K-Pop – Was steckt hinter dem Hype der Teeniebands?

Die neuen Stars im Kinderzimmer heißen Kim Taehyung, Min Yoon-gi oder Changbin und haben alle eines gemeinsam: Sie singen koreanisch. Das versteht hierzulande zwar kaum jemand, wird aber dennoch millionenfach gehört und geklickt.

Das Phänomen K-Pop

Kinder an der Schwelle zur Pubertät sind – wie man häufig noch aus eigener Erfahrung weiß – immer ein bisschen eigen. Aber während man selbst mit Vorliebe langhaarige Rockstars anhimmelte, sind die Idole von heute Boy- und Girlgroups, die höchstens 21 Jahre alt sind und dann nochmal fünf Jahre jünger aussehen. Die Rede ist von K-Pop.

Laut dem Forbes Magazin werden koreanische Bands wie BTS oder Exo inzwischen 20-mal so oft erwähnt wie die amerikanischen Weltstars Justin Bieber und Taylor Swift. Und das nicht nur von Fans aus dem eigenen Land, sondern vor allem von Begeisterten aus Japan, den USA und auch Europa. Die Korea Foundation, die zum koreanischen Ministerium für internationale Beziehungen gehört, gibt an, dass sich die K-Pop-Fanbase mittlerweile auf über 113 Länder erstreckt.

Wie groß der Hype wirklich ist, erfährt man spätestens, wenn man versucht, Konzertkarten für BTS zu ergattern. Die sieben Jungs schafften es (vor Corona), dass die Mercedes Benz Halle in Berlin innerhalb von neun Minuten ausverkauft war. Und das bei einem Ticketpreis von 240 Euro. Als in Südkorea bei McDonalds das BTS-Menü lanciert wurde, standen begeisterte Fans Schlange, um aus BTS-gebrandeten Pappschachteln Chicken McNuggets zu essen. Geehrt wurde die Band auch, als sie bei den diesjährigen Grammy-Awards ihren Hit „Dynamite“ präsentieren durfte und unter anderem in der Today Show zu Gast war.

K-Pop Band
Die K-Pop-Band BTS bei den Grammy Awards im März 2021, wo sie als erste südkoreanische Band ihren nominierten Song „Dynamite“ präsentieren konnten.

Das Internet macht die K-Pop-Stars groß

Ein wichtiger Faktor bei der Verbreitung von K-Pop spielt natürlich das Internet. Die K-Pop-Stars, ebenso wie ihre meist noch sehr jungen Fans, gehören zur ersten Generation, die mit einer Vielzahl von sozialen Netzwerken aufwächst. Der Konsum von Instagram und der, vor allem bei Unter-12-Jährigen beliebten, App TikTok gehört zum Alltag bei Teenagern und ist gleichzeitig einer der wichtigsten Kanäle zur Verbreitung von K-Pop.

Via Social Media und Livestreams sind die K-Pop-Stars hier fast immer online, kommunizieren mit ihren Followern und gewähren Einblicke in ihren privaten Alltag. Die Fans wiederum schwärmen von diesem engen Kontakt und „Zusammenhalt“ und fühlen sich mit ihren Idolen direkt verbunden. Das Kreieren von Geschichten und einer künstlichen Fannähe funktioniert im K-Pop-Business nahezu perfekt. 

K-Pop BTS
BTS funktionieren auch als Merchandise-Maschine: der Spielwarenkonzern Mattel hat die Spielfigurenserie lanciert.

Jeder Auftritt wird bis ins Detail perfektioniert

Damit das auch alles reibungslos funktioniert, wird von den K-Pop-Stars ständige Perfektion verlangt. Die meist noch sehr jungen Mädchen und Jungs sind eigentlich immer makellos hübsch und perfekt gekleidet. Dabei darf es gerne mal schrill und auffallend sein, aber nie zu sexy, nie aufreizend oder gar provokativ. Exzessiver Alkoholgenuss, Partys oder sogar Liebesbeziehungen werden vertraglich verboten, denn das macht die Stars für ihre Fans interessanter.

Und auch musikalisch bewegt sich das K-Pop-Genre auf der sicheren Seite. Die Musik ist geprägt von eingängigen Pop-Melodien gemischt mit ein wenig Hip-Hop. Durch Datenanalysen produzieren die Plattenfirmen so genau auf das Konsumverhalten der Zielgruppen abgestimmte Songs, Hochglanz-Musikvideos und ausgefeilte Tanz-Choreografien. Und damit Fans auch auf der ganzen Welt mitsingen können, sind die Musiklyrics eigentlich nie nur koreanisch, sondern haben zumindest englische Refrains.

K-Pop Bolbbalgan4
Bolbbalgan4 präsentieren ihren Song „Bom“ bei der Verleihung der Gaon Chart Music Awards

Die Schattenseite des K-Pop

Dass so viel Perfektion nicht funktionieren kann, ist eigentlich klar. Inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, dass Plattenverträge oft auch eine Klausel zu Schönheitsoperationen beinhalten. Die doppelte Lidfalte und gebleichte Zähne sind bereits obligatorisch – aber auch ansonsten wird bei den Jungstars gerne alles noch einmal von Kopf bis Fuß ausgebessert, bis der Hochglanz-Look steht.

In sogenannten Pop-Akademien werden Anwärter acht Stunden täglich für die nächste Boy- oder Girlband ausgebildet. Auf dem Stundenplan stehen hier neben Tanz- und Gesangstraining ebenso Kurse zum richtigen Umgang mit Fans und Medien sowie Fremdsprachen wie Englisch und Japanisch. Oft gibt es in den Akademien sogenannte Ranking-Systeme. Was nichts anderes heißt, als dass nur die besten „Schüler“ einer Klasse am Ende zu einer neuen Gruppe geformt werden, die dann von der Plattenfirma systematisch vermarktet wird.

Die Welt wächst zusammen

Der Erfolg von K-Pop bei Kindern und Jugendlichen zeigt, wie eng die Welt inzwischen durch das Internet zusammengewachsen ist. Die neuen Idole in den Kinderzimmern  kommen längst nicht mehr ausschließlich aus englischsprachigen Ländern, und Musiktrends sind nicht mehr so einheitlich wie noch vor wenigen Jahren.

