Play at Home: Kreative Spieltipps von internationalen Spielzeugdesignern

Immer nur Mensch-ärgere-dich-nicht kann auf Dauer auch langweilig werden, besonders während der Coronakrise. Auf der Plattform afilii präsentieren internationale Spielzeugdesigner kreative Spieltipps. Initiiert hat das Ganze Katja Runge, Gründerin von afilii.

Gerade jetzt wo Familien die meiste Zeit zuhause verbringen sind Ideen gefragt. Die Kleinen wollen schließlich beschäftigt werden. Unter dem Titel Play at Home gibt es Spielideen für Kinder unterschiedlichen Alters, die sich internationale Spielzeugdesigner überlegt haben. Teilweise sind die Ideen ganz einfach umzusetzen, mit wenig Aufwand und wenig Material. Trotzdem sprechen alle genau das an, was Eltern bei ihren Kindern fördern wollen: Kreativität. Wir haben afilii-Gründerin Katja Runge dazu befragt:

Wie bist du auf die Idee gekommen Spielideen für play at home zu sammeln?

Katja Runge: Ich habe mich nach knapp einer Woche Home-Office und Homeschooling in meinem Garten wühlend am Samstag gefragt, was können wir mit afilii jetzt schnell und konkret tun, um mehr Freude zu den Menschen nach Hause „zu bringen“, die – so kam es mir vor –  ziemlich abrupt weniger wurde. Und während ich so in der Erde buddelte kam die Idee zu play at home im wahrsten Sinne des Wortes angeflogen. Zu Hause schrieb ich dann den ersten Aufruf an die Designer im afilii-Netzwerk und am Sonntagmorgen trudelten die ersten Spielideen ein. Inzwischen zeigen wir fast 50.

Was sind deine drei Lieblingsprojekte aus der Auswahl?

Ich liebe den Gabelturm von sunrose, die Zeichen-Challenge von Luca Boscardin und „little big city“ von Jason Dobbs.

Was glaubst du brauchen Kinder generell an Spielzeug?

Je nach Alter und Vorlieben unterscheidet sich das: doch ich plädiere immer zu richtig guten Holzbausteinen, Handpuppen, und Puppen, Spielfiguren, Murmeln, Spielzeug für draußen (Ball, Springseil, Tücher) dem Multifunktionsspielzeug Bilibo von Moluk, unterschiedliche Maluntensilien (Pinsel, Farben, Stifte), Bücher und das Lieblingskuscheltier.

Was macht für dich gutes Spielzeug aus?

Gutes Spielzeug unterstützt und fördert die kindliche Freude am Spiel und die Neugier und bezieht alle Sinne und den gesamten Körper mit ein. Gute Spielsachen bestehen aus „gesunden“, langlebigen Materialien, sind verantwortungsvoll gefertigt und ästhetisch. Gutes Spielzeug fordert die Kinder zur selbständigen Beschäftigung auf – sei es zur Bewegung, zur Kreativität & Fantasie oder zum Denken.

Warum gibt es immer diesen Unterschied zwischen dem, was Eltern an Spielzeug gut finden und dem, womit Kinder dann tatsächlich spielen? Liegt es am Design?

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, wenn das Spielzeug kindgerecht gefertigt wurde, d.h. die Bedürfnisse der Kinder stehen im Mittelpunkt der Gestaltung,  dann spielen die Kinder fantasievoll und lange damit und die Eltern fragen eher: „Was kann man denn damit machen?“

Und hier findet ihr eine Auswahl an kreativen Spielideen:

Detektivspiel

Das braucht ihr dafür:
Fotoapparat oder Smartphone-Kamera, Drucker

So geht’s:
Nehmt einige kleine Details aus eurer Wohnung auf. Diese werden ausgedruckt. Jetzt sollen die Kinder suchen, wo sich die Dinge befinden. Wer zuerst alles entdeckt hat, ist der Meisterdetektiv.

Play at home Spielidee
idea & credit: Akane Katsuragawa, Japan/Germany

Little Big City

Das braucht ihr dafür:
Mindestens zwei Mitspieler, 1 Blatt mind. in A4, 1 Bleistift

So geht’s:
Jeder Spieler wird zum Architekten. Alle müssen zusammen arbeiten, damit am Ende ein Gebäude entsteht. Faltet das Papier so oft, wie es Mitspieler/Architekten gibt.

Der erste Architekt ist verantwortlich für das Erdgeschoß, der letzte in der Reihe schließlich für das Dachgeschoß. Erst wenn alle Architekten fertig gezeichnet habe wird der Gebäudeplan „enthüllt“.

Play at Home Spielideen
Idea & credit: Jason Dobbs, sofunsowhatplay, New Zealand

Gabelturm

Das braucht ihr dafür:
Gabeln

So geht’s:
Fangt an aus den Gabeln einen Turm zu baue, so hoch es geht – oder so schön und kreativ ihr es eben wollt.

Play at Home, Spielideen
idea & credit: Bram van den Haspe, sunrose.nl, Netherlands

Naturkunst

Das braucht ihr dafür:
1 Schuhkarton, Blätter, Steine und alles was ihr bei einem Spaziergang in der Natur finden könnt.

So geht’s:
Jetzt könnt ihr mit all euren Fundstücken ein Naturbild gestalten indem ihr Blätter, Moos, Steine, Äste an der Pappe festklebt.

Play at Home, Spielideen
idea & credit: Maria Schwebs, France

Spaghetti-Turm

Das braucht ihr dafür:
Spaghetti, Knete

So geht’s:
Probiert aus, wie weit euch die Statik trägt und wie hoch ihr eure Spaghetti-Turm bauen könnt.

Play at Home Spielideen
idea & credit: Mielasiela, Lithuania

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Bilder: Gettyimages (1), privat (5)

Lagerkoller: Tipps bei Streit in der Familie

Wohl dem, der eine große Wohnung oder sogar ein Haus mit Garten hat. Im Moment aber verbringen Familien auf kleinem Raum viel mehr Zeit zusammen, als im normalen Alltag. Alles wegen der Coronakrise. Konflikte sind vorprogrammiert. Lagerkoller! Doch was tun, wenn es mal so richtig rauscht, im Karton? Wir haben Tipps bei Streit in der Familie…

Konflikte gehören zum Alltag

Gerade weil wir im Moment wegen der Ausgangsbeschränkungen als Familien so eng aufeinander sitzen, sind Konflikte vorprogrammiert. Meist knallt es wegen schon bekannter Themen.

Kommunikation mit den Kindern ist jetzt besonders wichtig. Aber auch ein Hineinhören in sich selbst: Bin ich gereizt weil ich selbst gerade nicht mit der Situation umgehen kann, Zukunftsangst habe, mich Existenzängste plagen, ich mir Sorgen um ältere Familienangehörige mache? Wie viel von meiner eigenen Gemütslage kann ich meinen Kindern offenbaren, ohne ihnen Angst zu machen? Wie sehr beeinflusst meine Stimmungslage meinen Umgang mit den Kindern?

Einfach mal drüber reden hilft meist schon | Bild: Getty

Warum Streiten und Konflikte wichtig sind

Wo Menschen zusammen kommen, stoßen unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und auch Forderungen aufeinander. Diese werden ausdiskutiert, ruhig oder auch mal lauter. Einen Konflikt austragen ist grundsätzlich gut, denn nur so kann sich eine Familie auch weiterentwickeln. Es ist eine Frage des gegenseitigen Vertrauens und des gegenseitigen Respekts herauszufinden, was das Gegenüber für Bedürfnisse/Wünsche/Probleme/Sorgen hat und auch, was gerade im Zusammensein nicht so gut läuft.

Wenn Konflikten immer nur aus dem Weg gegangen wird, ist kein ehrliches Zusammenleben möglich. Aber natürlich braucht es eine gewisse Streitkultur in der Familie. Wie könnte die aussehen?

Bei Konflikten in der Familie können folgende Tipps helfen:

Was löst den Streit aus?

Wenn jemand in der Familie „auf Krawall“ aus ist, steckt meist mehr dahinter. Frag in Ruhe worum es eigentlich geht. Oft hat ein Wutausbruch bei den Kindern völlig andere Hintergründe: Überforderung mit der aktuellen Situation, Sehnsucht nach den Freunden, nach den Kumpels im Sportverein, Sorge um die Großeltern… Es lohnt zu ergründen, warum das Kind traurig, wütend, enttäuscht, zickig, unkooperativ ist.

Auch unter Geschwistern sind es oft ähnliche Themen, die zu Auseinandersetzungen führen: Eines fühlt sich nicht genug gesehen, es fehlt ihm die Wertschätzung oder auch die Fairness, weil er/sie als älteres Geschwisterkind immer aufgefordert wird „vernünftiger“ zu sein, oder genau andersrum, der/die Jüngere fühlt sich übervorteilt, weil der/die Ältere viel eher zum Zug kommt. Gerade unter Geschwistern ist oft Thema, wann wer „nachgeben“ muss.

Ohnehin geraten Geschwister immer mal wieder aneinander – aktuell mit Sicherheit noch öfter | Bild: Getty

Den richtigen Zeitpunkt abwarten

Ruhe bewahren – oder vielmehr: wieder zur Ruhe kommen. Kein Konflikt lässt sich klären, wenn man gerade total verärgert ist oder die Situation eskaliert. Erst wenn Zorn und Wut verraucht sind, sowohl bei den Kindern als auch bei einem selber, kann man sich zu einem klärenden Gespräch zusammen finden.

Fair bleiben auch im Streit

Selbst wenn es im Konfliktgespräch heiß hergeht: Keiner darf dabei verletzend werden! Schimpfwörter sind tabu! Und sich gegenseitig niedermachen auch. Das gilt nicht nur für Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kind, sondern auch falls es zwischen den Geschwistern Streit gibt. Sollte die Situation eskalieren, wird das Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.

Versucht im Streitgespräch immer zugewandt und freundlich zu bleiben – auch wenn es schwer fällt. Den anderen ausreden lassen wenn er sein Anliegen vorbringt ist nur fair. Jeder darf zu Wort kommen, jeder wird gehört.

Bei einer Sache bleiben

Konzentriert euch auch beim Streiten auf das konkrete Thema. Unbedingt vermeiden sollte man Aussagen wie „Wenn wir gerade schon mal dabei sind…!“, oder „Was ich dir schon lange einmal sagen wollte….!“.

