Nachhaltige Kindermode: 9 Marken, die ihr kennen solltet

In der Kindermode gibt es kaum ein neues Label, das nicht Wert auf Nachhaltigkeit legt. Diese Marken für  nachhaltige Kindermode, können wir euch jetzt im Frühling empfehlen!

Auch wenn die Kleinen schnell aus der Kleidung herauswachsen und von daher nicht selten zu den günstigen Marken gegriffen wird: Marken, die ökologisch und sozial produzieren, haben unzählige Vorteile. Denn Kinder tragen dadurch nicht nur giftfreie Kleidung, deren Materialien die Umwelt schonen, sie unterstützen außerdem die faire Behandlung der Textilarbeiter.

Dass Ethik und Ästhetik korrespondieren und trotz ökologisch ausgerichteter Produktion keine Abstriche beim Design gemacht werden müssen, beweisen diese Labels beispielhaft. Viel Spaß beim Entdecken!

Orbasics

Orbasics ist ein Berliner Modelabel für hochwertige, nachhaltige und bezahlbare Basics. Lilija Bairamova gründete das Label 2017 mit der Mission, biologische und langlebige Kleidung bezahlbar für alle zu machen. Die Marke produziert unter strikten ethischen und ökologischen Standards und handelt bei jedem Produktionsschritt so umweltfreundlich wie möglich. Die gesamte Kollektion besteht aus 100% Biobaumwolle von ?GOTS (Global Organic Textile Manufacturers) zertifizierten Herstellern. Auch bei Verpackung und Versand achtet das Label auf maximale Nachhaltigkeit.

orbasics.com

Liilu

Wer nach ökologischer Mode mit hohem Designanspruch Ausschau hält, muss sich nicht zwangsläufig im Ausland umsehen. Es gibt auch viele deutsche Kindermodelabels, die nachhaltig produzieren und optisch mithalten können. Unter ihnen das Kindermodelabel „Lillu“ aus dem fränkischen Fürth. Die Marke von Gründerin Sibylle Pal produziert zeitlose Kinderkleidung aus leichtem Musselin. Ganz nach dem Motto „Kleidung so leicht wie die Kindheit selbst“ werden alle Kleidungsstücke von Hand gefertigt und sind auf sensibler Kinderhaut super angenehm zu tragen. In zurückhaltender Farbpalette und minimalistischem Oversize-Schnitt gehalten, lassen sie Kindern beim Spielen die Freiheit zum Herumtollen. Das Label verarbeitet ausschließlich organisch hergestellte Stoffe aus Biobaumwolle, die mit Sandstein gewaschen und daher besonders weich ist. Alle Kleidungsstücke sind zeitlos gestaltet und von weiteren Geschwistern tragbar. So wird aus dem mitwachsenden Kleid irgendwann eine Tunika, die mit oder ohne Wollstrumpfhose sowohl im Winter als auch im Sommer getragen werden kann.

liilu.de

The new society

„Wir arbeiten daran, Kollektionen zu kreieren, die einen positiven Einfluss haben, ohne den Planeten zu schädigen oder knappe Ressourcen zu verschwenden.“ Das ist das Motto der spanischen Marke „The new society“, die stylische Kindermode kreiert und dabei eine nachhaltige Produktionsweise verfolgt. Die Kollektionen entstehen in kleinen Werkstätten in Portugal und Spanien, werden mit Erfahrung, Leidenschaft und Professionalität hergestellt und sind alle mit dem GOTS-Zertifikat ausgezeichnet. Für die Kinderlinie werden ausschließlich natürliche, recycelte und nachhaltige Materialien verwendet, die ausschließlich in Portugal entwickelt wurden.

wearethenewsociety.com

Unyform

Die französische Marke Unyform ist gerade erst in der Welt der Kinderbekleidung angekommen und verspricht schon Großes. Mit minimalistischer Formgebung und clever gesetzten Akzenten sind die Kreationen in neutralen Farben gehalten. Das macht sie sowohl zeitlos als auch vielseitig einsetzbar. Die Modelle lassen sich gut miteinander zu unzähligen Style-Variationen kombinieren. Die Kleidungsstücke werden aus hochwertigen Materialien hergestellt, wobei nach Möglichkeit Bio-Stoffe verwendet werden. Jede Kollektion wird in kleinen Mengen produziert, um Abfall und Überbestände zu vermeiden. Die Forschung und Verbesserung der Produktionsprozesse ist eine weitere Stärke der Marke. So sind beispielsweise die Verpackungen, Etiketten, Post- und Dankeskarten aus ökologischem Papier und die Versandumschläge wiederverwendbar.

unyform-yn.com

Poudre Organic


2014 wurde das junge, französische Label von Manon Trottier gegründet. Als Mutter von drei Kindern hatte die Designerin hohe Ansprüche in Sachen Ästhetik, Nachhaltigkeit und Praktikabilitöt. In ihren detailverliebten Kollektionen konzentriert sich Trottier auf den Einsatz umweltfreundlicher Stoffe. Poudre Organic zeigt auf der eignen Webpage sowie im französischen Onlineshop Smallable Minimode und Accessoires für Kinder im Alter von 1 Monat bis 8 Jahren. Wir haben uns besonders in die pudrigen Farben tollen Details wie kleine Stickereien oder Krägen der Marke verliebt!

Infantium Victoria


Die Marke des Designerduos Julia Gaydina und Dinie van den Heuvel spezialisiert sich auf die Produktion von High-End-Biomode für Kinder. Unter dem Motto »Badass avant garde for Little Humans« lässt sich Infantium Vicotira als klare Abgrenzung vom Mainstream und Fast Fashion vom Design vergangenen Zeiten inspirieren und holt dieses gleichzeitig in die Gegenwart.  So lässig kann öko sein!