Das Hyundai Research Institute hat 2018 herausgefunden, dass allein 796.000 Besucherinnen und Besucher jährlich nur wegen der K-Pop-Band BTS nach Südkorea kamen und Land und Kultur entdecken wollten. Und auch an den Volkshochschulen werden immer mehr Sprachkurse für Koreanisch angeboten. Letzteres ist ein Trend, der natürlich von der koreanischen Entertainment-Industrie längst erkannt wurde. Das Label Big Entertainment startete ein Programm mit dem Namen „Learn Korean with BTS“. Hier sollen die Boygroup-Stars höchstpersönlich mithilfe von Bildern und Videos Fans in ihrer Muttersprache unterrichten. Noch mehr Nähe geht nicht. Und es zeigt, dass die Welt, in der Kinder heute leben, viel kleiner und endlich auch vielfältiger geworden ist.

 

Bilder: Aufmacherbild: K-Popband ITZY, Gettyimages (3), PR (1)

Spannende Hörbücher für Kinder von 4-10 Jahren

Hörbücher für Kinder sind eine willkommene Abwechslung im Alltag. Zur Entspannung oder auch als Untermalung beim Malen und Basteln. Wir haben die schönsten Geschichten zur Probe gehört. Hier sind unsere Empfehlungen für Kinder zwischen vier und zehn Jahren:

Hörbücher für Kinder ab vier Jahren:

Amelie & Antonio

Ein wirklich süßes Hörbuch für die Kleineren. Die Hauptperson Amelie ist vier Jahre alt. Sie macht alles zusammen mit ihrem Kuscheltier Antonio. Dieses Stofftierchen ist etwas ganz Besonderes, denn wenn Amelie ganz allein mit ihm ist,. wird Antonio lebendig und kann sogar sprechen. Dann hilft er Amelie bei kleinen und großen Problemen. Zum Beispiel bei der Überschwemmung im Bad, oder als Ole und seine Kumpels sich weigern mit Amelie zu spielen, oder als Mama krank ist. Antonio ist ein wahrer Freund. Er hilft außerdem beim Einschlafen und ist immer für Amelie da.
Von Monika Hüslhoff, erschienen im Hörverlag für 9,99 Euro.

Die wilden Zwerge: Der Kochtag

Was die Kindergartengang so erlebt, erinnert sehr an Alltag – aber an den lustigen Teil davon. Johannes bringt einen toten Vogel mit in den Kindergarten und präsentiert ihn beim Gruppenfrühstück. Das macht aus Frau Koslowski beinahe Frau „Kotzlowski“. Aber als Selin, Mara, Johannes und die anderen Zwerge den kleinen toten Vogel dann beerdigen, wird es doch noch ganz feierlich.
Die Autoren Meyer, Lehmann und Schulze sind Pseudonyme. Sie treffen den Kindergartenalltag auf den Punkt, portraitieren gestresste Kindergärtnerinnen ebenso treffend-witzig wie überbesorgte Eltern. Während die kleinen Zuhörer ganz hingerissen sind von der frechen aber liebenswerten Kindergartenbande, denken Eltern sich beim Zuhören öfter mal schmunzelnd: Genau so ist es! Es gibt bereits verschiedene Abenteuer auf CD. Für Kinder ab 4 Jahren. Und für größere Hörer ab 6 Jahren gibt es „Die wilden Schulzwerge“.
Die wilden Zwerge, Hörcompany für 4,95 Euro.

Hörbücher für Kinder ab fünf Jahren:

Sonntag, Montag, Sternentag

Nora ist Erfinderin. Einen Drachen hat sie schon erfunden, so groß wie sie selbst. Und eine Falle für ältere Brüder. Jetzt gerade hätte sie am liebsten eine Brille, mit der man durch Wände sehen kann. Dann könnte sie endlich herausfinden, was in der Kiste des Nachbarjungen ist. Dieser wiederum heißt Ben – und er hat ein Geheimnis. Was er jetzt gut brauchen könnte ist der Erfindergeist von Nora. Ob die beiden wohl zusammen finden? Eine hinreißende und witzige Geschichte der niederländischen Autorin Anna Woltz, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.
Von Anna Woltz, erschienen bei Hörbuch Hamburg für 10 Euro.

Trudel Gertrudel foppt den Fuchs

Im ersten Teil hat Trudel Gertrudel das „Mehr“ kennengelernt und erfahren, was die große Freiheit ist. Doch jetzt möchte sie gern wieder zurück auf ihren Bauernhof, denn bald wird es dunkel und sie ist auch ein wenig müde. Doch der Heimweg wird aufregend. Gut dass das lustige Huhn auch Herrn Klautermann und Möwe Gräten-Käthe mit dabei hat, denn auf dem Weg begegnen sie einem listigen Fuchs. Ein spannendes Hörbuch, in dem Sprecher Stefan Kaminski den Tieren jeweils eine charakteristische Note verleiht.
Von Eva Muscynski und Karsten Teich, erschienen bei DAV für 7,99 Euro.

Mucker & Rosine: Buschfunk in der Hasenhütte

Die Geschichten von Hase Mucker und Maus Rosine sind abenteuerlich und fantastisch. Diesmal erfindet der pfiffige Hase ein Trommel-Alphabet. An Bäume klopfend läuft er durch den Wald und „ruft“ seine Freundin Rosine. Der Buschfunk, so findet er, kann sehr hilfreich sein. Aber nicht alle sind seiner Meinung. Aber Hase Mucker lässt sich nicht beirren. Wem das nicht gefällt, der mag vielleicht seinen praktischen Schatten zum Mitnehmen. Oder doch lieber die Apfelschneewehe?
Sprecher Martin Baltscheit kennen einige Zuhörer vielleicht schon von den unvergleichlichen „Wilden Zwergen“, die er ebenfalls mit viel Humor und Tempo spricht. Die sympathischen Helden Mucker und Rosine werden durch ihn wunderbar „zum Leben erweckt“.
Von Kristina Anders, erschienen bei der Hörcompany für 14,95 Euro. 