Bleibt gemeinsam bei dieser einen Sache, die es zu klären gilt, ohne Dinge zu vermischen und ohne abzulenken.

Was will ich, was willst du?

Jeder hat das Recht seine Interessen, Bedürfnisse und Wünsche zu formulieren. Es ist nichts Falsches daran, wenn jeder etwas anderes will. Ein Kompromiss kann auch sein, die Wünsche/Interessen des anderen zu respektieren und zu akzeptieren. Auch das gehört zum richtigen Streiten: Das Anerkennen, dass zwei unterschiedliche Positionen bestehen bleiben können.

Jetzt gilt es Lösungsvorschläge zu machen. Wie könnte ein Kompromiss aussehen. Wie vermeidet man in Zukunft, wieder in dieselbe Streitfalle zu tappen.

Bild: Getty

Entschuldigen und versöhnen

Streiten ist anstrengend und danach sind meist alle erschöpft. Jetzt ist es wichtig, das Ganze zu einem positiven Abschluss zu bringen. Im Streit ist jeder einmal unfair, sagt Sachen, die er nicht so gemeint hat.

Wichtig ist, dass auch das erkannt und benannt wird. Sich entschuldigen, eine Umarmung, ein Kuss, ein gemeinsames Eis essen… Versöhnungsrituale können ganz unterschiedlich aussehen.

Die Nummern für den Notfall

Wenn Streits doch eskalieren oder Kinder Sorgen haben, die sie nicht mit den Eltern besprechen wollen, steht auch das Kinder- und Jugendtelefon zur Verfügung. Dieses ist unter der Nummer 116 111 von Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr und ab sofort zusätzlich Montag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr erreichbar.

Das Elterntelefon berät unter der Nummer 0800 – 111 0 550 wie bisher von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr und zusätzlich am Dienstag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr.

Die Online-Beratung steht Kindern und Jugendlichen unter www.nummergegenkummer.de im Chat am Mittwoch und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr und zusätzlich am Dienstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr zur Verfügung. Die E-Mail-Beratung ist rund um die Uhr erreichbar.

Weitere Tipps wie man gute Gespräche mit Kindern führt könnt ihr hier nachlesen. Eine Therapeutin hat einige Anleitungen und hilfreiche Anregungen dazu gegeben.

Bilder: gettyimages

 

Mundschutz für Kinder und Eltern in coolen Designs

In der aktuellen Corona Krise sind die Gesichtsmasken für Groß und Klein ein relevantes Thema – insbesondere in der Öffentlichkeit. Da in Apotheken viele (medizinische) Masken bereits ausverkauft sind, denken nun kleine Labels um und produzieren Mundschutzmasken in kleiner Stückzahl.

Auch wenn es sich hierbei nicht um eine Garantie vor Nicht-Ansteckung handelt, können wir damit zumindest einen Beitrag leisten andere zu schützen. Und wenn der Mundschutz für Kinder cool gestaltet ist, macht das Aufsetzen gleich umso mehr Spaß. Anbei unsere Lieblingslabels mit coolen Designideen für alle Generationen.

Lovjoi

Nachhaltigkeit „Made in Germany“! Auch das deutsche Label Lovjoi präsentiert den Mundschutz aktuell aus 100% Tencel. Die Lyocellfaser bringt viele positive Eigenschaften mit sich, wirkt beispielsweise temperaturregulierend, antiallergen, resistent gegen Milben und Bakterien, feuchtigkeitsabsorbierend, reißfest und langlebig. Die Gesichtsmasken werden im eigenen Betrieb in Süddeutschland von Hand gefertigt und sind in zahlreichen Farben und Muster erhältlich.

www.thokkthokkmarket.com

Mara Mea

Ganz schön nachhaltig! Auch die beiden Mädels des deutschen Maternity Labels Mara Mea beweisen Zeitgeist und produzieren aus alten Stoffresten coole Mund-Nasen-Masken für Kinder und Erwachsene. Zu jedem Produkt gibt es online sogar eine kleine Gebrauchsanweisung und durch die Einheitsgrößen kann die Weite durch ein Gummiband mit lockerem Knoten angepasst werden.

www.maramea.com

Willi The Label

Cool, aber bitte nicht so wie alle anderen. Die beiden Frauen hinter dem Münchner Label „Willi“ präsentieren den Mundschutz mit individueller Note. Sämtliche Masken kann man sich nämlich online mit den eigenen Initialen besticken lassen. Verwechslungsgefahr ausgeschlossen!

www.willithelabel.com

Mio Animo

Verspielte Prints für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Auch Mio Animo präsentieren coole Mundschutz-Designs für die Kleinsten. „Diese Maske unterstützt uns und besonders unsere Mitmenschen in diesen Zeiten. Durch sie werden grobe Tröpfchen abgehalten und wir können unsere Viren, falls eine unbemerkte Ansteckung bereits erfolgt ist, besser bei uns behalten. Auch kann man so verhindern, sich in der Öffentlichkeit unbewusst ins Gesicht zu fassen, bevor man die Möglichkeit hatte, sich die Hände gründlich mit Seife zu waschen“, so das Ziel des kleinen Labels.

www.mio-animo.de

Freh

Ein kleines familienbasiertes Modelabel für Kinder mit coolen farbenfrohen Designs in nachhaltiger Qualität. Inspiriert von Tochter Levke haben Frederic und Mareike Freh gegründet, um fahrradfreundliche Mode für Kinder herzustellen, ohne ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken. Alle Kleidungsstücke und Radkappen sind handbedruckt und aus Bio-Baumwolle in Berlin hergestellt. Neu im Sortiment nun auch Mundschutz für freche Kids.

www.freh.berlin

Steiff

Auch die Traditionsmarke Steiff möchte seinen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leisten und hat eine Maske speziell für Kinder entwickelt. Das typische Steiff-Design will Kindern den Umgang mit der Maske im Alltag erleichtern. Besonders für den Fall, dass Kindergärten und Schulen unter Auflagen wieder öffnen dürfen, vermitteln sie durch ihr Design Selbstbewusstsein.

www.steiff.com

Junique

Der Clou der neuen Gesichtsmasken bei Onlineshop Junique: Für jede zweite verkaufte Maske spendet Junique eine weitere an die Initiative #EuropeCares –  eine freiwillige Initiative, die zeigen soll, dass sich Bürger*innen aus ganz Europa um die Not der Geflüchteten auf den griechischen Inseln kümmern. Um die Ausbreitung von Corona einzudämmen, hat #EuropeCares sich zum Ziel gesetzt, 20.000 Gesichts- und Nasenmasken für Geflüchtete auf Lesbos zu sammeln. Tolle Idee!

www.junique.com

Slider- & Teaserbild: Freh

 

Briefwechsel: Familienalltag während der Coronakrise – Folge 3

Wie hat sich das Leben in der Schweiz und in Deutschland seit der Corona-Krise verändert? Was macht das mit uns und unseren Familien? Jede Woche schreiben sich Claudia Jucker, Journalistin aus der Schweiz, und Uli Morant, Chefredakteurin von Luna, und tauschen sich im Wechsel dazu aus.

Briefe aus der Bubble: Von frohen Ostertagen, ungewissem Schulanfang und Urlaubsträumen

Liebe Uli
Schön, von Dir zu lesen!

Du wirst es nicht glauben, aber unsere Mädels waren hell begeistert vom diesjährigen Osterfest. Ich denke, es lag an der Kombination: Strahlendes Sommerwetter, großzügig gefüllte Osternester – mit Schokolade und Schleich Pferden – und die Aussicht auf 2,5 Wochen hausaufgabenfreie Zeit. Besser als Weihnachten meinten sie. Die Großeltern ließen es sich nicht nehmen und haben heimlich süße Hasengrüße im Garten und bei uns im Briefkasten deponiert. Corona hat es also nicht geschafft, uns dieses Wochenende zu vermiesen. Zum Glück!

Wir haben alle hörbar aufgeatmet, als endlich Ferien waren! Die Anspannung der letzten Wochen war für uns alle groß. Ich hatte zwar das Gefühl, wir hätten einen guten Rhythmus gefunden, aber es war schon sehr happig, alles unter einen Hut zu bringen. Und in diesem Sinne gerade wirklich alles. Kinderbetreuung, Unterricht, Projekte, Jobs, Haushalt, einkaufen, kochen, putzen, lange Telefonate mit Angehörigen, Freunden und viel Administration.

Nachrichten? Lieber nicht mehr so viel Information

Anfangs haben wir viele Postkarten verschickt. Nun hat sich das aber etwas gelegt. Überhaupt empfinde ich im Moment die Lage als sehr ruhig. Meine Bubble hat sich nochmals verdichtet und ich habe kaum Kontakt zur Außenwelt. Die Tage sind trotz Urlaub immer noch zu kurz und abends schauen wir zuerst die Nachrichten, bevor wir uns Netflix oder einem Buch widmen. Es macht mich alles sehr müde und ich verfolge mittlerweile die Zahlen auch nicht mehr so aufmerksam wie am Anfang. Denkst Du, man gewöhnt sich an solche Ausnahmezustände?

Schule geschlossen Corona
In der Schweiz werden die Schulen am 11. Mai wieder öffnen.

Seit ein paar Tagen wissen wir nun, dass die Schulen am 11. Mai wieder öffnen sollen. Die Schweizer Regierung hat die Maßnahmen ein wenig gelockert. So dürfen ab Ende April gewisse Branchen ihren Betrieb wieder aufnehmen, zum Beispiel Friseure. Natürlich unter strenger Einhaltung der Hygiene-und Verhaltensregeln. Bisher gilt keine Masken-Tragepflicht und soweit ich weiß ist es auch für die Schüler*innen nicht angedacht. Grundschüler und Masken in Berlin? Uff. Das halte ich für keine gute Idee. Die gehen doch verloren.

Bei uns diskutieren sie gerade noch darüber, in welcher Form der Unterricht ab Mitte Mai stattfinden soll. Breaking News: Es wird keine Zeugnisnoten für dieses Semester geben. Das finde ich auch das einzig richtige. Ich mag es mir noch gar nicht ausrechnen, wie weit sich das Wissen der Kinder voneinander entfernt, wenn so lange kein regulärer Unterricht stattfinden kann. Und wie soll das überhaupt geprüft werden?