 

 

Toms


»Dein Kauf kann ein Leben verändern« – so steht es auf der Website der Schuhmarke TOMS. Mit einem Einkauf wird dem Unternehmen geholfen, Schuhe zu spenden und bedürftigen Menschen neues Augenlicht, sauberes Wasser und sichere Geburten zu ermöglichen. In frischen Farben und Designs präsentiert TOMS nicht stylishes, veganes Schuhwerk für die ganze Familie, sondern setzt sich neben faire Produktion zusätzlich für den guten Zweck ein. Mehr zu den zahlreichen Aktionen erfahrt ihr unter shoptoms.de!

hessnatur


Der Klassiker unter den grünen Labels: Bereits Ende der 70er Jahre wurde hessnatur von Firmengründer Heinz Hess ins Leben gerufen. Der Unternehmer suchte nach der Geburt seines ersten Sohnes nach giftfreier und ökologisch-einwandfreier Babymode, und produzierte letztendlich die erste Serie aus reinen Naturfasern selbst. hessnatur setzte in den letzten 40 Jahren hohe Qualitätsrichtlinien, verzichtet gänzlich auf die chemische Ausrüstung von Fasern und setzt sich für sozialgerechte Arbeitsbedingungen ein. Nach der langjährig erfolgreichen Erwachsenenkollektion fokussiert sich das deutsche Label mittlerweile auch auf Kinder und schafft dabei gleichzeitig den Spagat zwischen Öko und Trend – Daumen hoch!

Slider- und Teaserbild: @Unyform

Nachhaltiger leben: 16 wertvolle Tipps

Mal ehrlich: Wer Kinder zuhause hat weiß selbst, wie schnell die Umweltbilanz plötzlich ins Negative ausschlägt. Windeln, halbleer gegessene Teller, Plastikspielzeug, praktische Feuchttücher… Wir haben ein paar Tipps gesammelt, wie ihr ohne Stress als Familie nachhaltig leben könnt.

Nach Bedarf einkaufen

Mit Familie erscheint es wirklich praktisch, einmal in der Woche in den Supermarkt zu gehen und den Wagen voll zu machen. Aber ist das auch nachhaltig? Meistens läuft die Woche dann nicht so wie geplant und vor dem nächsten großen Einkauf landet vieles von dem was nicht verbraucht wurde im Müll. Einfach weil man doch schnell mit den Kindern zum Pizzaessen ist, weil keiner Lust hatte auf das, was eigentlich auf dem Speiseplan stand oder, oder, oder…. Die beste Lösung: Zwei kleinere Einkäufe pro Woche. So bleibt ihr flexibel und es landet weniger Essen im Müll.

Mit Essensresten kreativ umgehen

Pro Sekunde werfen wir in Deutschland 313 Kilogramm Lebensmittel weg. Ja wirklich: Pro Sekunde! In Privathaushalten fallen insgesamt 40 Prozent dieses „Mülls“ an. Solche Zahlen stimmen nachdenklich. Ein Restetag klingt zwar etwas spießig, spart aber definitiv Ressourcen und pflegt außerdem das gute Gewissen. Alles, was die Woche über nicht verbraucht wurde an Lebensmitteln, wird zum Beispiel donnerstags kreativ „verkocht“. Viele Inspirationen findet ihr dazu in dem Buch von Antonia Kögl, die zeigt, wie eine No-Waste-Küche funktioniert (erschienen im Christian Verlag für 19,99 Euro).

Plastik möglichst vermeiden

Ganz klar, dass wir auf Einwegplastiktüten möglichst verzichten und mit mehrfach verwendbaren Taschen einkaufen gehen. Aber was macht man, wenn die regionale Biogurke oder -tomate im Ökomarkt plötzlich in Plastikfolie eingeschweißt daherkommt? 212,5 Kilogramm Verpackungsmüll produziert der Deutsche Verbraucher durchschnittlich im Jahr. Das liegt aber nicht nur an uns, den Konsumenten – auch wenn uns das immer wieder suggeriert wird. Schließlich kann es nicht gerecht sein, dem Verbraucher die Hauptlast der Entsorgung aufzubürden von etwas, das er gar nicht verursacht hat. Hier ist es auch an der Politik endlich die produzierende Industriebetriebe per Gesetz zu verpflichten, damit in Zukunft auf überflüssige Verpackungen verzichtet wird.

Das Biogemüse im Supermarkt wird übrigens deshalb aufwändig in Folie verschweißt oder mit Folienbändern ummantelt, weil so mehr Qualität und dadurch auch mehr Wert suggeriert wird. Die Alternative für unverpacktes Biogemüse ist der Wochenmarkt. Und ein Einkauf dort zusammen mit den Kindern bringt außerdem auch viel mehr Spaß.

Außerdem einfach verzichten kann man im Alltag auf:

  • Einwegkaffeebecher (auch die aus Pappe; sh. unsere Tipps unten)
  • Plastikbesteck oder -geschirr (ist inzwischen auch per Gesetz verboten
  • Pausentüten aus Plastik
  • Plastiktüten an der Gemüsetheke im Supermarkt (es gibt wiederverwendbare Säckchen)

Ein Problem für die Umwelt ist auch Mikroplastik, zum Beispiel Mikroperlen die sich in vielen Kosmetikprodukten wiederfinden. In Großbritannien sind diese bereits seit 2018 in allen Beautyprodukten verboten. In den USA dürfen sie ebenfalls seit mehreren Jahren nicht mehr verwendet werden. Das Problem ist, dass die Mikroperlen direkt über das Abwasser in Flüssen und wiederum im Meer landen. Allein im Ontariosee in den USA wird die Konzentration auf bis zu 1,1 Millionen Mikroperlen pro Quadratkilometer geschätzt.

Wenn ihr herausfinden wollt, ob auch in euren Kosmetikprodukten Mikroperlen enthalten sind, könnt ihr die Inhaltsstoffe nach folgenden Substanzen überprüfen:

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyehtylenterephthalat (PET)
  • Polymehtylmethacrylat (PMMA)
  • Polytetrafluorethylen (PTFE)
  • Nylon

 

Mehr zum Thema plastikfrei leben findet ihr auch in dem Buch von Will McCallum: Wie wir Plastik vermeiden (Ullstein Verlag für 12 Euro).

