Der Frühlingsbeginn bringt das Erwachen der Natur mit sich. Blühende Bäume, saftige Wiesen und Gärten, die an eine Malerpalette erinnern. Aber wusstet ihr, dass viele Pflanzen und Blumen gegessen werden können? Nun, sie sind nicht nur essbar, sondern sie machen einige Gerichte wirklich außergewöhnlich. Hier sind 3 „blumige“ Backrezepte, die den Frühling auf den Tisch bringen!

Die Natur folgen und respektieren

Menschen lieben Süßes! Seit jeher haben die Menschen gebacken, sei es, rund ums Jahr aus den Früchten der Natur leckere Kuchen für ihre Familie und Freunde zuzubereiten, oder um etwas richtig Feines zu besonderen Anlässen auf die Kaffeetafel zu zaubern. Sich am Rhythmus der Natur zu orientieren, berücksichtigt die natürlichen Bedürfnisse der Menschen. Das spiegelt sich auch in den Backwerken wieder, wenn man sich je nach Saison an den vorhandenen Zutaten orientiert. Oft hat man sogar genau auf das Obst oder Gemüse Lust, was gerade so reift! Was zusammen wächst, blüht und reift, schmeckt auch gut zusammen – das zeigt genau das Buch „Flower Cakes“ von Candy Arnold-Prendel, das 60 kreative Kuchen, Torten & anderen Bachwaren mit Blüten, Kräutern und Wildfrüchten vorstellt.

Das Buch ist zwar nicht zwingend saisonal aufgebaut, aber durch die unterschiedlichen Teile der Pflanzen, die in den verschiedenen Rezepten verwendet werden – Blüten, Blätter, Früchte und Samen – ist doch der Rhythmus der Natur erkennbar.

Natürlich Backen: 3 Rezepte mit Blüten, Kräutern und Wildfrüchten

Mit diesem Buch möchte die Autorin zeigen, dass die Natur eigentlich unerschöpflich ist mit dem, was man essen kann und es Spaß macht, viel Zeit draußen zu verbringen, zu sammeln und anschließend etwas zu backen. Genau die richtigen Aktivitäten, die man mit Kindern in Frühling machen kann. Viel Spaß beim Suchen und Backen!

Buttermilchtarte mit blauen Blüten

Kleine blaue Blüten auf weißem Gebäck wirken sehr frisch, und das passt hervorragend zur ebenso frischen Buttermilchtarte. Bei der Namenswahl dieses Kuchens dachte ich an blaue Eissterne oder Eisblütentarte – im Prinzip kann man auch »Rosa Blüten-Buttermilchtarte« machen, wenn man Gänseblümchen, Flieder, Rosen und andere rosa Blüten verwendet.

Ergibt 12 Stücke | 35 Minuten zubereiten | 12 + 20 Minuten Backen | 30 Minuten + 3 Stunden Auskühlen

Für den Mürbeteig:

  • 180 g Weizenmehl (Type 405) plus etwas mehr für die Form
  • 60 g gemahlene Mandelkerne
  • 60 g Puderzucker
  • 1 EL Abrieb einer unbehandelten Zitrone
  • 120 g Butter plus etwas mehr für die Form
  • 1 Eigelb

Für die Füllung:

  • 3 Eigelb
  • Abrieb von 2 unbehandelten Zitronen
  • 300 g gezuckerte Kondensmilch
  • 100 ml Buttermilch
  • Saft 1 unbehandelten Zitrone (ca. 50 ml)

Für die Dekoration:

  • 150 g Mascarpone
  • 50 g Puderzucker
  • als Blüten: Borretschblüten, Kornblumenblüten, Lavendel, Knospen von Flachs (Lein)

Außerdem

  • Küchenmaschine oder Handmixer
  • Tarteform eckig oder rund mit Hebeboden, 23 cm Ø
  • Schneebesen

Aus den Zutaten für den Mürbeteig mit den Knethaken des Handrührgerätes oder mit den Händen einen Teig herstellen und 30 Minuten ruhen lassen.

Eine Tarteform fetten, mit Mehl ausstreuen und den Teig an Boden und Rand dünn andrücken. Mit der Gabel kleine Luftlöcher in den Boden stechen. 12 Minuten backen, aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.

Das Eigelb mit dem Schneebesen der Küchenmaschine 4–5 Minuten schaumig schlagen. Den Zitronenabrieb und die gezuckerte Kondensmilch zufügen und weiter aufschlagen. Zuletzt Buttermilch und Zitronensaft vorsichtig einfließen lassen und weiter rühren.

Füllung anschließend vorsichtig auf den Boden verteilen. Auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) 20 Minuten backen. Nach dem Backen auf Raumtemperatur bringen und mindestens 3 Stunden im Kühlschrank abkühlen lassen.

Mascarpone mit Puderzucker glattrühren und auf der Tarte verteilen, möglichst glattziehen. Die blauen Blüten dekorativ auf die Tarte geben.

Kamille-Brombeertörtchen

Die Herbe der Kamille harmoniert mit den ebenso herben Brombeeren. Die Idee mit den kranzförmig angeordneten Kamilleblüten hatte ich schon lange, mit leckeren Brombeeren war dann der richtige Zeitpunkt gekommen, die Idee in einer Torte umzusetzen. Ein echter Hingucker! Dabei kommt Kamillesirup nach dem Grundrezept zum Einsatz.