Der Tag an dem Oma das Internet kaputt gemacht hat

Die Eltern müssen arbeiten, Tiffany und ihr Bruder Max werden von den Großeltern betreut – oder ist es genau andersrum? Tiffany ist sich da nicht so sicher. Jedenfalls wird es nicht besser als die Oma das Internet kaputt macht. Jetzt geht nichts mehr: Die Eltern können nicht mehr arbeiten, Max kann keine Nachrichten mehr schreiben und die große Schwester Luisa kann keine Musik mehr hören. Dabei kann es doch nicht sein, dass Oma tatsächlich mit einem einfachen Doppelklick alles zum „Einsturz“ gebracht hat.
Marc-Uwe Kling liefert mit seinen Kindergeschichten (drei an der Zahl) intelligente und lustige Unterhaltung für Groß und Klein. Eltern können hier beruhigt mithören, denn es besteht keine Gefahr von nervigen Stimmen oder Geräuschen geplagt zu werden. Vielmehr wird man an so manchen Stellen in Klings Geschichten auch als Erwachsener schmunzeln, spätestens wenn der Autor von der herrlich dummen Prinzessin Popelkopf erzählt…
Von Marc-Uwe Kling, erschienen bei Silberfisch für 10 Euro.

Pu der Bär. Rückkehr in den Hundertsechzigmorgen-Wald

Pu der Bär

Wer je eine Geschichte gehört hat, die von dem genialen Harry Rowohlt gesprochen wurde, wird die Qualität von Hörbüchern ab dann kritisch beurteilen. Mit der Serie von Pu der Bär hat sich Rowohlt allerdings selbst übertroffen. Er verleiht den Figuren mit komödiantischem Talent ein Eigenleben, das unvergesslich und überaus unterhaltsam ist. Da ist natürlich Pu, der gutmütige Bär von geringem Verstand, der überaus findig wird wenn es um einen Mundvoll Honig geht, das besserwisserische Kaninchen, das immer einen Plan hat und bei Wettkämpfen ungern verliert oder das ängstliche Ferkel, Pus allerbester Freund… Rowohlts angenehm tiefe Stimme wird selbst bei stundenlangen Autofahrten niemals nervig oder langweilig. Ganz im Gegenteil! Als Eltern wünscht man sich mehr von diesem Sprachwitz in Hörbuchproduktionen. „Pu der Bär“ (von A. A. Milne) und der hier genannte zweite Teil (von David Benedictus) sind für Kinder ab 5 Jahren geeignet.
Pu der Bär. Rückkehr in den Hundertsechzigmorgen-Wald, Kein & Aber Records für 9,90 Euro

Hörbücher für Kinder ab acht Jahren:

Wenn mein Mond deine Sonne wäre

Max liebt seinen Großvater. Doch dieser muss im Heim wohnen, denn sein Verstand macht nicht mehr so richtig mit. Max hat Sehnsucht nach seinem Opa und eines Tages beschließt er: Wir hauen einfach ab!
Autor Andreas Steinhöfel gehört zu den bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren. Seine Reihe um Rico und Oscar wurde erfolgreich verfilmt. Die anrührende Geschichte über Demenz und die Beziehung zwischen Enkel und Opa liest er in diesem Hörbuch selber vor. Dazu gibt es zwölf klassische Musikstücke von Sergej Prokowjew bis Georges Bizet.
Von Andreas Steinhöfel, erschienen bei Hörbuch Hamburg für 12 Euro.

 

Titanic – 24 Stunden bis zum Untergang

Der 12-jährige Jimmy ist mit seiner Mutter und seinem Bruder unterwegs nach Amerika, wo sein Vater bereits auf die Familie wartet. Allein das ist schon ein Abenteuer. Doch Jimmy fährt dritter Klasse auf der Titanic. Nachts schleicht er sich aus der Kabine und erkundet das großartige Schiff. Dabei trifft er Omar und freundet sich mit ihm an. Die beiden Jungs stromern in dem riesigen Schiff umher und kennen jeden Schleichweg auf dem Luxusdampfer. Doch mit dem Spaß ist es vorbei, als die Titanic einen Eisberg rammt. Jetzt geht es darum, die Familien und das eigene Leben zu retten.
Die Stunden vor dem Untergang der Titanic könnten nicht spannender erzählt werden. Rainer Strecker liest gekonnt und ohne zu großes Drama oder Pathos in die Stimme zu legen, was sehr angenehm ist. Die Geschichte von Stephen Davis beschreibt anschaulich und mitreißend aus den Augen der Kinder, was auf Deck bei dem Unglück passiert ist. Klar gibt es ein paar Momente, wo große und kleine Zuhörer mit den Tränen kämpfen müssen, aber es wird niemals zu gruselig. So viel sei verraten: Man darf sich bei aller Dramatik auf ein Happy-End freuen.
Für Hörer ab acht Jahren. Von Stephen Davies, erschienen im DAV für 12,99 Euro.

 

Der Mann mit der dunklen Brille und weitere Abenteuer von Tobby und Robby

Der Hörbuchklassiker von Sándor Ferenczy zieht auch heute noch die Zuhörer in seinen Bann. Aufwändig inszeniert mit unterschiedlichen Sprechern, Geräuschen und mitreißender Orchestermusik haben die Abenteuer der beiden Jungs Tobby und Robby nichts an Spannung verloren. Nur die technischen Gegebenheiten, wie das Telefonieren oder das Verreisen mit dem Flugzeug wirken mit den Jahren etwas angestaubt und müssen erklärt werden, damit die jetzige Generation versteht, dass es Pauschalreisen und Mobiltelefone in den 1960er Jahren eben noch nicht gab.
Aber gerade weil die Eltern nicht einfach sofort mobil erreichbar sind, erleben Tobby und Robby spannende Abenteuer, bei denen sie ganz auf sich selbst gestellt sind. Sei es, dass sie dazu beitragen einen gefährlichen Bankräuber zu stellen oder im Flugzeug einem Betrüger auf die Schliche kommen. Spannender Hörspaß für kleine Detektive.
Für Hörer ab 8 Jahren. Von Sándor Ferenczy, erschienen im DAV für 9,99 Euro. 