 

Minimalismus im Kinderzimmer

Auch wenn man sich vornimmt weniger zu kaufen, sind die Schränke am Ende doch proppenvoll. Gerade bei jüngeren Kindern die noch sehr schnell wachsen lohnt es sich, pro Quartal die Kinderkleidung auszusortieren, die zu klein geworden ist. Sich von Spielzeug zu trennen ist schon schwieriger. Am besten bezieht man die kleinen Besitzer hier von Anfang an mit ein. Alles, womit mehr als zwei Monate nicht gespielt wurde, kann zur Diskussion gestellt werden.

Und wie wird man das Ganze nachhaltig los? Entweder ihr geht mit den Schätzen zum Flohmarkt oder ihr spendet es zum Beispiel in der Kleiderkammer der Caritas oder bei einer anderen Wohltätigkeitsorganisation, die es in fast allen Städten gibt.

Nachhaltig leben mit Kindern, Plastik
Plastik sammelt sich in Kinderzimmern wie von selbst an. Der Vorteil: Die Spielfiguren haben eine lange Lebenszeit und können getauscht, verschenkt oder weitervererbt werden.

Tauschen statt kaufen

Bringt weniger freien Stauraum im Schrank, hat aber definitiv mehr Event-Charakter: Man lädt sich ein paar Freundinnen mit Kinder ein und tauscht Spielzeug und Klamotten. Die Kinder werden die Tauschparty super finden, denn was die anderen zum Spielen haben, ist ja immer interessanter. Was dann doch noch übrig bleibt, kann schließlich gespendet werden (s.o.).

Auf Feuchttücher verzichten

Ja, sie machen das Leben einfach und sind schnell zur Hand: am Wickeltisch, im Auto, in der Handtasche… Aber sie produzieren auch jede Menge Müll: Feuchttücher. Wer trotzdem nicht auf die praktische „Putzhilfe“ verzichten möchte, sollte zumindest darauf achten, sie im Restmüll und nicht in der Toilette zu entsorgen, denn sie verstopfen die städtischen Abwasserleitungen. Aber geht es nicht in manchen Situationen auch ohne? Wer sie von der Einkaufsliste streicht, bekommt in der Ökobilanz jedenfalls die volle Punktzahl.

Fahrgemeinschaften bilden oder das Auto stehen lassen

Die Kinder müssen zur Schule, zum Fußballtraining, zur Geburtstagsparty, zum Reitunterricht – gerade in ländlicheren Gebieten sind Eltern regelrechte Taxiunternehmen. Fahrgemeinschaften sparen nicht nur Familienzeit, sie sind auch ökologisch. Einer fährt mehrere Kinder zum Termin, einer holt sie wieder ab ist allemal energiesparender als drei Autos die denselben Weg zurücklegen mit je einem Kind an Bord.

Tolle Lastenfahrräder mit denen sich die Kinder und Einkäufe transportieren lassen findet ihr hier.

Mit Kindern pflanzen

Ein paar Kräuter und Tomaten auf dem Balkon zu pflanzen, einen Schrebergarten pachten oder den hauseigenen Gemüsegarten bewirtschaften: All das ist super für die Umwelt. Und wer einmal sonnengereifte, frisch gepflückte Tomaten aus eigenem Anbau gegessen hat, kann sowieso nie wieder andere gut finden.

Auch für die Kinder ist es ein Lehrprogramm, das jeden Schulunterricht zum Thema Nachhaltigkeit übertrifft und das schon Kindergartenkinder begreifen: Man sät etwas, kümmert sich darum während es wächst, erntet es und isst es. Wer kein eigenes Grundstück hat, kann saisonal eines pachten zum Beispiel bei meineernte.de.

Nachhaltig leben mit Kindern
Es muss nicht unbedingt ein großer Garten sein. Selbst auf dem Balkon lassen sich Radieschen und Tomaten ziehen.

Zu Ökostrom wechseln

Es ist keine große Sache, meistens reicht schon ein kurzer Anruf oder eine Mail und ihr seid bei einem Stromanbieter, der euch mit besserem Gewissen schlafen lässt. Fall ihr keine Zeit/ keine Lust/ keinen Nerv habt, euch durch den Anbieter-Dschungel zu schlagen, hat Utopia hier eine hübsche und übersichtliche Liste mit Anbietern.

Weniger Fleisch essen

Das wird kein Plädoyer zum Vegetarismus, aber eines für bewusstes Fleischessen. Gutes Fleisch aus nachhaltiger und artgerechter Tierhaltung schmeckt nicht nur besser, sondern ist auch ethisch vertretbar. Wem das zu teuer ist, der kann ja einfach seltener Fleisch essen. So bleibt das Lebensmittel etwas Besonderes und gleichzeitig wird mehr Kreativität in der Gemüseküche geprobt! Rezeptideen findet ihr zum Beispiel hier:

Kluge Alternativen nutzen

Coffee-To-Go Becher aus Papier und/oder Plastik sind weder schön noch praktisch, zudem sind letztere inzwischen verboten. Besonders schlimm für die Ökobilanz: die Deckel aus Plastik (sh. unser Punkt oben).

Unser Tipp: Legt euch doch einfach mal einen richtig hübschen Kaffeebecher zu. Die sind auf Ewigkeit verwendbar, sehen super aus und der Kaffee bleibt auch noch länger heiß. Und statt einer PET-Flasche für das Getränk unterwegs, kann man in die gleichen Becher auch etwas Kaltes füllen.