Digitalisierung an den Schweizer Schulen: Es könnte besser sein

Du hast noch gefragt, wie das mit der Digitalisierung an Schweizer Schulen ist. Das ist sehr sehr unterschiedlich. Bei uns war es zum Beispiel so, dass die meisten Kinder kurzerhand ausrangierte Tablets und Laptops der Eltern in Betrieb genommen haben. Das hatte aber zur Folge, dass gewisse Apps wie Quizlet (mein Homeschooling Tipp für Dich) oder Google Hangouts nicht funktionierten und so musste ich meiner Tochter zwischendurch meinen Rechner oder mein iPhone abtreten, was ich unmöglich fand.

Bei uns im Schulhaus bekommen die Schüler*innen ab der 5. Klasse Tablets. Einige Klassen profitieren jetzt davon, dass sie schon daran gewöhnt sind. Aber ich denke, auch bei uns ist das Thema Digitalisierung noch sehr individuell und steckt noch in den Kinderschuhen.

Schule Zuhause
Auch in der Schweiz ist die Digitalisierung an Schulen noch nicht weit vorangeschritten

Wie seid ihr nach den Ferien gestartet? Kommt ihr klar mit dem Homeschooling oder spitzt sich die Lage zu? Es ist schon eine sehr große Herausforderung, wenn wir Eltern plötzlich wie die Polizisten neben unseren Kindern Wache halten müssen, um zu kucken, ob und wie sie die Hausaufgaben meistern. Wir werden jetzt nach dem Motto “weniger ist mehr” agieren und konzentrieren uns nur noch auf die Hauptfächer. Die restliche Zeit sollen die Kinder im Garten und mit Spielen verbringen. Ich hoffe, sie werden sich auf diese Weise im Guten an diesen verrückten Ausnahmezustand zurück erinnern.

Sommerurlaub? Vielleicht wenigstens Camping

Mein Mann und ich beraten gerade, wie wir dieses Jahr unsere Ferien gestalten sollen. Wir hatten zum Glück noch nichts Fixes gebucht, da wir nun seit einem Jahr den VW-Bus haben und damit verreisen wollten. Für den Sommerurlaub stand Schweden auf dem Programm. Das haben wir nun aber auf Eis gelegt. Wir machen uns jetzt mal schlau, wo wir in der Schweiz unser Camping Glück finden werden.

Und was plant ihr?

Ganz herzliche Grüsse aus Zürich – heute mit Sahara Sand am Himmel Claudia

P.S. Danke auch für Deine Tipps. Play at home|afilli gefällt mir besonders gut!
Leider habe ich mit den Fotobüchern noch immer nicht begonnen. Das Wetter war einfach zu schön!

Hier findest Du meine Tipps und Tricks für etwas Abwechslung im Corona Alltag:

Give it up to ?DJ MICHELLE!? Eine Instagram Entdeckung, die mich sofort in gute Laune versetzt, wenn meine Nerven vor lauter Homeschooling überstrapaziert sind. Wenn’s mit Mathe nicht klappt, dann vielleicht mit auflegen?

Ich war selten so „pur“ unterwegs wie jetzt. Keine Schminke, kein Make Up. Aber ein bisschen Wellness muss sein. Jeden Abend gönne ich mir vor dem Schlafen eine erfrischende Reinigung mit dem „Fabulous Face Cleanser“ von Aesop. So schaffe ich mir ein Gefühl von Frische. Danach verwöhne ich mein Gesicht mit der Sublime Replenishing Night Masque. Das tut unglaublich gut!

Der Trend zu nachhaltigem Verreisen wird durch die Corona Krise gestärkt werden, denke ich zumindest. Falls wir es dieses Jahr noch schaffen, das geplante Mädels Weekend zum Vierzigsten nachzuholen, lassen wir uns von der Reiseplattform Good Travel inspirieren. Spontan würde es mich in den „Bayerischen Urwald“ ziehen, aber wir wissen leider nicht, wie lange die Grenzen geschlossen bleiben … Vielleicht ist da ja auch ein schniekes Hideaway für Dich und Deine Familie mit dabei.

 

About:
Claudia Jucker arbeitet als freie Redakteurin und Texterin für verschiedene Print-und Online Magazine in Deutschland und in der Schweiz. Ihr Fokus ist das Reisen. Sie berichtet aber auch regelmäßig über Familienthemen und Nachhaltigkeit. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern (5 und 9 Jahre) und ihrem Mann in Zürich. www.claudiajucker.com  
Bilder: Gettyimages, privat (1)

Welttag des Buches: Schöne Bilderbücher zum Vorlesen für Kinder ab 3 Jahren

Mit Vorlesen kann man gar nicht früh genug anfangen. Kinder lieben dieses Ritual – nicht nur abends vor dem Einschlafen. Wir haben einige Bilderbuchtipps für euch, die wir gerade am Welttag des Buches besonders empfehlen können.

Dann kam der Bär

Warum auch immer: Gerade Bären tauchen sehr, sehr oft in Bilderbüchern auf. Wahrscheinlich weil sie unglaublich kuschelig und niedlich aussehen, auch wenn sie eigentlich gefährliche Raubtiere sind. Dieser hier, erdacht von Richard T. Morris und LeUyen Pham ist ganz besonders, denn er stolpert in ein Abenteuer. Ehe er sich’s versieht ist er einer der Hauptakteure in einer wilden, bunten Flussfahrt. Dazu gesellen sich andere Tiere: ein Froschmädchen, wilde Waschbären, eine Ente, ein Biber, eine Schildkröte… Die Reise auf dem Fluss schweißt sie zusammen. Die Illustrationen von LeUyen Pham sind comichaft und sorgen für viel Spaß und viel Gelächter, denn was könnte schon lustiger aussehen, als ein überraschter Bär? Ein Vorlesebuch über Freundschaft und Abenteuer.
Erschienen bei cbj für Kinder ab 4 Jahren, 15 Euro.

Meine Freundin Erde

Eine Liebeserklärung an unsere Erde versteckt sich in diesem Buch. Patricia MacLachlans hat einen poetischer Text geschrieben, der von der Illustratorin Francesca Sanna mit einer faszinierenden Bildwelt hinterlegt wurde. Wir begleiten die Erde im Jahresverlauf, lernen Tiere kennen, die auf ihr leben, Meere und Landschaften, Bäche und Bäume… Seiten mit Lasercut sorgen für ungeahnten Durchblick und machen das Bilderbuch umso spannender – und kostbarer. Ein kleiner Schatz, der sich schnell zum Lieblings-Vorlesebuch entwickeln kann.
Erschienen im NordSüd Verlag für Kinder ab 4 Jahren, 18 Euro.

Ein Strandtag

Keine Ahnung, wann wir wieder einen ganz normalen Strandtag erleben dürfen. Wer Sehnsucht hat nach Meer und Sand und Wellen, der sollte sich das bezaubernd illustrierte Buch von Susanna Mattiangeli und Vessela Nikolova nicht entgehen lassen. Es zeigt einen Tag am Strand aus der Sicht eines Kindes. Die kleine Erzählerin beschreibt „Schöne Dinge, die du an einem Strandtag machen kannst“ und „Nicht so schöne Dinge, die an einem Strandtag passieren“.

Außerdem alles, was dazwischen eben so passiert: Zum Beispiel, dass man den Sonnenschirm, in dessen Nähe man doch bleiben sollte, nicht mehr findet. Obwohl man nur kurz gar nicht weit weg Muscheln suchen wollte. Ein Buch, das den Humor der Kinder so gut trifft, dass auch Erwachsene beim Vorlesen ihren Spaß haben werden. In jedem Fall ist „Ein Strandtag“ unser Sehnsuchtsbuch Nummer eins im Moment!
Erschienen im Bohem Verlag für Kinder ab 3 Jahren, 15 Euro.

Bis zum Horizont

Mal die Perspektive wechseln – das kann gerade jetzt unglaublich wohltuend sein. Carolina Celas gibt mit ihrem kunstvollen Buch eine kleine Hilfestellung, die man in Zeiten wie wir sie gerade haben durchaus auch philosophisch angehen kann. Wo fängt meine Welt an, wo hört sie auf. Was passiert, wenn ich mich in eine Wiese lege und in den Himmel sehe? Wo ist dann der Horizont, als Begrenzung der Welt? Und ist es überhaupt eine Grenze? Ein Buch, das zu Gesprächen anregen kann, das zum Weiterdenken bringt und das ein kleines Spiel von Fern und Nah beinhaltet – fast schon prophetisch!
Erschienen bei Kleine Gestalten für Kinder ab 4 Jahren, 14,90 Euro.

Mina entdeckt eine neue Welt

Eine andere Sprache kann vieles bedeuten: Unverständnis, Unsicherheit. Sie kann aber auch eine ganz neue Welt eröffnen. Und so geht es der Heldin dieses Buches: Mina. Anfangs versteht sie in ihrem neuen Kindergarten kaum ein Wort und muss die fremde Sprache erst lernen. Sie findet trotzdem schnell Freunde und sie findet die Erzieherin nett. Aber Mina versteht nicht alles und es kommt manchmal noch zu Missverständnissen. Doch nach und nach lernt Mina sich in der fremden Sprache zu verständigen – und entdeckt eine neue Welt. Die Illustrationen von Lars Baus werden mit zunehmendem Wortschatz von Mina bunter. Ein schönes Symbol, das der Geschichte von Sandra Niebuhr-Siebert eine zweite Ebene gibt. Ein Buch, in dem Kindergartenkinder viel von ihrem Alltag wiederfinden und vielleicht kennen sie ja auch ein Mädchen wie Mina…
Erschienen im Carlsen Verlag für Kinder ab 3 Jahren, 14 Euro.

Bild: Gettyimages

Kinderhaare schneiden – So klappt’s auch Zuhause

Spätestens wenn die süßen Babylocken anfangen über die Augen zu hängen, ist es Zeit für den ersten Haarschnitt beim Kind. Entweder beim Friseur oder Mama und Papa greifen selbst zur Schere. Das ist zwar gar nicht so einfach, aber mit ein bisschen Ruhe kann man zuhause auch die Kinderhaare schneiden. Hier kommen einige Tipps.

Natürlich sind Friseure – ganz besonders Kinderfriseure – immer die bessere Wahl, wenn es um einen vernünftigen Haarschnitt geht. In Zeiten von Corona ist das jedoch gar nicht so einfach!  Auch wenn noch gar nicht „genug Haare“ für einen echten Haarschnitt da sind, können Eltern auch mal zuhause die Kinderhaare schneiden.