Das Schwein kam mit der Post

Kurz vor den Osterferien bekommt Leo ein geheimnisvolles Paket von seinem Onkel Ernst. Was in der Kiste ist, wirbelt Leos Leben ganz schön durcheinander – schließlich bekommt man nicht jeden Tag ein Schwein frei Haus geliefert. Leo muss das ungewollte Haustier natürlich vor seinen Eltern, dem Hausmeister im Mietshaus und den Lehrern in der Schule verstecken. Gar nicht so einfach, denn Agathe ist nicht sehr kooperativ, da bleiben (lustige) Pannen nicht aus.
„Das Schwein kam mit der Post“ von Autor Jörg Juretzka ist ein Kinderbuchklassiker. Auch als Hörbuch sind die lustigen Abenteuer rund um Leo und Schwein Agathe sehr unterhaltsam. Für Kinder ab 9 Jahren.
Das Schwein kam mit der Post, Argon Sauerländer Audio für 9,95 Euro.

Hörbücher für Kinder ab 10 Jahren:

Die Unausstehlichen & ich: Freunde halten das Universum zusammen

Gerade hat Enni sich einigermaßen mit ihrem Aufenthalt in dem abgelegenen Internat angefreundet. Doch dann geht alles schief: Der Rasenmäher verschwindet spurlos, das Zimmer der blinden Lilith wird verwüstet, jemand klaut sämtliche Weinflaschen. Alle Beweise deuten auf Enni als Täterin. Da scheint sie jemand loswerden zu wollen. Doch auf keinen Fall darf Enni riskieren von der Schule zu fliegen. Ihr Bruder Noah ist von zuhause abgehauen und soll schließlich wissen, wo er sie finden kann. Doch es ist nicht alles verloren. Ennis unausstehliche Freunde stehen ihr tatsächlich bei. Gemeinsam schmieden sie einen Plan…
Viele Fans werden den zweiten Teil der Geschichte rund um Enni schon mit Spannung erwartet haben. Oft schwächeln Fortsetzungen, doch Autorin Vanessa Walder hat in der Folgegeschichte im Saakser Internat wieder einen Plot entwickelt, der fesselnd und emotional ist. Enni ist eine Heldin, die man einfach mögen muss. Wir warten auf die Verfilmung!
Für Hörer ab 10 Jahren, gekürzte Lesung, erschienen im Hörbuchverlag für 12,99 Euro.

Freischwimmen

Cym war noch niemals schwimmen. Er kann auch gar nicht schwimmen. Doch jetzt soll es in der Schule Schwimmunterricht geben. Das ist nichts was Cym für nötig hält, aber was bleibt ihm schon übrig! Und außerdem kann Schwimmen ja wohl nicht so schwer sein, oder? Cym trägt die Badeshorts seines Vaters, warum also sollte er nicht schwimmen können. Was so nicht geplant war ist, dass Cym sich zu einem Wettkampf herausfordern lässt. Dabei ertrinkt er fast. Das hätte keiner erwartet, am wenigsten Cym selbst. Er hat auch nicht damit gerechnet, dass sein Unfall eine Krise in der Familie auslöst.  Cym muss herausfinden was dahinter steckt. Das wird nicht einfach. Einfühlsam, berührend und mit vielen komischen Momenten, die einen zum Lachen bringen.
Von Adam Baron, erschienen bei Silberfisch, Hörbuch Hamburg für 16,00 Euro.

Krabat

Die Geschichte um den Müllerjungen Krabat hat bereits Generationen in ihren Bann gezogen. Und sie hat nichts an Faszination und Spannung verloren.
Otfried Preußlers (1923-2013) Kinderbuchklassiker ist aber auch etwas gruselig, denn vor allem der Müller eignet sich dazu, in so manchem Alptraum wieder aufzutauchen.
Durch einen Traum landet Krabat in der Mühle am Koselbruch. Alle warnen ihn davor, denn dort – so erzählt man sich – soll es nicht mit rechten Dingen zugehen. Krabat aber will sich selbst überzeugen und lässt sich vom Müller überreden, denn dieser verspricht ihm ein leichtes und schönes Leben. Krabat sagt zu und beginnt in der Mühle zu arbeiten – doch er hat viel mehr verkauft, als nur seine Arbeitskraft. Otfried Preußler liest sein Buch selbst vor, in einer gekürzten Version. Ein Zeitdokument in jeder Hinsicht und absolut hörenswert.
Von Otfried Preußler, erschienen bei Silberfisch, Hörbuch Hamburg für 15 Euro. 

Kannawoniwasein! Manchmal muss man einfach verduften

So hat sich Finn sich sein kleines Abenteuer nicht vorgestellt. Er fährt zum ersten Mal allein mit dem Zug nach Berlin. Im Abteil lässt er sich von „Hackmack“ in ein Gespräch verwickeln – und fällt prompt auf dessen Kartentrick rein. Aber damit nicht genug: Finn wird auch noch von ihm beklaut. Gott sei Dank lernt er Jola kennen. Das ungewöhnliche Mädchen weiß ganz genau, wie man ohne Geld in die „Tzitti“ kommt – und ein ungewöhnlicher Roadtrip beginnt…
Anfangs fühlt man sich sehr an „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner erinnert, doch dann nimmt die Geschichte eine völlig andere Wendung. Eltern werden beim Mithören ihren Spaß haben (was auch an dem Sprecher Stefan Kaminski liegen dürfte), denn Jola ist nie um einen Kommentar verlegen und die Abenteuer der beiden Kinder haben viele komische Momente. Die Verfilmung dürfte nicht lange auf sich warten lassen – hoffentlich!
Von Martin Muser, erschienen bei Silberfisch, Hörbuch Hamburg für 11,99 Euro.

 

Ein Sommer in Sommerby

Martha, Mikkel und Mats müssen in den Sommerferien ganz plötzlich zu ihrer Oma, denn ihre Mutter hatte im Ausland einen Unfall. Die Großmutter lebt in einem kleinen Häuschen mit Bootssteg und gilt als schrullig. Bisher hatten die Kinder kaum Kontakt zu ihr. Alle drei finden den ungeplanten Aufenthalt erst einmal doof, doch mit der Zeit nähern sich Großmutter und Enkel einander an. Und das, obwohl Oma weder Fernsehen noch Internet hat und es beinahe jeden Abend Kartoffeln zum Essen gibt. Bei Oma gelten außerdem ganz andere Regeln als Zuhause und die sind bitte auch einzuhalten, da gibt es gar keine Diskussion. Als die vier schließlich mit gemeinsamer Hilfe einen fiesen Immobilienhai abwehren können, der scharf auf das schöne Grundstück ist, wissen sie ganz genau: das werden nicht die letzten gemeinsamen Ferien gewesen sein.
Kirsten Boie schafft es in ihrer bezaubernden Sommergeschichte, ein modernes Bullerbü-Gefühl entstehen zu lassen. Sie zeigt außerdem wie wichtig es ist, Kindern ihre Freiheit zu lassen und ihnen etwas zuzutrauen.
Von Kirsten Boie, erschienen im Jumbo Verlag für 12,99 Euro.