Klassiker shoppen

Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, zum Anziehen habt ihr dennoch nichts gefunden? Wir kennen diese Morning Routine bestens! Umdenken hilft: Lieber mal einen etwas teureren Klassiker shoppen, von dem man lange etwas hat und der immer gut aussieht. Nicht jeden Modegag muss man mitmachen. Außerdem gibt es inzwischen immer mehr Labels, die bei der Produktion auf Nachhaltigkeit achten. Das gilt auch für die Kindermode. Nachhaltige Labels findet ihr zum Beispiel hier.

Obst und Gemüse regional und saisonal kaufen

Himbeeren im Winter? Ananas aus Thailand? Eine Flugmango? Die Wege mancher Früchte sind wahnsinnig weit und oft unnötig. Das merkt man vor allem, wenn man nach regionalen Früchten Ausschau hält. Äpfel vom Hof nebenan sind durchaus reizvoll… Auf Wochenmärkten lässt sich regionales Gemüse und Obst sehr gut einkaufen. Doch aufgepasst: Regional eingelagerte Äpfel zum Beispiel haben oft eine schlechtere Ökobilanz als frisch eingetroffene aus fernen Ländern.

‚Billig essen‘ ist nicht ‚besser essen‘

Die Milchpreise rutschen in den Keller und ruinieren die Milchbauern. SB-Bäckereien und abgepacktes Discounter-Brot bedroht unsere Brotkultur. Dabei sollten wir uns bewusst machen, dass ein Liter Milch durchaus mehr kosten darf als ein Kaugummi. Wer darüber hinaus schon einmal frisches, echtes Brot vom Traditionsbäcker probiert hat, wird um das fertig aufgebackene „Instant-Brot“ gern einen großen Bogen machen! Gerade in Coronazeiten haben viele angefangen selbst Brot zu backen und sind auf den Geschmack gekommen.

Nachhaltig leben mit Kindern; Brot

Reparieren statt Wegschmeißen

Klar, manche Geräte wie Handys oder Haartrockner haben irgendwann ausgedient. Allerdings ist es oft so, dass wir Dinge viel zu schnell wegschmeißen und neu nachkaufen, statt eine Möglichkeit zu suchen, das Gerät zu reparieren und ihm so zu längerer Lebenszeit zu verhelfen. Behalten wir mögliche Reparaturen im Blick leben wir nicht nur nachhaltig, wir sparen auch noch Geld! Übrigens ist es nicht unbedingt nachhaltiger, ältere Küchengeräte auszutauschen gegen neue, die vielleicht weniger Strom etc. verbrauchen. Am besten die Geräte so lange wie möglich nutzen und erst ersetzen, wenn sie irreparabel sind.

‚Upcycling‘ als nächstes DIY-Projekt

Hier findet ihr schöne Ideen. Janina Sticken: Upcycling. GU, 2015, 14,99 Euro
Hier findet ihr schöne Ideen. Janina Sticken: Upcycling. GU, 2015, 14,99 Euro

Du suchst noch ein cooles DIY-Projekt für den nächsten verregneten Nachmittag mit den Kids? Wie wärs mit Upcycling? Alles was in deiner Wohnung nutzlos herumsteht kann so mit etwas Kreativität in hübsche Unikate umgewandelt werden. Ein toller, nachhaltiger Trend!

 

 

Alles auf einmal zu versuchen, ist ein bisschen viel und wir sollten uns nichts vormachen: Manche Dinge brauchen Zeit. Aber hinter all dem steht, dass wir bewusster und achtsamer durch die Welt gehen können und damit schon Vieles verändern.

Ihr überlegt, wie der nächste Urlaubstrip nachhaltiger aussehen könnte. Wir haben die besten Tipps für nachhaltiges Reisen mit Kindern.

Foto: unsplash; Christian Laballe, PR, Shutterstock, Gettyimages, Foto Slider: Gettyimages 

Kindermode aus Recyclingmaterial: Fünf Labels, die die Welt verbessern

Mehr und mehr Modemarken springen auf den Ökozug und handeln frei nach dem Motto: Aus Alt mach Neu! Warum nicht Abfälle aus den Ozeanen oder bereits getragene Wolle verwenden, um daraus etwas Schönes herzustellen? Wir stellen fünf der nachhaltigen Labels vor, die sich der Kindermode aus Recyclingmaterial widmen.

Sticky Lemon

Das niederländische Kinderlabel wurde 2016 gegründet und produziert Kollektionen für kleine und große Kinder mit einem ausgeprägten Modegeschmack. Schrullig, bunt, mutig und sonnig. Farben in Kombination mit Mustern und Illustrationen. Sticky Lemon genießt es, mit neuen Kombinationen zu experimentieren und den Retro-Zeiten zuzuzwinkern. Die Kollektionen selbst sind wie kleine Geschichten über den Schulbesuch. Dabei verwendet die holländische Modemarke für ihre Rucksäcke recycelte PET-Flaschen aus dem Meer. Selbst nach einigen Monaten als Reisegepäckstück sehen die Kinderaccessoires immer noch aus wie neu. Mit den separat verfügbaren „Chest Straps“ können die Träger vorne geschlossen werden und entlasten somit den Rücken. Durch die zahlreichen Fächer im Inneren der Rucksäcke lassen sich viele Schulsachen oder andere Utensilien verstauen. Nicht nur sehr praktisch und stylisch, sondern auch extrem umweltbewusst.