Wann sollte man zum ersten Mal Haare schneiden?

Ein Aberglaube besagt, das man Kindern erst mit einem Jahr die Haare schneiden sollte, sonst würde man den Verstand gleich mit wegschneiden. Das ist natürlich ein Mythos und generell ist der erste Haarschnitt erst notwendig, wenn es auf dem Kopf des Kindes wild zu wuchern anfängt. Was beim ersten Haarschnitt aber weggeschnitten wird, sind die weichen Babylöckchen. Meist wachsen die Haare danach glatt und auch viel kräftiger nach.

Tipps zum Haare schneiden von Kindern

Der wichtigste Tipp vorneweg: Es sollte immer schnell gehen. Kinder haben nur selten die Geduld wirklich lange auf einer Stelle sitzen zu bleiben. Am besten, man erklärt dem Kind was gleich geschehen wird und nimmt ihm damit eventuelle Ängste. Vielleicht nimmt man auch eine Kinderschere und eine Puppe zur Hand, um das ganze einmal „am Beispiel“ vorzuführen.
Besonders unruhige Kinder können eventuell mit einem Spielzeug oder ihrer Lieblingsserie vom tatsächlichen Geschehen abgelenkt werden.

Vorbereitung ist alles

Bevor es losgeht, sollte man alles gut vorbereiten. Der Stuhl auf dem das Kind Platz nimmt, sollte bequem und auch für Mama und Papa gut zu erreichen sein. Um die gröbsten Haare aufzufangen sollte man dem Kind ein Handtuch um die Schultern legen. Zum Schneiden eignen sich Profi -Haarschneidescheren am besten. Die gibt es teilweise schon für 10 bis 15 Euro in Drogerien oder direkt im Fachhandel. Auch ein schmaler Kamm – am besten ein Stielkamm – sollte bereit liegen.

Kinderhaare schneiden – weniger ist mehr!

Gerade als ungeübte „Friseure“ sollte man erst einmal nur ganz wenig schneiden und sich langsam herantasten. Generell sagt man, das Kinderhaare im trockenen Zustand einfacher zu schneiden sind. Im nassen Zustand fallen ganz besonders dünne Haare einfach anders und eventuelle Wirbel lassen sich nicht so gut erkennen. Hat das Kind jedoch eher störrische und dicke Haare kann es helfen, diese mit einem Waschlappen kurz anzufeuchten.

Kinderpony richtig schneiden

Eine der schwierigsten Aufgaben ist es wohl, den Kinderpony richtig zu schneiden. Hier sieht man dann häufig ob da ein Laie oder ein Profi am Werk war. Insbesondere bei sehr glatten Haaren ist jeder Verschnitt sofort sichtbar. Damit sich das in Grenzen hält, sollte man beim Ponyschneiden darauf achten, diesen immer glatt nach vorne zu kämmen. Am besten bindet man die restlichen Haare dafür streng zurück. Danach schneidet man dann Strähne für Strähne, bis die gewünschte Länge erreicht ist. Am Ende kann man mit der Schere noch einige Male schräg in den Pony schneiden, damit er natürlich fällt. Allerdings nie mehr als ein bis zwei Millimeter. Und falls es nicht auf Anhieb klappt: Haare wachsen zum Glück wieder nach und noch ist kein Meister vom Himmel gefallen.

Einfache Kinderfrisuren via Youtube

Auf Youtube finden Eltern zudem einige tolle Videos und Tipps, wie man einfache Kinderfrisuren auch Zuhause schneiden kann.

 

Titelbild: istock

Briefwechsel: Familienalltag während der Coronakrise – Folge 2

Wie hat sich das Leben in der Schweiz und in Deutschland seit der Corona-Krise verändert? Was macht das mit uns und unseren Familien? Jede Woche schreiben sich Claudia Jucker, Journalistin aus der Schweiz, und Uli Morant, Chefredakteurin von Luna, und tauschen sich im Wechsel dazu aus.

Briefe aus der Bubble: Von Homeschooling, Familienzeit und Happy-Ends

Liebe Claudia!

wie war Euer Osterfest? Genauso ruhig wie unseres? In normalen Zeiten fahren wir zu meinen Eltern und feiern gemeinsam – aber das musste diesmal ja leider ausfallen. Wir haben lange telefoniert mit Oma und Opa, aber das kann ein richtiges Treffen natürlich nicht ersetzen.

Fängt bei Euch die Schule bald wieder an? Bei uns wird darüber noch diskutiert. Angeblich wollen sie die Grundschüler mit Masken in den Unterricht schicken – das halte ich für keine gute Idee. Dann haben sie erst recht ständig die Hände im Gesicht um an den Masken rumzuzupfen.

Trotzdem wäre ich froh, wenn endlich wieder Unterricht stattfinden könnte, denn Homeschooling ist mühsam. Wir kämpfen uns durch Zettel und Aufgabenlisten, bekommen teilweise Schulaufgaben per Mail zugesandt – und auch die Lösungen. Wir haben alles in einem kleinen Stundenplan organisiert, aber die Motivation des Juniors lässt zu wünschen übrig.

Wo bleibt die Digitalisierung an den Schulen?

Heute hat er uns erklärt, dass er die Corona-Auszeit zwar doof findet, aber die Schule vermisse er nicht. Eigentlich will er viel lieber nur Heimunterricht haben und kann gar nicht verstehen, warum das in Deutschland nicht erlaubt ist. Unser kulturgeschichtlicher Vortrag zu den Vorteilen der Schulpflicht hat ihn wenig interessiert.

Vor den Ferien hat die Klassenlehrerin eine Videokonferenz mit den Schülern einberufen. Immerhin! Es wird schwer werden für die Lehrer nach der Schulschließung wieder alle Kinder einzufangen und auf ein normales Unterrichtspensum einzustimmen. Zwar wird viel untereinander geskyped, aber das kann die sechs Stunden gemeinsamen Unterricht, Pausen und all das, was den Schulalltag eben ausmacht, nicht ersetzen.

Es  wäre doch toll, wenn der Unterricht problemlos online weitergehen könnte. Aber leider ist das an den wenigsten deutschen Schulen der Fall. Schon ein wenig peinlich für eine Industrienation. Wie sieht das denn in der Schweiz aus mit der Digitalisierung an den Schulen?

Schüler lernen

Der Alltag, der keiner mehr ist

Ansonsten hangeln wir uns durch den Alltag (der kein richtiger ist) und verstehen uns – nach anfänglichen Reibereien – doch erstaunlich gut. Wir mussten uns die ersten zwei Wochen langsam daran gewöhnen, so viel Zeit miteinander zu verbringen, denn normalerweise sehen wir uns zum Frühstück und dann erst wieder am Nachmittag oder abends zum Essen.

Was trägt uns durch die Krise? Und wie werden wir uns später an die Zeit erinnern? Was mir persönlich Struktur und Halt gibt ist die Arbeit, auch wenn sie im Moment im Homeoffice stattfindet. Ich freue mich, die Kolleginnen in den Video-Konferenzen zu sehen, Dinge zu besprechen… Ein Hauch von Normalität, aber trotzdem ist das alles kein Ersatz für unseren quirligen Redaktionsalltag, den ich sehr vermisse.

Wenn es ganz dick kommt und die Stimmung abzusacken droht sehe ich mit dem Junior eingekuschelt auf der Couch alte Filme, deren Ende ich schon kenne. Das ist unglaublich beruhigend in Zeiten, in denen keiner so richtig weiß wie alles ausgehen wird. Wir brauchen Happy-Ends!

Ghostbusters Film
Ein Klassiker, der sofort für gute Laune sorgt: Ghostbusters. @Sony Pictures

Oder ich gehe auf den Balkon, den wir bereits mit bunten Blumen bepflanzt haben, und sehe mir diesen kleinen Ausschnitt der großen, weiten Welt an. Eigentlich wollten wir in den Osterferien nach Portugal. Das Reisen fehlt mir mit am meisten. Ich tröste mein Fernweh mit Urlaubsbildern aus den vergangenen Jahren und habe – wie Du ja auch – fest vor, sie endlich in Fotoalben zu verewigen. Mal sehen, wer schneller ist von uns beiden…

Liebe Claudia, schreib mir wie es Euch geht und lass gerne hören, wenn Du kluge Tipps fürs Homeschooling hast. Nächste Woche sind die Ferien ja schon wieder vorbei…

Bleib gesund!
Ganz liebe Grüße,
Uli

Hier noch ein paar Tipps für kleine Freuden:

Das Spiel Super Mario Kart 8 Deluxe, bei dem man zu zweit, zu dritt oder zu viert an der Switch tolle Rennen gegeneinander fahren kann. Macht Spaß und ich tröste mich damit, dass es die Koordinationsfähigkeit der Kinder schult.

Das Wissens- und Mitmachbuch „Meer“ von dem polnischen Illustrator Piotr Karski, mit dem kleine Menschen sich stundenlang beschäftigen können, während die größeren Menschen sich im Homeoffice konzentrieren müssen. Erschienen im Moritz Verlag.

Die Seite grundschulkönig, auf der es viele, viele Arbeitsblätter zu allen möglichen Schulthemen auszudrucken gibt. Von „Fahrradprüfung“ bis „Satzglieder bestimmen“ ist alles da – mit Lösungen.

Auf der Seite von afilii haben sich alle möglichen Möbel- und Spielzeugdesigner zusammen gefunden und präsentieren kreative Ideen für Kinder unter dem Titel „Play at home“. Unser Favorit gerade: das Foto-Detektiv-Spiel.

 

Bilder: Gettyimages (2)

Nutella selber machen: 5 leckere Rezepte

Köstlich, cremig, schmackhaft, einfach unwiderstehlich – Schokocreme ist eines der leckersten Dinge auf der Welt. Die berühmteste auf dem Markt ist sicherlich Nutella, aber dieser Aufstrich kann auch zu Hause hergestellt werden. Hier sind unsere 5 Lieblingsrezepte.

Wir können sagen, dass in unserer Kindheit ein Glas Nutella immer zur Hand war. Ideal zum Frühstück, aber auch für einen Nachmittagssnack, passt diese schmackhafte Creme perfekt zum Brot. Heutzutage versuchen wir jedoch, den Kindern eine gesunde und unverfälschte Ernährung beizubringen. Daher vermeiden wir zu viele Produkte industriellen Ursprungs. Dies weckt den Wunsch, bestimmte berühmte Produkte selber zu machen. Schokocreme ist eine köstliche Art, dieses Experiment zu beginnen.

