Spielplatz-Design: So cool und fantasievoll können Spielplätze aussehen!

Mit ihrer Firma Monstrum möchten sie die Spielplatz-Welt revolutionieren! Ole Barslund Nielsen und sein Freund Christian Jensen erfüllen mit ihren Konstruktionen nicht nur die Wünsche ihrer Kunden, sondern kreieren wahre Spielparadiese für Kinder.

Die verstehen, was Kindern Spaß macht! Ole Barslund Nielsen und Christian Jensen, Gründer von Monstrum @Monstrum

Wie genau die Spielplätze aussehen, die die zwei dänischen Designer gemeinsam mit ihren Kunden umsetzen und inwiefern die sich ganz offensichtlich von herkömmlichen Spielplätzen unterscheiden, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Ole Barslund Nielsen hat uns unsere Fragen im folgenden beantwortet.

Spielplätze im LEGO-Stil oder Prinzessinnen-Türme, woher stammen diese tollen Ideen?

Die meisten unserer Kunden haben meist eine ziemlich genaue Idee davon, wie sie sich ihren Spielplatz vorstellen. Sobald sie uns kontaktieren, haben sie ein Thema oder bereits spezielle Elemente im Kopf, die sie uns mitteilen und die ihnen bei der Umsetzung wichtig sind. Wir lieben Kunden mit dem Ehrgeiz einen einzigartigen Ort für Kinder zu erschaffen. Die Spielplätze werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden und den Architekten entwickelt und designt. Unser Team mit 10 Architekten gewährleistet, dass am Ende ein tolles Projekt entsteht, das fasziniert. Wir schaffen eine Balance zwischen dem Spielfaktor für die Kinder, der Umsetzung des Themas, dem Budget und kreieren den Wow-Faktor.

„LEGO“-Spielplatz in Dänemark ©Monstrum

Wie entstand die Leidenschaft für Spielplatzdesign, sind Sie selbst Vater?

Ich bin selbst Vater eines Sohnes. Während meiner Arbeit vor 16 Jahren im Bereich Theaterdesign schlug ich der Kindertagesstätte meines Sohnes vor, das Konzept ihres Spielplatzgeländes zu erneuern. Diese Arbeit kombiniert Kunst und Architektur und ich realisierte schnell, dass dies genau der richtige Job für mich ist. Zu diesem Zeitpunkt sahen alle Spielplätze die ich kannte gleich aus. Keiner war wirklich einfallsreich oder besonders. Es wurde schnell klar, dass sich meinem Partner und mir hier eine Lücke für ein kreatives Projekt auf dem Markt darbot.
Ab diesem Moment war unser Ziel, dass unsere Spielplätze mehr sind als nur Rutschen, Schaukeln und bunte Farben.
Es sollten Orte entstehen, die die Phantasie fordern und Groß und Klein in neue Welten eintauchen lassen.

Spielplatz „Linnéparken“ in einem Park in Schweden, benannt nach Carl von Linné, einem schwedischen Doktor, Zoologe und Botaniker ©Monstrum

Was braucht ein guter Spielplatz, damit genau dies geschieht?

Er muss einfallsreich sein und zu Abenteuern einladen und es muss unterschiedliche Bereiche für Altersgruppen geben.
Kleinkinder benötigen noch viel Schutz, Nähe zu ihren Eltern und kleinere Herausforderungen.
Schulkinder brauchen Platz, Möglichkeiten sich auszutoben und zum bewegen. Für sie braucht es Spielelemente, die die kleinen Kinder nicht erreichen können. Zum Beispiel einen Höhle, die weit oben und nur schwierig zu erreichen ist. Der visuelle Gedanke bei einem Spielplatz ist enorm wichtig, daher auch die märchenhaften, tierischen Modelle.

Kleine Kinder schauen sich gern die Fähigkeiten und Möglichkeiten von den Großen an und ab. Die Größeren messen sich an Triumphen, wie hoch, wie schnell sie sind und wie hoch sie kommen. Jeder Spielplatz sollte ein gewisses Risiko für die Kinder beinhalten. Wenn sie beispielsweise eine Wand hochklettern, geht es nicht ausschließlich darum, wie hoch jeder kommt, sondern viel mehr um das Kribbeln im Bauch, das das Klettern in der Höhe mit sich bringt. Fallen und Fehler machen gehört dazu!

Abenteuer-Kletterturm als Teil in einem Fischermuseum in Dänemark ©Monstrum

Wie startet Ihre Firma ein neues Projekt? Was sind die ersten Schritte?

Zunächst einmal ist es wichtig, die Ideen unserer Kunden zu verstehen. Hierfür arbeiten wir von Anfang an im Entstehungsprozess eng als Team miteinander zusammen. Normalerweise beginnen wir damit von Hand Skizzen anzufertigen und so den groben Aufbau des Gesamtkonzepts zu verstehen. Wenn Leute vom Bürgersteig oder von der Strasse den Spielplatz das erste Mal sehen wünschen wir uns, dass er einen Wow-Effekt bei ihnen auslöst und die Kinder sofort der Wunsch packt, dort spielen zu wollen. Nach einem groben Überblick geht es weiter mit der Visualisierung in 3D, wo alle Details, wie Farben und die unterschiedlichsten Elemente eingebunden werden.

Spielplatz „Brumleby“ in Dänemark ©Monstrum

Wodurch ist Ihre Firma gewachsen?

Mit meinem Freund Christian Jensen habe ich die Firma gegründet. Wir sind Künstler und Designer und darauf liegt bei unserer täglichen Arbeiten der Fokus. Aber um die Firma aufzubauen brauchte es weitaus mehr. Wir mussten durch uneinige Entscheidungen hindurch, Businessstrategien mussten entwickelt werden.
Wir haben viel gesprochen und uns beraten darüber, wie wir unser Produkt am besten und schnellstmöglich vermarkten können. Unsere Landschaftsarchitekten entwickelten und entwickeln weiterhin Pläne, wodurch Spielplätzen weltweit mehr Bedeutung geschenkt werden soll.
Wir sind unheimlich froh darüber, dass wir selbst entscheiden können, wie die nächsten Schritte aussehen, die uns letztlich zu einer einzigartigen Firma machen, fernab vom restlichen Markt. Mittlerweile arbeiten wir u.a. mit Kunden in China, den US-Staaten, Mexiko, Hong Kong und Russland zusammen.

Gibt es in Deutschland bereits einen Spielplatz?