stickylemon.nl

Ecoalf

Kaum ein Erwachsener, der die Marke aus Spanien nicht kennt. Mit Ecoalf hat sich Gründer Javier Goyeneche seinen persönlichen Traum für eine bessere und vor allem grünere Welt erfüllt. Der Name des Labels spielt an auf Goyeneches kleinen Sohn Alfredo, denn ihm möchte der Papa eine „saubere“ Zukunft schenken – und kreierte deshalb ein Recyclingprodukt, das nicht nur nachhaltig ist, sondern auch ästhetisch anmutet. Von der Konkurrenz wie Sporthersteller Nike, Patagonia und Co. grenzt sich Ecoalf durch ein klares Prinzip ab: Jede Produktfaser ist aus Abfall hergestellt. Lediglich für Zipper und Knöpfe gibt es noch keine nachhaltige Lösung. 165 Boote rund um Valencia laden täglich den Müll ab, den sie unfreiwillig als Beifang mit an Land bringen. Dieser wird getrennt und Ecoalf behält davon die PET-Flaschen ein. Aus dem Müll entsteht schließlich ein langer „Meeresfaden“, der nun in der nachhaltigen Kinderkollektion zum Tragen kommt. Ein Beispiel ist die Kinderweste St. Moritz aus nachhaltigen Daunen, mit hohem Kragen und enger Polsterung aus 100 Prozent recyceltem Nylon – einem Material, das kürzlich noch als Fischernetz durch die Meere schwamm.

ecoalf.com

Töastie

Besonders für Kinder im Norden Europas ist für den Herbst Outerwear angesagt, die sowohl vor Kälte und Nässe schützt als auch genügend Bewegungsspielraum lässt. Leider sind wasserabweisende Materialien alles andere als nachhaltig. Das britische Bekleidungsunternehmen Töastie launcht inzwischen eine besondere Eco-Outerwear-Kollektion, die aus recycelten Kunststoffflaschen besteht. Jedes Kleidungsstück ist thermoregulierend und verfügt über reflektierende Details. Ein wasserdichter Regenmantel von Töastie besteht aus 14 recycelten Kunststoffflaschen. Die Packaway-Pufferjacken werden aus nachhaltig gewonnenen Daunen hergestellt – superleicht und waschmaschinenfest, sodass sich kleine Entdecker ohne Kompromisse ins Freie wagen können. Töastie ist hierfür eine Partnerschaft mit der Wohltätigkeitsorganisation „Plastic Tides“ eingegangen, um das Bewusstsein für die Verschmutzung unserer Ozeane durch Kunststoffe zu schärfen. Die Jacken sind in den von Fischern inspirierten Farben Gelb und Marine sowie mit grafischen Seeigel- und Wal-Prints erhältlich und bringen es auf eine lange Tragedauer für Kinder von ein bis zehn Jahren.

toastiekids.com

Manitober

Nachhaltige Kindermode mit schlauem Konzept! Manitober aus Hamburg macht aus Alt Neu und recycelt Kindermode mit Rückgabeprinzip. Bedeutet: Man kann die Artikel immer wieder zurückgeben. Dafür bekommen die Kunden einen Gutschein, je nach Zustand des Kleidungsstückes. Manitober repariert und reinigt die Sachen und bietet sie dann im Online-Shop wieder an – mit 12-monatiger Gewährleistung als „generalüberholt“. Zusätzlich positioniert sich Manitober klar zum Thema Gender-Neutralität: Sämtliche Produkte sollen sowohl für Jungs als auch für Mädchen gedacht sein. „Kein Rosa-Hellbau-Schubladendenken und kein Bagger-Prinzessinnen-Glitzer-Quatsch!“, so Gründer Marcus Kraft im Interview mit Luna.

manitober.de

Jimmi Wow

Aus abgelegten Kleidungsstücken und textilem Verschnitt neue Unikate für Babys und Kleinkinder zaubern? Dieser Herausforderung nahm sich das kleine deutsche Label Jimmi Wow an. Als großen Vorteil sieht die Marke, dass sämtliche Artikel aufgrund vorhergegangener Wäschen meist schadstoffarmer sind als neu produzierte Kleidung. Außerdem ermögliche die Verwendung von bestehenden, aber nicht genutzten „Rohstoffen“ eine Ressourcen schonende Herstellungsweise. Sämtliche Einzelstücke werden bei von Hand in einem kleinen Berliner Atelier gefertigt. Das Ursprungsmaterial wird dabei natürlich versucht so effizient wie möglich weiter zu verwerten – ergänzt wird lediglich durch neue Bündchen, Knöpfe und notwendige Kurzwaren.

jimmiwow.de

 

Teaserbild: Töastie
Sliderbild Collage: Töastie / Jimmi Wow

5 umweltfreundliche Produkte für den Schulalltag

Wenn die Schule wieder losgeht gibt es auch neues Schulzeug – und das darf gerne auch nachhaltig sein. Hier sind fünf umweltfreundliche Produkte, mit denen das klappt!

Erst schreiben dann pflanzen

Ist von einem einem normalen Bleistift nur noch der kleine Stummel übrig wirft man ihn in den Müll. Ganz anders die Stifte bei Sprout. Denn diesen kann man – wie der Name schon verrät –  einpflanzen! Daraus wachsen dann Blumen oder aber Kräuter, wie Basilikum oder Salbei. Dafür einfach den Stummel in die Erde stecken, dann Wasser dazu geben und nach knapp sieben Tagen gibt es schon die ersten kleinen Sprossen.  Damit das funktioniert gibt es an jedem der Sprout Bleistifte eine kleine wasserlösliche Kapsel. In die Erde gesteckt und mit Wasser übergossen, löst sie sich langsam auf und der Samen kann anfangen zu wachsen.

Sprout, Bleistifte, ca. 12 Euro; über avocadostore.de

Schulranzen aus nachhaltigem Material

Bei ergobag gehen Bildung und Nachhaltigkeit Hand in Hand. Denn für die Herstellung ihrer Schultaschen verwendet die Kölner Firma recycelte Pet-Flaschen. Jedes Kind, das seine Bücher mit einem ergobag zur Schule transportiert, hat nicht nur den perfekten Schulbegleiter, sondern tut auch der Umwelt etwas gutes. Denn in einem ergobag pack-Set stecken insgesamt 36 recycelte 0,5 Liter Pet-Flaschen. So konnten seit dem Bestehen von ergobag inzwischen 42 Millionen PET-Flaschen recycelt werden. Pet-Recycling ist zwar auch ressourcenaufwendig, aber im Vergleich zu Stoffen, die nicht aus recycelten PET-Flaschen bestehen, sparen wir eine Menge Wasser (-20%), Energie (-50%) und somit CO2-Emissionen ein. Besser lassen sich Bildung und Nachhaltigkeit kaum vereinen.


ergobag, Schultasche, ca. 200 Euro; über ergobag.de

Nachhaltige Lunchboxen

Die stylischen Lunchboxen aus hochwertigem Edelstahl von black+blum sind der perfekte Begleiter für den nachhaltigen Transport von gesunden Lunchpaketen. Sie ist auslaufsicher und kann sogar als Ofenform verwendet werden.

