Zeckenstich beim Kind: Er kann ernste Folgen haben
Der Zeckenstich ist unter den Insektenstichen derjenige, der die meiste Aufmerksamkeit verdient – nicht weil er häufiger vorkommt, sondern weil er im schlimmsten Fall ernstere Folgen haben kann als ein Mücken- oder Wespenstich.
Kinder sind Zeckenstichen besonders ausgesetzt: Draußen beim Spielen streifen sie die kleinen Blutsauger von hohen Gräsern oder Büschen ab. Den Stich merken sie meist nicht, da Zecken beim Stechen ein betäubendes Mittel abgeben. Die gute Nachricht: Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger und nicht jeder Stich führt zu einer Erkrankung.
So entfernt ihr die Zecke richtig
Je schneller, desto besser. Borrelien werden erst zwölf bis vierundzwanzig Stunden nach dem Stich übertragen – wer die Zecke innerhalb der ersten Stunden entfernt, hat ein sehr geringes Ansteckungsrisiko. Nutzt eine Zeckenzange oder eine Pinzette, greift die Zecke so nah wie möglich an der Haut und zieht sie gerade heraus, ohne zu drehen oder zu quetschen. Die Einstichstelle anschließend desinfizieren und das Datum notieren.
Borreliose – was ihr wissen müsst
Ein typisches Zeichen der Borreliose ist die sogenannte Wanderröte: eine großflächige, kreisförmige Rötung rund um die Einstichstelle. Wenn diese auftritt, oder wenn euer Kind in den Wochen nach dem Stich Fieber, Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Gelenkschmerzen entwickelt, dann bitte sofort zum Arzt. Borreliose lässt sich mit Antibiotika gut behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es für Menschen leider nicht.
FSME – wann die Impfung sinnvoll ist
Anders als bei der Borreliose überträgt sich das FSME-Virus sofort beim Stich – schnelles Entfernen der Zecke schützt hier nicht. FSME verläuft bei Kindern meist leichter als bei Erwachsenen. Kinder können ab dem ersten Geburtstag geimpft werden.
Die STIKO empfiehlt die Impfung für alle, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten – inzwischen sind das weite Teile Deutschlands. Sprecht mit eurem Kinderarzt, ob eine Impfung für euer Kind sinnvoll ist.

Wann sollen wir bei einem Zeckenstich zum Arzt?
- Eine Wanderröte rund um die Einstichstelle
- Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen in den Wochen nach dem Stich
- Das Kind wirkt ungewöhnlich müde oder krank
So könnt ihr Zeckenstichen vorbeugen
Helle, lange Kleidung beim Aufenthalt in der Natur, festes Schuhwerk und nach jedem Waldspaziergang den Körper der Kinder gründlich absuchen. Dabei besonders auf Kopf, Haaransatz, Hals, Kniekehlen und Achseln achten. Repellentien, also Zeckenschutzmittel, aus der Apotheke oder Drogerie können die kleinen Plagegeister fern halten von zarter Kinderhaut.
Zeckenschutzmittel für Kinder: Was ist sicher?
Nicht alle Insektenschutzmittel sind für Kinder geeignet – der Wirkstoff macht den Unterschied.
Icaridin – Das Mittel der Wahl für Kinder
Icaridin wirkt annähernd so gut wie das stärkere DEET gegen Mücken und sogar besser gegen Zecken. Es wird weniger über die Haut aufgenommen und gilt als Mittel der Wahl für Kinder über zwei Jahren. Es gibt Mittel, die bereits für Kinder ab einem Jahr zugelassen sind und die sich auch für empfindliche Kinderhaut eignen.
DEET – nicht für Kinder unter drei Jahren
DEET ist einer der wirksamsten Wirkstoffe überhaupt gegen Zecken, aber nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet und auch nicht für Schwangere oder Stillende.
Wichtige Hinweise zur Anwendung:
- Das Mittel nie auf Hände, Wunden oder Schleimhäute auftragen
- Am besten zuerst in die eigene Hand sprühen und dann auf der Kinderhaut verteilen – dabei nie direkt ins Gesicht sprühen
- Nach dem Aufenthalt im Freien die Haut gründlich waschen und alles nach Zecken absuchen
- Repellentien schützen zwar, aber sie ersetzen das Absuchen nach dem Waldspaziergang nicht
Natürliche Alternativen
Produkte auf Basis von Zitroneneukalyptusöl oder Kokosöl werden als natürliche Alternativen vermarktet. Ihre Schutzwirkung ist jedoch deutlich kürzer und weniger zuverlässig als bei Icaridin. Für kurze Aufenthalte im heimischen Garten können sie jedoch ausreichen.
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