Über Helikoptereltern und selbstbewusste Kinder: Unser Interview mit Autorin Kirsten Boie.

Bild: Unsplash; Alireza Attari

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Mit diesen 24 Spielzeugen fördert ihr die Kreativität eurer Kinder!

Pädagogisch wertvolle Spielzeuge fördern bestimmte Fähigkeiten der Kinder und regen die kindliche Fantasie an, ohne zu überfordern. Habt ihr schon kreatives Spielzeug zu Hause? Das sind unsere Lieblinge! 

Babys und Kleinkinder sind meist schon sehr früh interessiert an bunten Farben, unterschiedlichen Formen und Geräuschen. Sie spielen mit allem, was ihnen interessant erscheint, egal ob es ein extra dafür vorgesehenes Spielzeug ist oder zum Beispiel ein Haushaltsgegenstand. Mit etwa drei Jahren wissen viele Kinder bereits ganz genau, welche Dinge zum Spielen ihnen gefallen.

Der Markt bietet altbekannte und innovative Möglichkeiten, die Fantasie und Kreativität unserer Kinder auf unterschiedlichste Weise zu unterstützen. Es muss ja nicht gleich eine ganze Schmucklinie dabei herum kommen, wie bei der kleinen Riley – Hauptsache es macht Spaß!

Das lieben Kinder: Rollenspiele

Kinder lieben es, in fremde Rollen zu schlüpfen. Sei es in die von unterschiedlichen Berufen, Hexen, Ritter und Prinzessinnen. Ob allein oder zusammen mit anderen Kindern entsteht so ein Miteinander, in dem sie Spielideen und Abläufe alleine entwickeln. Auch Sprach- und Ausdrucksfähigkeit werden so geübt. Neben einem Kaufmannsladen macht es auch eine Truhe oder ein Koffer mit Verkleidungen. Darin verstaut ein Zaubermantel, ein Hut oder ein Verkleidungsset des aktuellen Superhelden. Auch mit Hilfe von Puppenhäusern wird kreatives Denken gefördert und übt die Kinder zusätzlich in Empathie, sozialer Intelligenz und hilft ihnen bei der Verarbeitung ihres Alltages.

 

Das fördert die Kreativität: Basteln und Malen

Eine Staffelei, am besten noch ein Bastelkoffer beigestellt, gefüllt mit allerlei Farben, Knete und weiteren Utensilien. So entstehen einzigartige Unikate aus Kindeshand. Dabei sollen die Kinder ruhig ihrer eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Wie kann man Farben vermischen und was kommt dann dabei heraus? Kleine Kinder ab 2 Jahren sollten übrigens erst mit den Fingern malen, bevor sie anfangen mit Stift oder Pinsel zu hantieren. Dabei kann es auf großen Blättern und mit Fingerfarben zeichnen, matschen, mit der ganzen Hand stempeln. Malen fördert bei Kindern die Konzentrationsfähigkeit, die Entwicklung der visuellen Wahrnehmung und des Tastsinns.

 

Konzentrations- und Geschicklichkeitsspiele

Dass Kinder zu eigenständigen Ergebnissen kommen und mit Hilfe ihrer Kreativität und Konzentration ihren eigenen Weg finden, lässt sich mit Geschicklichkeitsspielen ganz spielerisch fördern. Gut für Schulanfänger zum Üben der Stifthaltung ist, mit einer großen Pinzette (vielleicht aus Holz) verschiedenfarbige Murmeln in Gefäße zu sortieren.

 

Musikinstrumente für Kinder

Eine gemeinsame Musikstunde mit der ganzen Familie oder zumindest mit den Familienmitgliedern, die Lust darauf haben. Für die Kinder ist das in der Regel ein Riesenspaß, denn nahezu jedes Kind zeigt Interesse für Musik. Das muss auch nicht immer schön klingen. Jeder bekommt ein Instrument in die Hand und los geht’s.

 

Kinder Natur erleben lassen

Ganz nach dem Motto „Not macht erfinderisch“ gemeinsam mit den Kindern nach draußen gehen und je nach Saison einige Utensilien wie Blätter, Steine, Stöcke, Eicheln und Co einsammeln. Ihr könnt eure Kinder mit ein paar zusätzlichen Bastelutensilien ausstatten und sie einfach machen lassen. Die Kleinen machen sich so mit Materialien und Formen vertraut, lernen, wie sich unterschiedliche Texturen anfühlen und können eine Kastanie aus der Schale puhlen oder einen Tannenzapfen zerlegen und sehen, was sich hinter den kleinen Holzschuppen verbirgt. All das schult auch die Feinmotorik!

 

Unser Tipp: Spielsachen immer mal wieder auswechseln, in der Kammer oder im Keller verstauen und sie den Kindern zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten. So bleibt es einerseits übersichtlich im Kinderzimmer, andererseits sind lange nicht dagewesene Spielzeuge auf einmal wieder ganz reizvoll.

Wie ihr eure Kinder mit speziellem Montessori-Spielen zuhause fördert, könnt ihr hier nachlesen.

Slider: Hulki

Mit Kindern zum Open Air? Auf diesem Festival ist das gar kein Problem!

Mit der ganzen Familie aufs Festival ist der Kurzurlaubs-Trend! Zu Recht – wenn man sich das richtige Festival aussucht. Wir haben uns das „A Summer’s Tale“ bei Hamburg mal genauer angeschaut.

sina
Sina kümmert sich um die PR und ist für das Kulturprogramm zuständig

Sina Klimach ist Teil des Organisatorenteams des „A Summer’s Tale“. Sie ist unter anderem für das Kulturprogramm zuständig. Wir haben mit ihr über das familienfreundliche Festival gesprochen, dass dieses Jahr in die dritte Runde geht.