Bisher gibt es noch keinen Spielplatz aus unserem Konzept innerhalb Deutschlands. Deutschland legt allerdings ebenso mehr  und mehr einen großen Fokus darauf Kinder und Design zu verbinden und natürlich sind wir auch deutschlandweit offen für neue Projekte!

Spielplatz „Liseberg“ in Schweden ©Monstrum

Ihr aktuelles Projekt?

Zurzeit arbeiten wir an mehreren Plänen weltweit. Wir bauen einen Drachen mit einer Flügelspannweite von 15 Metern in Dubai, der vor einem Schloss liegen soll, einem Fischermannsdorf in Schweden, einen 12 Meter langen Wal, der auf einer Fähre in Norwegen platziert werden soll. Darüber hinaus arbeiten wir an einem acht Meter hohen Pfau für Hong Kong, große Fische für Spielplätze in New York und noch einiges mehr.

Mehr Informationen und Eindrücke der unterschiedlichsten Spielplätze gibt es direkt auf der Website des Unternehmens!

Titelbild ©Monstrum

Streitthema: Kinder gegen Masern impfen?

Die Masern sorgen momentan für Aufregung. Zahlreiche Schulen und Kitas berichten von gehäuften Krankheitsfällen und fordern eine Impfpflicht für Kinder. Doch viele Eltern sind skeptisch. Was ihr zum Thema Masern wissen solltet, wie hoch die Ansteckungsgefahr ist und welche unterschiedlichen Meinungen es dazu gibt lest ihr hier.

Die jüngsten Schlagzeilen stammen von einem Gymnasium aus Bad Segeberg. Dort konnten drei Schüler Anfang April nicht an den Abiturprüfungen teilnehmen, weil sie keine nachweisbare Masern-Impfung hatten. Nur Schüler mit Impfpass und einer noch aktuellen Impfung dürfen derzeit die Schule betreten. Der Grund: Ein Schüler des Gymnasiums war vergangene Woche an Masern erkrankt. Um Ansteckungen zu vermeiden, kontrolliert nun das Gesundheitsamt das Gebäude.

Ärzte empfehlen Impfung schon im Kleinkindalter

Weil es in letzter Zeit in Deutschland wieder häufiger zu Erkrankungen gekommen ist, herrscht momentan große Unsicherheit. In diesem Jahr gab es bisher 203 gemeldete Masernfälle. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Vergangenes Jahr waren es im gleichen Zeitraum nur 73. Der sprunghafte Anstieg verunsichert vor allem Eltern, deren Kinder bislang nicht geimpft sind. Fakt ist: In Deutschland gibt es aktuell keine gesetzlich verankerte Impfpflicht. Auch wenn die FDP das angesichts der gestiegenen Masernfälle nun wieder vorschlägt.

Es gibt die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Die Ärzte und Experten der STIKO empfehlen eine Impfung von Kindern gegen Masern (meist in Kombination mit der Impfung gegen Mumps und Röteln und gegebenenfalls Windpocken) bereits  zwischen dem vollendetem 11. und 14. Lebensmonat. Die Kosten der von der STIKO empfohlenen Impfungen übernehmen die Krankenkassen. Für Erwachsene empfiehlt die STIKO eine Impfung gegen Masern – für alle, die nach 1970 geboren wurden und noch gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist.

Extreme Ansteckungsgefahr

Masern sind eine Viruserkrankung und extrem rasch ansteckend. Übertragen werden die Masernviren durch Tröpfcheninfektion. Sprich: Schon beim Sprechen, Niesen oder Husten kann es zu einer Ansteckung kommen. Hat man sich angesteckt, so bricht die Krankheit auch fast immer aus. Der einzig wirksame Schutz gegen eine Masernerkrankung ist eine Impfung.

Typisches Symptom bei Masern ist ein Hautausschlag mit rötlich-braunen Flecken. Begleitend oder schon vorher kann Fieber, Husten, Schnupfen oder eine Bindehautentzündung auftreten. Die Erkrankten fühlen sich schlapp und krank. Der einzige Vorteil: Nach einer Masernerkrankung ist man lebenslang immun gegen Masern und kann sich danach nicht mehr anstecken.

Keine harmlose „Kinderkrankheit“

Masern werden oft als „Kinderkrankheit“ abgetan. Aber natürlich können sich auch Erwachsene anstecken. Bei ihnen verläuft die Krankheit oft sogar schwerer. Mögliche Begleiterkrankungen von Masern, die oft mit hohem Fieber einhergehen, können eine Lungenentzündung, Mittelohrentzündung oder sogar eine Gehirnentzündung sein. Von 10.000 Erkrankten bekommen etwa 10 eine Gehirnentzündung. Bei bis zu jedem Dritten bleiben Gehirnschäden zurück.

Selten kann es auch noch Jahre später zu einer besonderen Form der Gehirnentzündung kommen. Diese sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) verläuft fast immer tödlich. Von 100 000 Masernkranken sind schätzungsweise 4 bis 11 betroffen. Erkrankte Kinder unter 5 Jahren bekommen häufiger SSPE: von 100 000 etwa 20 bis 60.

Schätzungen zufolge versterben von 1 000 Erkrankten etwa 1 bis 3 an Masern und deren Folgen. Insbesondere Kleinkinder, Säuglinge und alte Menschen sind gefährdet.

Impfung: Schutz mit geringen Nebenwirkungen

Gegen Masern, Mumps und Röteln wird üblicherweise mit einem Kombinationsimpfstoff geimpft, der gleichzeitig gegen alle drei Krankheiten schützt. Man nennt diesen Impfstoff auch MMR-Impfstoff. Geimpft wird mit Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Viren.

Deshalb können nach der Impfung nach einigen Tagen bis zu vier Wochen bei den Geimpften leichte, nicht übertragbare „Impf-Masern“ beobachtet werden: Fieber verbunden mit einem schwachen, masernähnlichen Ausschlag. Auch eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist möglich. Bei Kleinkindern und Säuglingen kann es auch zu Fieberkrämpfen kommen. Diese Nebenwirkungen können mit fiebersenkenkenden Mitteln behandelt werden oder klingen von alleine ab. Die „Impfmasern“ sind nicht ansteckend und verlaufen in der Regel relativ mild.

Kindern und Jugendlichen werden zwei MMR-Impfungen empfohlen, da zwischen 5 und 10 von 100 Geimpften durch die erste Impfung nicht ausreichend geschützt werden. Durch die zweite Impfung können bis zu 99 von 100 Personen einen Impfschutz aufbauen.

