Was tun, wenn mein Kind Eisenmangel hat?

Eisenmangel kommt häufig vor, auch bei Kindern. So erkennst du diese Unterversorgung und kannst sie beheben.

Was ist Eisenmangel?

Unser Körper braucht Eisen für die richtige Blutbildung. Das Mineral ist ein wichtiger Baustein von Hämoglobin. Dieses Protein in den roten Blutkörperchen transportiert Sauerstoff von den Lungen zu den Geweben und Organen und Kohlendioxid zurück zu den Lungen bringt.

Bei einem Eisenmangel verfügt der Körper nicht über genug Eisen, um ausreichend Hämoglobin für den Sauerstofftransport im Blut zu produzieren. Das heißt, lebenswichtige Organe wie das Gehirn oder auch das Herz werden nicht optimal mit Sauerstoff versorgt.

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Körper gibt Hinweise wie Müdigkeit oder Hautprobleme

Fühlt sich dein Kind öfter müde oder erschöpft? Ist es eher blass und anfällig für Infekte? Das könnte auf einen Eisenmangel hindeuten. Denn wenn der Sauerstofftransport im Blut nicht richtig funktioniert, sind unter anderem diese Beeinträchtigungen möglich:

  • Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit: Menschen mit Eisenmangel fühlen sich oft müde. Ihre Muskeln nicht genügend Sauerstoff erhalten, um optimal zu funktionieren. Bei Kindern wird das sichtbar, weil sie körperlich nicht so leistungsfähig sind und ihr Durchhaltevermögen geringer ist.
  • Geschwächtes Immunsystem: Ein Mangel an Eisen kann die Immunfunktion beeinträchtigen. Betroffene Personen sind oft anfälliger für Infekte.
  • Haut-, Haar- und Nagelprobleme: Blasse Haut, brüchige Nägel und Haarausfall sind ebenfalls Symptome für Eisenmangel. Die Haut der Mundwinkel kann trocken und rissig sein.
  • Entwicklungsauffälligkeiten: Starker Eisenmangel kann das körperliche Wachstum von Kindern beeinträchtigen und zu Wachstumsstörungen führen. Auch Verhaltensprobleme wie Reizbarkeit und Hyperaktivität sind möglich.
  • Kopfschmerzen und Schwindel zählen ebenfalls zu häufigen Symptomen bei Eisenmangel. Auch ein besonders schneller Herzschlag ist möglich.
  • Essverhalten: Betroffene ältere Kinder leiden öfter unter Appetitlosigkeit, während jüngere Kinder zu wenig trinken.

So viel Eisen braucht dein Kind

Unser Körper kann Eisen nicht selbst bilden. Daher brauchen wir die richtige Nahrung, um das Mineral aufzunehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Kinder diese Menge pro Tag:

  • Säuglinge bis vier Monate: 0,3 Milligramm
  • Babys von vier bis zwölf Monaten: 11 Milligramm
  • Kinder von 1 bis 7 Jahren: 7 Milligramm
  • Kids von 7 bis 10 Jahren: 10 Milligramm
  • Kinder von 10 bis 13 Jahren: 14 Milligramm
  • Jungen von 13 bis 19 Jahren: 11 Milligramm
  • Mädchen von 13 bis 19 Jahren: 16 Milligramm

Ursachen für Eisenmangel bei Kindern

Eisenmangel kommt häufig vor. Schätzungsweise jedes fünfte Kleinkind leidet darunter. Das sind die Hauptgründe:

  • Einseitige Ernährung: Am besten kann unser Körper Eisen aus Fleisch verwerten. Steht wenig oder kein Fleisch auf der Speisekarte, dafür aber eisenaufnahme-hemmende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte (z.Bsp. Soja), Milchprodukte oder Limonade, steigt das Risiko für einen Eisenmangel.
  • Wachstum: Wenn dein Kind einen Wachstumsschub macht, steigt sein Eisenbedarf.
  • Krankheiten: Einige Krankheiten und Unverträglichkeiten wie Zöliakie oder entzündliche Darmerkrankungen können die Aufnahme von Eisen beeinträchtigen.
  • Blutverlust: Häufiges Nasenbluten, starke Monatsblutungen bei älteren Mädchen oder auch schwere Durchfallerkrankungen können ebenfalls dazu führen, dass Kinder Eisen verlieren.

Bei Verdacht die Kinderärztin ansprechen

Du vermutest, dass dein Kind unter Eisenmangel leiden könnte? Dann wende dich an deine Kinderärztin. Mit einer gründlichen Untersuchung und einem Bluttest kann er das leicht überprüfen. Bei einem leichten Eisenmangel wird in der Regel eine eisenreiche Ernährung empfohlen. Ist der Eisenmangel gravierender, können auch Präparate mit hoher Eisendosierung verschrieben werden.