Nutella selber machen: 5 leckere Rezepte für Schokocreme

Schokocreme, zuckerfrei

Gesunde Schokocreme

Das erste Rezept ist einfach und sehr gesund. Tatsächlich ist es perfekt für diejenigen, die auf übermäßigen Gebrauch von raffiniertem Zucker verzichten wollen. In diesem Fall werden nämlich weder Zucker noch künstliche Süßstoffe verwendet, sondern frische Datteln. Richtig lecker!

Zutaten:

  • 12 EL Nussmus (Mandel-, Haselnuss- oder Erdnussmus)
  • 6 frische Datteln
  • 2 und 1/2 TL Rohkakaopulver
  • 1 kleine Prise Meersalz

Das Verfahren ist wirklich sehr einfach. Alle Zutaten in einen Mixer geben und für einige Minuten mixen, bis die Mischung die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Danach die Creme in ein sterilisiertes Glas geben und in den Kühlschrank stellen. Die Schokocreme etwa 15-20 Minuten vor der Anwendung herausnehmen, damit sie nicht zu kalt ist.

Vegane Schokocreme

Vegane Schokocreme

Viele Kinder ernähren sich heute vegan. Aber selbst in diesem Fall haben die auf dem Markt erhältlichen Produkte nicht immer die gesündesten Inhaltsstoffe. Hier ist also ein Rezept mit nur drei Zutaten, das die Erwartungen sicherlich nicht enttäuschen wird.

Zutaten:

  • 405 g Haselnüsse
  • 85 g dunkle vegane Schokolade
  • 30 ml Ahornsirup

Zuerst die Haselnüsse rösten. Dafür den Ofen auf 175 Grad vorheizen und die Haselnüsse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen. Die Haselnüsse für 15 Minuten rösten. Falls die Nüsse bereits geröstet sind, nur kurz für etwa 5-8 Minuten warm machen. So lassen sich die Nüsse besser verarbeiten. Aus dem Ofen nehmen und kurz abkühlen lassen. In ein sauberes Küchentuch geben und mit den Händen reiben, so löst sich ein Großteil der Schale von den Nüssen. Nüsse noch einmal auf das Backblech geben und weitere 5 Minuten rösten und danach wieder abkühlen lassen. Schokolade über einem Wasserbad vorsichtig schmelzen. Nüsse in den Mixer geben und so lange auf niedriger Stufe mixen, bis sich die Nüsse in Nussbutter gewandelt haben. Geschmolzene Schokolade und Ahornsirup dazugeben und noch einmal mixen. Sofort genießen oder in ein luftdicht verschließbares Glas füllen und bei Zimmertemperatur innerhalb 2-3 Wochen aufbrauchen.

Nuss-Nugat Creme

Nuss-Nugat Creme

Für diejenigen, die den unverwechselbaren Geschmack von Nutella wirklich lieben, haben wir hier das richtige Rezept für euch. Es gibt Haselnüsse, es gibt Zucker, es gibt Schokolade, aber vor allem gibt es eine Menge Liebe!

Zutaten:

  • 200 g Haselnüsse
  • 200 g Zucker
  • 100 g Zartbitter Schokolade
  • 50-60 ml Milch
  • 2 EL Kakao,
  • 1 Messerspitze Vanille
  • 2 EL Puderzucker
  • 3 EL Rapsöl (optional)

Als erstes die Haselnüsse 10 Minuten bei 150°c in den Backofen rösten. Anschließend die Nüssen leicht reiben, um die Haut zu entfernen. In einer Pfanne, den Zucker mit ein bisschen Wasser schmelzen und dann die Nüsse hinzugeben. Die karamellisierten Nüsse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Abkühlen lassen. Danach die Nüsse in einen Mixer geben und für mindestens 6-7 Minuten mixen. Die Schokolade schmelzen und mit dem Kakao, Puderzucker, Vanille dazu geben. Weiter mixen. Nach 2 Minuten langsam zu der Creme etwas Milch geben, bis die Konsistenz etwas cremiger wird. Am Ende kann man noch ein bisschen Rapsöl hinzufügen, wenn die Creme zu fest ist. Die Creme einfach in kleine sterilisierte Gläser gießen. Sie sollte sich Minimum 2 Wochen im Kühlschrank halten.

Nutella in Weiß

Für diejenigen, die etwas anderes probieren möchten, hier zwei Rezepte von Nutella mit weißer Schokolade.

Aufstrich aus weißer Schokolade

Weisse Schokolade Aufstrich

Wenn man eine Streichcreme sucht, die sich von Nutella unterscheidet, aber trotzdem schmackhaft und vor allem gierig ist, dann ist man hier genau richtig!

Zutaten:

  • 300g weiße Schokolade
  • 130g Macadamianüsse
  • 40g Kokosraspel
  • 2 Esslöffel geschmacksneutrales Pflanzenöl
  • 1 Teelöffel Vanilleextrakt
  • 1 Prise Salz (Wenn die Macadamias ungesalzen sind)

Zuerst die weiße Schokolade über einem Wasserbad langsam schmelzen lassen. Dann die Kokosraspel und die Macadamias in den Mixer geben und ganz fein zerkleinern. Wenn die Nüsse gut zerkleinert / cremig sind, das Öl, den Vanilleextrakt und bei ungesalzenen Macadamias das Salz zugeben und weiter pürieren. Zum Schluss die geschmolzene Schokolade zugießen und alles weiter mixen, bis die Masse schön homogen und cremig ist. Die Masse sofort in saubere Gläser geben, verschließen und bei Raumtemperatur fest werden lassen.

Marmorierte weiße Schokocreme

Marmorierte weiße Schokocreme

Dieses ist das ideale Rezept für Kinder, die gerne experimentieren. Die Kombination aus Früchten und weißer Schokolade wird sicher allen gefallen!

Zutaten:

  • 400 Gramm weiße Schokolade
  • 160 Gramm Butter
  • 160 Milliliter Milch
  • 1 Kilogramm Beeren
  • 500 Gramm 2:1 Gelierzucker (für Beeren)

Als erstes die Gläser mit kochendem Wasser sterilisieren. Für die Schokocreme alle Zutaten zusammen in einen Topf geben und sie bei niedriger Temperatur schmelzen lassen. Darauf achten, dass die Masse nicht zu heiß wird. Die Creme gut durchrühren und zur Seite stellen. Dann Beeren mit Gelierzucker mischen und das Ganze mindestens drei Minuten lang sprudelnd kochen. Danach kann man beide, Marmelade und Creme, in die Gläser geben. Das klappt am besten wenn ihr einen Topf mit Ausguss verwendet.

 

Also, wie ihr seht, ist es ganz einfach köstliche Schokocreme selber zu machen! Klar ist es nicht so einfach, wie sie fertig zu kaufen, aber dann bleibt es auch etwas besonderes 😉

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Stay Home – Zu Hause bleiben mit Stil

Zu Hause bleiben? Ja, aber mit Stil! Da Schulen und Kindergärten derzeit geschlossen sind, spielt sich der Alltag bis auf wenige Ausnahmen in den eigenen vier Wänden ab. Ab und zu darf man dann auch mal den ganzen Tag im Pyjama verbringen… Grundsätzlich helfen aber gewisse Routinen, den Tag positiv zu beginnen. Dazu gehört nach dem Frühstück auch das Anziehen! Natürlich darf es zuhause nun besonders bequem sein…

Bequeme Kleidung kann aber trotzdem schön sein, wie diese Modestrecke beweist. Wir zeigen lustige und farbenfrohe Kombinationen, die die Kleinen jeden Tag tragen können.

Stay Home – Zu Hause bleiben mit Stil

Im langen Flur spazierengehen oder auch mal rennen, sit eine gute Möglichkeit, sich zu bewegen. Vielleicht richtet ihr auch eine kleine Modenschau aus? Eine gute Idee, um sich die Zeit zu vertreiben und gemeinsam Spaß zu haben.

T-Shirt – GAP / Rock – Mini Rodini / Schuhe – Kuling

Nach der Modenschau legen wir erstmal eine Pause ein – Zeit für Ruhe und Erholung. Jede Ecke des Hauses kann in eine Kuschelecke verwandelt werden. Aber nichts ist bequemer als das eigene Bett!

Links: 

T-Shirt – Carter’s / Leggings – A Happy Brand / Boots – Croc’s

Rechts:

Leggings – H&M / T-shirt – Peppa Pig from Next

Auch gerade ganz wichtig: genügend Snacks für Kinder zuhause zu haben! Denn natürlich bekommt man nach dem Mittagsschlaf wieder der Hunger. Macht ihr mit Tee eine kleine englische Teestunde draus, darf das Outfit auch mal etwas feiner sein…

Kleid – TU Sainsbury’s

Wenn die Energie wieder aufgetankt ist, ist noch Zeit für freies Spielen. Falls es doch etwas kühler wird, dann ziehen wir einfach ein fröhlich buntes Sweatshirt über!

Links: 

Sweatshirt – Molo / Leggings – Geggamoja

Rechts:

Sweatshirt – Gap

 

Art Direction and Photography – Jonathan Malpass (@mallys_photography )

Styling – Jonathan, Dani and Esmé

Slider und Teaserbild: Sweatshirt – Molo / Leggings – Geggamoja

Homeschooling – Fragen an eine Lehrerin

Schüler lernen jetzt Zuhause. Das Stichwort Homeschooling ist derzeit in aller Munde. Sowohl für Kinder als auch Eltern ist das eine große Herausforderung. Aber wie gehen eigentlich Lehrer mit der Situation um? Und wie wirksam kann Homeschooling überhaupt sein? Wir haben mit Marina Buhles, Klassenlehrerin in einer fünften Klasse einer Gesamtschule über dieses Thema gesprochen.

Was oder wie arbeiten Lehrer zurzeit?