Weitere Infos zum Thema Masern findet ihr unter anderem beim Bundesministerium für Gesundheit oder ihr fragt euren Kinderarzt!  

Bild Teaser: andriano_cz / Getty Images

Kinder zu mehr Selbstständigkeit erziehen – Darum ist es so wichtig

Würdet ihr eurer gerade einmal sechsjähriges Kind in einer Großstadt wie Berlin alleine zur Schule gehen lassen? Wahrscheinlich nicht. Kann ja schließlich eine Menge passieren. Unter Umständen tuen wir unseren Kindern mit diesen Gedanken gar keinen Gefallen und verzögern ihre Entwicklung hin zur Selbständigkeit.

Andere Länder, andere Sitten: In Japan gehören Kleinkinder, die große Straßenkreuzungen allein überqueren oder mit dem Zug ganz selbstverständlich ohne Begleitung in den Kindergarten fahren, zum Alltag. In der seit über einem Vierteljahrhundert wohl beliebtesten TV-Show des Landes, „Hajimete no Otsukai“ – zu Deutsch etwa „Meine erste Besorgung“ –, werden Kinder mit einem Durchschnittsalter von zwei bis fünf Jahren sogar allein losgeschickt, um selbstständig in großen Supermärkten Dinge wie Fisch, Kiwis oder Toilettenpapier zu besorgen. Für japanische Eltern ist das ganz normal. Eigenverantwortung übernehmen ist ein essenzieller Bestandteil der Kultur und wird so früh wie möglich vermittelt.

Kinder alleine zur Schule schicken?

In Deutschland hingegen ist das Bild eines dreijährigen Jungen, der am Sonntagmorgen beim Bäcker ganz allein Brötchen kauft oder mit dem Fahrrad im Straßenverkehr ohne Begleitung zur Schule fährt, undenkbar.
Hier spielt sich jeden Morgen das gleiche Bild ab: Mit dem Auto wird am liebsten direkt vor der Schule geparkt, auch wenn das ein Verkehrschaos zur Folge hat. Dann wird das Kind möglichst bis an seinen Platz ins Klassenzimmer geführt. Einer schwedischen Studie zufolge sorgt dieses elterliche Verhalten nicht nur für Chaos vor dem Schultor, sondern schwächt unter Umständen das Selbstvertrauen der Kinder verzögert unter Umständen sogar ihre natürliche Entwicklung.

Schrittweise Entwicklung zu mehr Selbständigkeit

Schulpsychologe a.D. Klaus Seifried erklärt die Thematik wie folgt: „Sobald Kinder auf die Welt kommen, findet ein Abnabelungsprozess statt. Selbst die Geburt an sich ist bereits eine Art der Abnabelung von der Mutter. Irgendwann fängt das Kind dann an zu krabbeln, und schließlich kann es laufen, sich verstecken, sich alleine ein Brot belegen oder die Schultasche packen. Mit jedem Lebensabschnitt entwickelt es sich schrittweise zu einem eigenständigen Menschen, der altersgemäß Verantwortung für sich selbst übernehmen kann.“

Die eigene Angst nicht auf Kinder übertragen

Kinder wollen selbstständig sein, das gehört zu ihrem „Bauplan“. Sie wollen sich alleine die Schuhe zubinden, kleine Besorgungen machen oder eben auch allein zur Schule gehen. Eltern, die ihren Kindern diese Verantwortung bewusst oder unbewusst abnehmen, entmutigen damit den Nachwuchs und senden ihm unter Umständen eine gefährliche Botschaft: Das traue ich dir allein nicht zu, dabei brauchst du Hilfe. „Unbewusst übertragen Eltern ihre eigenen Ängste auf ihre Kinder. Vielleicht hat das Kind gar keine Furcht auf dem Klettergerüst, aber wenn die Mutter die ganze Zeit danebensteht und ihm zuruft, vorsichtig zu sein, entwickelt es natürlich Angst davor. Besser wäre es doch, wenn die Mutter ihrem Kind in solchen Situationen zeigt, wie es richtig greifen muss, um sich festzuhalten“, erklärt Seifried.  Viele Kinder können nämlich durchaus selbst einschätzen, was sie können und was nicht. Deshalb behindern die sogenannten Helikoptereltern die Entwicklung ihrer Kinder eher, als dass sie ihnen helfen.

Auch die Montessori Lehre setzt auf das Prinzip „Hilf mir es selbst zu tun“ und setzt mit den „Übungen des täglichen Lebens“ einen wichtigen Grundstein für die Selbstständigkeit eines Kindes.

Kinder lernen selbständig Gefahren zu erkennen

Klar, der Wechsel von Kindergarten zur Schule ist für die Kleinen ein großer Schritt. Klaus Seifried rät Eltern von Erstklässlern in spe darum , den Weg zur Schule vor dem ersten Schultag ruhig mehrmals mit ihrem Kind gemeinsam abzugehen und sich beim zweiten oder dritten Mal vom Kind führen zu lassen. So können sowohl Eltern als auch Kinder die bevorstehende Situation und ihr eigenes Können einschätzen. Das Elternargument, Schulwege zu Fuß seien viel zu gefährlich, widerlegen übrigens sowohl der ADAC als auch die Deutsche Verkehrswacht mit Statistiken. Demnach verunglücken die meisten Kinder im elterlichen Auto, nicht als Fußgänger auf dem Schulweg.

Selbständig die Umgebung erkunden

Kinder, die immer gebracht würden, hätten sogar häufig Probleme im Verkehr, da sie nicht lernen konnten, Gefahrensituationen einzuschätzen und sich mit anderen Verkehrsteilnehmern zu verständigen.
Zugleich seien die Kinder, die alleine zur Schule gehen, im Unterricht besser drauf und konzentrierter, fitter und sozial besser integriert. Denn im Gegensatz zu den anderen haben sie die Möglichkeit, ihre Umgebung auszukundschaften, Umwege und Hinterhöfe zu erkunden, mal einen Abstecher zum Kiosk zu machen. Und sie sind häufig auch mit Freunden in der Gruppe unterwegs. Alles wichtig für die Entwicklung, befindet Seifried. „Gehen Kinder allein zur Schule, schaffen sie sich ihren eigenen kleinen Lebensraum, den sie mit ihren Freunden entdecken.“

Mehr Vertrauen in Kinder

Noch in den 1970er-Jahren machten sich mehr als 90 von 100 Grundschülern in Deutschland allein auf den Weg zur Schule. Im Jahr 2012 war es einer Forsa-Umfrage zufolge nur noch jeder zweite, laut anderen Umfragen inzwischen nur noch jeder dritte Grundschüler. Der Grund dafür? Die Eltern haben einfach mehr Zeit. Kinder sind nicht einfach „nur da“ und gehören zur Familie. Sie wollen gefördert werden – und natürlich will man als liebende Mama und als liebender Papa alles richtig machen.
„Eltern lieben ihre Kinder und wollen ihnen deshalb Gutes tun. Aber Eltern, die ihre Kinder zu sehr verwöhnen und alles abnehmen, behindern das Kind in seiner Entwicklung zur Selbständigkeit. Kinder müssen lernen, dass sie Dinge auch alleine bewältigen können und dass es Dinge gibt, für die sie sich anstrengen müssen, um sie zu erreichen“, meint der Experte.