Ergibt 8 Stücke | 1 Stunde Zubereitung | 45–50 Minuten Backen | 3 Stunden Auskühlen

Für den Teig:

  • 250 g Butter, zimmerwarm plus etwas mehr für die Form
  • 130 g Vollrohrzucker
  • 4 Eier
  • 250 g Weizenmehl (Type 405) plus etwas mehr für die Form
  • 50 g Weizenvollkornmehl
  • 3 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung:

  • 300 g Mascarpone, zimmerwarm
  • 4 EL Kamillesirup (150 g Zucker, 3 EL aufgeblühte, Kamilleblüten)
  • 40 g Puderzucker
  • 150 g Brombeeren
  • 150 g Brombeeraufstrich

Für die Dekoration:

  • frische Kamilleblüten und Minzblätter
  • frische Brombeeren

Außerdem

  • Springform, 20 cm Ø
  • Eine Palette oder ein großes Messer
  • Schüssel
  • Küchenmaschine/Mixer

Kamillesirup (ca. 200ml) vorbereiten. Eine Zuckerlösung aus dem Zucker und 125 ml Wasser herstellen. Falls der Zucker sich nicht löst, kann die Lösung gern auf dem Herd erhitzt werden. Die frischen Kamilleblüten mit der Zuckerlösung aufkochen, vom Herd nehmen und 24 Stunden ziehen lassen. Nochmals aufkochen. Dann durch einen Filter im Trichter heiß in eine saubere Flasche füllen.

Für den Teig die weiche Butter in der Küchenmaschine oder mit einem Mixer cremig aufschlagen. Den Vollrohrzucker dazugeben und weiterrühren. Nach und nach die Eier dazugeben und verrühren. Die Springform mit Butter ausstreichen und mit Mehl ausstreuen.

Beide Mehlsorten mit Backpulver und Salz mischen. Abwechselnd mit der Sahne unter die Butter-Ei-Mischung rühren. In die Form geben und glatt streichen. Den Kuchen auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen bei 180°C Ober-/Unterhitze 45–50 Minuten goldgelb backen. Unbedingt die Stäbchenprobe machen. Wenn nichts mehr kleben bleibt, ist der Kuchen fertig. Aus dem Ofen nehmen und nach 15 Minuten aus der Form lösen.

Nach dem vollständigen Auskühlen die obere gewölbte Stelle mit einem scharfen Messer abschneiden. Den Kuchen einmal quer durchschneiden. Beiseitestellen.

Den Mascarpone mit dem Kamillesirup verrühren, bis er glatt ist. Den Puderzucker daraufsieben und ebenfalls verrühren.

Brombeeren mit dem Brombeergelee verrühren und auf den ersten Tortenboden verteilen. Den zweiten Boden auflegen und etwas andrücken.

Zitronenkekse mit frischen Blüten

Wie wäre es, einen Wiesenblumenstrauß zu pflücken und gleich noch ein paar Blüten für diese einfachen Zitronenkekse zu verwenden? Es gibt keine festen Regeln, alle essbaren Blüten können verwendet werden. Damit zaubert man die schönsten Kekse, die fast zu schade sind, um gegessen zu werden.

Ergibt 2 Backbleche | 30 Minuten Zubereitung | 10 Minuten Backen | 1 Stunde Kühlen

Für den Teig:

  • 500 g Weizenmehl (Type 405)
  • 100 g gemahlene Mandel- kerne
  • 130 g Puderzucker
  • Abrieb von 3 unbehandelten Zitronen
  • 220 g Butter, kalt
  • 2 Eigelb
  • 1 TL Fleur de Sel

Für die Dekoration:

  • 200 g Puderzucker
  • 1–2 EL Zitronensaft
  • Als Blüten: einzelne Löwenzahnblüten, Flieder, Gänseblümchen, Borretsch, Vergissmeinnicht, Minzeblätter

Außerdem

  • Backpapier
  • Mixer/Küchenmaschine

Aus dem Mehl, den gemahlenen Mandeln, dem Puderzucker, dem Zitronenabrieb, der kalten, gewürfelten Butter, dem Eigelb und dem Salz mit den Händen rasch einen Mürbeteig kneten und für 1 Stunde kalt stellen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen und mit großen runden Ausstechern oder einem Glas Kreise ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Aus den Kreisen können noch kleinere Kreise ausgestochen werden. So erhält man unterschiedliche Formen. Die kleinen Kreise ebenfalls auf das Blech legen. Auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) in 10 Minuten goldgelb backen und auskühlen lassen.

Dann den Puderzucker mit dem Zitronensaft verrühren. Die Kekse mit etwas Abstand ausbreiten und mit dem Zuckerguss bestreichen. Danach die sauberen kleinen Blüten auf dem Guss verteilen. Dabei bevorzugt die einzelnen Blütenblätter nutzen, und feste Teile wie Stiel oder Kelch entfernen. Da der Zuckerguss schnell trocknet, in Etappen arbeiten. An der Luft gut trocknen lassen.

Candy Arnold-Prendel, „Flower Cakes – 60 kreative Küchen, Torten & mehr mit Blüten, Kräutern und Wildfrüchten“

Christian Verlag, ca. 25 Euro; verlagshaus24.de/flower-cakes

 

 

 

Copyright Bilder: Christian Verlag/Candy Arnold-Prendel