Marina Buhles: Das ist natürlich von Schule zu Schule und von Lehrer zu Lehrer ein wenig unterschiedlich. Bei uns sind im Wechsel immer zwei bis drei Lehrer in der Schule vor Ort, die die Kinder von den sogenannten „systemrelevanten“ Eltern und auch Alleinerziehenden betreuen. Die meiste Arbeit passiert aber momentan von Zuhause aus. Wir müssen Aufgaben stellen, austeilen, verwalten und versuchen stets für die Kinder erreichbar zu bleiben. Dazu benutzen wir verschiedenste Medien von Telefon, Mail bis hin zu Telefon-Chats und Sykpe. Zudem müssen wir uns auch um alle möglichen orangisatorischen Dinge kümmern, wie ausfallende Exkursionen oder Klassenfahrten.

Am wichtigsten ist es für uns momentan natürlich den Lernstoff für die Kinder zuhause so gut aufzubereiten, dass sie das auch gut hinbekommen. Das passiert teilweise am Telefon oder auch über selbstgedrehte Erklärvideos.
Dabei wissen wir, dass die Situation ganz besonders für die Eltern eine große Herausforderung darstellt. Sich überhaupt erst einmal durch die ganze Technik und Zettel durchzuwühlen und alles zu sortieren… Denn leider nutzt der eine Lehrer eben gerne Mail, der nächste lädt alles in die Dropbox und  der dritte benutzt vielleicht lieber Wetransfer.
Es gibt viele Kinder die das Glück haben, dass ihre Eltern nun viel Zeit für sie haben – von diesen Familien gibt es auch das meiste Feedback. Wieder andere Kinder sind komplett auf sich allein gestellt. Das alles zu koordinieren ist oft sehr schwierig.

Wie waren die ersten Tage mit virtuellem Unterricht?

Ganz besonders am Anfang gab es einige Anlaufschwierigkeiten. Ich als Klassenlehrerin bin quasi hauptverantwortlich und alle Kolleginnen und Kollegen sind plötzlich mit Fragen auf mich eingeprasselt. Zudem haben nicht alle Kinder die gleichen Voraussetzungen für einen effektiven virtuellen Unterricht.
Kinder, die also ohnehin schon sozial benachteiligt sind, spüren das jetzt erst Recht. Wer z.B. kein Smartphone hat, kann sich bestimmte Apps eben nicht runterladen. Und die Kinder, denen man ohnehin schon immer hinterherlaufen musste, denen rennt man jetzt immer noch hinterher.
Inzwischen haben wir uns aber alle gut eingespielt und es läuft von Woche zu Woche flüssiger. Durch regelmäßige Videochats und fortlaufende Kommunikation wurden die anfänglichen Hürden gut überwunden.

Wie kommt man am besten über den Tag mit Schulkindern daheim?

Wir sagen den Eltern immer, dass es hilfreich ist den Tagesablauf der Kinder gut zu strukturieren. Am besten ist ein Tagesablauf ganz ähnlich dem des „normalen Schulalltags“. Ein paar Belohnungen unterstützen die Motivation und können die Konzentration wieder anheben. Erst Mathe machen und danach kann man vielleicht zusammen einen Kuchen backen. Es ist wichtig, die Kinder ein bisschen zum Lernen zu locken und den Druck herauszunehmen.

Ein geordneter Arbeitsplatz der nach jeder Unterrichtseinheit neu aufgeräumt und sortiert wird, ist ebenfalls hilfreich.

Marina Buhles ist Klassenlehrerin der 5. Klasse in einer Gesamtschule. Foto: privat

Sollte man auch Pausen einplanen? Und wenn ja, wie viele?

Pausen sind sehr wichtig. Am besten nach jeder Unterrichtseinheit. Einfach zum Trinken oder kurz mal in den Garten gehen. Videospiele sollte man in der Zeit vielleicht nicht unbedingt anfangen, dann sind die Kinder oft völlig raus. Aber es ist wichtig für Kinder, den Kopf frei zubekommen und die Gedanken zu ordnen.

Wie können Eltern ihre Kinder im Grundschulalter jenseits der Schulbücher und Aufgabenblätter jetzt fördern?

Der restliche Tagesablauf sollte ähnlich gestaltet werden wie sonst auch. Natürlich sind Fußball AG’s oder Judo-Klubs derzeit nicht erlaubt. Aber Bewegung im Garten, basteln oder malen stellen ebenfalls ein tolles Nachmittagsangebot dar. Vielleicht kann man die Kinder auch mehr in den Alltag einbinden, indem man zum Beispiel gemeinsam Mittag essen kocht.

Bekannter Stoff lässt sich gut mit Arbeitsblättern wiederholen. Wie sieht es mit neuen Inhalten aus?

Das gestaltet sich in der Tat ein wenig schwierig. Ursprünglich war geplant, den Kindern vertiefende Aufgaben des bereits gelernten Unterrichtsstoffes zu geben. Aber das ist natürlich auch irgendwann erschöpft. Wir versuchen darum mit neuen Inhalten so kleinschrittlich wie nur möglich vorzugehen.

Ich lasse z.B. oft erstmal nur einen Merkkasten abschreiben, dann mache ich ein Erklärvideo, dann werden vielleicht Lücken ausgefüllt bis das Kind das System von ganz allein verstanden hat. Man kann z.B. auch nicht von den Eltern verlangen, dass sie immer den gesamten Unterrichtsstoff selber erklären können.
Sobald es wieder zurück in die Schule geht, wird der gesamte Lernstoff ohnehin erst einmal wiederholt, um zu prüfen auf welchem Stand die Kinder sich dann befinden.

Wird es später Tests geben?

Wenn dann nur um den Lernstand zu erfassen und nicht zur Benotung. Wir haben Glück, dass das erste Halbjahr bereits hinter uns liegt und wir bereits ein wenig Übersicht über den jeweiligen Bildungstand der Kinder gewinnen konnten.

Wo sehen Sie persönlich die Chancen der aktuellen Krise?

Positiv gesehen ist es toll, dass wir jetzt die Digitalisierung ein wenig mehr austesten können. Wir lernen jetzt, inwieweit man Lernplattformen auch für den Unterricht nutzen kann. Zudem werden die Kinder im Moment ganz gezwungener Maßen selbständiger. Sie müssen sich quasi selbst zum Lernen motivieren. So eine Haltung wird sich später sicher gut auf das weitere Leben auswirken.

Aus der Sicht der Lehrer ist es zudem eine Chance Lerninhalte noch einfacher und verständlicher aufzubereiten und neue Wege zu erkunden, Inhalt an Kinder zu vermitteln.
Und vielleicht lernen ja auch die Eltern ihre Kinder nochmal besser kennen? Viele Eltern bekommen jetzt zum ersten Mal hautnah mit, was ihre Kinder alles in der Schule leisten müssen und haben vielleicht zukünftig mehr Verständnis für ihre Bemühungen und Anstrengungen.

 

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7 coole Videospiele für Familien

Alle Familienmitglieder sind zu Hause, aber irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf? In Zeiten von Corona müssen manchmal eben auch elektronische Helfer in Form von Computerspielen her. Hier kommen sieben Vorschläge, die garantiert jede Langeweile vertreiben und die man entweder allein oder mit mehreren spielen kann.

Animal Crossing „New Horizon“

In den letzten Wochen dominierte vor allem ein Spiel: Animal Crossing. Das Spiel hat inzwischen eine weltweite Fanbase gewonnen und der Hype um die neuste Version „New Horizon“ ist riesig. Dabei ist die Idee des Spiels ebenso einfach wie genial. Der Spieler bekommt eine Insel und baut sich hier nach und nach sein Leben auf. Die niedliche Optik und der Aufbau macht „Animal Crossing“ zu einem perfekten Kinderspiel, von dem man aber auch als Erwachsener nicht genug bekommen kann. Das Spiel schafft es, immer wieder für Beschäftigung zu sorgen. Die entspannte friedliche Welt lässt einen den Alltag schnell vergessen.

Alter: Ab 0 Jahren freigegeben
Plattform: Nintendo Switch
Preis: ca. 60 Euro

Mario Card 8 Deluxe

Mario Kart bietet bereits seit Generationen Spielspaß für die ganze Familie. Der lustige Klempner ist Kult! In Mario Kart 8 Deluxe können selbst die ganz Kleinen mitfahren – mithilfe einer speziellen Steuerung, die dafür sorgt, dass niemand von der Strecke abkommt. Insgesamt bietet das Spiel 48 unterschiedliche Welten, über 40 Spielfiguren und bis zu vier Spieler gleichzeitig können gegeneinander antreten und gemeinsam Rennen fahren. Ein lustiger und spannender Spaß für wirklich alle.

Alter: Ab 0 Jahren freigegeben
Plattform: Nintendo Switch
Preis: ab ca. 60 Euro

Super Mario Party

Ebenfalls ein absoluter Kult-Klassiker ist Mario Party. Seit der ersten Version für den Nintendo 64 erinnert das Spiel an ein Brettspiel, nur dass sich die gesamte Familie hier rund um den Bildschirm versammelt. In über 80 neuen Mini-Games können bei „Super Mario Party“ die Spieler sowohl zusammen als auch gegeneinander antreten und so Geschick und Teamwork gleichermaßen trainieren.

Alter: ab 0 Jahren freigegeben
Plattform: Nintendo Switch
Preis: ab ca. 50 Euro

Little Big Planet

„Little Big Planet 3“ ist besonders gut für kreative Spieler geeignet. So kann man sich hier zum einen durch bereits vorgegebene farbenfrohe Level spielen, aber auch ganz leicht seine eigenen Level bauen und diese dann spielen. Das Bauen eigener Level macht besonders viel Spaß, ist jedoch eher für ältere Spieler ab circa acht Jahren geeignet. Hier lernt man auf spielerische Weise physikalische Gesetze und ihre Wirkungsprinzipien kennen. Wer nicht weiterkommt, fragt einfach die Eltern. Auch Erwachsene können sich hier stundenlang mit der Kreation neuer Spielideen aufhalten. Wurde bei Fans nicht so gut bewertet wie die Teile 1 und 2, verspricht aber trotzdem Spielspaß für bis zu vier Spielern.

Alter: ab 6 Jahren
Plattform: Playstation
Preis: ca. 30 Euro

Let’s go Pikachu / Let’s Go Evoli

Pokémon ist ein unangefochtener Kult-Klassiker in jedem Kinderzimmer. Schon die Eltern kennen das Spielprinzip des Sammelns und Tauschens der kleinen Monster. Dieses Jahr brachte Nintendo nun erstmals ein besonders einsteigerfreundliches Spiel heraus, das auch schon ganz kleine Kinder begeistern kann. Spieler können die berühmte Kanto-Region erkunden. In Pokémon: Let’s Go, Pikachu! bricht der Spieler an der Seite von Pikachu ins Abenteuer auf, während er in Pokémon: Let’s Go, Evoli! mit Evoli als Partner auf Reisen geht.