Allein kleine Aufgaben übernehmen

Zurück nach Japan. In „Hajimete no Otsukai“ werden auch die Mütter und Väter befragt, was ihnen durch den Kopf geht, wenn sie ihre Kinder zum ersten Mal alleine zum Einkaufen schicken. Und fast alle sagen das Gleiche: Sie haben natürlich Angst, dass den Kleinen unterwegs etwas zustoßen könnte. Aber sie sagen gleichzeitig auch, dass sie dabei nur über sich sprechen und ihren Kindern vertrauen. Sie also Dinge, die sie bereits selbst tun können, auch selbst tun lassen. Denn auch eine Zweijährige kann schon – mit ein paar Unterbrechungen –  die ein oder andere kleine Besorgung erledigen.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeit bei Kindern – Kreatives Kochbuch für Allergiker

Glutenfrei, vegan, ganz ohne Zucker? Klingt ziemlich spaßarm, ist dank Autorenduo Deniz Ficicioglu und Felix Bork aber abwechslungsreicher und kreativer, als man denkt. Über ein Kochbuch, das der Allergien und Unverträglichkeiten mit viel Humor den Kampf ansagt.

Und was isst du dann? Kochbuch von Felix Bork

Bauchschmerz, lautes Magengrummeln, dann eine abgehende laute Blähung, die vielleicht noch aufdringlich riecht … Was Schmunzeln hervorrufen mag, wenn es sich um kleine Kinder handelt, ist gar nicht mehr lustig, wenn es um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bei Kindern geht. „Denn Flatulenzen“, so Autorin Deniz Ficicioglu, „riechen fast immer nur dann, wenn etwas im Darm gärt, was nicht gären sollte, insbesondere dort, wo es gar nicht hingehört.“ Laktose, Soja, Hafer, Sorbit, Fruktose oder Weizen – oft werden schon früh Lebensmittelunverträglichkeiten bei Kindern diagnostiziert. Hier gilt: Agieren statt Reagieren. Beobachtet die Essgewohnheiten eures Kindes und versucht bei häufig auftretenden Blähungen, Bauchschmerz, Übelkeit oder Durchfall festzustellen, mit welchen Nahrungsmitteln die Reaktion zusammenhängen könnte. Wenn es jetzt nach den Herbstferien wieder zurück in die Schule
geht, ist es besonders wichtig, das Essverhalten zu beobachten und an den Stellen zu beeinflussen, an denen es möglich ist.

Eis im Glas ohne Gluten und Zucker Bild: @Felix Bork/Deniz Ficicioglu, Eichborn Verlag

Laktoseintoleranz bei Kindern

Laktoseunverträglichkeit, auch Milchzuckerunverträglichkeit genannt, betrifft mehr Menschen, als man annehmen mag, nämlich die Hälfte der Weltbevölkerung. Infolge des Mangels an dem Enzym Laktase, das der Körper nicht ausreichend herstellt, kann der mit der Nahrung – insbesondere Kuhmilch – aufgenommene Milchzucker nicht aufgespalten werden. Die üble Folge: starke Bauchkrämpfe und Verdauungsbeschwerden. Manche Wissenschaftler vermuten sogar, der Mensch sei von Natur aus gar nicht für den Konsum von Laktose gemacht. Übrigens: Laktoseintoleranz ist nicht zu verwechseln mit einer Milcheiweißallergie, von der meist Säuglinge und Kleinkinder betroffen sind (Symptome: Hautausschlag und Atemnot).

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Die Puffreisfreunde aus Quinoa findet Ihr unter „Süßes“ im Buch „Und was isst du dann?“ Bild: @Felix Bork/Deniz Ficicioglu, Eichborn Verlag

Zöliakie bei Kindern

Der Zungenbrecher unter den Unverträglichkeiten kann bereits im Kleinkindalter auftreten. Bei einer Zöliakie entzünden sich durch Zufuhr von Klebereiweiß über glutenhaltiges Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel und Co. die sogenannten Darmzotten im Dickdarm – die für die Weiterleitung der Nährstoffe aus unseren Lebensmitteln in den Blutkreislauf verantwortlich sind. Beim gesunden Kind erneuern sich die Zellen der Darmschleimhaut rund einmal pro Monat. Bei einer genetisch bedingten Zöliakie lösen sich die Darmzotten bereits frühzeitig ab. Die Konsequenz: Weder Mineralstoffe noch Vitamine schaffen es in den Organismus, der Körper leidet chronisch unter dem Defizit.

Und was isst du dann? Felix Bork Kochbuch
Die Kokos-Erdbeer-Galette aus Klebreismehl findet sich neben zahlreichen Nachtischrezepten im Buch „Und was isst du dann?“ Bild: @Felix Bork/Deniz Ficicioglu, Eichborn Verlag

Fruktoseintoleranz bei Kindern

Der gute Geburtstagskuchen, das Eis im Sommer oder auch die bunte Naschtüte – „der Zucker für die Seele“ ruft nicht nur Glückszustände hervor, sondern manchmal auch starke Blähungen, Kopfschmerzen und seelische Verstimmungen. Grundsätzlich sind beim Verzehr von Fruchtzucker allerdings zwei Arten von Unverträglichkeiten zu unterscheiden: zum einen die Intoleranz, wenn das Kind an einem genetischen Enzymdefizit leidet, zum anderen, viel häufiger auftretend, die Fruktose-Malabsorption. Gelangt durch einen Defekt im Körpersystem zu viel Fruktose in den Dickdarm, wird diese dort zu Wasserstoff, Kohlendioxid etc. abgebaut, was unmittelbar zu den unangenehmen Symptomen führt.