Black + plum, Lunchbox, ca. 26 Euro; über connox.de

Wachsmalstifte ohne Plastik

Viele Wachsmalstifte verursachen durch ihre Verpackung unnötigen Plastikmüll. Ganz anders die Wachsmalstifte von Stockmar. Komplett aus Bienenwachs hergestellt kommen sie in einer schönen Papierhülle und sind im Gegensatz zu petrochemischen Wachsen vollkommen ungiftig.

Stockmar, Wachsmalstifte, ca. 9 Euro; über waldorfshop.eu

Filzstifte zum auffüllen

Faserschreiber und Filzstifte sind bei allen Kindern sehr beliebt, vor allem deshalb, weil sie ordentlich Farbe aufs Papier bringen und – anders als etwa Wachsmalkreiden – beim Malen weniger Mühe bereiten. Dabei enthalten viele  Filzstifte  Lösungsmittel – insbesondere die wasserfesten Permanent-Marker.
Und natürlich – einmal „leer gemalt“ landen sie dann ganz schnell im Müll.
Wenn es also unbedingt Filzstifte sein müssen, dann doch am Besten nachfüllbar.
Die easy Aqua Pen lassen sich ganz einfach mit Wasser wiederauffüllen und halten so viel längere Mal-Sessions aus.

ökonorm, Aqua Easy Pen, ca. 9 euro; über memolife.de

 

 

 

Titelbild: istock

Green Living: Interview mit Sonja Hagedorn von Babyccino Berlin

Interview: Isabelle Jänchen

 

Sonja Hagedorn, ©Kerstin Müller

Lässt sich ein nachhaltiger Lebensstil, auch Green Living genannt, mit einem Familienalltag vereinen? Sonja Hagedorn von Babyccino Berlin beweist genau das. Auf ihrem Blog schreibt die Zweifach-Mama über Essen, Kosmetik, Fashion und Interiorthemen. Ihr Instagramprofil zeigt Eindrücke aus ihrem grünen Familienalltag, die durch Hashtags wie #greenstuff #lessismore sowie #slowliving genau das untermauern sollen, was Sonja ein Anliegen ist.

Liebe Sonja, zusammen mit Deinem Mann und euren zwei Kindern lebt ihr in Potsdam. Warum Potsdam und wie habt ihr Euch dort eingerichtet?

Nach fast 10 Jahren Berlin, zum zweiten Mal schwanger und genervt von Verkehr und Altbautreppen, wollten wir weg aus unserer damaligen Wohnsituation. Ich konnte die Parks und Spielplätze alle nicht mehr sehen, die meisten Sonntage verbrachten wir sowieso irgendwo außerhalb im Grünen, hauptsache weg aus der Stadt. Ein bisschen runterkommen… Uns wurde immer bewusster, wie wichtig solche grünen Ruhepausen für uns sind.

Viele freie Flächen, kein Chichi. Die Familie verzichtet ganz bewusst auf viel Dekoration.

Natürlich hätte man auch in Berlin selbst umziehen können, in einen ruhigeren Bezirk als Kreuzberg – aber das war es nicht. Wir stellten uns eine übersichtliche, sonnige, naturnahe Kleinstadt im Grünen vor. Mit Freiburg haben wir lange geliebäugelt, bis uns dann nach Besuch von Freunden in Potsdam die Idee kam. Es war so einfach, Arbeitsstelle und soziale Kontakte konnten wir von Potsdam aus behalten, hier hatten wir alles was wir uns wünschten: eine Wohnung im Erdgeschoss, zentral, mit Seen und Parks um die Ecke, perfekter Ausgangspunkt für Radtouren ins Grüne. Wir hatten wohl einfach Glück!

Die Stadt hat uns als Familie sofort entschleunigt, wobei natürlich die Wohnsituation und die Kita eine tragende Rolle gespielt haben. Innerhalb unseres Hofes sind wir dann ein Jahr später noch einmal umgezogen, die Gelegenheit war günstig, auch wenn wir mit den knapp 85m2 (von Berliner 110m2) erstmal zufrieden waren, ist es natürlich jetzt als vierköpfige Familie doch etwas entspannter mit wieder über 100m2. Die Wohnung besitzt wunderschöne Kappendecken, und ist eine alte Meierei. Die Böden im hinteren Teil der Wohnung haben wir mit Kork ausgelegt, mit den Fliesen im Rest der Wohnung habe ich mich immer noch nicht so ganz angefreundet… Mal sehen, was die Zeit noch bringt!

Natur erleben und entdecken. Das beginnt bei Sonja und ihrer Familie direkt vor der Haustür.

Das wichtigste aber ist: wir machen die Türe auf und die Kinder können draußen spielen! Der Gemeinschaftsgarten wird hier ab Nachmittags von einer Horde Kinder regiert.

Auf Instagram bekommt man einen Eindruck von Eurem minimalistischen Lebensstil. Woher bezieht ihr Eure Möbel und welche Kriterien müssen die Marken erfüllen?

Ich bin in meinem Leben schon sehr oft umgezogen. Und bei jedem Umzug habe ich geflucht über den ganzen Kram, den man unausgepackt aus dem Keller holt, wieder uneingesehen in den nächsten Keller räumt, plus die Sachen die für jede Wohnung wieder neu angeschafft wurden.

