Der Dezember ist einer der süßesten Monate des Jahres. Nicht nur, weil sich das Jahr dem Ende zuneigt, sondern auch, weil es zu diesem Anlass verschiedene Festivitäten gibt, bei denen es an Süßigkeiten nicht mangelt. Um den Weihnachtsplätzchen und -kuchen einen anderen Dreh zu geben, bieten wir dieses Mal 3 vegane Rezepte an. Viel Spaß beim Backen!

Vegan sein für die Umwelt

Nach einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ist die Viehwirtschaft für etwa 15 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Umwelt- und Energiebilanz von pflanzlichen Lebensmitteln ist im Allgemeinen besser als die von Fleisch, Milch und Eiern. Genau aus diesem Grund wollte Stephanie Just, die Autorin des Buches „Vegan backen für Weihnachten – die besten Plätzchen, Kekse und Desserts“ Rezepte mit ausschließlich pflanzlichen Zutaten in die Weihnachtsbäckerei einbringen.

Als sie angefangen hat, die Rezepte auszuprobieren und zu „veganisieren“, war es für sie ganz besonders wichtig, dass die gebackenen Plätzchen und Kuchen in Konsistenz und Geschmack nicht anders sind als die Originale. Bei den vielen Experimenten kamen 30 vegane Rezepte heraus, von denen eines besser war als das andere. Heute stellen wir 3 davon vor, nur für euch.

3, 2, 1, … Zeit, den Ofen einzuschalten!

Vegan backen: 3 Rezepte für die Weihnachtszeit

Weihnachtliche Cupcakes mit alkoholfreien Glühweinkirschen und Zimtbuttercreme

„In Kombination mit Frucht ist Glühwein richtig gut. Daher kommen in meine Cupcakes Glühweinkirschen und eine himmlische Zimtbuttercreme obenauf.“

Zutaten:

Für die Glühwein­kirschen:

  • 1 kleines Glas entsteinte Sauerkirschen (185 g Abtropfgewicht)
  • 50 g Rohrzucker
  • 1 Beutel Glühweingewürz

Für den Teig:

  • 130 g vegane Butter
  • 140 g Rohrzucker
  • 1 Beutel (5 g) Bio­Orangenschale
  • 1TL gem. Vanille 2
  • 20 g Weizenmehl
  • 2 leicht gehäufte TL Backpulver
  • 6 gestr. EL Sojamehl
  • 6–7 EL Wasser
  • 150 ml Kirschsaft (von den Kirschen)
  • 50 ml Pflanzendrink

Für die Buttercreme:

  • 200 g vegane Butter
  • 250 g Puderzucker
  • 80 g veganer Frischkäse
  • 1 gestr. TL gem. Zimt
  • 1?2–3?4 Päckchen Sanapart

FÜR 12 CUPCAKES

Die Kirschen mit ihrem Saft, Zucker und dem Glühweingewürz in einen Topf geben und aufkochen lassen. Den Herd ausschalten und Kirschen 30 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb abgießen, dabei den Saft auffangen, 150 ml abmessen, und Kirschen abtropfen lassen.

Backofen auf 180 °C Ober­/Unterhitze vorheizen und ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.

Für den Teig veganen Butter, Zucker, Orangenschale und Vanillepulver in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät schaumig rühren. Mehl in einer zweiten Schüssel mit dem Backpulver mischen. Sojamehl in einer Tasse mit dem Wasser verrühren. Mehl­ und Sojamehlmischung mit dem Kirschsaft und dem Pflanzendrink zu der Butter­-Zucker­-Mischung geben und verrühren.

Den Teig gleichmäßig auf die Förmchen verteilen. In jedes Förmchen mittig 3 Kirschen setzen und leicht in den Teig drücken. Muffins 22–25 Minuten im Ofen backen (Stäbchenprobe!), dann komplett auskühlen lassen.

Für die Creme die vegane Butter in einer Schüssel mit dem Handrührgerät cremig aufschlagen. Den Puderzucker dazugeben und unterrühren. Veganen Frischkäse und Zimt untermischen. Zum Schluss San­apart unter Rühren löffelweise zugeben, bis die Creme eine feste Konsistenz hat und mit dem Spritzbeutel verarbeitet werden kann. Creme in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle füllen und auf die abgekühlten Muffins spritzen. Bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren.

Einfache »Butter«-Plätzchen

„Traditionell gehören zu Weihnachten die herrlich knusprigen Butter-Plätzchen. Die Zubereitung ist ganz unkompliziert, daher können sich schon kleine Bäcker bestens daran versuchen. Außerdem macht das Ausstechen mit unterschiedlichen Formen einfach großen Spaß. Mit meinem Rezept und der richtigen Butteralternative (mehr dazu Seite 5) bekommst du die Plätzchen genauso gut hin wie das Original.“

Zutaten:

Für den Teig:

  • 300 g Weizenmehl plus mehr für die Arbeitsfläche
  • 200 g kalte vegane Butter
  • 100 g Zucker

Aroma nach Belieben:

  • 1TL Vanilleextrakt oder
  • 1?2 Fläschchen Rum­, Butter­Vanille­,
  • Bittermandel­ oder Zitronen­Aroma oder
  • 1TL gem. Zimt, Lebkuchengewürz etc.