Ein Kochbuch über Leckerstes

Trotz einer ellenlangen Liste zu meidender Lebensmittel ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung möglich und bei Kindern auch zwingend nötig. Dieser Herausforderung nahmen sich Illustrator Felix Bork und Fructopia-Autorin Deniz Ficicioglu an und schufen mit ihrem gemeinsamen Buch „Und was isst du dann?“ tolle Rezepte mit ausführlichen Hintergrundinformationen und humorvollen Illustrationen. Durch ihre Erfahrenheit mit Fruktoseintoleranz und ihren lockeren Umgang mit Unverträglichkeiten motiviert Ficicioglu, anstatt mit Verboten zu frustrieren. Auch Co-Autor Felix Bork ernährt sich seit vielen Jahren rein pflanzlich. So berichtet er in seinem wunderbar verspielten Illustrationsstil von jener Oma, die ihrem Enkel in gewohnter Großelternmanier einen Mett-Igel mit Zwiebelstacheln vorsetzt, obwohl sie genau um seine fleischlose Ernährung weiß. Doch dabei bleibt es nicht: Sämtliche körperlichen Reaktionen, die das zur Folge haben kann, werden in kindlich-humorvollen Bildern illustriert – Bork malt Pupse, Kohletabletten, den nicht existenten Unterschied zwischen Blau- und Heidelbeeren und vergisst dabei auch jene weißen Seiten nicht, an denen sich die Kinder die Finger abwischen können. Informativ und wunderbar herzlich.

Eine Verschwörung der Avocado-Industrie?

„Jeder von uns achtet heute ein bisschen mehr darauf, was er isst. Und das ist vielleicht gar nicht so verkehrt. Auf einmal ist das, was auf dem Teller liegt, wichtiger als das, was auf deinen Turnschuhen steht. Und im Supermarkt gibt es sogar Sachen, die gab es früher nicht. Sogar Mutti isst jetzt Chias“, stellen die Autoren fest. Ob vermeintliche oder tatsächliche Erkrankung: So macht glutenfreies, pflanzliches, zuckerloses Essen auch Kindern Spaß.

Das Buch „Und was isst du dann?“ hat 216 Seiten, ist 2018 im Eichborn Verlag erschienen und kostet 25 Euro.

Sliderbild: Felix Bork & Deniz Ficicioglu (c) Freek Gille
Teaser: (c) Felix Bork

7 Tipps, wie wir die Trotzphase überstehen

„Das geht auch wieder vorbei!“ hören Eltern oft, wenn sich ihr Kind momentan mitten in der Trotzphase befindet. Doch leider hilft dieser gutgemeinte Satz herzlich wenig, wenn sich der Nachwuchs gerade lautstark heulend auf die Straße wirft oder den halben Supermarkt zusammenbrüllt, weil es die gewünschte Eissorte nicht gibt. Wie wir mit halbwegs unbeschädigten Nerven die Trotzphase überstehen können und bei Wutanfällen und Zornausbrüchen gelassener bleiben? Wir haben ein paar Tipps für gesammelt.

Was ist nur mit den Kleinen los? Eben lagen sie noch zufrieden und fröhlich im Kinderwagen, ließen sich bespielen und bespaßen und im Zweifelsfall mit einem Keks beruhigen, und nun? Alles vorbei! Statt friedlicher Spielplatzbesuche gibt es Terroralarm im Sandkasten, wenn ein anderes Kind die Schaufel wegnimmt. Und wenn es nach Hause gehen soll, gibt es massive Proteste und Geschrei.

Trotzphase oder Autonomiephase nennen Entwicklungspsychologen diesen Abschnitt, der meist zwischen den zweiten und dritten Lebensjahr einsetzt und bis zum vierten oder fünften in der Regel vorbei ist. Er ist wichtig, weil Kinder ihre Grenzen austesten, ihren Willen ausprobieren, sich behaupten, aber auch lernen müssen, mit Enttäuschung und Frustration umzugehen.

Für Eltern ist die Trotzphase vor allem eine echte Geduldsprobe. Aber das hilft:

Tief durchatmen

Es klingt banal. Aber zwischendurch mal tief Luft holen und sich klarmachen, dass es vorbeigeht, hilft bei akuten Trotzanfällen. Das Kind brüllt gerade den halben Supermarkt zusammen? Egal. Das kennen sowohl andere Eltern als auch das Personal. Und es muss einem auch nicht peinlich sein. Schließlich liegt man ja nicht selber mit roten Kopf zwischen den Regalen und schreit wie am Spieß.

Stoisch bleiben

„Ja, du willst lieber noch auf dem Spielplatz bleiben, ich weiß. Aber wir gehen jetzt nach Hause.“ Stoisch bleiben und sich gar nicht erst auf Diskussionen einlassen, ist in so einem Fall das Beste. Das Kind darf gern äußern, dass es gern noch weiterspielen möchte – aber letzten Endes bestimmen die Eltern. Und das ist auch völlig in Ordnung.

Das Kind machen lassen

Selbermachen ist ebenfalls ganz wichtig in dieser Phase. Das Kind will unbedingt das Klettergerüst bezwingen? Lass es das versuchen! Bleib dabei und gib wenn nötig Hilfestellung. Aber lass es machen. Es will beim Kochen helfen und unbedingt am Herd stehen? Okay. Aber Vorsicht vor heißen Herdplatten. Kinder brauchen ein wenig Hilfe, aber wollen auch das Gefühl haben, etwas allein zu schaffen.

Klare Regeln formulieren

Je klarer Eltern in ihrer Sprache und ihrem Verhalten sind, umso leichter fällt es dem Kind, Regeln zu akzeptieren. Zum Beispiel beim Essen: Frag nicht ob dein Kind „vielleicht lieber“ dieses oder jenes haben will. Biete zwei Sachen an, es gibt das eine oder das andere. Und fertig. Deutliche Formulierungen und ein sicheres Auftreten sind ganz wichtig. Wenn Eltern selber unsicher sind, nutzen Kinder das aus.

Mit dem Partner an einem Strang ziehen

Ebenso wichtig ist, dass ihr euch mit eurem Partner einig seid und am selben Strang zieht. Es hilft nicht, wenn der Trotzkopf beim einen seinen Willen durchsetzt und beim anderen nicht. Da heißt es dann am Ende nur: „Mama ist eine doofe Kuh!“ oder „Bei Papa darf ich das aber!“ Sprecht euch ab, welche Regeln in jedem Fall gelten. Das ist gerade in der Trotzphase enorm wichtig.