Wir hatten es so satt, diese ganzen Altlasten zu verstauen, und uns gezwungen vor dem großen Umzug von Berlin nach Potsdam gnadenlos auszumisten. Da wir uns ja zudem auch verkleinert hatten, mussten auch einige Möbel gehen. Es tat so gut! Zu merken, dass man mit weniger Platz auskommt, weniger Kram braucht und wie einfach es sein kann, wenn alles seinen festen Platz hat.

Babyccino Berlin Sonja Hagedorn Homestory living Leben mit Kindern Baby Kleinkind sitzt im Spülbecken
„Endlich in Ruhe kochen – aber wo schütte ich jetzt das Kartoffelwasser ab?“ kommentiert Sonja vor wenigen Tagen auf ihrem Instagramaccount.

Naja, und dann kam der nächste Umzug. Inklusive einer großen Kammer, wo auch unser alter Kleiderschrank drinsteht, und dort kommt alles rein, was nicht täglich gebraucht wird oder auf den nächsten Flohmarkt wartet. Jedes Möbelstück erfüllt bei uns seine Funktion, es gibt wenig Deko, wenig Krimskrams. Wie gut das tut, merke ich je mehr ich mich von Dingen trenne. Platz und freie Flächen bringen Ordnung und Ruhe. Für das Gegenteil sorgen ja sowieso die Kinder…

Unsere Möbel sind eine Mischung aus Erbstücken, Flohmarktschätzen, Selbstgebautem, und wohlüberlegten Anschaffungen. Bei letzteren suchen wir immer eine nachhaltige Lösung. Das geht nicht alles von jetzt auf gleich, denn man muss sich ein wenig mit dem Thema auseinandersetzen, recherchieren und dann sind da noch die höheren Anschaffungskosten. Ganz oft werde ich auch bei ebay-Kleinanzeigen oder auf Flohmärkten fündig, selbst auf dem Sperrmüll haben wir schon schöne Dinge gefunden!

Alles in Allem sollten die Möbel ihre Funktion gut erfüllen, langlebig sein, am besten hochwertig und ökologisch verarbeitet. Und natürlich zeitlos (wie Designklassiker), denn wer nach Trends lebt, ist nach drei Jahren wieder beschäftigt neue Stühle oder Teller zu besorgen. Das hat dann nichts mehr mit Nachhaltigkeit und dem slowliving Gedanken zu tun.

Wie wichtig ist Dir Design?

Ich bin ein sehr visueller Mensch und auch von Berufs wegen natürlich interessiert an Design. Gutes, durchdachtes, funktionales Design – ich liebe es! Mein Mann hat mir nach der Geburt unseres ersten Sohnes einen Schaukelstuhl von Hans J. Wegner geschenkt – eine Anschaffung, die man nur einmal im Leben macht, und auf der ich vielleicht ja irgendwann mal meine Enkelkinder in den Schlaf schaukle.

Das Schlafzimmer. Ein Raum, wo sich auch die Kinder in Ruhe entfalten können.

Wie einfach ist es einen nachhaltigen Lebensstil im Alltag mit Kindern umzusetzen? Funktioniert das bei Euch ohne Ausnahmen in allen Bereichen?

Es ist eigentlich alles eine Frage der Einstellung. Seit der Geburt von Vincent vor 5 Jahren lerne ich immer noch jeden Tag dazu, wäge ab, überlege und rechne natürlich auch! Ein Einkauf bei Lidl ist unglaublich günstig – wenn man aber versucht mit dem gleichen Budget Bio und regional einzukaufen, wird es schon schwieriger und ist auch nur machbar, wenn wir auf bestimmte Dinge verzichten. Es gibt jeden Tag Entscheidungen zu treffen, wieviel davon am Ende nachhaltig sind, kann ich ich gar nicht sagen. Zum Beispiel werden Kleidungsstücke für die Kinder entweder gebraucht besorgt, oder in entsprechender Qualität zum Weitergeben an den kleinen Bruder. Und es gibt auch keine 10 Hosen, sondern nur 3.

Wenn Vincent sich aber unbedingt ein Glitzer-Pailetten-Tshirt wünscht, dass ich so eigentlich nicht kaufen würde, er aber tatsächlich noch ein bis zwei Shirts für den Sommer braucht, dann schaue ich erst bei mamikreisel oder kleinanzeigen. Am Ende haben wir eins bei C&A gefunden – aus Biobaumwolle (immerhin …), und noch eins, dass uns von einer Freundin geliehen wurde. Ich versuche den Kindern vorzuleben und beizubringen, dass jede Art von Anschaffung einen Wert hat. Sei es das Ei, die Socken oder der neue Kuschelpanther. Wir versuchen pfleglich mit den Dingen umzugehen, wenig Lebensmittel wegzuschmeißen, und nicht immer ein totales Über-Angebot zu bieten. Klar gibt es im Winter auch Erdbeeren und Gurken im Supermarkt – dafür freuen wir uns dann aber umso mehr, wenn es beides wieder auf dem „echten“ Markt zu kaufen gibt. Ganz nebenbei lernen die Kinder so auch, welches Obst und welches Gemüse zur jeweiligen Jahreszeit gehört. Ein nachhaltiger Lebensstil ist herausfordernd und kostet auch ein wenig Mühe – aber er macht auch Spaß! Denn es spart unter anderem Zeit und Stress, Beispiel Capsule Wardrobe – der Besitz von wenig Kleidungsstücken und Basics, die dafür aber perfekt miteinander kombinierbar sind. Welche der Klamotten aus unserem Schrank tragen wir wirklich gerne? Das sind genau die Stücke, auf die wir unseren Kleiderschrank reduzieren können. Alles andere kann gnadenlos aussortiert und gespendet werden!

Die Holzfiguren der Marke Ostheimer werden in reiner Handarbeit in Deutschland hergestellt.