Um der Story wirklich zu folgen müssen die Kinder zwar bereits lesen können, aber ansonsten ist das Spielprinzip den älteren Spielen sehr ähnlich. Es geht auch hier darum die Pokémon zu fangen und zu trainieren. Unterschied der beiden Versionen ist das Pokémon, mit dem man das Spiel beginnt, außerdem gibt es unterschiedliche Monster zu fangen.

Alter: ab 0 Jahren freigegeben
Plattform: Nintendo Switch
Preis: ca. 50 Euro

Legend of Zelda: Breath of Wilde

Insbesondere für ältere Kinder und Teenager bietet das neue Zelda Spiel tagelange Beschäftigung und Spielspaß. In „Breath of the Wild“ für die Nintendo Switch erkundet Link eine riesige offene Welt und will wieder einmal Prinzessin Zelda aus den Händen von Ganondorf befreien. Auf dem Weg dorthin gibt es allerlei kleinere Rätsel zu lösen und Monster zu besiegen.

Obwohl das Spiel erst für 12-Jährige freigegeben ist, sind viele Sequenzen auch schon für jüngere Spieler geeignet. Allerdings sollten dann die Eltern etwas mitsteuern und moderieren. Für Einsteiger ist es allerdings etwas zu schwierig. Hier sollte man lieber auf eine andere Zelda-Version umschwenken.

Alter: ab 12 Jahren
Plattform: Nintendo Switch
Preis: ab 60 Euro

Yoshi’s Crafted World


Der kleine Dino Yoshi hat es als ständiger Gefährte von Mario selbst zu Ruhm gebracht und besitzt inzwischen seine ganz eigenen Spiele. Die Abenteuer richten sich in der Regel immer an das jüngere Publikum und sind daher vom Schwierigkeitsgrad eher einfach. Es handelt sich hier um ein typisches Jump’n Run Spiel. Besonders toll ist auch der Modus „Enstpannt“, mit dem Yoshi sich per Tastendruck vor dem Herunterfallen aus den jeweiligen Leveln schützen kann. Zusätzlich gibt es in „Yoshi’s Crafted World“ auch einen Zwei-Spieler Modus in dem man gemeinsam die verschiedenen Levels erkunden kann und der besonders viel Spaß macht.

Alter: ab 6 Jahren
Plattform: Nintendo Switch
Preis: ca. 55 Euro

Bild: istock

Upcycling DIY: Bastelideen mit Alltagsdingen

Das alltägliche Leben bringt uns mit Dingen in Kontakt, die wir für unnütz halten und wegwerfen. Aber es braucht nur ein wenig Fantasie und die Bereitschaft, diese Dinge in Kunstobjekte zu verwandeln. Wir haben hier ein paar Ideen für Upcycling DIYs.

Basteln mit Recycling Material

Recycling ist seit einiger Zeit zu einem Kultthema geworden. Tatsächlich ist der Versuch, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt durch die Wiederverwendung von Materialien zu verringern ein guter Weg, um den Konsum einzuschränken und den Kindern das Engagement und den Respekt für unseren Planeten beizubringen. Im Alltag können viele Initiativen ergriffen werden, um nachhaltiger zu leben. Eine davon ist zum Beispiel, so wenig Kunststoff wie möglich zu verwenden. Um diese komplexen Themen für Kinder zugänglich zu machen, kann man sie spielerisch heranführen. Dabei kommt uns das Upcycling DIY zu Hilfe. Die Kinder werden das Gefühl haben, an etwas Wichtigem teilzunehmen, und gleichzeitig ihre Fantasie für ein großartiges Projekt einsetzen.

Upcycling DIY: Bastelideen mit Alltagsdingen

Es ist schwer zu glauben, aber die meisten Dinge, die wir wegwerfen, können wiederverwendet werden! Recycling- und DIY-Enthusiasten wissen das sehr gut. Wir habebn einige kreative Ideen gesammelt, wie ihr zusammen mit euren Kindern aus Alltagsdingen Neues entstehen lassen könnt.

Meerjungfrau aus Eierkarton

Meerjungfrau aus Eierkarton

Meerjungfrauen haben einen zeitlosen Charme, und Kinder mögen sie vor allem weil sich viele schöne Geschichten um sie ranken. Diese hier können ohne großen Aufwand nachgebastelt werden. Was ihr braucht ist eine Schablone, Pappe, Eierkartons, Kleber, eine Schere und Stifte.

Überall im Internet lassen sich Frauenschablonen finden. Diese einfach ausdrucken und auf Pappe nachzeichen oder abpausen. Danach den Oberkörper herausschneiden. Bei den Haaren könnt ihr kreativ werden. Der Fischschwanz der Meerjungfrau wird aus den Eierkartons gefertigt. Diese ausschneiden und die verschiedenen Stücke aufeinander kleben: sieht aus wie Schuppen. Wenn ihr damit fertig seid und alles ein wenig getrocknet ist, kann alles bunt bemalt werden. Danach müssen nur noch das Oberteil und der Schwanz zusammen geklebt werden: fertig ist die Meerjungfrau.

Vasen aus Glasflaschen

Vasen aus Glasflaschen

Eine der einfachsten Möglichkeiten, Glasflaschen oder -dosen zu recyceln, besteht darin, sie in Blumenvasen zu verwandeln. Das geht kinderleicht, man braucht nur etwas Temperafarben, Pinsel und leere Flaschen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich könnt ihr die Flaschen auch mit bunten Klebesteinchen bekleben oder in Kleber wälzen und anschließend in Glitter. Das gibt die tollsten Effekte!

Monster aus Taschentuchspender

Monster aus Taschentuchspender

Aus irgendeinem seltsamen Grund, putzen sich Kinder nicht so gern die Nase. Übrigens ist „Hochziehen“ laut der einhelligen Meinung von Hals-Nasen-Ohren-Ärzten auch viel gesünder, weil es die Nebenhöhlen schont.

Doch abgesehen davon kann man mit den leeren Taschentuchspendern wunderbar basteln. Und wenn die Schachtel leer ist, bleibt eine schöne Box um kleine Schätze darin zu verstecken. Man braucht: Taschentuchspender, Wattekugeln, Seidenpapier, Bastelkleber, Schere, Malfarben, Pinsel und Bleistift.

Rings um die vorgestanzte Öffnung Zacken zeichnen und als Zähne ausschneiden. Die Box mit den weißen Zähnen bbemalen, der Körper kann die Lieblingsfarbe bekommen. Mit den Wattekugeln lassen sich witzige Augen gestalten. Die Augen, die Zähne und die Papierkugeln aufkleben. Fertig!

Schnecken aus Zeitungspapier

Schnecken aus Zeitungspapier

Die Herstellung neuer, süßer Haustierchen war noch nie so einfach. In diesem Fall verwenden wir etwas wieder, das unweigerlich weggeworfen wird: eine Zeitung. Man braucht: Zeitungspapier, Schere, Bastelkleber, Klebeband, Pappe und Stift.

Zuerst 4-5 Doppelseiten einer alten Zeitung der Breite nach zu dickeren Streifen falten. Den ersten Streifen dann der Länge nach einrollen und mit Klebeband fixieren. Darüber den nächsten Streifen rollen und wieder fixieren. So lange weitere Streifen aufwickeln, bis ein Schneckenhaus entsteht. Dann aus der Pappe den Schneckenkörper nach Belieben ausschneiden und mit dem Stift verzieren. Den Schneckenkörper dann mit Bastelkleber unter das Schneckenhaus kleben. Die Schnecken sind bereit zum Kriechen!

Gitarre aus Milchkarton

Gitarre aus Milchkarton

Milch- oder Saftkartons finden ihr Ende im Mülleimer. Aber das muss nicht sein! Sie werden in eine Gitarre verwandelt! Man braucht einen ausgespülten Milch- oder Saftkarton, Musterklammern, Gummibänder, Cakepop-Stiele, Stift und Schere.

Ein Viereck mit abgerundeten Ecken auf den Karton zeichnen und die Öffnung ausschneiden. Drei Klammern über der Öffnung in den Karton drücken. Drei weitere nebeneinander unter die Öffnung setzen. Drei gleich lange Gummibänder über die Köpfe der Klammern spannen. Die Cakepop-Stiele unter die Gummibänder schieben. Wenn man nun an den Bändern zupft, kommen sehr lustige Töne aus.

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Briefwechsel: Familienalltag während der Coronakrise – Folge 1

Wie hat sich das Leben in der Schweiz und in Deutschland seit der Corona-Krise verändert? Was macht das mit uns und unseren Familien? Jede Woche schreiben sich Claudia Jucker, Journalistin aus der Schweiz, und Uli Morant, Chefredakteurin von Luna, und tauschen sich im Wechsel dazu aus.

Briefe aus der Bubble: Von Corona, Glückskäfern und dem Spagat im Alltag

Liebe Uli!

Vielen Dank für Deine Nachricht aus Berlin. Ich freue mich immer zu lesen, wie es Dir geht und ich bedaure sehr, dass auch Du Deinen Geburtstag unter diesen Umständen nicht wirklich gebührend feiern konntest. Mein geplatzter 40ster liegt jetzt auch schon zwei Wochen zurück und ich habe das Gefühl, mich mittlerweile in ganz anderen Dimensionen zu bewegen. Das habe ich heute Morgen festgestellt, als meine Tochter zu mir sagte, sie hätte das “Sams Buch” doch bereits vor der Corona-Krise fertig gelesen. Stimmt. Die Zeitrechnung ist anders. Es gibt ein davor und ein danach.

Meine Jüngere spricht mittlerweile Corona Virus akzentfrei auf Englisch aus, als wäre es das Normalste der Welt. Vielleicht liegt es daran, dass wir fm4 hören. Das Schweizer Radio SRF Virus möchte sie nicht mehr hören. Sie zeichnet Viren mit scharfen, spitzen Zähnen und fragt mich, ob ich ihr das Wort Corona vorschreiben kann, damit sie es in ihr Notizheft übertragen kann. Zu Tränen gerührt hat sie mich, als sie aus dem Garten zurück kam und erzählte, sie hätte bei jedem Käfer, den sie entdeckt hat gewünscht, dass die Corona-Krise bald vorbei sei. Sie glaubt an Glückskäfer.