Mit anderen Eltern reden

Ihr denkt, ihr seid die einzigen, die so ein kleines schreiendes Monster zuhause haben, dass euch in regelmäßigen Abständen fast zur Weißglut bringt? Weit gefehlt! Sprecht andere Eltern einfach mal offen auf die Trotzphase eures Kindes an und fragt, wie das bei ihnen so abläuft. Ihr könnt sicher sein, dass viele ähnliche Erfahrungen machen. Und offen reden und auch mal drüber lachen entlastet ungemein.

Sich Hilfe holen

Die Zornesaubrüche eures Kindes sind massiv, beängstigend oder wollen auch nach einigen Wochen noch nicht aufhören? Dann zögert nicht, euch auch professionelle Hilfe zu holen. Eurer Kinderarzt vermittelt euch an einen Kinderpsychologen, der in schweren Fällen während der Trotzphase mit Rat und Tat zur Seite stehen kann und auch mit eurem Kind spricht.

„Gelassen durch die Trotzphase“ von Annette Kast-Zahn (Coverfoto: GU)

Auch Ratgeber, wie beispielsweise das Buch „Gelassen durch die Trotzphase“ von Annette Kast-Zahn (erschienen bei GU, 12,99 Euro) helfen, diese heikle Phase besser zu überstehen.

Slider Bild:  Frank Mckenna on Unsplash

 

 

 

 

Mit diesen 24 Spielzeugen fördert ihr die Kreativität eurer Kinder!

Pädagogisch wertvolle Spielzeuge fördern bestimmte Fähigkeiten der Kinder und regen die kindliche Fantasie an, ohne zu überfordern. Habt ihr schon kreatives Spielzeug zu Hause? Das sind unsere Lieblinge! 

Babys und Kleinkinder sind meist schon sehr früh interessiert an bunten Farben, unterschiedlichen Formen und Geräuschen. Sie spielen mit allem, was ihnen interessant erscheint, egal ob es ein extra dafür vorgesehenes Spielzeug ist oder zum Beispiel ein Haushaltsgegenstand. Mit etwa drei Jahren wissen viele Kinder bereits ganz genau, welche Dinge zum Spielen ihnen gefallen.

Der Markt bietet altbekannte und innovative Möglichkeiten, die Fantasie und Kreativität unserer Kinder auf unterschiedlichste Weise zu unterstützen. Es muss ja nicht gleich eine ganze Schmucklinie dabei herum kommen, wie bei der kleinen Riley – Hauptsache es macht Spaß!

Das lieben Kinder: Rollenspiele

Kinder lieben es, in fremde Rollen zu schlüpfen. Sei es in die von unterschiedlichen Berufen, Hexen, Ritter und Prinzessinnen. Ob allein oder zusammen mit anderen Kindern entsteht so ein Miteinander, in dem sie Spielideen und Abläufe alleine entwickeln. Auch Sprach- und Ausdrucksfähigkeit werden so geübt. Neben einem Kaufmannsladen macht es auch eine Truhe oder ein Koffer mit Verkleidungen. Darin verstaut ein Zaubermantel, ein Hut oder ein Verkleidungsset des aktuellen Superhelden. Auch mit Hilfe von Puppenhäusern wird kreatives Denken gefördert und übt die Kinder zusätzlich in Empathie, sozialer Intelligenz und hilft ihnen bei der Verarbeitung ihres Alltages.

 

Das fördert die Kreativität: Basteln und Malen

Eine Staffelei, am besten noch ein Bastelkoffer beigestellt, gefüllt mit allerlei Farben, Knete und weiteren Utensilien. So entstehen einzigartige Unikate aus Kindeshand. Dabei sollen die Kinder ruhig ihrer eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Wie kann man Farben vermischen und was kommt dann dabei heraus? Kleine Kinder ab 2 Jahren sollten übrigens erst mit den Fingern malen, bevor sie anfangen mit Stift oder Pinsel zu hantieren. Dabei kann es auf großen Blättern und mit Fingerfarben zeichnen, matschen, mit der ganzen Hand stempeln. Malen fördert bei Kindern die Konzentrationsfähigkeit, die Entwicklung der visuellen Wahrnehmung und des Tastsinns.

 

Konzentrations- und Geschicklichkeitsspiele

Dass Kinder zu eigenständigen Ergebnissen kommen und mit Hilfe ihrer Kreativität und Konzentration ihren eigenen Weg finden, lässt sich mit Geschicklichkeitsspielen ganz spielerisch fördern. Gut für Schulanfänger zum Üben der Stifthaltung ist, mit einer großen Pinzette (vielleicht aus Holz) verschiedenfarbige Murmeln in Gefäße zu sortieren.

 

Musikinstrumente für Kinder

Eine gemeinsame Musikstunde mit der ganzen Familie oder zumindest mit den Familienmitgliedern, die Lust darauf haben. Für die Kinder ist das in der Regel ein Riesenspaß, denn nahezu jedes Kind zeigt Interesse für Musik. Das muss auch nicht immer schön klingen. Jeder bekommt ein Instrument in die Hand und los geht’s.

 

Kinder Natur erleben lassen

Ganz nach dem Motto „Not macht erfinderisch“ gemeinsam mit den Kindern nach draußen gehen und je nach Saison einige Utensilien wie Blätter, Steine, Stöcke, Eicheln und Co einsammeln. Ihr könnt eure Kinder mit ein paar zusätzlichen Bastelutensilien ausstatten und sie einfach machen lassen. Die Kleinen machen sich so mit Materialien und Formen vertraut, lernen, wie sich unterschiedliche Texturen anfühlen und können eine Kastanie aus der Schale puhlen oder einen Tannenzapfen zerlegen und sehen, was sich hinter den kleinen Holzschuppen verbirgt. All das schult auch die Feinmotorik!

 

Unser Tipp: Spielsachen immer mal wieder auswechseln, in der Kammer oder im Keller verstauen und sie den Kindern zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten. So bleibt es einerseits übersichtlich im Kinderzimmer, andererseits sind lange nicht dagewesene Spielzeuge auf einmal wieder ganz reizvoll.

Wie ihr eure Kinder mit speziellem Montessori-Spielen zuhause fördert, könnt ihr hier nachlesen.