Ihr habt euch vor drei Jahren mit dem ersten „A Summer’s Tale“ auf die Fahnen geschrieben, ein Festival auf die Beine zu stellen, bei dem sich auch Familien pudelwohl fühlen. Hat das gut geklappt? 

Auf jeden Fall! Der Anspruch an unser Team war von Anfang an hoch, wir wollten, dass sich wirklich die ganze Familie aufs Festival einlassen und Spaß haben kann. Unser Ziel ist und war: Open Air Kultur für alle! Die letzten beiden Jahre haben uns gezeigt, dass das sehr gut funktioniert und unser Angebot super ankommt.

Wie genau sieht denn dieses Angebot aus?

Wir haben zunächst ein exklusives Line Up, etwa mit Franz Ferdinand und PJ Harvey. Neben der Musik gibt es bei uns aber eben auch Performances, Lesungen, Workshops und vor allem ein ganz eigenes Familienprogramm. Dieses Jahr etwa ein Kurs mit „Plattdeutsch für Kinder“, den Auftritt von „Unter meinem Bett“ mit u.a. Bernd Begemann und Die höchste Eisenbahn oder Acroyoga für die ganze Familie.

Einfach mal eine Runde durch die Heide paddeln...
Einfach mal eine Runde durch die Heide paddeln…

Sind diese Workshops und Kurse gut besucht?

Absolut. Wir haben die Kapazitäten dieses Jahr sogar hochgesetzt, weil es die letzten Jahre so gut ankam. Wir haben gemerkt, dass unser Publikum aus sehr vielseitig interessierten Menschen besteht, die sich gerne auf etwas einlassen. Das passt also bestens.

 Euer Festival findet bei Hamburg statt…

genau, und wir sind total glücklich, dass wir damals das Gelände gefunden haben. Es ist mitten in der Lüneburger Heide, total verträumt und grün. Für Familien und Naturverbundene ist das klasse und trägt auch zur entspannten Atmosphäre bei.

Was ist das Besondere am A Summer’s Tale?

Neben der hochwertigen Musikauswahl ist es definitiv unser Programm. Wir haben es insgesamt so gestaltet, dass man sich hier begegnet, Freundschaften sich bilden und alle, Kinder wie Erwachsene, Neues entdecken können.

Entspannt mit Kind auf dem Festival sieht also so aus!
Entspannt mit Kind auf dem Festival sieht also so aus!

Titelbild: Axel Schilling
Bilder: Ilona Henne/ Hinrich Carstensen/

30 essentielle Songs gegen das miese Frühlingswetter

Aktuell zeigt uns das Frühlingswetter eher seine sehr kalte Schulter. Damit wir nicht auch selber eine kalte Schulter bekommen, sollten wir dagegen arbeiten!

Keine Lust auf verregnete, kalte Tage? Es ist immerhin schon Mitte April – muss das nicht irgendwann schön warm werden? Scheinbar sieht der gute Petrus das etwas anders. Leider wird auch das vor uns liegende Wochenende deutschlandweit nicht wirklich frühlingshaft. Wir finden, dass man sich davon keinesfalls geschlagen geben sollte. Am besten holt ihr die Regenjacken raus, zieht doch noch mal die Herbstmütze über und geht raus! Fürs wieder Heim kommen, haben wir euch eine hübsche Playlist zusammengestellt, die an schmeichelndere Temperaturen erinnert.

Um mit der ganzen Familie das Wochenende einzuläuten, eignen sich diese Gute-Laune-Songs auch bestens. So kommen die Frühlingsgefühle ganz von allein zu euch.

Titelbild: unsplash.com/ Shelby Deeter

Tonangebend: Diese Songs gehören in jede Playlist

Die Zukunft wird sicherlich spannend. Allerdings wollen wir die Kids natürlich mit dem richtigen Rüstzeug wappnen – dazu gehört auch ein Grundkurs in Popkultur. Fangen wir mit der richtigen Musikauswahl an! Wir haben die Playlist vom Profi.

Daniel Koch ist Chefredakteur des Intro Magazins. Wenn es um popmusikalische Bildung geht, weiß er ganz genau wovon er spricht. Eine Auswahl, um dem Nachwuchs die Popmusik näher zu bringen, fiel ihm dennoch schwer „Es gibt so viele wichtige Songs der letzten 50 Jahre!“

Daniel kann super lächeln und Musik empfehlen. Bild: Caroline Wiederkehr
Daniel kann super lächeln und Musik empfehlen.
Bild: Caroline Wiederkehr

Er selbst wurde von seinem Bruder bereits beauftragt, als verantwortungsbewusster Patenonkel für die popmusikalische Bildung seiner anderthalbjähriger Nichte zu sorgen. Keine leichte Aufgabe! „Ich finde es allerdings am wichtigsten, dass man seine eigenen Erfahrungen mit den Kids teilt!“
Er spricht davon, dass Musik häufig Soundtrack bestimmter Situationen oder Schlüsselmomente ist. Wenn man den Kleinen also durch einen Song einen Moment der eigenen Biografie näher bringen kann, ist das ein super Nebeneffekt. „Nirvana zum Beispiel habe ich das erste mal im Schulbus gehört. Mein Schulkamerad hatte ‚Smells Like Teen Spirit‘ vom Fernseher aus mit einem Kassettenrekorder aufgenommen – in grauenhafter Qualität natürlich. Er hat es jedem im Bus vorgespielt und danach mit einem Bleistift das Tape wieder zurückgespult. Daran kann ich mich total gut erinnern!“

Für uns hat er sich zusammengerissen und zehn Songs ausgesucht. Seine jeweilige Begründung für die einzelnen Songs könnt ihr in der neuen Luna nachlesen. Kochs Auswahl reicht von genialen Klassikern bis hin zu ganz neuen Songs „Das wichtigste ist, dran zu bleiben. Ich finde nichts schlimmer, als zu behaupten, dass früher alles besser war. Das stimmt nämlich erstens nicht und zweitens verliert man dann die Verbindung zu den Kids.“
Was wir den Kleinen außerdem noch für die Zukunft mitgeben sollten, könnt ihr in der aktuellen Luna nachlesen. Weitere Themen des Hefts findet ihr hier.

