewohnt. Aber wenn man sich mit dieser Textur erst einmal vertraut gemacht hat, schmeckt Fufu einfach wundervoll. Es gibt davon verschiedene Geschmacksvarianten – süß oder weniger süß.

Fanta aus Nigeria: Bekannt und doch ganz anders

Sueßigkeiten aus Nigeria

Eigentlich ist die Limonade ja keine echte Süßigkeit – außer was den Zuckergehalt betrifft. Aber Fanta ist in Nigeria absoluter Kult. Verkauft wird die Limonade in den typischen Glasflaschen die ihr auf dem Bild seht. Nigerianische Fanta schmeckt intensiv nach Tropen – zumindest verspricht das die Werbung. Eigentlich aber ist das (für unseren Geschmack sehr) süße Getränk eine klassische Orangenlimonade, die allerdings in einer sehr dunklen Orange-Variante daher kommt.

Wenn ihr sie mal kosten wollt: Es gibt sie in verschiedenen afrikanischen Spezialitätenshops als Importware. Allerdings ist sie nicht immer verfügbar.

Puff Puff: Der Klassiker für Zwischendurch

Sueßigkeiten aus Nigeria

Wenn es um süße Snacks aus Nigeria geht, kommt man an Puff Puff nicht vorbei. Die kleinen, frittierten Teigbällchen sind außen leicht knusprig, innen weich und luftig. Sie erinnern ganz entfernt an Krapfen oder Quarkbällchen, die es bei uns zu kaufen gibt. Allerdings sind sie noch vielseitiger, was die verschiedenen Geschmacksrichtungen betrifft.

Puff Puff gibt es übrigens nicht nur abgepackt. Die kleinen Teigbällchen werden auch frisch auf Märkten angeboten und gehören in Nigeria zu jeder Feier mit dazu. Von allen Snacks und Süßigkeiten ist Puff Puff bestimmt am beliebtesten.

Zum Projekt “Süßigkeiten aus aller Welt”:

Alma Rosaz, die die Serie über Süßigkeiten produziert, hat als Kind in verschiedenen Ländern gelebt. Das sagt sie über ihr Projekt:

“Mit dieser Fotoserie möchte ich jedes Land, in dem ich als Kind aufgewachsen bin – von Venezuela bis Nigeria –, würdigen, indem ich Kinder abbilde, die Lebensmittel aus diesen Ländern präsentieren. Die abgebildeten Süßigkeiten stehen für nostalgische Momente aus meiner Kindheit und die damit verbundenen alltäglichen Erlebnisse.
Dieses spezielle Projekt, ‘Naija’, würdigt Nigeria und die Snacks, die dort Teil meines Lebens waren; einige stammen aus meiner frühen Kindheit, andere aus meiner Jugend; die Kindermodels haben alle nigerianische Wurzeln.
Während der sieben Jahre, die ich in Nigeria lebte, inspirierten mich die leuchtenden Farben, die mich umgaben, zutiefst – insbesondere der Anblick von Frauen, die in wunderschönen, farbenfrohen Outfits zur Kirche gingen. Diese lebhaften Farben haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und beeinflussen meine fotografische Arbeit bis heute, weshalb Farbe in meinen Bildern eine so herausragende Rolle spielt.”

Bildquelle: Alma Rosaz