Slider: Hulki

7 Dinge aus den Kleinkindjahren, die wir nicht vermissen werden

Ach ja, die Kleinen sind sooo süß. Und natürlich werden wir wehmütig bei dem Gedanken, wie schnell sie wachsen. Aber mal ganz ehrlich: Es gibt auch Momente im Leben mit Kleinkind, die wir überhaupt nicht vermissen – Stichwort Trotzphase…

Der Autositz-Terror
Es soll ja Kinder geben, die lassen sich ganz einfach und ohne Widerstand im Autositz festschnallen. Gratulation! Es gibt aber auch welche, die spielen mit Mama oder Papa das „Bieg-mich-doch-zurecht-wenn-du-kannst!“-Spiel. Wer einmal versucht hat einen widerspenstigen Zweijährigen im Autositz anzugurten, während dieser a) nicht sitzen will und b) ständig wie ein kleiner Aal aus den Gurten rausschlüpft, der weiß was wir meinen.

Die „Ich-will-das-machen“-Phase
Ja, wir sollen unsere Kinder zu unabhängigen, selbstbewussten Menschen erziehen. Aber muss das gerade morgens kurz vor acht sein, wenn alle hektisch aus dem Haus wollen? Schwer, geduldig daneben zu stehen, während sich ein Zweijähriger umständlich Schuhe/Jacke/Socken selber anziehen will.

Wer in dieser Phase nicht so oft „Nein“ sagen will, findet hierzu Tipps bei mamaundfamily. de

Das „Mag-nicht“-Spiel
Karotte? Mag nicht! Apfel? Mag nicht! Joghurt? Mag nicht! Ab hier dauert es nur noch ungefähr 1825 Tage bis man endlich den Satz hört: „Oh, Pizza! Lecker!“

Das Anzieh-Chaos
Draußen hat es Minusgrade, aber die Tochter entdeckt ihre modische Eigenständigkeit und will nichts anderes tragen als das Prinzessinnenkleidchen mit Goldsandalen? Oder der Junge versteht nicht, warum Gummistiefel für einen Spaziergang bei Sommerwetter nicht so passend sind? Tja!

Die Eltern-Zombie-Zeit
Am Wochenende spät aufstehen und in Ruhe den ersten Kaffee trinken? Oder einmal eine Nacht durchschlafen, ohne dass ein kleiner Bettgenosse den Großteil der Liegefläche für sich beansprucht? Ach ja, das wäre schön!

Die Restaurantfalle
Man kann es natürlich auch als Herausforderung sehen: Schaffen wir es diesmal unser Essen warm zu verzehren? Oder stört der Nachwuchs wieder genau in dem Moment, in dem wir die Gabel ansetzen mit: Mag ich nicht!, Muss Pipi!, Will nach Hause!, oder mit lautem Gebrüll, weil das Glas mit Apfelsaft umgekippt ist?

Die Wutkrise
Es ist oft schwer, die Psychologie eines zweijährigen Kindes zu durchblicken. An jeder Ecke können kleine Trotz- und Wutanfälle lauern. Und warum man sich auf den Boden schmeißen und laut heulen muss, nur weil die Karottenstückchen auf dem blauen, statt auf dem roten Teller serviert wurden…? Wer weiß das schon…!

 

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Mittagsschlaf: Wann, wie lange und was tun, wenn das Kind sich weigert?

So individuell Kinder und ihre Bedürfnisse auch sind, geht es um den Mittagsschlaf lässt sich eines bestimmt sagen: Er ist wichtig für alle Kinder, um das Erlebte zu verarbeiten und daraus zu lernen. Außerdem braucht das Kleine ausreichend Schlaf für ein gesundes Wachstum, denn das Wachstumshormon Somatropin wird vor allem im Schlaf ausgeschüttet. Deshalb ist der Mittagsschlag in den ersten Lebensjahren extrem wichtig.

Im Babyalter müssen Eltern sich wenig Gedanken um den Schlaf-Wachrhythmus des Nachwuchses machen. Das Kleine schläft noch sehr viel und wird häufig vom Hunger geweckt, egal ob Tag oder Nacht. Ist das Kind älter und aktiver, können Eltern versuchen, den Schlafrhythmus des Kindes so zu steuern, dass es tagsüber genug Erholung bekommt und trotzdem nachts lange genug schläft. Hier kommen ein paar Tipps von uns.

Pinterest Mittagsschlaf

Wann sollte der Mittagsschlaf stattfinden?

Experten empfehlen, den Nachwuchs immer zur selben Zeit mittags hinzulegen. Ein geregelter Tagesablauf kann dazu beitragen, dass Kids nachts besser schlafen. Der Organismus lernt, sich auf die regelmäßigen Pausen einzustellen. Auch die Eltern profitieren von der Regelmäßigkeit und können so besser planen. Vom Biorhythmus her bietet sich die Zeit zwischen 12 und 14 Uhr für ein Nickerchen an. Nach dem Essen werden auch die Kleinen müde, weil sie Energie für die Verdauung brauchen. Oft werden die Kinder auch am Nachmittag noch mal quengelig – so zeigen sie, dass sie nochmals eine Ruhepause brauchen. Gönnt ihnen diese, achtet nur darauf, dass sie nicht zu spät oder zu lange noch mal schlafen. Damit die Kids abends wieder müde sind, sollten sie nach dem Mittagsschlaf vier Stunden wach sein.

Wie lange soll der Mittagsschlaf dauern?

Wie viel Schlaf der Nachwuchs braucht, ist von Kind zu Kind total unterschiedlich. Als groben Richtwert kann man sagen: Mit einem halben Jahr schlafen Babys noch drei bis vier Stunden über den Tag verteilt. Mit zwei Jahren brauchen Kinder meist noch ein bis zwei Stunden Schlaf zur Mittagszeit. Kindergartenkindern reicht meist ein Nickerchen von 30 bis 60 Minuten. Um rauszufinden, welche Länge für euer Kind angemessen ist, beobachtet es: Wenn euer Kind abends nicht gut einschläft, Probleme beim Durchschlafen hat oder morgens in aller Frühe wach ist, kann es sein, dass es tagsüber zu viel schläft. Dann weckt es mittags einfach etwas früher, schon bald wird sich der Rhythmus des Kindes so umstellen, dass es mit weniger Mittagsschlaf auskommt.

Bis zu welchem Alter brauchen Kinder einen Mittagsschlaf?

Auch dies ist individuell. Manche kommen schon mit zwei Jahren ohne ein Schläfchen durch den Tag. Andere brauchen noch mit vier oder fünf Jahren im Kindergarten eine kleine Auszeit zum Schlafen. Viele Kindergärten bieten Ruhezeiten an für die Kinder, die bis nachmittags bleiben. Manche Kinder schlummern auch wenn sie aus der Schule kommen gerne noch eine Runde, um Energie für den Nachmittag zu tanken. Oft sind auch Veränderungen – wie die Einschulung – Anlass, dass Kinder, die eigentlich den Tag schon „durchmachen“ können, plötzlich wieder ein Schläfchen brauchen. Das ist ein Zeichen, dass sie viele neue Eindrücke verarbeiten müssen. Wenn ihr über einen längeren Zeitraum bemerkt, dass euer Spross mittags nur schwer einschläft oder abends nicht zur üblichen Uhrzeit müde wird, bedeutet das, dass kein Mittagsschlaf mehr benötigt wird – vorausgesetzt das Kind ist alt genug.