Corona Kinder Homeschooling

Corona bestimmt unseren Alltag

Wenn Du mich fragst, wie es mir geht, finde ich es gar nicht mal so leicht, eine passende Antwort darauf zu finden. Denn ich fühle mich, als hätte ich verschiedene Teile in mir. Jeder fühlt sich anders an. Kennst Du dieses Gefühl, dass Du Zeugin von etwas ganz Schlimmen bist, aber nicht fähig, die Ambulanz zu rufen oder zu handeln?

Ich komme mir vor, wie eine Beobachterin und bin noch nicht wirklich ins Handeln gekommen. Wobei meine Tage um 8 Uhr beginnen und gegen Mitternacht enden. Die Kinder sind nun die dritte Woche zuhause. Die außerordentliche Lage ist da. Wir stecken mitten in einer Pandemie und niemand weiß, wie lange noch. Der Netflix Algorithmus hat mir die gleichnamige Serie noch bis vor Kurzem mit einer 95% Übereinstimmung vorgeschlagen. Heute scheint mir das beinahe sarkastisch.

Die täglichen Breaking News, die steigenden Fallzahlen und die damit verbundenen Schicksalsschläge rauben mir viel Energie. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich zu wenig an der frischen Luft bin. Mag sein. Seit über zwei Wochen habe ich nicht mehr wirklich das Haus verlassen. Mein Mann kauft ein und kocht zweimal pro Tag –  letzten Monat war das noch undenkbar. Corona bricht mit alten Rollenbildern. Da er auf Kurzarbeit reduziert worden ist und im kleinen Pensum von zuhause aus arbeitet, ist es für ihn eine schöne Abwechslung und ich schätze seine Kochkünste und das Zusammenkommen am Küchentisch. Es hat also auf jeden Fall auch Vorteile. Wie ist das bei euch?

Me-Time? Dass ich nicht lache!

Das Ungewohnte wird zu unserem neuen Alltag, den wir im Spagat zu meistern haben. Mein Mann und ich teilen uns mit dem Homeschooling auf. Begleitet wird dieser Spagat von einer großen Portion Ungewissheit und der Frage, wo uns das alles hinführen wird. Me-time? Ha! Dass ich nicht lache. Ich vermute, dass kinderlose Menschen zur Zeit darin schwimmen, wie einst Cleopatra in Eselsmilch. Das rede ich mir zumindest so ein.

Dann springt da aber auch immer wieder meine optimistische Seite hoch, die viele positive Aspekte der jetzigen Situation aufwirbelt und viel Licht ins Ganze bringt. Dieser Teil erinnert mich daran den Tag zu genießen und mich aus meiner Abwärtsspirale zu reißen: Hey, jetzt entspann Dich mal und nutze diese außerordentliche Lage. Also setze ich mich mit einer Tasse Tee in die Küche und öffne das Fenster. Die Sonne scheint in mein Gesicht und ein wohliges Gefühl macht sich breit. Einatmen, ausatmen. Meine Tochter huscht an mir vorbei und streichelt meine Wange, als hätten wir für einen kurzen Moment die Rollen getauscht.

 

Ich überlege mir endlich meine größte Baustelle (Fotoalben der letzten zehn Jahre!) anzugehen und meine geliebten Podcasts in Tranchen zu konsumieren. Sei’s drum. Wir bleiben zuhause und machen das Beste draus. Und wenn uns mal wieder die Decke auf den Kopf fällt, kuscheln wir uns zusammen aufs Sofa, machen Popcorn und schauen The Voice Kids. Ich heule dann vor lauter Rührung und vergesse für einen Moment, was für ein Wahnsinn sich gerade in der Welt abspielt. Aber genau diese Momente sind es, an die wir uns erinnern werden und die uns als Familie zusammen schweißen.

Liebe Uli, ich sende Dir herzliche Grüsse nach Berlin und wünsche Dir trotz großer Herausforderung, dass Du Dir zwischendurch auch ein paar Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen lassen kannst!

Lass von Dir hören. Ich bin gespannt, wie es bei euch so ist und wie es Dir geht!

Bleib gesund!
Beste Grüsse,
Claudia

Hier eine Handvoll Tipps, die mir zur Zeit besonders Freude bereiten:

Persönliche Namensstempel mit viel Liebe gefertigt. Zur Zeit bekommt jede Zeichnung, jeder Brief und jede Postkarte einen aufgedrückt. claudiareese.de

Wenn wir schon so oft die Hände waschen, dann bitte mit Soeder. Naturseife mit Stil und unverkennbaren Düften. Unser Favorit: Black pine.

Wir lieben die Bücher vom renommierten Illustrator Dieter Braun. Via Facebook und Instagram Link stellt er kostenlose Malvorlagen bereit. Für große und kleine Ausmaler*innen.

Das kleine Museum der Digitalen Kunst bietet via live streaming CCC Creative Corona Classes in fünf verschiedenen Sprachen an. Für 6-16 Jahre. Go for it!

Allerliebst ist auch der Kanal der Kinderkunststation aus Berlin. Wir hoffen auf baldigen Nachschub.

 
About:
Claudia Jucker arbeitet als freie Redakteurin und Texterin für verschiedene Print-und Online Magazine in Deutschland und in der Schweiz. Ihr Fokus ist das Reisen. Sie berichtet aber auch regelmäßig über Familienthemen und Nachhaltigkeit. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern (5 und 9 Jahre) und ihrem Mann in Zürich. www.claudiajucker.com  
Bilder: gettyimages (3), privat (1)

Haustiere – 4 außergewöhnliche Freundschaften

Hamster, Hund, Hase – neben den „normalen“ gibt es auch ziemlich außergewöhnliche Haustiere für Kinder. Wir stellen euch vier ganz besondere Freundschaften vor.

Ein Reptil als Haustier?

Jette & die Bartagame Barty

Haustiere fuer Kinder
Privat

Wo wohnt Barty? In einem warmen Terrarium mitten in unserem Wohnzimmer
Wie alt ist dein Haustier? Sie ist 7 Jahre alt.
Was frisst sie? Lebendfutter wie Heuschrecken und Mehlwu?rmer. Salat und Wiesenblüten frisst sie auch sehr gerne. Tiefku?hlmäuse kann man auch geben, das machen wir allerdings nicht.
Welche Geräusche macht Barty? Keine… Allerdings beobachtet sie uns und spricht mit ihrer Körperhaltung und Farbe. Wenn sie sich bedroht fühlt, stellt sie ihre Bartstacheln auf, diese färben sich dann auch etwas dunkler ins Rote.
Wie alt kann dein Tier werden? Das weiß man bei Echsen nie so genau. Uns wurden 8–10 Jahre genannt.
Was kann sie am besten? Jagen und beobachten
Was magst du nicht so gerne an deinem Haustier? Die Häufchen stinken entsetzlich. Die muss man halt sofort wegmachen….
Warum seid ihr beste Freunde? Weil Barty immer im Hintergrund bei uns präsent und keine zeitaufwendige, tägliche Verpflichtung für mich ist wie etwa Gassi gehen…

Mein bester Freund der Esel

Ava & Babouch

Haustiere fuer Kinder
Privat

Wo wohnt er? Im Stall, mit seiner Mutter Siska und meinen anderen Pferden.
Wie alt ist Babouch? 1 Monat
Was frisst ein Esel? Im Moment noch Muttermilch
Wie muss dein Tier gepflegt werden? Innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt muss der Tierarzt ihm eine Tetanus-Spritze geben, und die ersten 10 Tage muss die Nabelschnur täglich gereinigt werden. Danach ist es wichtig, ihn regelmäßig zu bürsten und zu striegeln, wenn er erwachsen wird.
Wie alt kann dein Tier werden? Ein Esel kann etwa 30 bis 40 Jahre alt werden.
Was magst du nicht so gerne an ihm? Ich mag alles.
Warum seid ihr beste Freunde? Weil ich ihn liebe, er ist zu süß und wir verstehen uns gut. Ich bin der erste Mensch, den er sah, als er auf die Welt kam. Er erkennt mich immer direkt und kommt, um mich zu umarmen.

Eine Schildkröte als Haustier

Emmy & die kleine Huberta

Haustiere fuer Kinder
Privat

Wo wohnt Huberta? Huberta lebt draußen unter dem Fenster meines Zimmers. Sie hat mehrere Hu?tten in ihrem Stall: eine aus Holz, eine aus Stein und eine unter Lavendel.
Wie alt ist dein Haustier? Huberta ist 13. Ich war 8 Jahre alt, als ich sie bekam.
Was frisst sie gerne? Sie isst Salat, Zicchorie, Obst – gern mag sie Erdbeeren.
Welche Geräusche macht sie? Huberta weint, wenn sie Angst bekommt.
Was kann Huberta am besten? Sie kann super schnell abhauen.
Was magst du nicht so gerne an Huberta? Ich mag alles an ihr!!!
Warum seid ihr beste Freunde? Wir sind beste Freunde, weil sie ruhig und sauber ist und gerne viel schläft.

Agat Schnecken im Terrarium

Rosalie und ihr Schneckenpaar Conny & Löwe

Haustiere fuer Kinder
Privat

Wo wohnen deine Schnecken? In einem Terrarium
Wie alt sind deine Haustiere? 1 1/2 Jahre
Was fressen Schnecken? Die fressen Gurke, Salat, Apfel.
Wie müssen sie gepflegt werden? Man braucht immer neue Erde und wir müssen alles sauber machen von den Schnecken. Und die müssen auch manchmal gebadet werden und man muss die pflegen.
Welche Geräusche machen Conny und Löwe? Die machen – „rrrrb rrrrrb rrrrrb“ – die machen das immer, wenn sie fressen.
Was können deine Tiere am besten? Die können am besten die Wände hochklettern und sie können sich sehr gut verstecken. Ansonsten können die nix.
Was magst du nicht so gerne an ihnen? Ich mag nicht so sehr, wenn Löwes Schneckenhaus bricht – dann sollte er besser aufpassen.
Warum seid ihr beste Freunde? Weil die Schnecken immer so süß sind und wenn die essen, hört es sich auch so niedlich an. Und sie sind schleimig, das finde ich gut.

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