Zum Garnieren:

  • 200 g Puderzucker
  • 2–3TL Pflanzendrink oder Saft Lebensmittelfarben
  • bunte Zuckerstreusel

FÜR 3 BACKBLECHE:

3 Backbleche mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 180 °C Ober­/Unterhitze vorheizen

Das Weizenmehl in eine Schüssel sieben. Die vegane Butter in Würfel schneiden, mit den restlichen Teigzutaten dazugeben und mit dem Handrührgerät zu einem glatten Teig verkneten. Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche 5 mm dick ausrollen und mit Ausstechformen nach Belieben Plätzchen ausstechen. Plätzchen auf die Bleche setzen und 8–10 Minuten im Ofen backen, bis die Ränder leicht Farbe annehmen. Aus dem Ofen nehmen, auf dem Blech etwas abkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter umsetzen und komplett auskühlen lassen.

Für den Guss den Puderzucker in eine Schüssel sieben und nach und nach Pflanzendrink unterrühren, bis ein zäher Guss entsteht. Nach Belieben mit Lebensmittelfarbe einfärben und die Kekse damit streichen. Den Guss mit Zuckerperlen bestreuen und gut austrocknen lassen.

Orangen-Pie

„Wer mit einem neuen Rezept beim Adventssonntag mit Freunden oder Familie Eindruck schinden möchte, der sollte meinen Orangen-Pie servieren. Das Beste an ihm ist, dass er herrlich unkompliziert in der Herstellung ist, dennoch sorgt er garantiert für staunende und anerkennende Augen bei allen Gästen.“

Zutaten:

Für den Teig:

  • 1?2 Rezept Mürbeteig (Seite 46)
  • Fett für die Form
  • Mehl für die Arbeitsfläche

Für die Füllung:

  • 750 ml frisch gepresster Orangensaft (ca. 1 1?2 kg Saftorangen)
  • 30 ml Amaretto
  • 70–100 g Zucker je nach Süße der Orangen
  • 2 Beutel Vanillepudding­pulver

Zum Garnieren:

  • 150 g Zartbitterschokolade mit Orange und Mandel
  • 150 ml Sahneersatz zum Kochen
  • 1 Bio­ Orange

FÜR 1 PIE MIT Ø 24 CM:

Den Mürbeteig wie im Plätzchen-Rezept beschrieben zubereiten. Den Backofen auf 180 °C Ober­/Unterhitze vor­ heizen. Eine Pie­ oder flache, runde Auflaufform einfetten. Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 7 mm dick ausrollen. Über das Nudelholz aufrollen und über der Form wieder abrollen. Mit dieser Methode wird ein Reißen des Teiges vermieden. Teig andrücken. So abschneiden, dass er etwas über die Form hinauslappt. Den überstehenden Rand dann so unter den unteren Teil des Randes schieben, dass er bündig mit der Form anschließt.

Aus dem restlichen Teig mit Ausstechformen Plätzchen für die Dekoration des Pies ausstechen, auf ein Blech mit Backpapier legen und ca. 8 Minuten im Ofen backen, bis sie leicht Farbe bekommen. Den Teigboden in der Form mit einer Gabel mehrmals einstechen, mit Backpapier auslegen und mit Hülsenfrüchten oder Backerbsen belegen. Teig 15 Minuten im Ofen blindbacken. Papier und Hülsenfrüchte entfernen und Teig nochmals 10 Minuten backen. Dann aus dem Ofen nehmen und komplett auskühlen lassen.

Orangen auspressen, 750 ml abmessen und in einen Topf gießen. Amaretto und Zucker einrühren, dann 50 ml Saft abnehmen und in eine kleine Schüssel geben. Das Puddingpulver dazugeben und gut verrühren. Saft zum Kochen bringen, die Puddingpulvermischung zugeben und unter Rühren aufkochen und eindicken lassen. Masse auf den vorgebackenen Teig gießen und auskühlen lassen.

Schokolade fein hacken. Sahneersatz in einem kleinen Topf aufkochen. Topf vom Herd nehmen und die Schokolade einrühren. 3 Minuten stehen lassen und dann mit einem Schneebesen cremig rühren. Creme 5 Minuten abkühlen lassen. Währenddessen die Orange heiß abwaschen und in dünne Scheiben schneiden. Creme mittig auf den Pie geben, etwas verstreichen und Kuchen mit Orangen­ scheiben und Plätzchen garnieren.


„Vegan backen für Weihnachten“ von Stephanie Just
Ca. 8 Euro; Softcover, 64 Seiten; (ISBN 978­3­7423­1970­8)
© 2021 by riva Verlag
Fotocredits: ©Stephanie Just