Ernährungstipps bei Eisenmangel

  • Oft lässt sich Eisenmangel schon mit einer gezielten Lebensmittel-Auswahl gut behandeln. Idealerweise steht dabei Fleisch oben auf der Liste. Denn unser Körper kann Eisen aus tierischen Lebensmitteln zwei bis drei Mal besser verwerten als aus pflanzlichen Produkten.
  • Besonders reich an Eisen ist Leber. Zugegebenermaßen mögen das aber viele Kinder genausowenig wie ihre Eltern. Leberwurst ist da eine leckere Alternative, die vielen Kindern schmeckt.
Portrait of a cute little boy aged 9 drinking a glass of orange juice Nikon D850
  • Auch wenn sonst meist Wasser zum Essen getrunken wird – bei Eisenmangel darf ruhig Orangensaft auf dem Tisch stehen. Denn Vitamin C sorgt dafür, dass unser Körper Eisen besser aufnehmen kann. Aus diesem Grund wird auch bei der Beikost-Einführung ein Schlückchen O-Saft im fleischhaltigen Kartoffel-Gemüse-Brei empfohlen.
  • Vitamin A unterstützt zudem die optimale Aufnahme von Eisen. Neben tierischen Lebensmitteln ist dieses Vitamin zum Beispiel Möhren, roter Paprika oder Mango enthalten – viele Kinder mögen diese Produkte, weil sie so herrlich süß schmecken.

Besonders eisenreiche Lebensmittel

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Eisen und können dabei helfen, einen Mangel an diesem Mineral wieder auszugleichen:

  • Blutwurst: 29 Milligramm Eisen pro 100 Gramm
  • Schweineleber: 19 Milligramm
  • Weizenkleie: 16 Milligramm
  • Sesam: 10 Milligramm
  • Rinderschinken: 9,8 Milligramm
  • getrocknete Linsen: 8 Milligramm
  • Pistazien: 7,3 Milligramm
  • Eigelb: 5,5 Milligramm
  • Rindfleisch: 3,3 Milligramm
  • Schweinefleisch: 2,6 Milligramm

Die Eisenwerte der tierischen und pflanzlichen Produkte können jedoch nicht einfach miteinander verglichen werden. Denn unser Körper nimmt Eisen aus Gemüse oder Getreide viel schlechter auf als aus Fleisch. Daher haben Vegetarier und Veganer ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel.

Vorsicht bei diesen Lebensmitteln

Es gibt Lebensmittel, die es dem Körper schwer machen, Eisen zu verwerten.

Dazu gehören zum Beispiel besonders kalziumhaltige Milchsorten, aber auch unbehandelte Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Hier hilft es, das Getreide zu erhitzen oder einzuweichen.

Weil Mangold und Rhabarber viel eisenhemmende Oxalsäure enthalten, sollten diese Sorten bei Eisenmangel nur mit Bedacht verzehrt werden.

In Limonaden stecken zum Beispiel eisenhemmende Phosphate, Kalzium oder Tannine. Auch ihr geringer pH-Wert kann dazu beitragen, dass Eisen schlechter verwertet wird.

Leckere eisenhaltige Kindergerichte

Du bist auf der Suche nach leckeren eisenhaltigen Gerichten für dein Kind? Das sind unsere Top 5, die vielen Kids schmecken:

  • Vollkornnudeln mit Fleischbällchen aus Rinderhackfleisch: Das Hackfleisch ist eisenreich und die Tomatensoße enthält Vitamin C, das die Eisenaufnahme verbessert. Du kannst auch etwas Orangensaft in die Soße hinzugeben.
  • Linsen-Tacos: Dafür brauchst du Tortillas, gekochte Linsen, Salat, Tomaten, Avocado und Käse. Linsen sind eine hervorragende pflanzliche Eisenquelle und Tomaten bieten Vitamin C.
  • Haferflocken mit Beeren: Hier kombinierst du eisenreiche Haferflocken Pflanzendrinks, Erdbeeren, Himbeeren oder Blaubeeren. Das Vitamin C in den Früchten unterstützt die Eisenaufnahme.
  • Eier-Muffins mit Spinat und Käse: Eier und Spinat sind gute Eisenquellen, Käse sorgt für würzigen Geschmack.
  • Thunfisch-Sandwich: Kinder lieben Toast – die Vollkonvariante liefert viel Eisen, ebenso wie der Thunfisch. Mit Belag aus Avocado und Tomaten sorgst du für das Vitamin-C-Plus.

Wie lange dauert es, bis der Eisenmangel behoben ist?

In der Regel lässt sich ein Eisenmangel mit bewusster Ernährung in wenigen Wochen wieder ausgleichen. Der Körper füllt seinen Eisenspeicher wieder auf. Regelmäßige Bluttests zeigen die Fortschritte. Die vollständige Normalisierung der Hämoglobinwerte kann einige Monate dauern.

Schneller läuft die Erholung meist mit Eisenpräparaten ab, da die Dosierung höher ist. Allerdings besteht hier die Gefahr einer Überdosierung. Daher sollten die Nahrungsergänzungsmittel mit ärztlicher Begleitung eingenommen werden.