Und wenn das Kind nicht schlafen will?

Zumindest bis der Spross in den Kindergarten kommt, sollte auf einen Mittagsschlaf nicht verzichtet werden. Viele Kinder sind aber so lebhaft oder wollen sich nicht vom Spielzeug trennen, dass an schlafen nicht zu denken ist. Wenn ihr regelmäßige Zeiten eingeführt habt, sollte es den Kindern leichter fallen, zur Ruhe zu kommen. Um Schlafmuffel zu unterstützen, könnt euch ein Ritual überlegen, das den Mittagsschlag einleitet. Dunkelt das Zimmer leicht ab, lest eine kleine Geschichte vor oder lasst ein Hörspiel laufen. Hilft das alles nicht, versucht die Zeit für den Mittagsschlaf zu variieren. Vielleicht schläft euer Kind etwas früher oder etwas später besser, als ihr es immer hinlegt. Kann das Kind partout nicht einschlafen, legt es trotzdem für eine halbe Stunde ins Bett und lasst es ein Buch durchblättern oder einem Hörspiel lauschen. So kommt wenigstens der Körper zur Ruhe und ihr zu einer kurze Auszeit.

Noch mehr informative Artikel, z.B. zum Umgang mit der Trotzphase, zur Hausapotheke oder mit Tipps für Eltern von Trennungskindern, findet ihr in unserer Rubrik „Wissen„.

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Freundebücher: 5 coole Bücher für Kindergarten und Schule

Wunderschön illustriert, mit richtig witzigen Fragen oder zum Ausmalen, Stempeln und Bekleben: Freundebücher sind zwar ganz schön alt, aber sie haben sich durchaus weiterentwickelt.

Wir kennen sie noch aus unserer eigenen Kindheit: Freundebücher, in die sich alle Mitschüler eintragen durften, die wir mochten oder für wichtig befanden. Und natürlich kam auch die liebe Verwandtschaft nicht ums Ausfüllen herum. Wie bei vielem war die Auswahl damals aber längst nicht so groß wie heute, es blieb meist nur zu klären, ob es die „Jungs“- oder „Mädchen“-Version sein soll – sprich blau oder pink. Im Inneren gab es Ponys und Blumen bzw. Autos und Fußbälle. Die Fragen waren recht nüchtern gehalten. Zum Glück sind wir da heute viel weiter. Die Kids müssen nicht nur eintragen, wie groß sie sind, was ihr Lieblingstier ist und welche Songs und Bands sie toll finden. Viel spannender ist nämlich zu erfahren, was das witzigste Erlebnis war, das der Freund mit dem Buchbesitzer hatte, welches Zähne gerade wackeln oder wie die Schulkameradin ein T-Shirt designen würde.

Neben Büchern, die sich durch ihre ungewöhnlichen Fragen auszeichnen, gibt es auch viele, die total hübsch illustriert sind und auch die Kids zum Malen und Kreativsein einladen. Wir haben für euch fünf tolle Freundschaftsbücher für Schul- und Kindergartenkinder rausgesucht. Wenn die Seiten befüllt sind, haben garantiert auch die Großen Spaß am Lesen.

Meine Freunde – Zum Eintragen mit Pinsel, Stempel und Kleber

Meine Freunde

Das Buch von Nele Palmtag können schon Kindergartenkinder alleine mit ausfüllen. Sie werden aufgefordert, ihre Lieblingsfrisur darzustellen, sollen erzählen, bei wem sie schon übernachtet haben und natürlich auch alles von Größe über Lieblingsfarbe bis zum Lieblingsessen zu verraten – alles auf eine kreative Art. Außer dem Teil zum Ausfüllen gibt es noch eine Vorlesegeschichte über die Freundschaft.
9,99 Euro; über amazon.de

Yeah, ihr seid die Besten!

Bei „Mintkind“ gibt es Meilensteinkarten, Poster, Notizhefte, und und und: Alles wunderschön und mit viel Liebe illustriert. Im Poesiealbum können Freunde eintragen, wofür ihr Herz schlägt und müssen manchmal ganz knifflige Fragen beantworten, wie zum Beispiel: Gefällt dir Schule oder Aufräumen besser? Es gibt auch Platz zum Malen und Felder, wo die Kids beschreiben können, warum sie den Buchbesitzer so mögen.
12,90 Euro; über  welovebubbles.de

Meine Freunde

Gretas Schwester

Das Freundschaftsbuch von Gretas Schwester ist per Hand illustriert – keine Seite ist wie die andere. Also kann sich jedes Kind die Vorlage aussuchen, die am besten zu ihm passt, und diese nach Herzenslust ausfüllen und gestalten. Die Kids haben nicht nur Gelegenheit, mehr übereinander zu erfahren, sondern können auch drei freie Seiten gemeinsam gestalten.
ca. 21 Euro; gretasschwester.com 

Hallo Freunde – Meine Kindergartenzeit

Dieses Buch von Julia Wolmerath ist so konzipiert, dass schon die ganz Kleinen – mit ein bisschen Anleitung durch die Eltern – die Seiten gestalten können. Es darf viel gemalt und geklebt werden, den Anfang macht der Buchinhaber. Anschließend haben 22 Freunde Platz, sich auf jeweils einer Doppelseite zu verewigen. So entsteht eine tolle Erinnerung an die Kindergartenzeit.
18,90 Euro; über dawanda.de

Mein Kinder Künstler Freundebuch

Kinder Künstler Freundebuch

Hier geht es nicht nur darum, trockene Fakten zur Person einzutragen. Nachdem die Freunde aufgefordert wurden, ihren Namen zu nennen, dürfen sie direkt auch loswerden, wie sie viel lieber heißen möchten und müssen sich auch ein Wort einfallen lassen, das sich auf ihren Namen reimt. Zusätzlich gibt Mitmach- und Nixmachseiten, auf denen Freunde und Freundinnen eine Schimpfwörtersammlung anlegen können und eine Anleitung zum Freunde-Gutschein-Basteln finden.
9,95 Euro; über beltz.de

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