Grafik und Sliderbild: Kathrin Erl

Ein Musikvideo für Kinder –
Regisseurin Zora Rux über Kaugummis und Kurzfilme

Dass sämtliche Luna-Redakteurinnen Fans der Kindermusik-CDs „Unter Meinem Bett“ sind, ist nun wirklich kein Geheimnis. Auf der zweiten Platte des Projekts befindet sich der Song „Gib nicht so an“ von der Band Die Höchste Eisenbahn. Regisseurin Zora Rux hat dazu nun auch ein Video gedreht. Es geht hauptsächlich um Kaugummis.

Zora schaut nicht nur durch die Kamera, sondern auch mal zur Seite. Bild: Rebekka Stange
Zora schaut nicht nur durch die Kamera, sondern auch mal zur Seite.
Bild: Rebekka Stange

Die Aushängeschilder der Berliner Band Die Höchste Eisenbahn sind die Sänger und Texter Francesco Wilking und Moritz Krämer. Eigentlich machen sie melancholischen und mitunter verschrobenen Pop für Erwachsene. Für die „Unter meinem Bett“-CDs haben sie jedoch Songs für Kids geschrieben. Auch die sind melancholisch und mitunter verschroben.
Wilking erklärt im Gespräch, dass Schreiben für Kinder sich durchaus vom Schreiben für Erwachsene unterscheidet, er dabei aber grundsätzlich einfach seinem Gefühl folgt. Er singt übrigens auch für seine drei Kinder. Meistens auf Nachfrage. Meistens vor dem Einschlafen. Und meistens jeden Abend.
Moritz Krämer ist noch nicht Papa, aber Regie-Student an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und hat Zora Rux für das Musikvideo zu „Gib nicht so an“ mit ins Boot geholt. Das Video ist kindlich geworden, jedoch ganz ohne Glitzer, Lillifees oder Klischees. Wir haben uns mit Zora über ihre Arbeit unterhalten.

Dich kennt man vermutlich wegen des Kurzfilms „Geschützter Raum“. Darin verarbeitest du eher schweren, anspruchsvollen Stoff. Das Video zu „Gib nicht so an“  ist leichtfüßiger. Womit beschäftigst du dich lieber?

Mit beidem. Ich mag es sehr, ein Thema ausführlich zu recherchieren, aber genauso mag ich das Verspielte.

Hast du als Kind auch so gerne Kaugummis gekaut, oder woher kam dir die Idee zum Musikvideo?

Ich konnte tatsächlich nie Kaugummiblasen machen! Ich habe das immer bewundert bei den anderen. Die Idee zum Video war eigentlich ein Teil meines Kurzfilms „What happens in your brain if you see a german word like…?„, in dem es um ein sehr langes, imaginiertes Wort geht, das Stück für Stück mit sehr vielen Filmtricks erklärt wird. Eine Szene des Films sollte mit zwei Personen sein, die sich mit Kaugummiblasen wie mit Sprechblasen unterhalten. Das hat dann aber in dem Film nicht geklappt, weil es viel zu aufwändig war und so lag die Idee quasi noch rum, als Moritz mich gefragt hat.

Empfindest du es als schwieriger, wie in einem Musikvideo eine Geschichte ohne mündliche Dialoge zu erzählen?

Es kommt natürlich ganz darauf an, welche Geschichte! Ein politisches Dilemma wie in „Geschützter Raum“ hätte ich natürlich nicht ohne Dialoge als Musikvideo erzählen können. Aber beim Musikvideo gibt es ja auch immer noch den Songtext, der ja schon eine Geschichte erzählt. Was am Musikvideo besonders schön ist: Man kann viel freier experimentieren, weil man nicht unbedingt eine Geschichte erzählen muss. Man muss auch nicht erklären, warum es jetzt nicht realistisch ist – es ist ja schon automatisch abstrakt dadurch, dass es einen Song gibt.

Welchen Projekten widmest du dich aktuell? Sind es wieder eher Filme für Erwachsene?

Aktuell bereite ich meinen ersten Langspielfilm mit dem Titel „ICH ICH ICH“ vor, in dem es auch um Gedankenwelten geht und wie wir sie filmisch darstellen können. Wir drehen im Frühjahr. Der Film wird voraussichtlich irgendwann 2018 fertig werden und ist eher für Erwachsene, obwohl ich auch große Lust habe, mal einen Kinderfilm zu drehen.

Was war als Kind dein Lieblingslied?

Ich habe viel Anne Kaffeekanne gehört. Selbst habe ich aber nie viel gesungen, weil ich eine tiefe Stimme habe und die anderen Kinder mich immer ausgelacht haben. Stattdessen habe ich dann Schlagzeug gelernt.

Zoras Filme auf Facebook: Safe Space und What happens in your brain if you see a german word like…?

Titelbild: unsplash.com/ Markus Spiske

Es war einmal: die schönsten Märchenbücher zur Weihnachtszeit

Weihnachtszeit ist Märchenzeit! Hier eine kleine Auswahl der schönsten Märchenbücher für jung und alt.

Auch nach der hundertsten Wiederholung von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Fernsehen: Märchen gehören zu Weihnachten wie die Geschenke unterm Tannenbaum,  die Plätzchen und der Weihnachtsmann. Die Fazination rund um die Geschichten der Schneekönigin und Co. nehmen auch im Erwachsenenalter nicht ab. Jetzt sind wir es, die unseren Kindern die Advents- und Weihnachtszeit mit Märchen bis zum heiligen Abend verkürzen.

 

Die Schneekönigin von Hans Chrisian Andersen

noerdsuedmaerchen2„Die Schneekönigin“ ist eines der ältesten und bekanntesten Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Es erzählt die Geschichte von den Freunden Kay und Gerda. In Kays Herz dringt eines Tages ein Glassplitter ins Herz und macht dieses zu einem Klumpen Eis. Daraufhin entfüht die Schneekönigin ihn in ihren Eispalast und macht ih zu seinem Diener. Gerda versucht Kai zu retten. Das Wintermärchen wurde schon in so vielen Formen adaptiert, das es jeder kennt. Am besten genau jetzt, zur Weihnachtszeit, wenn draußen wieder der erste Schnee fällt. Die Ausgabe des Nord Süd Verlags ist mit zauberhaften Illustrationen von Bernadette Watts versehen und bescheren sicher den ein oder anderen gemütlichen Winterabend.