Wie reagierst Du, wenn Deine Kinder doch mal an einem Plastikspielzug hängenbleiben?

Dann kommt es auf die Wunschliste. Natürlich gibt es bei uns auch Duplosteine und Playmobil, die Klassiker aus unserer Kindheit. Für jeglichen Kram im Kinderzimmer gibt es einen bestimmten Platz, und sobald der voll ist, ist er voll. Dann kommt auch so lange nichts mehr dazu, bis wir etwas aussortiert haben. Geht es Weihnachten und an Geburtstagen darum, den Kindern etwas zu schenken, einigen wir uns mit der Familie meist auf ein größeres Gemeinschaftsgechenk – statt der ganzen Kleinigkeiten, kann man sich so etwas wirklich schönes besorgen, ganz im Sinne von weniger aber wertvoll.

Worauf achtest Du bei der Gestaltung der Kinderzimmer?

Ich versuche so viel Platz wie möglich für freies Spiel zu lassen. Jedes Spielzeug hat seinen festen Platz und wird am Ende des Tages auch dort wieder eingeräumt. Die Möbel sind aus Massivholz, die Bettwäsche ist gebraucht und somit auch frei von Schadstoffen. Trotzdem ist das Kinderzimmer natürlich der bunteste Ort in unserer Wohnung, da lebe ich mich ein wenig aus und bin nicht so streng wie beim Rest. Es ist ein Kinderzimmer! Und es ist laut und bunt und wild, mit Platz zum Spielen und Toben, robusten und spielbaren Möbeln. Hier hat alles eine Funktion und es gibt keine zerstörbare Deko (ok, bis auf die Bilder an der Wand …).

Die Kinder bekommen ihren Raum zum freien Spielen.

Welche Bedeutung hat slowliving für Dich und für Euch als Familie?

In erster Linie bedeutet es für uns Rituale zu leben, im Moment zu leben aber trotzdem auch an Morgen zu denken. Das zu genießen was wir haben, uns an den kleinen Dingen zu erfreuen, Zeit für einen Schwatz zu haben mit Leuten die uns wichtig sind. Sich generell auf das zu reduzieren, was einen glücklich macht (und nichts mit Konsum zu tun hat – sondern Zeit). Weniger arbeiten, und mehr Zeit für die Familie haben.
Dafür aber auch in Kauf nehmen mit weniger Geld auszukommen, was perfekt zum weniger Konsumieren passt. Durch die Waldorfkita bekommen wir ebenfalls eine Entschleunigung zu spüren, die wir aus Berliner Zeiten noch nicht kannten. Es herrscht einfach ein anderes Tempo. Auch unsere unmittelbare Nachbarschaft lebt hier ohne gehetzte Blicke auf das Handy. Wir versuchen so oft es geht im regionalen Hofladen um die Ecke oder auf dem Markt vor der Haustür einzukaufen, und ersparen uns damit das Supermarktgehetze mit den Kindern.

Liebe Sonja, herzlichen Dank für diesen inspirierenden Austausch!

Apropos Nachhaltigkeit: Das funktioniert auch beim Reisen! Die Spezialistinnen Franziska Diallo und Judith Hehl von goodtravel.de geben Tipps zum nachhaltigen Reisen mit Kindern!

Alle Fotos: Sonja Hagedorn

Mini Bazaar: Der Premium-Kinderflohmarkt über den Dächern Berlins

Schnäppchen machen und gleichzeitig nachhaltig shoppen? Das geht! Wir haben einen Tipp für alle modeaffinen Eltern aus Berlin und Umgebung: Am 15. April laden die Mädels von „Little Years“ bereits zum zweiten Mal zum Mini Bazaar, dem Premium-Kinderflohmarkt für hochwertige Baby- und Kinderkleidung, ein. In einer wunderschönen Location verkaufen Eltern gut erhaltene Kleidung für den Frühling, unter anderem von hochwertigen Marken wie Mini Rodini, Bobo Choses und Petit Bateau.

Mit dabei sind dieses Mal außerdem drei Outlets: Von den Labels Mara Mea und Noé&Zoë gibt es Mode und Accessoires für Mama und Kids. Und auch Afilii räumt das Lager und bietet Design-Produkte aus den Bereichen Interior und Toys an.

Für die Unterhaltung der Kleinen ist selbstverständlich gesorgt: Am Kreativ Kiosk von WLKMNDYS wird es erneut wie in der Villa Kunterbunt zugehen. Bastelbegeisterte Kids können beim Entwerfen von Designertaschen kreativ werden. In den It-Bags aus Pappkartons kann man die erworbenen Teile dann sicher nach Hause tragen. Außerdem bietet der Spoonflower-Stand eine nette Shopping-Pause, in der man gewebte Stickertapeten mit lustigen Tiermotiven bemalen oder am Knopf-Gewinnspiel teilnehmen kann. Für die ganz Kleinen steht auch eine Babyspielecke bereit.

Für Snacks und Getränke ist natürlich auch gesorgt, zudem stellt Löwenzahn Organics seine Produkte vor. Neugierige Gäste können den Bio-Brei probieren, süße Löwenmasken basteln oder vor einer Photowall posieren. Wer sein Foto postet und den Shop darin taggt, kann tolle Preise gewinnen.

Luna darf vor Ort auch nicht fehlen: Ihr erhaltet unser Magazin beim Mini Bazaar.

Der Eintritt beträgt übrigens zwei Euro – wobei die Hälfte des Geldes direkt an die SOS-Kinderdorf e.V. fließt. Einkaufen könnt ihr auf dem Kinderflohmarkt am Sonntag von 10 bis 16 Uhr im Atelier im Aufbauhaus, Prinzenstraße 84.2, 6. OG, 10969 Berlin. Der Eingang ist dieses Mal auf der Oranienstraße, direkt um die Ecke, neben Foodbag.

Schnappt euch die Kids und schaut mal vorbei!

Fotos: Marina Jerkovic