Nord Süd Verlag, Die Schneekönigin von Hans Christian Andersen, illustriert von Bernadette Watts, ca. 15 Euro

Céleste. Ein Stern in der Nacht von Gaella Gallac und Marie Desbons

celesteUnd noch einmal Hans Christian Andersen, diesmal in einer ganz neuen Fassung. Während in dem Original „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ nach drei erfüllten Wünschen im kalten Schnee für immer einschläft ist die Neuauflage von Gaelle Callac um einiges positiver und damit auch kindgerechter.

Tintentrinker, Celeste. Ein Stern in der Nacht von Gaella Gallac, illustriert von Marie Desbons, ca. 15 Euro

Brüder Grimm – Grimms Märchen

herbert-leupinRotkäpchen, die Bremer Stadtmusikanten, Dornröschen, Rapunzel oder das tapfere Schneiderlein – was wären Märchen ohne die Gebrüder Grimm? In dieser Ausgabe finden sich die 35 schönsten Märchen der Brüder versammelt, liebevoll illustriert vom Herbert Leupin.

Nord Süd Verlag, Märchen der Brüder Grimm aufgeschrieben von den Gebrüder Grimm, ca. 25 Euro

russische-maerchen
Das Märchen vom Väterchen Frost – der russischen Variante des Weihnachtsmannes – erfreut sich seit Generationen auch bei uns großer Beliebtheit. Aber nicht nur von dem alten Mann der Nastjenka vor dem erfrieren rettet ist hier die Rede. Weniger bekannte – aber nicht weniger schöne Märchen – wie „Das Schneeflöckchen“ und der Hirsch mit dem goldenen Geweih“ sorgen für abenteuerliche Winterabende.

Otus Verlag, Russische Märchen. Die schönsten Geschichten, ca. 5 Euro, über thalia.de

 

 

 

Titelbild:iStock

Diese Woche im Kino: „Sing“ –
tierisch Trällern bis die Bühne bricht

Nach sämtlichen Casting-Sendungen im TV ist es keine Überraschung, dass auch die Tierwelt irgendwann nachziehen muss. Wer also die zigfache Schweine-Mama und den Gorilla-Sproß einer Mafia-Familie gegeneinander antreten sehen möchte ist im Animations-Film „Sing“ genau richtig

Keine Angst! Wir müssen uns in diesem Film nicht die tiergewordene Version
eines Dieter Bohlen antun – ist ja in der Realität schon schlimm genug. Im neuen Animationsfilm aus dem Hause Illumination Entertainment (dank Hits wie „Minions“ oder „Pets“ ein würdiger Konkurrent des Bigplayers Pixar) geht es vielmehr um den Träumer Buster Moon.

Buster Moon hat viel vor!
Buster Moon hat viel vor!

Worum geht’s? Buster Moon ist ein Koala, der bereits als Kind den Reiz der großen Show lieben gelernt hat. Und was tut man als theateraffiner, ausgewachsener Koala? Richtig: Man arbeitet als Theaterbetreiber. Nur schade, dass Buster Moon dabei in der Vergangenheit nicht das glücklichste Händchen bewiesen hat und so treffen wir ihn, als er gerade mit allen Mitteln und sämtlichen Tricks versucht, seinen Laden am Laufen zu halten. Die rettende Idee kommt dem einfallsreichen Felltier mit einer neuen Show: Er möchte Menschen – äh, Pardon: Tiere – von der Straße casten, gegeneinander antreten lassen und am Ende den Gewinner der Show bestimmen.
Diejenigen, die sich dazu berufen fühlen es als Showtalente zu versuchen, sind „Tiere“ wie du und ich: Die mehrfache Mutter und Hausfrau, ein mittelloser Straßenmusiker oder eine schüchterne Jugendliche, die sich nicht so recht traut. Sie alle versuchen ihr Glück. Dass hierbei zwischendurch nicht nur der Strom des Nebengebäudes angezapft werden muss, sondern auch noch viele andere Dinge schief gehen, ist vorprogrammiert.

Worum geht es wirklich? Darum, seine Träume zu leben und nicht sein Leben

Kinostart: 8. Dezember 2016
Kinostart: 8. Dezember 2016

zu träumen, oder wie war das? Tatsächlich versuchen hier alle Figuren, sich einen Traum zu erfüllen, der scheinbar unerreichbar ist. Abhalten lassen sie sich trotzdem nicht und genau das kann man sich sehr gut anschauen – wenn einen die Story jetzt auch nicht restlos überrascht. Verglichen zu den bereits erwähnten Filmen wie „Minions“ oder „Pets“ jedoch, bleibt „Sing“ nicht ganz so oberflächlich. Klar – es geht hier um Stereotype aber dennoch ist an der Story ein bisschen mehr Fleisch. Außerdem lebt „Sing“ eindeutig von den bestens ausgewählten Songs, die einen im Kinosessel unweigerlich mitwippen lassen. Die musizierende Armee aus hübsch gezeichneten Außenseitern bringt einen einfach zum Schmunzeln – Wiederkennung nicht ausgeschlossen. Oder ist es euch noch nie passiert, dass ihr auf Wollsocken beim Aufräumen zum Lieblingssong durch die Wohnung geslidet seid? Ihr unter der Dusche geschmettert habt wie Queen B (oder es sich zumindest in euren eigenen Ohren so angehört hat)? Ihr bei einem guten Rhythmus sofort mit dem Hintern gewackelt habt? Dann wisst ihr ja, was wir meinen!

Fazit: Gut gemachter Animations-Film, den ihr euch mit euren Kids super anschauen könnt ohne total in Langeweile zu zergehen. Der Film hat, trotz einiger Längen, durchaus Rhythmus und Tempo, vom dem man sich gerne mitreißen lässt.Stimmgewaltig ist außerdem die Liste der Synchronsprecher: Klaas Heufer-Umlauf als Jazzpianist-Ratte, Olli Schulz als faulenzendes Schaf und Alexandra Maria Lara als trällernde Schweine-Mama? Da darf man gerne zweimal hinhören…

Unbedingt mitnehmen: Fans von Evergreens, die Kids, Musikfans und jeden der Schweine in Glitzeranzügen witzig/niedlich finden würde.

Bilder: Universal Pictures